Durch Produktdaten-Optimierung zu mehr Erfolg: 10 Tipps für die perfekten Google Shopping-Produktdaten

Beitrag aus Ausgabe 79 / August 2019
SEA
Benjamin Kircher

ist International Marketing Manager bei der Channel Pilot Solutions GmbH und Autor für den ChannelPilot Blog.

Google Shopping-Kampagnen haben sich zu einem der größten Umsatztreiber für den Onlinehandel entwickelt. Um das Maximum aus diesem Kanal herauszuholen, sind perfekt aufbereitete Produktdaten unumgänglich. Doch wie sehen diese aus und worauf müssen Shopbetreiber achten, um mit ihren Anzeigen am besten zu ranken?

Google Shopping

Google ist nach wie vor die größte Suchmaschine der Welt: Laut aktuellen Statistiken entfielen rund 88,4 Prozent der Suchanfragen weltweit auf Google, wobei täglich ca. 5,6 Milliarden Suchanfragen bearbeitet werden. Da bei nahezu jeder Suche ebenfalls immer Google Shopping-Anzeigen ausgespielt werden, startet für die meisten Nutzer hier das Onlineshopping.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Google Shopping sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Absatzkanäle im E-Commerce für Online-Händler mit gigantischem Potenzial entwickelt hat. Doch wo das Potenzial groß ist, ist der Konkurrenzkampf umso größer. Aus diesem Grund ist es essenziell, dass die eigenen Anzeigen von möglichst vielen Nutzern gesehen werden.

Im Gegensatz zu klassischen Textanzeigen basieren Google Shopping-Anzeigen nicht auf eingebuchten Keywords, sondern auf einem Datenfeed, der im Google Merchant Center hinterlegt ist und von Google abgefragt wird. Jede Shopping-Anzeige besteht mindestens aus einem Artikelbild, -namen und -preis. Mögliche Kunden erkennen so unmittelbar, wie das Produkt aussieht, was es kostet und welche Angebote der Wettbewerb liefert.

Produktspezifikationen

Um erfolgreich Produkte auf Google Shopping zu listen, muss sichergestellt sein, dass der übermittelte Datenfeed den Anforderungen von Google entspricht. Je genauer und ausführlicher diese Produktinformationen gehalten werden, desto effektiver werden die Werbeanzeigen ausgespielt.

Google selbst ändert diese Spezifikationen in regelmäßigen Abständen, mit dem Ziel, Produkte den potenziellen Kunden bestmöglich zu präsentieren. In der Google Merchant Center-Hilfe sind stets die aktuellsten Anforderungen sowie Änderungen zu finden.

Im ersten Schritt sollten die Grundlagen optimiert und aufbereitet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass:

  • alle vorgegebenen Pflichtfelder von Google ausgefüllt sind,
  • möglichst viele Zusatzinformationen (Material, Muster etc.) übermittelt werden,
  • der Feed stets aktuell ist (Preise, Verfügbarkeiten),
  • alle Ziel-Links und Bild-Links funktionieren,
  • die Google-Produktkategorie gepflegt wird und
  • die Sprache in den Spaltenbezeichnungen und -inhalten identisch ist.

Produktdaten-Optimierung

Sobald die Grundvoraussetzungen der Produktspezifikationen an Google übermittelt wurden, geht die Optimierung der Produktdaten immer mit der Fehlerdiagnose im Google Merchant Center weiter (siehe Abbildung 1). Nachdem der Produkt-Datenfeed ins Merchant Center hochgeladen wurde, wird dieser im Abschnitt „Artikel“ verwaltet und hinsichtlich der Qualität und der Anforderungen von Google geprüft. Man sieht so auf einen Blick, ob Produkte abgelehnt wurden oder noch Verbesserungspotenzial besitzen.

Hierbei bedeuten rote Markierungen, dass schwerwiegende Fehler vorliegen und diese Produkte nicht ausgespielt werden. Gelbe Markierungen hingegen zeigen Warnhinweise, mit denen der Feed grundsätzlich ausgespielt wird, wo allerdings noch Optimierungspotenzial vorliegt. Google selbst liefert mit nur einem Klick auch gleich die Verbesserungsvorschläge, die im Zusammenhang der Optimierung auch zwingend umgesetzt werden sollten, da Google Fehler oder unsachgemäße Angaben schnell abstraft und unter Umständen auch den Google Merchant Account sperrt.

10 Tipps für perfekte Produktdaten

Nachdem die Grundvoraussetzungen zur Aufbereitung berücksichtigt wurden, geht es an das Feintuning des Datenfeeds, damit dieser optimal konvertiert. Eine ganz entscheidende Rolle spielt dabei die Optimierung der Produkttitel, um mit den Anzeigen bestmöglich zu ranken. Folgende Tipps und Tricks helfen dabei:

1.Zeichenbegrenzung einhalten

Vor Kurzem wurden Produkte bei einer Überschreitung der Zeichenanzahl im Titel von Google gänzlich abgelehnt, jetzt allerdings werden diese automatisch abgeschnitten. In den Google-Suchergebnissen werden bei den Google Ads maximal 30 Zeichen angezeigt. Im Shoppingbereich darf ein Artikel maximal 150 Zeichen umfassen, wobei nur die ersten 70 Zeichen in der Übersicht angezeigt werden. Daher ist es wichtig, kurze Titel mit relevanten Produktinformationen zu verwenden, sodass Nutzer sich anhand von prägnanten Texten ein Bild mit den wichtigsten Merkmalen des Produkts machen können.

2. Zeichengrenze im Titel ausreizen

Es empfiehlt sich, die Zeichengrenze im Titel immer vollständig auszureizen und den Produkttitel bspw. mit Keywords wie Farbe oder technischer Spezifikation anzureichern. Dabei sollten Formulierungen wie „in Farbe“, „für Herren“ oder „von Marke XY“ sowie Füllwörter grundsätzlich vermieden werden, da diese nur unnötige Zeichen für den Titel verbrauchen.

3. Begriffe im Titel

Als besonders wichtig für das Ranking stuft Google die enthaltenen Begriffe im Titel der Google Ads ein. Hierbei gilt: Je weiter vorne ein Begriff steht, desto relevanter ist dieser für die Suchmaschine (siehe Abbildung 2).

4. Die ersten 70 Zeichen

Damit Nutzer besser verstehen, um was für ein Produkt es sich handelt, sollten die relevantesten Informationen immer in den ersten 70 Zeichen stehen, weil dieser Teil im Shopping-Bereich sichtbar ist. Dabei ist es wichtig, unterscheidende Produktattribute an den Anfang zu stellen und möglichst einen aufzählenden Stil zu wählen. Bei elektronischen Artikeln sind vor allem technische Daten wichtig, wobei Marke, Farbe und Material bei Modeartikeln von größter Bedeutung sind (siehe Abbildung 3).

5. Keine Sonderzeichen

Oft werden Informationen wie die Farbangabe mit einem Komma oder einem Bindestrich an den Produkttitel angefügt, wie zum Beispiel „Versace, Polohemd, altrosa - Herren/Gr. 46“. Dies mag allgemein für Suchmaschinen sinnvoll sein, bei den Google Ads allerdings nicht, da diese Sonderzeichen in einem Titel je zwei wertvolle Zeichen verbrauchen. Daher sollten Sonderzeichen im Produkttitel vermieden werden.

6. Größenangabe

Wenn ein Nutzer gezielt nach einer Bekleidungsgröße sucht, spielt Google das Produkt mit der Größe im Titel aus (siehe Abbildung 4). Das hat in der Listung einen Vorteil gegenüber Produkten ohne Größenangaben im Titel. Daher sollten Bekleidungsartikel immer eine Größenangabe im Titel enthalten.

7. Zuordnung und gängige Begriffe

Für die Farbe oder die Geschlechtszuordnung von Artikeln sollten immer deutsche und gängige Begriffe wie „Herren“ und „Damen“ anstatt „Frauen“ und „Männer“ verwendet werden.

8. Übersetzungen

Spezifische Farbangaben von Herstellern sollten in allgemeingültige Begriffe übertragen sowie englische in deutsche Bezeichnungen übersetzt werden. Beispielsweise „aquadunkelblau“ in „blau“ oder „navy“ in „marineblau“. Hier helfen Softwareanbieter, die den Farbwert aus Produktbildern auslesen. Anschließend können die ursprünglichen Farbbegrifflichkeiten in die Beschreibung einfließen. Tools wie Google Trends und der Google Ads Keyword-Planer verraten die Entwicklung und das Suchvolumen der wichtigsten Begrifflichkeiten.

9. Rechtliche Angaben

Rechtliche Angaben wie den Grundpreis oder die Energieeffizienzklasse sollten nicht im Produkttitel übermittelt werden. Google bietet dafür in den Produktdaten-Spezifikationen entsprechende Felder. Diese Informationen werden dann rechtssicher in den Google Ads dargestellt. Auch so spart man Zeichen im Produkttitel.

10. Eindeutige Produktkennzeichnung

Werte zur eindeutigen Produktkennzeichnung wie der EAN-Code, die Herstellerartikelnummer und die Marke des Produktes sollten unbedingt an Google übermittelt werden (siehe Abbildung 5). Im Shopping-Bereich werden diese Werte für den Preisvergleich der Artikel genutzt. Die Herstellerartikelnummer sollte bei technischen Produkten immer auch im Produkttitel zu finden sein.

Ein optimaler Titel könnte bspw.so aussehen:

„Versace Jeans Couture Polohemd rosa Herren Gr. 46“

Oder so:

„Samsung Galaxy S10 Duos SM-G973FDS 128GB Schwarz“

Fazit

An Google Shopping führt im Online-Handel heutzutage kein Weg mehr vorbei. Um diesen Absatzkanal effektiv und erfolgreich einzusetzen, müssen Produktdaten nicht nur den Anforderungen von Google entsprechen, sondern auch bestmöglich aufbereitet und optimiert werden.

Grundsätzlich gilt: Je relevanter die enthaltenen Informationen im Produktdatenfeed sind, desto erfolgreicher die gesamte Kampagne und somit auch die Conversion. Der größte Hebel liegt dabei in der Optimierung der Produkttitel.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #79 erschienen

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