SEO How-To (Teil 4): Ist meine Website zu langsam?

Beitrag aus Ausgabe 74 / Oktober 2018
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Die Ladegeschwindigkeit einer Website ist wichtig – für Nutzer sowieso, aber auch als Ranking-Kriterium. Wie findet man heraus, ob die eigene Website langsam ist?

Ebenfalls erschienen:

SEO How-To (Teil 1): Warum rankt eine bestimmte Seite nicht?
suchradar 71 (April 2018)

SEO How-To (Teil 2): Wie finde ich Chancen-Keywords?
suchradar 72 (Juni 2018)

SEO How-To (Teil 3): Wie repariere ich Broken Links?
suchradar 73 (August 2018)

Spätestens seit Google Anfang Juli 2018 das „Speed Update“ herausgebracht hat (https://webmasters.googleblog.com/2018/01/using-page-speed-in-mobile-search.html), ist das Thema „Page Speed“ wichtiger geworden. Seitdem werden langsame Websites in der mobilen Suche abgewertet.

Es ist also auch unter SEO-Aspekten gut, eine schnelle Website zu haben. Aber mit welchen Tools kann man welche Metriken abrufen, um dann herauszufinden, wie schnell die eigene Website ist?

Metriken

Die Frage, wie schnell eine Website ist, kann sicherlich nicht anhand einer einzelnen Metrik beantwortet werden. Unterschiedliche Tools zeigen verschiedene Metriken an. Die wichtigsten Metriken auf einen Blick:

  • Time to first Byte (TTFB): So lange braucht der Server, um bei einer Anfrage das erste Zeichen zurückzuliefern. Also: Wie lange dauert es, bis der Server bei einer HTML-Seite das „<“-Zeichen zurückliefert? Hohe Werte deuten in der Regel auf einen langsamen Server oder ein nicht implementiertes Caching hin.
  • First Contentful Paint (FCP): Vereinfacht ausgedrückt ist das der Zeitpunkt, an dem sich im Browser „zum ersten Mal was tut“. Also: Der erste Text oder die erste Grafik wird dargestellt. Es kann vielleicht noch nicht mit der Website interagiert werden, aber zumindest sieht man einen Fortschritt.
  • DOM Content Loaded (DCL): Der HTML-Code wurde vollständig heruntergeladen und analysiert; der sogenannte DOM-Baum kann konstruiert werden. CSS-Dateien oder Bilder können jetzt noch geladen werden.
  • Load: Die Seite wurde vollständig inkl. aller Ressourcen (CSS, Bilder, JavaScript, Fonts …) heruntergeladen und ausgeführt. Ab diesem Zeitpunkt wird nichts mehr geladen (außer evtl. über AJAX) und die Seite kann vollständig genutzt werden. (Den Unterschied zwischen DCL und Load stellt übrigens die Seite https://codepen.io/LukeAskew/pen/LnJsE sehr gut dar.)

Welche Metrik nun für die eigene Website aussagekräftig ist, ist nicht einfach zu beantworten. Wenn z. B. alle Bilder auf einer Seite essentiell für die Benutzung der Seite sind, wäre Load ein geeigneter Parameter. Bei vielen Websites reicht DCL vollkommen aus, da man mit dem Lesen von Hauptüberschrift und Text schon mal gut beginnen kann, während unwichtige Bilder noch geladen werden.

Tool #1: PageSpeed Insights

Übersichtliche Metriken liefert das Tool PageSpeed Insights, das von Google kostenlos und ohne Login zur Verfügung gestellt wird (https://developers.google.com/speed/pagespeed/insights/?hl=de). Eigentlich ist das Tool dafür gedacht, eine einzelne URL einzugeben und dafür dann eine Einschätzung der Ladegeschwindigkeit und Empfehlungen zur Verbesserung zu erhalten (siehe Abbildung 1). Am wichtigsten ist sicherlich die Angabe unter „Seitengeschwindigkeit“: „Fast“, „Average“ oder „Slow“. Hier sieht man also auf einen Blick, ob eine Seite als langsam beurteilt wird. Dabei muss man allerdings beachten, dass es oben die beiden Tabs „Mobil“ und „Desktop“ gibt und dass die Beurteilungen über diese beiden Geräteklassen durchaus unterschiedlich sein können.

Die konkreten (durchschnittlichen) Werte für FCP und DCL werden übrigens auch direkt angezeigt. Google zieht diese Daten aus dem „Chrome User Experience Report“, der reale Daten der Chrome-Nutzer liefert (siehe https://developers.google.com/web/tools/chrome-user-experience-report/).

Interessant sind auch die „Seitenaufbauverteilungen“, die zeigen, dass nicht alle Nutzer die Website mit derselben Performance erleben. Im Beispiel aus Abbildung 1 sieht man: 50 % der Besucher der Seite haben sie als schnell erfahren, 39 % als mittel und 10 % als langsam. Wer sich also über die Bewertung „Fast“ freut, vergisst dabei schnell, dass es eben nur eine durchschnittliche Betrachtung ist. Gerade bei mobilen Endgeräten muss das aber nicht unbedingt in der Website selbst begründet liegen, sondern kann natürlich auch das Ergebnis schlechter mobiler Verbindungen sein.

Wie schon oben gesagt: Eigentlich ist das Tool für einzelne Seite gedacht. Wer aber anstatt einer konkreten URL „origin:http(s)://www.meinedomain.de/“ eingibt, erhält eine Bewertung für alle Seiten der Website. Das ist dann natürlich wieder eine durchschnittliche Betrachtung, in die schnelle und langsame Seiten, schnelle und langsame Nutzer einfließen. Es kann also durchaus sein, dass man die Bewertung „Fast“ erhält, obwohl einige Seiten der Website sehr langsam sind. Die Aussagekraft ist daher relativ gering – trotzdem ist es die wohl kompakteste Metrik, die es derzeit gibt.

Tool #2: Google Analytics

Google Analytics kann hier helfen, einen differenzierteren Blick auf seine Website zu erhalten. Auch hier kann man Website-Durchschnitte erhalten – aber diese auch auf einzelne Seiten herunterbrechen.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 74 von Oktober 2018 mit dem Titelthema „Online-Marketing-Strategien für kleine Shops: Wie David gegen Goliath gewinnen kann“.

Kostenloses PDF-Magazin bestellen Online weiterlesen? Einfach kostenlos für den Newsletter anmelden. Kostenpflichtiges Print-Abo bestellen