Google Bildoptimierung: Was man bei Bildern beachten sollte

Beitrag aus Ausgabe 76 / Februar 2019
SEO

Matthäus Michalik ist Gründer und Geschäftsführer von Claneo, einer Berliner Search- & Content-Agentur mit den Schwerpunkten auf Search, Content und Commerce. Mit seiner Expertise berät er Start-ups, KMUs und Konzerne in den Bereichen Content-Marketing, Suchmaschinen-Optimierung (SEO), Suchmaschinen-Werbung (SEA), App-Store-Optimierung (ASO) und Marktplatz-Optimierung (MPO).

Die Optimierung von Bildern verhilft nicht nur zu besseren Rankings in der Bilder-Suche und den regulären Suchergebnissen. Auch die Ladezeit ist immer ein wichtiger Faktor, den man berücksichtigen muss.

Mit „Bilder-SEO“ wird die Optimierung von Bilddateien einer Webseite angestrebt mit der Zielstellung, ein besseres Ranking in der Bilder-Suche zu erzielen. Außerdem kann durch optimierte Bilder die Ladezeit verringert werden, was zu einer Verbesserung der Positionen einer Webseite in den Google-Suchergebnissen führen kann. Auch Nutzerfreundlichkeit und Klickrate (CTR) werden dadurch erhöht.

Attribute für den Quellcode

Besonderes Augenmerk legen SEO-Experten hierbei auf die Auszeichnung von Bildern im Quellcode mit dem ALT-Attribut, das eine Alternativ-Anzeige in Form einer Bildbeschreibung beinhaltet, falls das jeweilige Bild nicht korrekt dargestellt werden kann, – und auch der barrierefreien Accessibility zuträglich ist. Google verwendet die Informationen des ALT-Attributs zur Auslesung des jeweiligen Bildinhalts, den Suchmaschinen normalerweise nicht unmittelbar anhand der jeweiligen Datei aufschlüsseln können.

Eine ebenso wichtige Rolle spielt das Title-Attribut, dessen Inhalt beim Mouseover über das entsprechende Bild sichtbar wird und das somit die Nutzerfreundlichkeit verbessert. Beide Attribute stellen Googles Webcrawlern essenzielle Informationen zur Verfügung, die eine Listung in der Bildersuche positiv beeinflussen und die Rankingposition nach vorne bringen.

Das src-Attribut zur Angabe der Quelldatei des Bildes repräsentiert einen genauso relevanten Aspekt der Bildoptimierung, wobei auf einen adäquaten Bildnamen geachtet werden sollte – Google wird es Ihnen danken.

Im Quellcode lassen sich im Übrigen ebenfalls Höhe und Breite der Bilder hinterlegen, was die Ladegeschwindigkeit verbessert, da der Browser die Bilder nicht selbst berechnen muss, sondern die Angaben direkt im Quellcode geliefert werden. Eine Bilder-Sitemap rundet die Hilfestellung für Google & Co. ab.

Nicht zuletzt sollte die Bildunterschrift eine aussagekräftige Beschreibung sowie Autoren- und Copyright-Informationen enthalten.

Kontext

Darüber hinaus wirkt sich der Text im unmittelbaren Umfeld des Bildes auf das Ranking in der Google Bildersuche aus, der die Bedeutung des Bildes für die jeweilige Fragestellung bzw. das jeweilige Themengebiet akzentuiert. Google registriert hierbei die Kohärenz und Bezüge zwischen visuellem und textuellem Content.

Why size matters

Ein weiterer technischer Teilaspekt der Bildoptimierungs-Anstrengungen ist die Komprimierung bzw. Verkleinerung von Bildern, die gleichzeitig ohne einen Qualitätsverlust erreicht werden soll. Hierbei gehen in Bezug auf das Ranking die Ladezeit (Stichwort: Mobile Page Speed als Ranking-Faktor) genau wie die Auflösung und damit die Eignung der Bilder für die Google Bildersuche, Miniaturansichten oder Rich Results in den Suchergebnissen Hand in Hand. Zu beachten gilt es außerdem, dass auch die Nutzersignale in das Bilder-Ranking mit einfließen.

Welchen Nutzen bringt Bilder-SEO?

1. Besseres Bilder-Ranking durch Attributauszeichnung

Wie im obigen Abschnitt erläutert, führen fehlerlos eingesetzte Attribute im Quellcode zu einem besseren Ranking in der Bildersuche und damit zu einer verbesserten Sichtbarkeit innerhalb dieser.

2. Verbesserung der Ladezeit einer Website/Mobile Page Speed

Die massive Verbreitung von Smartphones macht die Ladegeschwindigkeit noch bedeutsamer für Betreiber von Websites. Denn: Smartphone-Nutzer sind ungeduldig; sie sind unterwegs, sie wollen „schnell“ mal eine Webseite ansehen. Wessen Webseite da eine langsame Ladezeit aufweist, der hat schon verloren. Mittlerweile wird der „Mobile Page Speed“ von Google sogar offiziell als Rankingfaktor gelistet. Die Bildkomprimierung bei dennoch hoher Bildqualität genau wie die Angabe von Höhe und Breite im Quellcode repräsentieren daher für Webseiten-Betreiber ein relativ schnell umsetzbares, unverzichtbares Mittel für die Verbesserung der Ladegeschwindigkeit.

Zusätzlicher Bonus: Sind Bilder optimiert, so werden meistens auch die anderen Inhalte einer Website schneller dargestellt. Insgesamt verbessert sich mit optimierten Bildern also die Ladegeschwindigkeit, was sich positiv auf die Bounce-Rate einer Webseite auswirken kann.

3. Der Google-Algorithmus liebt Nutzerfreundlichkeit

Da Nutzersignale das Ranking beeinflussen, ist es sinnvoll, Bilder an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen. Hierunter fallen eine schnelle Ladezeit, die übersichtliche und inhaltlich relevante Positionierung der Bilder im Text, qualitativ hochwertige und ansprechende Bilder, die aussagekräftig untertitelt und, wie im vorherigen Abschnitt besprochen, beschrieben sind. Durch die entsprechende Zuordnung von Attributen im Quellcode sind die entsprechenden Bilder leicht in der Google Bildersuche für relevante Keywords aufzufinden.

4. Verbessertes Nutzerverhalten dank positiverem Nutzererlebnis

SEO-angepasste Bilder können eine positive Auswirkung auf wichtige Ranking-Faktoren wie Absprungrate, Click-Through-Rate und Verweildauer der Nutzer haben. So kann die verbesserte User Experience aufgrund von optimierten Bildern zu einer besseren Bewertung der Website von Suchmaschinen wie Google beitragen.

5. Mehr Besucher auf der eigenen Webseite

Optimierte Bilder unterstützen in zweierlei Hinsicht den Traffic für die eigene Webseite: In der Google Bildersuche lassen sich einerseits zusätzliche Besucher für die eigene Webseite gewinnen. Auch wenn eine Webseite in der regulären Suche eher schlecht rankt, kann ein hochqualitatives, mit den korrekten Attributen versehenes, einzigartiges Bild zu einer Spitzenposition in der Bildersuche verhelfen.

Maßnahmen zur Google Bildoptimierung im Detail

Die Google Bildoptimierung setzt an zwei verschiedenen Punkten an: Erstens ergeben sich potenzielle Maßnahmen, die auf Ebene der Bilddatei realisiert werden können, und zweitens existieren Maßnahmen zur Anpassung von Bildern, die bereits auf einer Webseite live sind.

Erstellung und Bearbeitung von Bild-Dateien

1. Das richtige Format für die Bilder auswählen

Wann sollte welches Format verwendet werden?

  • JPEG: Eignet sich für Screenshots und Fotos
  • PNG: Erzeugt die qualitativ hochwertigsten Bilder – aber leider große Dateien; nur verwenden, wenn hohe Auflösung vonnöten ist
  • SVG: Eignet sich insbesondere für Logos oder grafische Elemente, die kein Bild im eigentlichen Sinne sind
  • WebM: Löst das althergebrachte GIF bei Animationen ab, da GIF übermäßig große Dateien erzeugt

Weitere Formate existieren (mit ihren jeweiligen Vorzügen), sind aber nicht kompatibel mit allen Browsern. Zur Prüfung, ob ein Bildformat unterstützt wird, kann das Onlinetool „Can I use“ verwendet werden.

2. Die ideale Balance finden zwischen Dateigröße und Qualität

Die Dateigröße von Bildern wirkt sich auf die Ladezeit einer Webseite aus. Je größer die Bilddateien, umso länger sind prinzipiell die Ladezeiten. Zu klein sollten die Bilder aber auch nicht skaliert werden. Denn: Für eine positive Nutzererfahrung ist es wichtig, dass die Auflösung stimmig ist. Es gilt daher, den richtigen Mittelweg zu finden zwischen Dateigröße und Qualität.

Es stellt sich die Frage: Wie erstellt man die geringstmögliche Dateigröße bei bester Qualität bzw. ohne Qualitätsverlust?

Auf technischer Ebene wird bei der Optimierung von Bilddateigrößen wie folgt angesetzt:

  1. Optimierung der Byte-Zahl, die für die Codierung eines einzelnen Pixels benötigt wird
  2. Optimierung der Gesamtanzahl an Pixeln, die ein Bild enthält

Für die Darstellung eines Bildes sollten so wenig Pixel wie nur möglich an den Browser übermittelt werden, denn sind Bilder zu groß, erfolgt eine ressourcen-raubende Umskalierung auf Browser-Seite.

3. Die Komprimierung von Bildern ohne Qualitätsverlust

Für die Komprimierung von Bilddateien sind im Internet einige etablierte Tools verfügbar, wie z. B. „Compressor“, „TinyPNG“, „JPEGMini“ oder „Kraken“. Jeder dieser Services bietet seine eigenen Vorzüge. Im Vorfeld kann mit dem Online-Tool „PageSpeed Insights“ analysiert werden, welche Bilder auf der Webseite ein Optimierungspotenzial aufweisen.

Anpassung von Bildern auf der Website

Zielsetzung der Bildoptimierung auf Ebene der Webseite sollte sein, die Suchmaschinen dabei zu unterstützen, die Inhalte der eigenen Bilder richtig zu erkennen und einzuordnen.

1. Richtige Benennung von Dateinamen

Für die Dateinamen/-pfade sollten folgende Regeln beachtet werden:

  • Für eine Trennung stets Bindestriche verwenden (z. B. „Erstes-Bild.jpeg“)
  • Nichtssagende Dateinamen vermeiden
  • Besonders relevant: Keywords in die Dateinamen integrieren

Idealerweise vermittelt der Dateiname dem Google-Crawler bereits Informationen über den Inhalt des Bildes. Korrekte Bilddateinamen sind aus SEO-Sicht strategisch bedeutsam, da die Google-Bots diese auslesen und bei der Indexierung berücksichtigen.

2. Die Bilder richtig in der Webseite positionieren

Die Bilder sollten passenderweise zu dem jeweils zugehörigen Fließtext positioniert werden, damit dem Google-Crawler kein Widerspruch zwischen Fließtext und Bildinhalt begegnet.

3. Die Pflege der „Alt“- und „Title“-Tags

Diese zwei Tags haben im „Bilder-SEO“, wie anfangs besprochen, eine besondere Bedeutung: Die Bots der Suchmaschinen lesen diese Tags aus und berücksichtigen die gewonnenen Informationen beim Ranking.

4. Bilder-Sitemap erstellen

Mit einer spezifisch angefertigten Bilder-Sitemap wird es wahrscheinlicher, dass die Bilder einer Website in der Google Bildersuche erscheinen.

5. Originelle Bilder verwenden

Auch Bilder, die bisher noch nicht indexiert wurden, unterstützen als „Unique Content“ das Ranking.

6. Retina-Displays berücksichtigen

Damit Nutzer mit Retina-Displays keine schlechte Qualität erhalten, kann zusätzlich in den IMG-Tag eine Variante mit 2x (→ herkömmliche Bildgröße multipliziert mit 2) hinzugefügt werden.

Fazit

Die Bildoptimierung verhilft auf unkomplizierte Weise zu besserem Ranking. Denn Bilder-SEO bedeutet erhöhte Sichtbarkeit, besseres Ranking, kürzere Ladezeiten, ein angenehmeres Nutzererlebnis und damit eine steigende Anzahl an Besuchern. Mit der zunehmenden Verbreitung von internetfähigen Smartphones wird der Stellenwert der Bildoptimierung wohl zukünftig noch weiter anwachsen; dabei bleibt abzuwarten, welche neuen Technologien zur Bilderbearbeitung und -komprimierung, aber auch zur Bildersuche, wie Visual Search, in den nächsten Jahren verfügbar sein werden.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #76 erschienen

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