Social Media für kleine Unternehmen: Wie mit Herz und Strategie die Social-Media-Präsenz gelingt

Beitrag aus Ausgabe 74 / Oktober 2018
Social Media
Julia Leutloff

ist Head of Social Media und Online-Redakteurin bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofuison Germany.

Wir schreiben das Jahr 2018 und gefühlt ist jedes Unternehmen in mindestens einem sozialen Netzwerk aktiv. Doch das Gefühl trügt leider eindeutig – denn von den deutschen KMU verzichtet nach wie vor der überwiegende Teil auf einen Auftritt in den Social Media. Die Gründe, warum immer noch so viele zweifeln: Keine Zeit, kein Geld, keine Ahnung. Doch haben gerade kleine Unternehmen noch eine echte Chance, sich Social Media zunutze zu machen, wie der folgende Artikel zeigt.

Was macht einen gelungenen Social-Media-Aufritt aus?

Erst einmal unterscheidet sich ein gelungener kleiner Social-Media-Auftritt nicht sonderlich von dem eines „großen“ Players – theoretisch zumindest. Praktisch gibt es sehr wohl Unterschiede, aber dazu später mehr. Die wichtigen Adjektive, die man mit einem gelungenen Social-Media-Auftritt verbindet, sind im Allgemeinen:

  • authentisch
  • Community-zentriert
  • abwechslungsreich und visuell

Und diese Aspekte können tatsächlich auch ohne riesiges Budget umgesetzt werden – es braucht nur einen Plan. Und der sollte aus einer Idee oder vielmehr aus einer Antwort auf die Frage bestehen, was Sinn und Zweck des Auftritts ist und was man sich durch ihn erhofft. Schaut man hier auf Studien und Umfragen, sind sich zumindest viele Unternehmen einig:

  • Bekanntheit steigern
  • Image verbessern
  • Neukunden gewinnen
  • Kundenbindung

Ziele und Strategien definieren

Leider glauben viele Unternehmen – kleine wie große oft gleichermaßen –, dass sich diese Ziele im Social-Media-Bereich vornehmlich anhand von Kennzahlen wie Fans und Likes ausmachen lassen. Doch sollte der Erfolg vielmehr auch an Website-Besuchen, Leads oder Verkäufen gemessen werden. Wer hier professionell arbeiten möchte, sollte seine Ziele dementsprechend nach der S.M.A.R.T-Methode festlegen. Ziele sollten demnach spezifisch, messbar, ansprechend, realistisch und terminiert sein.

Wenn diese Ziele für das eigene Unternehmen festgelegt sind, geht es als Nächstes an den zweiten Teil des Plans: die Strategie. Und auch wenn hier vielleicht in der Praxis der größte Unterschied zu den „großen“ Unternehmen darin liegt, dass eben nicht in einem Gremium eine theoretische Strategie in einer dreimonatigen Findungsphase erarbeitet wird, ist der Kern der Arbeit der gleiche. Denn die Strategie dient dazu, die Ziele tatsächlich auch umzusetzen.

Was heißt authentisch?

Es heißt im ersten Schritt, sich im Bereich Social Media nicht zu verstellen oder einfach etwas anderes darstellen zu wollen, als man letztendlich ist. Ein Traditionsunternehmen, das seine Postings mit „Yolo“ und „endkrass“ beginnt, macht keinen allzu authentischen Eindruck. Der Aufritt in den sozialen Netzwerken sollte grundsätzlich zu den generellen Unternehmenswerten passen.

Und doch können Social Media aufgrund des sozialen und unmittelbaren Charakters dafür genutzt werden, das Unternehmen ein klein bisschen moderner, kurzweiliger und nahbarer zu machen, als es vielleicht in anderen (Marketing-)Bereichen möglich wäre. Denn Fans wollen, wenn sie sich mit einer Marke oder einem Unternehmen vernetzen, im Regelfall auch mehr über diese(s) erfahren.

Hier haben kleine Unternehmen oft einen klaren Vorteil gegenüber den großen. In einer überschaubaren Belegschaft, in der tatsächlich jeder jeden noch kennt, kann eine Nahbarkeit zum Kunden, Fan, Follower oder ähnliches viel einfacher und „echter“ aufgebaut werden. Alleine die Entscheidungswege sind viel kürzer und dadurch oft unkomplizierter, sodass die „Insights“ aus dem Unternehmen zeitnah an die Community ausgespielt werden können.

Dazu kommt, dass die Social-Media-Kommunikation kleiner Unternehmen oft an eine bestimmte Person geknüpft werden kann und hier noch mehr die Unmittelbarkeit unterstrichen wird. Nicht selten ist es der Geschäftsführer selbst, der den Kanal betreut und ihm sein Gesicht gibt. Dies hat nicht nur Wiedererkennungswert, sondern vermittelt dazu auch ein sehr hohes Vertrauen, was Kunden und Fans schätzen.

Ein tolles Beispiel für diese Art der persönlichen Kanalführung ist der Friseur „Art of Hair Greifswald“, der seine Kommunikation immer weiter über Facebook ausgebaut und eine feste Bildsprache entwickelt hat (siehe Abbildung 1).

Das Start-up „Dollar Shave Club“ gilt seit Jahren mit seinem kleinen Clip auf YouTube als absolutes Positivbeispiel, wie erfolgreich auch kleine Unternehmen ein Video mit sehr kleinem Budget für ihr Marketing erfolgreich nutzen können. Hauptdarsteller ist der damalige Geschäftsführer und Mitgründer der amerikanischen Firma, die über einen Abo-Service Rasierklingen verkauft, Michael Dubin. Story des Films: Das Geschäftsmodell des Lieferdienstes für Rasierklingen wird auf absurd-komische Art vorgestellt. Das Video wurde ein absoluter viraler Hit und hat bis heute Kultstatus in der Marketing-Branche.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 74 von Oktober 2018 mit dem Titelthema „Online-Marketing-Strategien für kleine Shops: Wie David gegen Goliath gewinnen kann“.

Kostenloses PDF-Magazin bestellen Online weiterlesen? Einfach kostenlos für den Newsletter anmelden. Kostenpflichtiges Print-Abo bestellen