Themenradar: Bilder und die Google Bildersuche

Beitrag aus Ausgabe 77 / April 2019
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Google hat gesagt, dass 2019 Bilder wichtiger werden. Was bedeutet das für SEO? Müssen Unternehmen die Bildersuche anders wahrnehmen? Ist die Bildersuche ein relevanter Kanal?

Martin Mißfeldt

DUPLICON

Wenn Google auf die Wichtigkeit von Bildern hinweist, hat das in meinen Augen zwei mögliche Gründe:

1. Entweder spielen Bilder in der algorithmischen Seitenanalyse nun eine (zunehmend) größere Rolle – weil das immer mehr User für eine positive User-Experience wollen bzw. erwarten.

2. Oder Google plant eine Aufwertung der Bildersuche mit neuen Features etc. In diesem Kontext wollen sie sicherstellen, dass sie möglichst alle guten Bilder indexieren können und dürfen.

Ich vermute, dass beides der Fall ist.

Auch wenn das noch gar nicht live ist, was Google seit Monaten als Image-Search-Update ankündigt, sollte man schon jetzt weiter in die Zukunft blicken: Die zunehmende Verzahnung von Bildern (Medien) und Text wird immer wichtiger. Ich halte es für denkbar, dass Google die Navigation in Bildern (Klick auf Produkte oder Personen mit anschließender Google-Suche) bald einführen wird. Das bedeutet, Bilder sollten “einfacher, verständlicher und lesbarer“ werden.

Christian Kunz

Inhaber, SEO Südwest

Google lässt seinen Ankündigungen in der Regel Taten folgen. Es kann kein Zufall sein, dass verschiedene Googler wie Johannes Müller und Gary Illyes die Bedeutung von Bildern und Videos mehrfach innerhalb kürzester Zeit betont haben.

Für viele Webseiten bieten sich durch die Aufwertung von Bilder- und Video-Suche große Chancen. Für Themen, die sich in Form von Bildern und Videos darstellen lassen, kann dadurch zusätzlicher Traffic gewonnen werden.

Weil die Konkurrenz im Bereich der Bildersuche noch vergleichsweise gering ist, haben diejenigen einen Wettbewerbsvorteil, die sich rechtzeitig positionieren und Optimierungen durchführen. Das Hauptaugenmerk sollte dabei auf dem Erstellen qualitativ hochwertiger Inhalte liegen. Das bezieht sich zum einen auf die Relevanz: Bilder und Videos dürfen nicht nur schmückendes Beiwerk sein, sondern sie müssen bestehende Inhalte erweitern und bereichern. Zum anderen geht es darum, die Medien optimal in die Webseite zu integrieren und sie mit den passenden Meta-Daten sowie strukturierten Daten zu versehen.

Mario Jung

CEO, ReachX GmbH

Bilder haben für mich aus vielerlei Hinsicht eine sehr wichtige Rolle in der Suchmaschinenoptimierung. Einerseits kann ein „zu schweres“ Bild die Performance einer Unterseite massiv beeinträchtigen und so auf die User-Zufriedenheit drücken, andererseits bieten uns Bilder eine sehr gute Möglichkeit, die Keyword-Relevanz eines Dokumentes entscheidend zu verbessern. Zudem ist der Mensch visuell gesteuert und eine gute Bilderwahl macht einen Artikel ansprechender und es somit wahrscheinlicher, dass ein Inhalt konsumiert (Stichwort: Nutzerdaten) wird. Und da Google die Nutzerdaten immer besser interpretieren kann, wird die Bildoptimierung in Zukunft immer wichtiger, um gut zu ranken. Früher war die Google Bildersuche zudem ein entscheidender Traffic-Bringer, was aber dank zahlreicher Updates in den letzten Jahren Vergangenheit ist. Aus diesem Grund spielt die Bildersuche selbst für mich persönlich in Sachen Traffic und Umsatz keine Rolle mehr.

Sebastian Erlhofer

CEO, mindshape GmbH

Die Bildersuche ist gefühlt für die meisten SEOs immer noch ein Randgebiet. Bei Relaunches werden Bilder meist vergessen und eine Bild-Optimierung findet oft nur auf technischer Ebene statt.

Spätestens seit Google die “neue“ Bildersuche eingeführt hat, ist die Bildersuche selbst noch weiter in den Hintergrund gerutscht. Dabei steckt viel Potenzial in der Bildersuche – sowohl in eigenständiger Form als auch als Block in den organischen SERPs. Moderne Algorithmen werden zudem immer besser in der Erkennung von Bildinhalten, sodass es sich definitiv lohnen wird, Bilder stärker in den Optimierungsfokus zu nehmen. Das setzt allerdings eines voraus: Dass Unternehmen und Website-Betreiber auch gute und nutzerorientierte Bilder anbieten. Daran hapert es derzeit noch gewaltig.

Lydia Flügel

Senior SEO Consultant, Claneo GmbH

Dass Google die Bedeutung der Bildersuche hervorhebt, ist die logische Konsequenz aus Googles Bestreben, die Nutzer in den Vordergrund zu stellen. Wer schaut sich auf Webseiten nicht zuerst die Bilder an, bevor er sich einen Text gründlich durchliest.

Aber auch für Unternehmen besteht in der Bildoptimierung großes Potenzial, das vor allem mit der Verbreitung der Featured Snippets einhergeht. Viele Featured Snippets sind Text-Bild-Kombinationen. Da Bild und Text aber nicht von derselben URL stammen müssen, können Unternehmen quasi eine zweite Position 0 in den Suchergebnissen belegen, indem sie nützliche Bilder zur Verfügung stellen. Das ist besonders interessant, wenn der Featured-Snippet-Markt schon hart umkämpft ist.

Allerdings sollten sich Unternehmen genau überlegen, wo ihre Prioritäten liegen. Die Basic-SEO-Hausaufgaben sollte man erledigt haben, bevor man sich aufwendig mit Featured Snippets oder Bildoptimierung auseinandersetzt. Das Wichtigste: Die Bilder müssen dem Nutzer einen echten Mehrwert bieten und nicht einfach nur der Auflockerung des Textes dienen.

Stephan Cifka

Senior SEO Consultant, Performics

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Googles Technologie den Inhalt und die Qualität von Bildern mittlerweile so gut verstehen und auswerten kann, dass sie diese Informationen in ihren Bewertungsalgorithmus für das Ranking einer Webseite mit einfließen lassen. Historisch war das bisher in erster Linie textbasiertem Content vorbehalten. Das würde erklären, warum sie das Thema jetzt pushen.

Speziell Online-Händler sollten deshalb mehr in die Qualität ihrer (Produkt-)Bilder investieren, um sich einerseits einen Wettbewerbsvorteil im SEO zu sichern, aber auch um ihre Kunden besser zu überzeugen. Laut einer Studie unseres Performics Intent Labs empfinden 85 Prozent der befragten Online-Käufer von Kleidung und Möbeln visuelle Informationen gegenüber Textinformationen als wichtiger und vertrauenswürdiger. Eine mögliche Folge für Webseitenbetreiber im Allgemeinen könnte außerdem sein, dass eigene bzw. einzigartige Bilder besser gewertet werden als bspw. Stock-Fotos. Hier liegt auch der Vorteil, um speziell über die Google Bildersuche Traffic zu akquirieren.

Marco Krahmer

Head of SEO, ad agents GmbH

Wer sich einen vorderen Platz auf der Suchergebnisseite von Google & Co. sichern möchte, darf sich nicht alleine auf technisches SEO und Keyword-optimierte Inhalte beschränken. Auch Bilder sollten für die Suche optimiert werden, da sie einen immer größeren Stellenwert im Rahmen der Informationsrecherche einnehmen. Die Vorteile optimierter Bilder liegen auf der Hand: Webseiten können ihre Sichtbarkeit deutlich verbessern, sowohl in der Universal Search als auch in der vertikalen Bildersuche. Damit einher geht eine Steigerung des Traffics. Zudem können optimierte Bilder auch die Themenrelevanz der Website verbessern, wodurch sich wiederum bessere Rankings erzielen lassen. Um das große Potenzial der Bildersuche (z. B. im Bereich der Rezeptsuche) abschöpfen zu können, empfehlen wir unseren Kunden also immer, ihre Bilder zu optimieren. So erreichen sie zweierlei: Mehr Aufmerksamkeit und – als wertvoller Nebeneffekt – eine positive User Experience auf der Website.

Artur Kosch

Geschäftsführender Gesellschafter, Kosch Klink Performance

Ich denke, dass Bilder-SEO schon immer wichtig war. Es kommt natürlich immer auf die Branche an, in der man sich bewegt. Sehr visuelle Produkte können definitiv von Bilder-SEO profitieren.

Ich erkenne das oft selbst in meinem eigenen Nutzen. Wenn die Optik bei der Auswahl eines Produkts die entscheidende Rolle spielt, nutze ich eher die Bildersuche statt der herkömmlichen Suche. Wir selbst betreuen Kunden, die einen Großteil ihrer Besucher durch die Bildersuche von Google beziehen.

Vor allem können Unternehmen von Bilder-SEO profitieren, wenn diese ihre eigenen Produkte herstellen und damit einzigartige Bilder haben. Als Reseller z. B. muss man sich etwas einfallen lassen, um aus der Masse herauszustechen.

Aber wie allgemein im SEO gilt auch bei Bilder-SEO: Das Augenmerk liegt auf der Qualität der Inhalte (im Bilder-SEO sind es die Bilder). Das ist die Grundvoraussetzung, um mit SEO-Strategien und Maßnahmen überhaupt etwas erreichen zu können.

Uli Zimmermann

Geschäftsführer, eMinded GmbH

Wer 2019 die Bildersuche noch ignoriert, vernachlässigt einen der größten Wachstumsmärkte der Suchmaschinen-Optimierung. Nicht umsonst hat Google seine Best Practices für die Bildersuche erst im Dezember überarbeitet. Im Gegensatz zur Textsuche hat der Suchmaschinenriese hier noch die größten Potenziale, um die Qualität der Ergebnisse zu verbessern. Denn die Bildersuche wächst nicht nur in der originären Nutzung, sondern laut den aktuellsten Moz-Statistiken auch als eines der wenigen Verticals eingebunden in die klassischen SERPs.

Gerade stark inhaltlich getriebene Geschäftsmodelle haben mit der Bildersuche die Möglichkeit, Besucher abseits der klassischen, überoptimierten Suchkanäle zu gewinnen. Aber auch für E-Commerce-Player eröffnen sich durch die verstärkte Einbindung in die SERPs neue Traffic-Optionen abseits von Shopping & Co. Höchste Zeit, um sich dieser absolut attraktiven Nische im SEO anzunehmen.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #77 erschienen

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