Themenradar: Warum erhalten die meisten Seiten keinen Google-Traffic?

Beitrag aus Ausgabe 74 / Oktober 2018
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Eine Studie von Ahrefs hat festgestellt, dass ca. 91 Prozent aller Seiten keinen einzigen Besucher über Google erhalten. Woran liegt das? Welches Potenzial erwächst daraus?

Die Studie

Ahrefs hat für die Studie ca. 1 Milliarde Seiten analysiert – und dabei festgestellt, dass die Mehrheit der Inhalte überhaupt keinen organischen Besucher erhalten. Die Ergebnisse der Studie sind im Ahrefs-Blog nachzulesen:

https://ahrefs.com/blog/search-traffic-study/

Martin Witte

CEO, Online-Profession GmbH

Es geht bei der Umfrage m. E. um einzelne Seiten eines Webauftritts – und nicht um Internetseiten. Dass ein Großteil der (Unter-)Seiten einer Internetseite für die Suchergebnisse irrelevant ist und daher keinerlei Rankingpotenzial besitzt, ist ein altbekanntes Problem.

Das Ausschließen dieser Seiten von der Indexierung (und am besten auch gleich vom Crawling) verschlankt nicht nur den Google Index, sondern führt häufig sogar zu einer Verbesserung der Google-Sichtbarkeit der verbleibenden Inhalte des Internetauftritts. Aber nicht jede Seite, die keinen Google Traffic erhält, ist irrelevant – häufig sind diese Seiten einfach nicht oder nur sehr schlecht optimiert und werden von Google somit nicht passend zugeordnet. Hier lässt sich meist mit wenigen Handgriffen (Veränderungen am Title, der Seitenstruktur und den Inhalten) die keywordbezogene Relevanz stärken, sodass künftig Besucher über die Suchmaschine auf die Seite gelangen.

Eva Laspas

Inhaber, Akademie Schreiben lernen

Unzählige Webseiten, die ich täglich sehe, haben keinerlei Mehrwert. Es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass es heutzutage mehr braucht als eine Visitenkarte im Web, die, einmal aufgesetzt, für immer gültig ist und mir Kunden bringt.

Wenn täglich mehrere tausend Webseiten online gehen, braucht es strengere Maßstäbe, damit wir alle noch das finden, was wir suchen.

Wer keinen Animo hat, täglich an seiner Webseite zu schrauben, sie zu polieren und die Spinnweben abzustauben, der darf sich nicht wundern, wenn er im hintersten Winkel von Google verstaubt. Eine Webseite ist Arbeit, wer dafür keine Zeit oder Lust hat, braucht keine Webseite zu führen. Es gibt so viele Alternativen.

Wichtig ist, dass jeder Selbstständige schaut, was ihm persönlich liegt und nicht was „man“ so macht. Das bedeutet für uns Dienstleister ein Umdenken bei der Beratung und im Portfolio. Nur „Geld“ zu machen, bringt uns nie sehr weit.

Sven Deutschländer

Geschäftsführer, SEO Profi Berlin @dskom GmbH

91 Prozent ist eine gewaltige Zahl. Und tatsächlich erwartet man wohl, dass jeder Website-Betreiber für seinen Webauftritt auch fest mit Besuchern rechnet, die aus Google-Suchergebnisseiten zu ihm finden. Die dafür nötigen Voraussetzungen schaffen allerdings nur wenige Website-Verantwortliche. Mir kommen 91 Prozent zwar maßlos hoch vor – schließlich rankt bei Google doch fast jedes Webprojekt zumindest auf die damit verbundene Marke, das Unternehmen oder Produkt. Aus meinem Alltag weiß ich aber auch, dass Markenaufbau gerade bei kleinen Unternehmen kaum ein Thema ist und viele Produkte ein hohes Maß an Verwechselbarkeit auszeichnet. Soll sich also an der großen Zahl der eher weniger erfolgreichen Websites etwas ändern, dann muss vor allem an diesen Punkten gearbeitet werden: Markenaufbau und -ausbau, Sortimentsentwicklung und modernes Online-Marketing über viele Kanäle hinweg. Letzteres schließt dann auch die Website-Optimierung mit ein – für Suchmaschinen und deren Nutzer!

Martin Grahl

Gründer, CLANEO GmbH

91 Prozent scheint auf den ersten Blick natürlich extrem hoch, aber man muss auch bedenken, dass in diese Studie sicherlich Domains eingeflossen sind, die keinen Mehrwert für den Nutzer darstellen und Inhalte kopieren oder durch falsche Konfigurationen spiegeln. Somit wird mit diesen Domains auch in Zukunft kein Traffic generiert werden können. Viel spannender sind die weiteren Erkenntnisse aus dieser Studie, die zeigen, dass man es ohne eine vernünftige Keyword-Strategie und gute externe Verlinkungen schwer haben wird, Traffic über Suchmaschinen zu generieren.

Wir sehen in Gesprächen mit Unternehmen, dass diese immer eine eigene Sicht auf ihre Kunden haben und nicht wirklich verstehen, was und wie diese suchen.

Eine Keyword-Strategie ist ein zentraler Bestandteil und wir häufig doch vernachlässigt. Bevor man anfängt, Inhalte zu erstellen, sollte man sich klar sein, wen man damit erreichen möchte und was die Ziele sind.

Hier steckt bei viele Unternehmen noch ungenutztes Potenzial.

Jens Priwitzer

Gruppenleiter Online-Redaktion, Performics Berlin

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 74 von Oktober 2018 mit dem Titelthema „Online-Marketing-Strategien für kleine Shops: Wie David gegen Goliath gewinnen kann“.

Kostenloses PDF-Magazin bestellen Online weiterlesen? Einfach kostenlos für den Newsletter anmelden. Kostenpflichtiges Print-Abo bestellen