SEO How-To (Teil 5): Suchoperatoren effektiv nutzen

Beitrag aus Ausgabe 75 / Dezember 2018
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Für die Google-Suche gibt es viele Suchoperatoren, die auch für SEO-Zwecke wichtig sein können. Wie sucht man im Index nach bestimmten Seiten? Und warum?

Ebenfalls erschienen:

SEO How-To (Teil 1): Warum rankt eine bestimmte Seite nicht?
suchradar 71 (April 2018)

SEO How-To (Teil 2): Wie finde ich Chancen-Keywords?
suchradar 72 (Juni 2018)

SEO How-To (Teil 3): Wie repariere ich Broken Links?
suchradar 73 (August 2018)

SEO How-To (Teil 4): Ist meine Website zu langsam?
suchradar 74 (Oktober 2018)

In den Google-Suchschlitz kann man nicht einfach nur Wörter eintippen. Es gibt auch viele Operatoren, die SEOs bei der Diagnose von Problemen oder bei der Suche von Potenzialen weiterhelfen können.

info:

Mit der Suchanfrage „info:URL“ (URL muss durch eine konkrete URL ersetzt werden) kann man leicht prüfen, ob sich eine URL im Google-Index befindet. Als Ergebnis gibt es dann drei Möglichkeiten:

1. Es wird kein Suchergebnis angezeigt. Das bedeutet, dass sich diese Seite nicht im Index befindet.

2. Es wird genau die angefragte URL als Suchergebnis angezeigt. Also: Die Seite befindet sich im Index.

3. Es wird eine andere URL angezeigt. Das passiert z. B. dann, wenn man eine URL anfragt, die über das Canonical Tag auf eine andere URL verweist.

Dieses einfache Kommando ist also ein guter Schnell-Check dafür, ob eine Seite für eine Suchanfrage grundsätzlich in den Suchergebnissen ausgeliefert werden könnte.

Übrigens: In der neuen Google Search Console gibt es die hilfreiche Funktion „URL-Prüfung“, die recht ähnlich funktioniert, aber deutlich umfassender die Frage beantwortet, ob und wie sich eine Seite im Index befindet (siehe Abbildung 1).

site:

Das site-Kommando hilft dabei, für bestimmte URL-Teile passende Elemente im Index zu finden. Einige Beispiele:

  • site:domain.de liefert alle Seiten im Index, die auf der Domain domain.de oder auf Subdomains (www., blog. …) liegen.
  • site:www.domain.de zeigt alle Seiten zu genau dieser Subdomain an.
  • site:https://www.domain.de/ ist auch als Anfrage möglich: Allerdings scheint Google das Protokoll komplett zu ignorieren. Um gezielt nach HTTP- oder HTTPS-Seiten zu suchen, muss man daher anders vorgehen (siehe unten).
  • site:https://www.domain.de/service/ liefert nur Seiten, die auch in exakt diesem Ordner liegen.

Übrigens: Bei den site-Kommandos zeigt Google auch die ungefähre Anzahl der passenden Dokumente an. Diese Schätzung ist – wie von Google schon seit Jahren kommuniziert wird – immer nur als grobe Schätzung zu verstehen.

inurl:, intext:, intitle:

Über das inurl-Kommando kann auch gezielt nach URL-Bestandteilen gesucht werden. Dafür sucht Google in allen URL-Bestandteilen – also Protokoll, Domain, Pfad und URL-Parameter.

Einige Anwendungen:

  • Wer gezielt nach HTTP- oder HTTPS-Seiten suchen möchte, kann das z. B. über die Kommandos site:www.domain.de -inurl:https (nur HTTP) oder site:www.domain.de inurl:https (nur HTTPS) machen.
  • Um zu prüfen, ob es bestimmte ungewollte Seiten (z. B. Druckversionen von Inhalten) im Index gibt, kann dazu gezielt in der URL gesucht werden (Beispiele siehe Abbildung 2).

Neben inurl gibt es noch zwei weitere wichtige Operatoren, um in bestimmten Teilen von Dokumenten zu suchen:

  • „intext:wort“ sucht nur im Text einer Seite. Wenn ein Wort also nur im Seitentitel vorkommt, wird es hier nicht als Suchergebnis geliefert.
  • Über „intitle:wort“ kann man nur auf den Seitentitel zugreifen.

filetype:

Ein weiteres interessantes Kommando stellt filetype dar. Darüber kann man gezielt nach Nicht-HTML-Dokumenten suchen – allen voran sicherlich FTP-Dateien. Auf der Seite support.google.com/webmasters/answer/35287?hl=de klärt Google auf, welche unterschiedlichen Formate alle indexiert werden.

Wer nun also prüfen möchte, welche PDF-Dateien auf der eigenen Website indexiert werden, kann das über die Anfrage „filetype:pdf site:domain.de“ tun. OpenOffice-Texte auf deutschen Domains findet man über „filetype:odt site:.de“. Und so weiter.

Das Wichtigste: alles zusammen

Bei einigen Beispielen konnte man schon sehen: All diese Suchoperatoren können auch beliebig kombiniert werden. Ein Beispiel: Die Anfrage „filetype:pdf inurl:seo intitle:studie site:.de“ liefert PDF-Dateien auf de-Domains, bei denen in der URL „seo“ und im Seitentitel „studie“ vorkommt.

Da es bei diesem Artikel ja um SEO-Fragen geht, folgen hier noch einige Beispiele für typische Suchanfragen, die in der Praxis helfen können:

  • „suchanfrage site:domain.de“ hilft dabei, die beste Seite zur Suchanfrage auf einer bestimmten Domain zu finden. Das kann vor allem hilfreich sein, um Kannibalisierungen zu entdecken: Gibt es mehrere gute Seiten zur gleichen Suchanfrage? Falls ja, wäre es wahrscheinlich besser, die beiden Seiten zusammenzufassen.
  • „lorem ipsum site:domain.de“ ist eine Suchanfrage, die für die Kontrolle vor dem Go-Live einer neuen Website sehr hilfreich sein kann – vorausgesetzt, dass man auf diesen Blindtext setzt.
  • Habe ich schon einen Beitrag zum Thema?
  • „intitle:startseite site:domain.de“ sollte eigentlich auf keiner Website ein sinnvolles Ergebnis liefern.
  • Mit „intitle:suchanfrage site:domain.de“ kann man schnell prüfen, ob es zu einem bestimmten Suchbegriff überhaupt eine Seite gibt, die darauf optimiert wurde.
  • Auch eine Anfrage wie „viagra site:domain.de“ sollte keine Ergebnisse liefern – kann aber manchmal zeigen, ob eine Website gehackt wurde oder anderweitig missbraucht wird (siehe Abbildung 3).

Fazit

Die Suchoperatoren können bei der Diagnose und der gezielten Suche im Google-Index helfen. Gerade der info-Operator ist sicherlich der schnellste Weg, um die Existenz einer Seite im Index zu prüfen. Aber auch komplexere Operatoren können helfen, um gezielt nach bestimmten Seiten zu suchen, die man dann optimieren kann.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #75 erschienen

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