SEA FAQ (Teil 6): Wie intelligent sind smarte Kampagnen?

Beitrag aus Ausgabe 76 / Februar 2019
SEA
Martin Röttgerding

ist Head of SEA bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

In den letzten beiden Jahren hat Google eine Reihe von „smarten“ Kampagnentypen eingeführt und weitere in Aussicht gestellt. Angesichts der angepriesenen Vorteile fragt sich mancher Werbetreibende, ob man noch darauf verzichten darf.

Smart-Display-Kampagnen machten 2017 den Anfang, bevor 2018 zuerst Smart-Shopping-Kampagnen und schließlich die allgemeinen „smarten Kampagnen“ hinzukamen. Allen gemein ist ihre Einfachheit. So können Werbetreibende die Details weitgehend Google überlassen. Google wirbt insbesondere mit dem Begriff des maschinellen Lernens und stellt eine gute Performance dank modernster Technologie in Aussicht.

Bei der Einrichtung eines der smarten Kampagnentypen fragt Google einmalig eine Reihe von Vorgaben ab (bei Smart-Shopping-Kampagnen ergibt sich ein Teil davon aus dem Datenfeed). Benötigt werden insbesondere:

  • Budget und Zielvorgabe
  • Eine geografische Ausrichtung (z. B. Deutschland)
  • Elemente, aus denen später Anzeigen zusammengesetzt werden können („Assets“)
  • Die Website des Werbetreibenden

Liegen diese Angaben vor, kann Google selbstständig agieren. Dies umfasst:

  • Die Ausspielung der Anzeigen z. B. bei passenden Suchanfragen
  • Die Gestaltung von Anzeigen auf Basis der vorgegeben Elemente
  • Die Aussteuerung der Gebote

Für Werbetreibende sind die Auswertungs- und Eingriffsmöglichkeiten hingegen stark begrenzt.

Stärken und Schwächen

Der unbestrittene Vorteil der smarten Kampagnentypen liegt in ihrer Einfachheit. Werbetreibende sparen sich dadurch die Zeit für die Einarbeitung und die laufende Optimierung.

Der große Nachteil besteht hingegen in der Qualität der Kampagnen – allen Verweisen auf maschinelles Lernen zum Trotz. Einen Vorgeschmack liefert bspw. der Keyword-Planer, der aufzeigt, welche Begriffe rund um eine Website Google für relevant hält.

Vielen Werbetreibenden dürften solche Details egal sein, solange das Ergebnis stimmt. Hier kann der Schein jedoch trügen. So können alle Kampagnentypen über Remarketing ehemalige Besucher ansprechen. Weiterhin können Kampagnen in der Suche auch Anzeigen platzieren, wenn jemand den Namen des Unternehmens sucht. Beides führt zu günstigen Conversions, die größtenteils auch ohne weitere Anzeigenschaltung entstanden wären, nun aber die Gesamtzahlen verbessern.

Zielgruppe: Einsteiger

Anders als gerne suggeriert wird, richten sich die smarten Kampagnentypen primär an Einsteiger, denen die Zeit fehlt, sich in das System Google Ads einzuarbeiten und laufende Kampagnen-Optimierung zu betreiben. Dies kann für kleine Unternehmen mit kleinen Budgets eine gute Wahl sein.

Alle anderen sollten sich nicht von Begriffen wie „smart“ und „maschinelles Lernen“ blenden lassen und zumindest beim Kampagnenaufbau besser selbst Hand anlegen.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 76 von Februar 2019 mit dem Titelthema „Der Online-Marketing-Stundenplan: Strukturiert durch das Jahr“.

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