Optimierung von Danke-Seiten: Mehr als ein Dankeschön an den Kunden

Beitrag aus Ausgabe 77 / April 2019
Conversion-Optimierung
Andreas Engelhardt

ist SEO-Berater und Head of CRO bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Der Nutzer hat seinen Kauf abgeschlossen. Der Check-out-Prozess ist durchlaufen. Wir bedanken uns kurz für seinen Kauf und die Reise ist für den Kunden beendet. So endet häufig ein Kauf im Internet. Das sollte nicht so sein, denn viele Webseitenbetreiber verpassen hier eine großartige Chance, die Kundenbindung weiter zu stärken.

Häufig vergessen wird der letzte Bestandteil des Conversion-Funnels, nämlich die Bildung einer Kundenbeziehung und die Erhaltung des gewonnenen Kunden. Viele Seiten geben sich damit zufrieden, dass der Kunde die gewünschte Aktion, wie z. B. einen Kauf oder eine Anmeldung, durchgeführt hat. Die Danke-Seite bietet eine hervorragende Chance, die Kundenbeziehung zu stärken, damit der gerade neu gewonnene Kunde auch zurückkehrt.

Was sind Danke-Seiten überhaupt?

Auf die Danke-Seite werden Nutzer geleitet, sobald sie konvertiert haben, also ihren Kauf abgeschlossen, ein Leadformular ausgefüllt, ein Blog abonniert oder sich für einen Service angemeldet haben. Des Weiteren können Danke-Seiten in folgenden Fällen eine Rolle spielen:

  • Anfrage für eine Retoure
  • Anfrage für einen Newsletter
  • Abschicken eines Kontaktformulars

Häufig bestehen diese Seiten jedoch lediglich aus einem Satz, wie etwa „Vielen Dank für Ihr Interesse.“ So oder ähnlich werden mühsam und teuer gewonnene Kunden häufig behandelt.

Die bekannte Conversion-Optimiererin Talia Wolf beschreibt die Danke-Seite wie folgt: „The thank-you page isn’t the end of the conversion process – it’s the beginning of a new customer.“ Dementsprechend sollte man die Danke-Seite auch besser ausnutzen und optimieren.

Möglichkeiten, die Danke-Seiten bieten

Möglichkeiten, seine Danke-Seite für eine bessere Kundenbindung zu nutzen, gibt es viele. Selbstverständlich sollten nicht immer alle Möglichkeiten gleichzeitig eingesetzt werden. Vielmehr sollten sie auf das Geschäftsmodell abgestimmt sein. Einige Beispiel werden nachfolgend näher erläutert.

1. Die nächsten Schritte

Eine gute Möglichkeit für Shops ist es, dem Kunden die nächsten Schritte nach seinem Kauf zu verdeutlichen. Das schafft Orientierung nach dem Kauf und gibt dem Kunden Bestätigung, das Richtige getan zu haben.

  • Wann wird das Paket geliefert?
  • Wer liefert das Paket?
  • Wer meldet sich wann auf meine Anfrage zurück?
  • Wann kann ich mit dem Angebot rechnen?
  • Bis wann kann eine Bestellung noch bearbeitet werden?

2. Empfehlungen und Social Sharings

Auch kann das Engagement für Social Media auf der Danke-Seite gefördert werden. Mit entsprechenden Links auf die unterschiedlichen Social-Media-Accounts können dem Kunden Updates und weitere Informationen angeboten werden. Über Buttons mit einer Teilen-Funktion macht man es seinen Nutzern leicht, von einem Kauf, einer Teilnahme an einer Konferenz oder einer neuen Mitgliedschaft zu berichten.

3. Den Kunden um Bewertung bitten

Gute Bewertungen sind heutzutage unverzichtbar und ein wichtiger Treiber für mehr Verkäufe und Leads. Menschen orientieren sich oft am Verhalten anderer. Es gilt also eine möglichst hohe Anzahl positiver Bewertungen einzusammeln. Die Bewertungen können sowohl auf der eigenen Seite als auch auf Portalen eingesammelt werden. Bewertet werden können dabei die Produkte, die gerade erst gekauft wurden, oder aber auch Produkte aus vergangenen Bestellungen. Auf der Danke-Seite lassen sich bereits entsprechende Hinweise und konkrete Aufforderungen für Bewertungen einbauen.

4. Newsletter-Anmeldung anbieten

Um seine Liste an E-Mail-Empfängern weiter auszubauen, lohnt es sich, dem Nutzer eine Newsletter-Anmeldung anzubieten. Auf diese Art kann man von dem Vertrauen profitieren, das einem der Kunde gerade entgegengebracht hat. Dem Kunden sollten hier Argumente geliefert werden, warum er sich anmelden sollte. Kann er z. B. von Angeboten, Rabatten und regelmäßigen Informationen profitieren? Welche Vorteile bietet eine Anmeldung zum Newsletter?

5. Zusatzangebote bewerben

Eine weitere Möglichkeit ist das Bewerben zusätzlicher Angebote, wie z. B. des eigenen Blogs. Dadurch kann sich der Kunde noch intensiver mit der Seite beschäftigen, mehr Zeit auf der Seite verbringen und Kontakt mit der Seite halten. Gibt es auf der Seite eine Community oder einen Login-Bereich, kann auch dieser hier noch einmal beworben werden. Hat der Kunde z. B. über einen Gast-Account bestellt, ist jetzt der passende Zeitpunkt, um ihn von der Erstellung eines Accounts zu überzeugen.

6. Research

Selbstverständlich kann eine Danke-Seite auch genutzt werden, um weiteres Feedback vom Kunden zu erhalten, bspw. mit einer kurzen und offen gestellten Frage wie „Warum haben Sie sich angemeldet?“, „Was ist das größte Problem, was Sie aktuell zu bewältigen haben?“ oder „Was hat Sie fast von Ihrem heutigen Kauf abgehalten?“. Die Antworten, die man hier erhält, bieten wichtige Anhaltspunkte, um die Seite weiter zu optimieren. Sie gewährleisten eine kontinuierliche Optimierung, weil man seine Nutzer immer besser versteht.

Tipps für den Aufbau von Danke-Seiten

Ganz wichtig: Die hier beschriebenen Möglichkeiten sollen nicht dem eigentlichen Zweck der Danke-Seite, nämlich sich schlicht und ergreifend beim Kunden zu bedanken, im Wege stehen. Bei allen Möglichkeiten sollte für den Kunden erkennbar sein, welche Vorteile er von der jeweiligen Aktion hat. Man muss den Kunden also zum Handeln auffordern und ihn auch überzeugen, eine bestimmte Handlung auszuführen. Bilder können dabei eine unterstützende Rolle spielen. Das menschliche Gehirn verarbeitet Bilder und Farben viel schneller als Text. Mit einer möglichst konkreten Handlungsaufforderung – einem sogenannten CTA (Call-to-Action) – sollte man den Kunden zu einer bestimmten Handlung auffordern.

Wie so oft gilt bei der Conversion-Rate-Optimierung, dass man sich an die unterschiedlichen Aufbaumöglichkeiten erst einmal herantasten muss. Es gibt leider nicht den einen Königsweg. Im Idealfall können unterschiedliche Möglichkeiten durch A/B-Tests geprüft werden.

Fazit

Danke-Seiten bieten viel Potenzial, eine intensive Kundenbeziehung aufzubauen. Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten, die Kunden angeboten werden können. Diese reichen von der Newsletter-Anmeldung über Bewertungen bis hin zu Research-Aktivitäten, mit denen wertvolles Wissen über die Kunden gesammelt werden kann. Selbstverständlich sollten nicht alle Maßnahmen auf der Danke-Seite stattfinden, sondern je nach Geschäftsmodell gezielt ausgewählt werden. Den eigentlichen Zweck einer Danke-Seite sollte man natürlich nicht aus den Augen verlieren: Ein Dankeschön an die Kunden.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #77 erschienen

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