Automatisierung in Google Ads: Top-4-Skripte, die den Alltag erleichtern

Beitrag aus Ausgabe 80 / Oktober 2019
Christina Ansmann und Stefanie Frühauf

Christina Ansmann und Stefanie Frühauf sind Online-Marketing-Managerinnen (SEA) bei der Agentur Bloofusion Germany GmbH.

Google Ads-Skripte können die Arbeit im Google Ads-Konto enorm erleichtern – sofern man sie richtig anzuwenden weiß. Viel zu häufig hemmen jedoch leider mangelnde JavaScript-Kenntnisse die Nutzung der schlauen Helfer. Mit ein paar Grundlagen lässt sich hier schnell Abhilfe schaffen. Um erste Barrieren zu durchbrechen, stellen wir unsere vier Lieblings-Skripte vor.

Automatisierungen sind ab einer gewissen Google Ads-Kontogröße unvermeidbar, um zeitaufwändige wiederkehrende Aufgaben effektiver zu bewältigen. Regelmäßige Konto-Checks können erste Fehlerquellen aufdecken und minimieren. Manuelle Überprüfungen bedeuten jedoch einen hohen Zeitaufwand. Aufgrund des Umfangs bleiben daher Optimierungspotenziale oder schwerwiegende Fehler allzu häufig unentdeckt. An dieser Stelle fangen Google Ads-Skripte auf, was menschliche Account-Betreuer in der Form nur schwer leisten können.

Welche Skript-Arten gibt es?

Unterschieden wird zwischen vier Skript-Kategorien:

  • Reports, z. B. Declining Ad Groups, Mobile PageSpeed
  • Bidding, z. B. Weather-based Campaign Management
  • Tools, z. B. Ad Customizer, Sale Countdown
  • Alerts, z. B. Account Anomaly Detector, Link Checker

Alle Skript-Kategorien und oben genannte Skripte können hier eingesehen werden: developers.google.com/google-ads/scripts/docs/solutions?hl=de

Im Folgenden stellen wir vier Skripte vor, die die tägliche Arbeit erleichtern können.

1.Link-Checker-Skript

Websites von Werbetreibenden entwickeln sich stetig weiter. Inhalte werden ergänzt, Produkte fallen aus dem Sortiment oder die Struktur der Website wird überholt, um den aktuellsten Anforderungen gerecht zu werden. Im Zuge dessen ändert sich häufig der Linkaufbau, welcher für die finalen URLs in Google Ads-Kampagnen genutzt wird. Anzeigen verweisen somit möglicherweise auf nicht vorhandene Seiten und der Werbetreibende bezahlt für Klicks, die 404-Fehler verursachen.

Um diesem Problem zu begegnen, ist die Nutzung des Link-Checker-Skripts hilfreich (siehe Abbildung 1). Das Skript prüft regelmäßig alle Anzeigen, Keywords und Sitelinks eines Werbetreibenden. Die Ergebnisse der Analyse werden in einem Google Spreadsheet zusammengefasst und per E-Mail-Benachrichtigung versendet.

Einige Konten verfügen über eine große Anzahl von URLs, die aufgrund von Ausführungszeitlimits oder Kontingenten nicht alle in einem Durchgang überprüft werden können. Das Skript ist darauf ausgelegt, im nächsten Durchlauf nur URLs zu prüfen, die es zuvor nicht überprüft hat.

2.Quality-Score-Tracker-Skript

Der Qualitätsfaktor ist eine wertvolle Metrik, mit der Werbetreibende nachvollziehen können, wie Google die Relevanz der Keywords und Anzeigen bewertet. Das Quality-Score-Tracker-Skript unterstützt Werbetreibende und erfasst einmal täglich den Qualitätsfaktor eines Kontos bis zur Keyword-Ebene (siehe Abbildung 2). Neben der Dokumentation von Einzelwerten ist die übersichtliche Datenpräsentation in einem Dashboard Kern des Skripts. So lässt sich jederzeit der aktuelle Stand überblicken. Keywords mit einem schlechten Qualitätsfaktor sind schnell ausgemacht, sodass Anpassungen hinsichtlich der Anzeigenrelevanz vorgenommen sowie die Nutzererfahrung mit der Landingpage optimiert, der Qualitätsfaktor erhöht und die tatsächlichen Kosten pro Klick entsprechend gesenkt werden können.

3.Account-Anomaly-Detector-Skript

Das Leistungsanomalien-Skript warnt Werbetreibende, wenn sich ein Google Ads-Konto anders verhält als in der Vergangenheit üblich. Verglichen werden die bisher beobachteten Werte mit historischen Statistiken für denselben Wochentag (siehe Abbildung 3). Die Überprüfung erfolgt einmal pro Tag. Bei Auftritt eines Problems sendet das Skript eine E-Mail-Benachrichtigung an den Werbetreibenden.

Gemeldet werden z. B. eine erhöhte Anzahl an Impressionen, Klicks, Conversions oder Kosten. Das Skript ermöglicht somit eine schnelle Reaktion bei auftretenden Anomalien. Wenn Werbetreibende Warnungen zurücksetzen möchten, bedarf es nur einer Löschung des Werts der Warnungszelle.

4.Wetter-Skript

Das Suchverhalten nach bestimmten Produkten und Dienstleistungen variiert stark je nach Wetterlage. An sonnigen und heißen Tagen suchen Nutzer z. B. häufiger nach Schwimmbekleidung, Poolbedarf oder Sommerschuhen. Eine manuelle Gebots- und Anzeigenanpassung je Wetterlage würde einen immensen zeitlichen Aufwand verursachen. Mithilfe des Wetter-Skripts ist es jedoch möglich, Wetterinformationen programmgesteuert abzurufen und Gebote wie auch Suchanzeigeninhalte innerhalb weniger Minuten anzupassen (siehe Abbildung 4).

Als Basis dienen Google Spreadsheets, die die Liste der Kampagnen und die zugehörigen Standorte speichern. Für jeden Standort wird eine OpenWeatherMap-API aufgerufen. Wenn bestimmte Kriterien wie „sonnig“, regnerisch“ oder „windig“ erfüllt sind, wird ein entsprechender Standortgebotsmultiplikator und/oder eine vorher festgelegte Textanpassung angewendet. Die Optimierungen ermöglichen eine effizientere Aussteuerung, höhere Conversion-Raten und eine gezieltere Kundenansprache.

Wo werden Skripte im Google Ads-Konto hinterlegt?

Auch ohne tiefgehende JavaScript Kenntnisse ist ein bestehendes Google Ads-Skript schnell implementiert (siehe Abbildung 5). Die Einrichtung erfolgt auf Kontoebene des Google Ads-Kontos. In der oberen Leiste befindet sich unter dem Punkt Tools der Unterpunkt Bulk-Aktionen, welcher „Skripts“ enthält.

Bei Auswahl eines neuen Skripts öffnet sich der Text-Editor und das Wunsch-Skript kann hinzugefügt werden. In der Regel sind kleine Anpassungen, wie die Hinterlegung der eigenen E-Mail-Adresse für Benachrichtigungen, notwendig (siehe Abbildung 6). Da Skripte Änderungen am Konto durchführen, ist vorab eine Autorisierung des jeweiligen Skripts zwingend erforderlich. Um zu testen, ob das Skript einwandfrei performt, sollten Werbetreibende eine Prüfung im Vorschaumodus ausführen. Als letzten Schritt können Skripte entweder geplant und regelmäßig angewendet oder direkt ausgeführt werden.

Verknüpfung mit Google Spreadsheets

Viele Skripte, auch unsere Favoriten-Skripte in diesem Artikel, stellen eine Verknüpfung zu einem Google Spreadsheet her. Der Vorteil ist, dass individuelle Daten, wie bspw. auszuschließende Keywords, einfach und ohne Coding-Kenntnisse, in eine Google-Tabelle eingetragen werden können und im Anschluss lediglich die URL des Spreadsheets in das Skript eingefügt werden muss. Zudem können Ergebnisse des Skript-Durchlaufs, wie entdeckte fehlerhafte URLs des Link Checkers per Mail mit einer Google-Tabelle im Anhang direkt an einen eingetragenen Empfänger gesendet werden. Im Prinzip sind hierfür keine Coding-Kenntnisse notwendig.

Fazit

Skripte sind überaus hilfreich und gestalten die tägliche Arbeit im Google Ads-Konto effizienter. Da sie jedoch über einen großen Einfluss auf Kampagnen, die Pausierung von Keywords und Gebote verfügen können, ist es wichtig, regelmäßig die Funktionalität und Ausführung der Skripte zu überprüfen. Werbetreibende sollten sich nicht ausschließlich auf Skripte verlassen, da diese ebenso Schwachstellen und Fehler aufweisen können. Für regelmäßige und umfangreiche Aufgaben sind Google Ads-Skripte oft eine ideale Lösung.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #80 erschienen

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