Der Analyse-Jahresrückblick 2019: Die wichtigsten Tool-Updates und Neuerungen

Beitrag aus Ausgabe 81 / Dezember 2019
Analytics
Maximilian Geisler

ist SEO-Berater und Google-Tag-Manager-Experte bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Die Updatelogs für den Google Tag Manager, für Google Analyse und Data Studio sind auch 2019 wieder prall gefüllt. Dieser Artikel behandelt die bedeutendsten Änderungen für das jeweilige Analyse-Tool. Eine komplette Übersicht aller Änderungen bieten die im Artikel verlinkten Versionshinweise und Changelogs.

Google Tag Manager

Neben vielen kleinen Anpassungen, wie neuen Tag-Vorlagen und einem neuen Design der Benutzeroberfläche, die alle im Versionshinweis nachzulesen sind (support.google.com/tagmanager/answer/4620708?hl=de), gab es dieses Jahr zwei große Updates. Beide haben das Potenzial, die Arbeit mit dem Tag Manager und die Analyse über Google Analytics grundlegend zu verändern.

Benutzerdefinierte Vorlagen

Die Möglichkeit, benutzerdefinierte Vorlagen anzulegen und diese mit anderen Tag-Manager-Nutzern zu teilen, ist eine der spannendsten Neuerungen für die Webanalyse. Das Schöne ist, dass sowohl Neulinge als auch Profis von den neuen Vorlagen profitieren. Außerdem kann jeder Toolanbieter nun seine eigene Tag-Vorlage anbieten. Statt einer Menge Kommunikation zwischen Toolanbieter und Kunde, dem Weiterleiten von Anleitungen und noch mehr Kommunikation wird in Zukunft die Weitergabe der Vorlage und eine kurze Erklärung ausreichen.

Der Vorlagen-Tab kann über den Menüpunkt „Vorlagen“ oder den Hinweis im oberen Bereich aufgerufen werden (1). Nach einem Klick auf „In Galerie suchen“ (2) werden die bereits von Nutzern angelegten Vorlagen angezeigt. Hier kann auch gezielt nach Vorlagen gesucht werden (siehe Abbildung 1).

Eigene Vorlagen anzulegen ist sicherlich etwas für fortgeschrittene Tag-Manager-Nutzer. Gerade wenn es darum geht, Vorlagen für eigene Tools anzulegen, sind oftmals auch fortgeschrittene Kenntnisse in einer Programmiersprache vonnöten. Dennoch lohnt sich hier der einmalige Aufwand, wenn dadurch in Zukunft der immer wieder auftretende Einpflege- und Kommunikationsaufwand reduziert werden kann. Neue Vorlagen können entsprechend über die Schaltfläche „Neu“ (3) angelegt werden (siehe Abbildung 1).

Google Analytics App + Web und App + Web Event Tags

Am 3. August veröffentlichte Google diese neuen Tag-Vorlagen, zusammen mit einer ausführlichen Erklärung (blog.google/products/marketingplatform/analytics/new-way-unify-app-and-website-measurement-google-analytics/). Kurz umrissen, handelt es sich um eine Kombination aus einer Web- und einer App-Property. So können Nutzerbewegungen und Aktion einfacher zwischen diesen beiden Medien verfolgt werden. Zusätzlich sind im App + Web Event Tag einfache Aktionen, die normalerweise erst über den Tag Manager angelegt werden müssen, schon integriert (siehe Abbildung 2).

Aktuell handelt es sich noch um Beta-Versionen. Nutzer, die Website und App aktuell noch auf die altbewährte Art tracken, sollten sich aber parallel schon mit diesen Tags beschäftigen.

Google Analytics

Für die Google Analytics API war das Jahr 2019 nicht ganz so ereignisreich wie das Vorjahr. Das spiegelt sich auch im API Changelog wider (developers.google.com/analytics/devguides/changelog). Dennoch gibt es eine interessante Änderung, auf die es sich näher einzugehen lohnt.

User Activity API

Über die User Activity API können alle Daten einer bestimmten User- oder Client-ID gesammelt und wiedergegeben werden. So lässt sich die Interaktion einzelner Nutzer mit der Seite genau nachverfolgen (siehe Abbildung 3).

Data Studio

Bei einem Blick in die Versionshinweise (support.google.com/datastudio/answer/6311467?hl=de) wird klar, dass am Data Studio noch fleißig gearbeitet wird. Ein buntes Potpourri an Design- und Usability-Änderungen. Im Vergleich zu den Tag-Manager- und Analytics-Änderungen lassen sich hier nicht die ein, zwei einschneidenden Updates herauspicken. Das liegt auch an den vielen unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzer. Was für einen Nutzer ein wichtiges Feature darstellt, z. B. die Verwendung von Parametern in Big-Query-Datenquellen, wird vom nächsten nicht genutzt. Daher hier der Verweis auf die Versionshinweise, wer Erklärungen zu einem Feature sucht, das sein individuelles Reporting stark beeinflusst, wird dort auf jeden Fall fündig.

Fazit

Während der Google Tag Manager und Analytics 2019 eher wenige, aber dafür umso bedeutendere Updates erhalten haben, wird im Data Studio noch an vielen Stellschrauben gleichzeitig gedreht. Benutzerdefinierte Vorlagen werden die Arbeit mit dem Tag Manager auf eine neue Stufe heben. Die stetige Arbeit am Data Studio zeigt, dass Google auch in der Visualisierung das Nummer-1-Tool stellen möchte. 2020 wird auf jeden Fall ein spannendes Jahr für die Webanalyse.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #81 erschienen

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