Konkurrenzanalyse SEA: Externe Tools zur Untersuchung der Google Ads-Wettbewerber

Beitrag aus Ausgabe 81 / Dezember 2019
SEA

Miriam Eilers ist Online-Marketing-Managerin (SEA) bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany GmbH.

Google Ads bietet bereits einige Metriken und Berichte, die eine Wettbewerbsanalyse ermöglichen. Wer darüber hinaus noch mehr erfahren möchte, muss auf externe Tools zurückgreifen. Welche Tools es gibt und was sie können, wird in diesem Artikel beschrieben.

Wer seine Konkurrenz genau kennt, kann dieses Wissen zu seinem Vorteil bei Google Ads nutzen. Doch dieses Wissen muss zunächst einmal erlangt werden, was meist mit großem Aufwand verbunden ist. Abhilfe schaffen hier einige Tools, die entsprechende Daten bereitstellen und übersichtlich visualisieren. Zudem kann auch mit den in Google Ads vorhandenen Metriken und Berichten (beschrieben im suchradar #80) bereits einiges analysiert werden. Für diesen Artikel wurden fünf Tools getestet, um einen Einblick in die Möglichkeiten zu geben. Da es unzählige Tools zur Wettbewerbsanalyse gibt, hat der Artikel keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Brainlabs Auction Insights

Das Brainlabs Auction Insights Tool kann genutzt werden, um die Auktionsdaten aus Google Ads zu visualisieren und im Zeitverlauf darzustellen. Es bietet nicht mehr Daten als die Google Ads-Oberfläche selbst, ist aber dennoch sehr hilfreich für Werbetreibende.

Im Zeitverlauf dargestellt werden unter anderem die Metriken Anteil an möglichen Impressionen (siehe Abbildung 1), Überschneidungsrate, Rate der Position oberhalb und Rate für obere Positionen. Die Charts können sowohl für das Konto, einzelne Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords erstellt werden, sodass bspw. jede Produktkategorie einzeln untersucht werden kann. Auch für die einzelnen Geräteklassen können die Daten visualisiert werden.

Die Nutzung ist recht einfach: Zunächst müssen die gewünschten Daten aus dem Auktionsdatenbericht heruntergeladen und in das Tool kopiert werden. Anschließend kann im Tabellenblatt „Settings“ eingestellt werden, welche Berichte erstellt und welche Wettbewerber untersucht werden sollen. Abschließend lässt man das Tool die Charts erstellen und kann mit der Analyse beginnen.

Fazit: Das Tool erhebt zwar keine neuen Daten, erfasst aber sehr einfach Veränderungen in der Branche bzw. bei den Wettbewerbern – und das sogar kostenlos. Bemerkt der Werbetreibende Veränderungen in der eigenen Google Ads-Performance, lässt sich mithilfe des Tools oftmals der Grund dafür finden und man kann mögliche Schlüsse und Reaktionen daraus ziehen.

SEMRush

Mit SEMRush können Wettbewerberseiten fast allumfassend in Hinblick auf organische und bezahlte Suche, Shopping, Keywords, Anzeigen, Traffic, Backlinks, Display-Werbung und mehr untersucht werden.

Die Handhabung ist recht einfach: Je nachdem, was untersucht werden soll, muss lediglich die Wettbewerber-URL oder ein Keyword eingegeben werden, um Analysen durchzuführen. Für Werbetreibende auf Google Ads sind hier vor allem die Keywords und die Anzeigen der Wettbewerber relevant und bieten einen guten Input. Zudem kann man einen direkten Vergleich zum Wettbewerber anstellen, um herauszufinden, wo der Wettbewerber möglicherweise besser dasteht und welche Keywords er bewirbt, die man selber noch nicht im Konto hinterlegt hat.

Ein weiterer Vorteil von SEMRush ist, dass auch die Facebook- und die Microsoft Advertising-Werbung der Wettbewerber untersucht werden können.

Zehn Anfragen am Tag sind kostenlos. Wer mehr Anfragen braucht oder mehr Daten erhalten möchte, kann die siebentägige Gratisdemo testen oder die bezahlte Version ab 99 $ pro Monat nutzen.

Fazit: SEMRush ist durch seine vielen Möglichkeiten für jegliche Online-Marketer interessant. Mit nur einem Tool wird verschiedenen Abteilungen wie SEO, SEA und Social Media geholfen. Die Daten sind natürlich nicht immer ganz korrekt, geben jedoch einen guten Einblick und helfen somit, die eigenen Google Ads-Kampagnen zu optimieren.

Spyfu

Mit Spyfu können Wettbewerberwebsites in vielen Bereichen (organisch und bezahlt) untersucht werden. Für Werbetreibende bei Google Ads ist es besonders spannend, da hiermit einerseits die eigene Keyword-Recherche ergänzt werden kann und man andererseits den Wettbewerber besser kennenlernt. So werden z. B. Daten zu geschätztem monatlichem Budget, bezahlten Keywords, Klicks pro Tag, Anzeigenposition und mehr geliefert. Auch hier sind die Daten natürlich nicht immer ganz korrekt, für einen guten Überblick reicht es aber allemal.

Die Handhabung ist völlig einfach: Es muss lediglich die Wettbewerber-URL eingegeben werden und schon wird der Report generiert (siehe Abbildung 2).

Umsonst ist jedoch nur die erste URL-Abfrage. Wer mehr Wettbewerber untersuchen möchte, muss in die bezahlte Version (ab 33 $/Monat) wechseln, welche allerdings auch 90 Prozent mehr Daten bietet. Ein weiterer Nachteil ist, dass bisher nur UK oder US als Standort gewählt werden kann, sodass es für den deutschen Markt uninteressant ist, sofern keine UK- oder US-Konten betreut werden.

Fazit: Sofern man englischsprachige Konkurrenten untersucht, ist dieses Tool sehr hilfreich und bietet einen guten Einblick in das Suchmaschinenmarketing der Wettbewerber, sodass sich viele Schlüsse für das eigene Google Ads-Konto ziehen lassen.

SimilarWeb

Auch mit SimilarWeb können, ähnlich wie mit SEMRush oder Spyfu, detaillierte Informationen zu Wettbewerberwebsites abgerufen werden. Es werden Daten zu Besucherzahlen, zur zeitlichen Entwicklung, Verteilung des Traffics auf die verschiedenen Kanäle als auch die Standortverteilung der Websitenutzer angezeigt (siehe Abbildung 3).

SimilarWeb ist allerdings nur für größere Websites wirklich sinnvoll, da die Ergebnisse auf Hochrechnungen basieren. Sobald nur wenige Daten zur Verfügung stehen, sind daher auch die Hochrechnungen sehr fehleranfällig.

Auch bei SimilarWeb gibt es sowohl eine kostenlose Version, die entsprechend weniger Möglichkeiten bietet, als auch eine bezahlte Version. Hier gibt es jedoch keine regulären monatlichen Preise, sondern es muss erst mit einem „Consultant“ Kontakt aufgenommen werden, um Preise zu erfahren.

Fazit: SimilarWeb lässt sich ähnlich gut wie SEMRush oder Spyfu verwenden, jedoch gilt dies nur für Seiten mit viel Traffic.

Prisync

Neben Keywords, Anzeigentexten, Budgets etc., die die drei zuletzt genannten Tools gut darstellen, ist es zudem sinnvoll, sich einmal das eigene Preisniveau im Vergleich zur Konkurrenz anzusehen. Denn die Keywords und Anzeigen können noch so relevant sein, wenn der eigene Produktpreis höher als der der Konkurrenz ist. Teilweise lassen sich diese Daten schon in der Google Ads-Oberfläche (in Shopping-Kampagnen unter Produkte > Benchmark-Produktpreisdifferenz und Benchmark-Produktpreis) einsehen, in den meisten Fällen werden aber keine Daten bereitgestellt.

Abhilfe schafft hier z. B. Prisync. Bei Prisync kann man seine eigenen Produktdaten hochladen und Wettbewerber angeben, mit denen man verglichen werden möchte. Prisync kann 14 Tage kostenlos getestet werden, ab dann kostet das Tool ab 59 $ monatlich, je nach Produktanzahl. Da diese Daten viermal täglich aktualisiert werden, bietet es so die Möglichkeit, die eigenen Preise immer aktuell anzupassen. Zudem lassen sich hiermit auch Gründe finden, warum die Nutzer möglicherweise bei Konkurrenten kaufen.

Fazit: Befindet man sich in einer Branche, in der die Preise sehr relevant sind und in der man schnell auf Preisänderungen bei den Wettbewerbern reagieren muss, bietet Prisync gute Möglichkeiten. Hat man jedoch viele Produkte, die verglichen werden sollen, wird es schnell sehr teuer.

Fazit

Mit den hier vorgestellten externen Tools lassen sich Google Ads-Wettbewerber sehr gut – teilweise sogar kostenlos – untersuchen. Die realen Werte einer Wettbewerber-Website zu erfassen, ist jedoch kaum möglich. Welches Tool oder welche Kombination an Tools am Ende die „richtige“ ist, hängt immer von den eigenen Unternehmenszielen und -problematiken und natürlich der Branche ab.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #81 erschienen

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