Themenradar: Mobile First – und dann?

Beitrag aus Ausgabe 73 / August 2018
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Die Umstellung auf Mobile First hat für viele Websites stattgefunden. Wie sollten Unternehmen nun am Mobile-Thema dran bleiben? Welche Optimierungspotenziale in Bezug auf die mobile Suche  lassen viele Website-Betreiber noch liegen?

Matthäus Michalik

Gründer & Geschäftsführer, Claneo GmbH

Durch die zunehmenden mobilen Suchanfragen und Nutzer war es ein konsequenter Schritt, mobilen Webseiten einen wichtigeren Stellenwert einzuräumen. Es gibt nichts, was frustrierender ist, als eine nicht funktionierende mobile Webseite. Das haben Website-Betreiber verstanden und arbeiten an dem Mobile-Thema, nicht nur weil Google es fordert, es fordern in erster Linie ihre Nutzer. Somit müssen Website-Betreiber ihre mobilen Nutzer besser verstehen, um ein gutes Nutzererlebnis mit den richtigen Inhalten zu gewährleisten – Zeit und Ort spielen im mobilen Umfeld eine noch entscheidendere Rolle.

Googles Micro-Moments Framework (https://www.thinkwithgoogle.com/marketing-resources/micro-moments/) kann dabei helfen, besser zu verstehen, welche Inhalte Nutzer während ihrer Customer Journey erwarten. Eine fehlende Optimierung der Seitenladegeschwindigkeit sorgt oft dafür, dass Unternehmen nicht das volle Potenzial ausschöpfen. Zudem führen kaum oder wenig aufbereitete mobile Inhalte dazu, dass die mobilen Suchintentionen der Nutzer nur geringfügig befriedigt werden. 

Sabrina Hofmann

Senior SEO Consultant, eology GmbH

Generell sind viele Website-Betreiber der Meinung, eine Responsive-Webseite sei völlig ausreichend, schließlich können so ja alle Inhalte auch für mobile Geräte optimiert werden. Dabei wird aber nicht das generelle Verhalten auf dem Smartphone berücksichtigt.

Ein Nutzer, der auf der Suche nach Produkten ist, möchte höchstwahrscheinlich sofort Produkte sehen und nicht erst einen SEO-Kategorietext lesen. Auf einer reinen Informationsseite sieht es natürlich schon etwas anders aus. Aber auch hier soll es dem Nutzer so bequem wie möglich gemacht werden, an seine Infos zu kommen. Eventuell muss der Text auf mobilen Geräten anders strukturiert und dargestellt werden, um auf dem Handy gut leserlich zu sein. Website-Betreiber sollten also nicht blind irgendwelchen mobilen Tipps vertrauen und folgen, sondern die mobile Seite immer wieder testen, testen und testen! Was funktioniert bei der Zielgruppe? Was scheint auf mobilen Geräten eventuell nicht so gut anzukommen? – Das primäre Ziel bei der mobilen Optimierung sollte es sein, die Kunden zufrieden zu stellen! 

Björn Gehres

Senior SEO Analyst, Performics Berlin

Obwohl es laut Google keine Ranking-Nachteile gibt, wenn man sich für Responsive Design oder Dynamic Serving oder aber für eine separate, mobile Subdomain entscheidet, sollten Website-Betreiber sich fragen, ob sie tatsächlich auf eine dieser Varianten setzen wollen. Responsive Webdesign hat den Vorteil, dass man nur eine Code-Version administrieren muss.

Entwicklung und Updates sind so schneller umzusetzen. Ist das Design korrekt erstellt, ist auch die im Vergleich zu den anderen Varianten potenziell längere Ladezeit kein Argument. Hingegen müssen bei Dynamic Serving oder einer Subdomain in der Regel zwei Versionen gepflegt werden, beim Einsatz von AMP sogar drei. Darüber hinaus entfällt bei Responsive Design die Auswertung des User Agent, was potenziell schwerwiegende Fehler vermeidet. Insbesondere sei hier der Aufruf der mobilen Subdomain durch Desktop-Browser über Social-Media-Links erwähnt.

Die größte Herausforderung bei mobilen Webseiten ist der Page Speed, der aber leider meistens nicht hoch genug priorisiert wird. Neben den klassischen Fehlern wie zu großen Datenmengen (Bilder, HTML, CSS, JS) erweist sich vor allem die Optimierung des kritischen Render-Pfades als nicht ganz einfache Aufgabe. Bei einer guten Umsetzung werden Inhalte für den sichtbaren Bereich priorisiert geladen. Unklar ist, ob Google dies als wichtige Komponente beim Page-Speed-Update berücksichtigt oder nur die Gesamtladezeit bewertet wird.

Idealerweise sollten Webmaster beides optimieren. Im Google Hangout am 29. Juni erklärte John Mueller: „The faster pages are, the more Google can take that into account [...].“ Diese Aussage bekräftigt die Annahme, dass Google sehr auf die Ladegeschwindigkeit achtet, was man auch aus der AMP-Initiative oder an Weblight festmachen kann.

Eine Umstellung auf HTTP/2.0, der Einsatz ausreichend ausgelegter Server und eine sehr gute Anbindung ans Netz sind in jedem Fall empfehlenswert. 

Michael Kohlfürst

Geschäftsleitung, PromoMasters Online Marketing

Durch seine Ankündigungen forciert Google die Entwicklung von Websites. Ein besseres Ranking durch SSL, schnellere Websites oder eine Mobile Website motivieren uns scheinbar mehr, aktiv zu werden, als zufriedene Nutzer.

Natürlich hat sich etwas geändert durch Mobile First. Es gibt nun mehr Websites, die für Mobilgeräte geeignet sind. Eine Notwendigkeit, da immer mehr Benutzer als ersten Touchpoint Mobile haben – Google Ranking hin oder her.

Websites, die NICHT für Mobilgeräte/den Mobile-First-Index geeignet sind, werden ab Sommer das Nachsehen haben. Eher mehr aus Gründen negativer Nutzersignale, die nach und nach das Ranking verschlechtern, und gar nicht unmittelbar von einem Google-Mobile-Algorithmus. 

Christoph Pawletko

Teamleiter, SEO-Küche Internet Marketing GmbH & Co. KG

Viele beachten immer noch fast ausschließlich die Desktop- und viel zu selten die mobilen Suchergebnisse. Vor allem bei großen Seiten gilt: Die komplette Seite testen! Nur weil die Startseite gut aussieht, muss dies nicht für alle Unterseiten gelten.

Außerdem sollte man jedes System mit seinen Vorteilen nutzen. Eine Mobile-Only-Seite kann unter Umständen am Desktop schlecht funktionieren, wenn z. B. das „Burger“-Menü am Desktop nicht als Menü erkannt wird.

Auch für das Thema E-Mail-Marketing gilt: Ohne responsives Design geht es nicht. Das fängt beim Betreff an, führt zu angepassten Bildern und endet bei Call-to-Action-Elementen in der richtigen Größe.

Vorsicht bei Emojis im Betreff! Diese können dafür sorgen, dass der gesamte Betreff nicht mehr angezeigt wird. Für Newsletter fatal. 

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 73 von August 2018 mit dem Titelthema „Google Ads Automatisierung: Skripte, Gebotsstrategien und dynamische Anzeigen“.

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