SEO-Monitoring leicht gemacht: Dashboards mit dem Google Data Studio erstellen

Beitrag aus Ausgabe 74 / Oktober 2018
SEO
Markus Baireuther

ist seit April 2017 bei der Projecter GmbH im Bereich Partner Management, SEO & Web Analytics beschäftigt. Seine Master-Thesis schrieb er zur Thematik „Reportoptimierung und Datenvisualisierung“ und ist seit jeher interessiert an der Analyse und Darstellung von Daten.

Die Erstellung von Kennzahlen-Übersichten ist seit jeher ein herausforderndes Thema. Moderne Tools wie Google Data Studio bieten spannende neue Perspektiven.

In der gegenwärtigen Praxis werden Analyse und Visualisierung von Kennzahlen vielerorts mühsam mithilfe von Tabellenkalkulationsprogrammen, wie z. B. Microsoft Excel, umgesetzt. Dass viele Unternehmen nach wie vor Daten ausschließlich mit Excel analysieren, scheint auf den ersten Blick plausibel und legitim, da die Software vielfältige Funktionen bietet. Bei genauerer Betrachtung gibt es jedoch sehr gute Gründe, fortan alternative, webbasierte Monitoring-Tools für die Datenanalyse zu verwenden.

SEO-relevante Tools, wie bspw. Google Analytics und Google Search Console, bieten u. a. bordeigene Monitoring-Lösungen. Diese sind jedoch vollumfänglich auf die jeweilige Plattform beschränkt und legen meist auch schon die jeweilige grafische Darstellungsform pro Bericht fest. Wochen- bzw. Monatsübersichten relevanter KPIs sollten jedoch bestenfalls die Performance verschiedener Systeme abbilden. Aus diesem Grund rücken externe Tool-Lösungen, welche eben ein solches kombiniertes und individuell gestaltbares Monitoring gewährleisten, mehr in den Mittelpunkt. Google selbst brachte 2017 mit dem Google Data Studio ein vollumfängliches Werkzeug zur Visualisierung und Optimierung von Daten auf den Markt. Es setzt genau an diesem Punkt an und bietet dem Nutzer die Möglichkeit, selbst plattform- oder seitenübergreifend KPI-Dashboards zu erstellen (Stichwort: Self-Service Business Intelligence).

Schritte zu einem aussagekräftigen SEO-Dashboard

Google Data Studio punktet insbesondere beim Kosten-Kriterium, da es kostenfrei und unbeschränkt nutzbar ist. Jedoch sei an dieser Stelle angemerkt, dass die aktuelle Data-Studio-Version den Beta-Status noch nicht verlassen hat. Das bedeutet, dass sich dieses Tool noch in der Entwicklungsphase befindet und somit laufend Anpassungen unterzogen wird.

Weiterhin bieten Monitoring-Tools im Allgemeinen, und Google Data Studio im Speziellen, die Möglichkeit, Metriken auf unterschiedliche Art und Weise in Form von Berichten zu visualisieren. Diese Berichte können von freigegebenen Nutzern jederzeit per URL-Zugang aufgerufen werden. Durch die automatische Integration von Echtzeit-Daten und dynamischen Filtermöglichkeiten sind die Berichte hoch individualisierbar und können sehr gut für interne Zwecke der Überwachung, Analyse und Modellierung von Daten verwendet werden. Manuelle Eingriffe oder versehentlich gelöschte Daten gehören damit der Vergangenheit an.

Schritt 1 – Neues Dashboard erstellen

Der erste Schritt zur Nutzung von Google Data Studio besteht in der Authentifizierung auf der Internetseite https://datastudio.google.com. Voraussetzung ist ein kostenfreies Google-Konto. Als Speicherplatz der Dashboards dient der Filehosting-Dienst Google Drive. Dessen Verwendung ist lediglich im Rahmen der Erstellung der Berichte freizugeben. Nach erfolgreichem Login gelangt man auf die Benutzeroberfläche von Google Data Studio. Mit einem anschließenden Klick auf den Button „Neuen Bericht starten“ wird die Designoberfläche des Tools mit einer leeren weißen Seite geöffnet. Es erscheint der Hinweis, eine bereits vorhandene Datenquelle auszuwählen oder eine neue zu erstellen.

Schritt 2 – Datenquellen hinzufügen

Das Google Data Studio stellt eine direkte Verbindung zu unterschiedlichen Datenquellen bereit (vgl. Abbildung 1). Generell lassen sich unbegrenzt viele Datenquellen in den Bericht einbinden, sodass ein allumfassendes Online-Marketing-Reporting möglich ist. Für das Monitoring von SEO-Kennzahlen rückt hierbei insbesondere die Google Search Console in den Fokus der Betrachtung, um die organische Performance der Suchmaschinenaktivitäten aufzuzeigen.

Tipp: Mehr Datenquellen

Für die Einbindung von Daten externer Datenquellen, wie z. B. Sistrix oder Ahrefs, bietet Google Data Studio die Möglichkeit, Google-Tabellen zu verknüpfen, indem die darin enthaltenen Daten (manuell eingefügt oder in Kombination mit dem API-Zugriff der jeweiligen Anwendung) in das Dashboard eingebunden werden. Diese Funktion stellt eine nahezu unbegrenzte Vielfalt der Dateneinbindung und -abrufung dar.

Zusätzlich können mit dem kostenpflichtigen Tool/Add-On Supermetrics viele weitere Datenquellen, wie bspw. Facebook Ads, LinkedIn Ads, Twitter Ads, Bing Ads etc. an Google Data Studio angebunden werden.

Schritt 3 – Elemente hinzufügen

Mittels Google Data Studio lassen sich grundsätzlich sehr ansprechende Diagramme und Tabellen erzeugen und automatisch mit Daten anreichern. Hierfür stehen dem Nutzer in der Steuerleiste elf Elemente für Datenvisualisierungen (I), vier Objekte für optische Darstellungen (II) und drei Zeitraum- und Steuerungsfilter (III) zur Verfügung (siehe Abbildung 2). Zudem lässt sich die Seitenskalierung der Monitoring-Vorlage in den Layout-Einstellungen innerhalb der rechten Sidebar jederzeit flexibel, individuell und pixelgenau anpassen. Auf diese Weise können jegliche vorgesehenen Elemente problemlos eingefügt werden.

Zu Beginn sollte dem Dashboard das Zeitraum-Element hinzugefügt werden. Mithilfe dieses Widgets hat der Nutzer die Möglichkeit, das Dashboard auf einen individuell gewünschten Zeitraum zu ändern, um historische oder aktuelle Daten darzustellen. Alle Diagramme und Kennzahlen werden entsprechend automatisch aktualisiert. Nach der Platzierung des Elements lassen sich mithilfe der rechten Sidebar die individuellen Einstellungen, wie Standardzeitraum sowie Form- und Farbstil, des Elementes vornehmen. Nachfolgend können die relevanten Elemente für Datenvisualisierungen via Drag-and-Drop eingefügt werden. Jedes eingefügte Element lässt sich mit einer eigenen Datenquelle ausstatten und mithilfe der rechten Sidebar individuell bearbeiten. Die angezeigten Daten sind vom eingestellten Zeitraum des zuvor eingefügten Kalender-Widgets abhängig und passen sich entsprechend der getätigten Auswahl an.

Um Daten aus der Search Console anzuzeigen, wird in der rechten Sidebar mit einem Klick auf „Datenquelle“ die Search Console ausgewählt bzw. hinzugefügt. Daraufhin hat man Zugriff auf die darin enthaltenen Dimensionen und Messwerte, die den entsprechenden Visualisierungselementen hinzugefügt werden können. Für das Aufzeigen der Gerätetyp-Performance in Tabellenform wählt man als Dimension „Device Category“ aus und fügt die Metriken „Impressions“, „Url Clicks“ und „Url CTR“ hinzu (siehe Abbildung 3). Auf ähnliche Art und Weise können weitere Tabellen, wie z. B. die performancestärksten Keywords und Landingpages, in das Dashboard integriert werden. Statt „Device Category“ wird hierzu entweder „Query“ oder „Landing Page“ als Dimension ausgewählt.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 74 von Oktober 2018 mit dem Titelthema „Online-Marketing-Strategien für kleine Shops: Wie David gegen Goliath gewinnen kann“.

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