Das On-Page-Glossar: Von Alt-Attribut bis XML-Sitemap

Beitrag aus Ausgabe 78 / Juni 2019
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Im Bereich der On-Page-Optimierung gibt es viele Fachausdrücke, die man kennen sollte. Einen Überblick über die wichtigsten Begriffe – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit vielen hilfreichen Links, verschafft der folgende Artikel.

Alt-Attribut

Das Alt-Attribut gehört zu einem Bild und wird im HTML-Code ausgeliefert:

<img src=“bild.png“ alt=“Herrschaftliches Haus in Südschweden“>

Für die Optimierung der Bildersuche ist das Alt-Attribut ein wichtiger Punkt – so wie es auch John Mueller von Google bestätigt hat (twitter.com/johnmu/status/1036901608880254976?lang=de):

„Alt text is extremely helpful for Google Images – if you want your images to rank there.“

Mehr Informationen (Google):

support.google.com/webmasters/answer/114016?hl=de

Canonical Tag

Canonical Tags sind hilfreich, um die negativen Effekte von -> Duplicate Content zu beheben. Ein Beispiel:

Die beiden Seiten /bluse-blau.html und bluse-blau.html?groesse=34 zeigen zu 99 % die exakt gleichen Inhalte (bis auf die Auswahl der Größe). Wenn sich nun in beiden Seiten das Canonical Tag

<link rel="canonical" href="https://website/bluse-blau.html"/>

befindet, zieht die Suchmaschine die beiden Dubletten zusammen und sorgt dafür, dass nur die Seite /bluse-blau.html in den Suchergebnissen ausgespielt wird. Der negative Effekt von -> Duplicate Content (verschiedene Dubletten, die sich interne Signale teilen) wird so aufgehoben. Vor allem werden die internen Verlinkungen addiert, sodass die durch das Canonical-Tag ausgewählte Seite stärker ist als jede Dublette.

Mehr Informationen (Google):

support.google.com/webmasters/answer/139066?hl=de

Duplicate Content

Doppelte Inhalte (Duplicate Content, DC) werden oft als dringendes SEO-Problem wahrgenommen, was aber wohl nicht immer der Realität entspricht. Der klassische DC bezeichnet den Fall, dass es unter mehreren URLs identische oder nahezu identische Inhalte gibt (also z. B. /herrenschuhe/marken/lloyd/ und /marken/lloyd/). Es gibt aber auch Partial DC, bei dem Teile von Seiten identisch sind.

Wie schon gesagt: In der Praxis wird das Thema oft „tödlicher“ wahrgenommen, als es in der Tat dann auch ist. Wer gegen DC vorgehen möchte, hat dazu Instrumente wie das -> Canonical Tag oder auch URL-Parameter-Handling über die Google Search Console zur Verfügung.

Mehr Informationen (Webinar-Mitschnitt von Bloofusion):

www.youtube.com/watch?v=ReoBRaBUTPU

Featured Snippet

Ein Featured Snippet (oder auch Position 0) ist ein spezielles Suchergebnis (siehe Abbildung 1). Dafür wählt Google unter den ersten zehn Suchergebnissen eines aus, in dem sich ein Ausschnitt befindet, der die Suchanfrage besonders gut beantwortet. Dieser wird dann zusätzlich zum normalen Suchergebnis oberhalb des ersten regulären Suchergebnisses angezeigt.

Featured Snippets können hilfreich sein, da es durch sie zu einer höheren Klickrate kommen kann. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Suchanfrage durch das Featured Snippet bereits vollständig beantwortet wird – wie im Beispiel in Abbildung 1. Dann kommt es leider zu einer steigenden No-Click-Rate, was negativ für die Website sein kann.

Unkritisch werden die Featured Snippets also nicht gesehen. Einen Vorteil haben sie aber: Wenn man einen Sprachassistenten wie Google Home befragt, wird dieser bei einer Frage in der Regel das Featured Snippet vorlesen. Wer also über digitale Assistenten gefunden werden will, muss auch für Featured Snippets optimieren.

Mehr Informationen (Video von Bloofusion):

www.youtube.com/watch?v=iHEQV1lNHKc

Hreflang-Tag

Das hreflang-Tag ist noch ein relativ junges Instrument für SEOs. Damit können internationale Inhalte optimal für Suchmaschinen abgebildet werden, sodass in den Suchergebnissen jeweils das passende Ergebnis für den jeweiligen Nutzer ausgespielt wird.

Wenn es die Seite website.de/unterseite.html also unter der URL website.at/unterseite.html auch für Österreich gibt, könnte es durchaus passieren, dass ein in Österreich Suchender auf der .de-Website landet, weil diese konkrete Seite vielleicht bessere Signale hat. Wenn sich in beiden Seiten aber die folgende Information befindet, würde Google die Suchenden aus Deutschland und Österreich auf die jeweils richtigen Seiten schicken:

<link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://website.de/unterseite.html"/>

<link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://website.at/unterseite.html"/>

Mehr Informationen (Google):

support.google.com/webmasters/answer/189077?hl=de

Mehr Informationen (hreflang-FAQ von Bloofusion):

blog.bloofusion.de/hreflang-faq/

Htaccess

Die .htaccess-Datei ist eine Datei, mit der man den Webserver Apache konfigurieren kann. In dieser Datei kann man allerlei Einstellungen vornehmen, z. B. Umleitungen einrichten oder Verzeichnisse per Passwort schützen.

Gerade für Laien ist es absolut nicht zu empfehlen, auf eigene Faust Änderungen vorzunehmen, da das möglicherweise zu ungewünschten Effekten führen kann.

HTTP-Header

Bei dem Abruf einer Ressource (HTML-Seite, Bild, Video …) über HTTP oder HTTPS wird nicht nur die jeweilige Information übertragen. Vor diesen Daten befindet sich ein Header, der im Browser nicht angezeigt wird, aber Informationen für Suchmaschinen enthalten kann.

So können sich dort z. B. Informationen wiederfinden, die sonst über das -> Canonical Tag, das -> hreflang-Tag oder das -> Robots-Meta-Tag transportiert werden. Theoretisch können sich im HTTP-Header also Informationen befinden, die für eine Website schädlich in Bezug auf SEO sind und die im HTML-Code nicht angezeigt werden.

Kannibalisierung

Mit Kannibalisierung bezeichnet man den Fall, dass es für eine konkrete Suchanfrage mehrere passende Seiten auf einer Website gibt. Hierbei geht es also in der Regel nicht um -> Duplicate Content, sondern z. B. um den Fall, dass es zu einer Suchanfrage wie „fußball wm“ auf einer Website eine Seite zur Fußball-WM 2018 und eine zur WM 2022 gibt. Man wird nun in den Auswertungen (z. B. Google Search Console) sehen können, dass mal die eine, mal die andere Seite in den Suchergebnissen ausgespielt wird.

Kannibalisierung ist also manchmal ein Effekt schlechter Content-Planung oder einer suboptimalen Informationsarchitektur. Besser ist es dann manchmal, verschiedene sich kannibalisierende Seiten zu einer großen Seite zusammenzufassen oder auch bestimmte Seiten klarer auf unterschiedliche Suchbegriffe auszurichten.

Knowledge Graph

Der Knowledge Graph ist im Kern eine Google-Datenbank, die strukturiert Wissen aus verschiedenen Quellen abspeichert. Diese Daten können dann in Google-Ergebnissen ausgespielt werden (Knowledge Panel) oder z. B. von Google Home (digitaler Assistent) wiedergegeben werden.

Die Informationen für den Knowledge Graph stammen z. B. aus Wikipedia (siehe Abbildung 2), Wikidata und anderen Quellen. Vollkommen unstrittig ist der Knowledge Graph nicht, weil er (ähnlich wie -> Featured Snippets) dazu führen kann, dass weniger Suchergebnis-Klicks entstehen – was Wikipedia in mehreren Fällen (z. B. www.theregister.co.uk/2014/01/13/google_stabs_wikipedia_in_the_front) auch öffentlich beklagt hat.

Markup

Eine HTML-Seite besteht aus Suchmaschinensicht primär aus Text – ohne dass die Suchmaschine genau wissen kann, was sich in dem Text befindet. Ein Produkt mit Preis, Beschreibung und Produktname? Eine Veranstaltung mit Beginn, Ende, einem Veranstaltungsort? All das kann eine Suchmaschine bestenfalls raten.

Diese Informationen können aber im HTML-Code strukturiert hinterlegt werden (Markup), sodass Suchmaschinen wie Google diese eindeutig auslesen können. Auf die Darstellung der Inhalte im Browser hat das keinen Einfluss.

Wie diese strukturierten Daten geschrieben werden, ist dabei standardisiert. Auf der Website schema.org finden sich die jeweiligen Schemata (also z. B. Produkt oder Event) und die jeweils möglichen Attribute (also z. B. Preis oder Veranstaltungsort). Für den HTML-Laien sind diese Spezifikationen allerdings relativ schwer zu verstehen, zumal es drei unterschiedliche Schreibweisen (RDFa, Microdata, JSON-LD) gibt.

Markup hat u. a. den Vorteil, dass dadurch -> Rich Snippets ermöglicht werden. Rein theoretisch sind diese auch ohne Markup möglich, aber in der Praxis ist Markup immer noch eine klare Voraussetzung.

Weitere Informationen (Google):

developers.google.com/search/docs/guides/mark-up-content?hl=de

Weitere Informationen

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 78 von Juni 2019 mit dem Titelthema „Das Online-Marketing-Glossar: Von Alt-Attribut bis Zielgruppe“.

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