SEA für Einsteiger (Teil 17): Der AdWords Editor – Schnittstelle zwischen On- und Offline

Beitrag aus Ausgabe 73 / August 2018
SEA
Stefanie Frühauf

ist Online-Marketing-Managerin bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany GmbH.

Mit dem AdWords Editor lassen sich Änderungen an Kampagnen schnell und übersichtlich offline vornehmen. Auf diese Weise werden Fehler vermieden und Zeit gespart. Wie ist der Editor aufgebaut und welche Funktionen stecken in ihm?

Der AdWords Editor (zukünftig Google Ads Editor) wird häufig unterschätzt und oftmals sogar ganz außer Acht gelassen. Das Potenzial des Editors sollte jedoch nicht verschenkt werden, denn wenn man die Basisfunktionen erst einmal routiniert beherrscht, lassen sich viele Schritte aus der täglichen Arbeit mit der Google Ads-Oberfläche vereinfachen. Dieser Artikel zeigt, wie der Editor aufgebaut ist und welche Funktionen in ihm stecken.

Die Benutzeroberfläche des Editors

Zugegeben: Die Benutzeroberfläche wirkt auf den ersten Blick überladen. Man gewöhnt sich jedoch recht schnell an die Navigation. Die folgende Grafik aus der Hilfe für Google Ads (siehe Abbildung 1) erläutert den Aufbau:

1. Toolbar

Hier beginnt die Arbeit im Editor. Es werden Konten geöffnet, die letzten Kontoänderungen heruntergeladen – ein äußerst wichtiger Schritt, da die Arbeit im Editor im Offline-Modus stattfindet und zwischenzeitlich Änderungen in der Online-Oberfläche durchgeführt werden könnten. Das können z. B. neue CPC-Gebote oder hinzugefügte Keywords sein. Außerdem werden hier auch die vorgenommenen Änderungen überprüft und hochgeladen sowie Kontostatistiken abgerufen. Diese Prüfungen sind sehr nützlich, da der Editor bereits im Vorfeld auf mögliche Markenrechtsverletzungen und Ähnliches hinweist.

2. Baumansicht

In der Baumansicht sind Konten, Kampagnen und Anzeigengruppen aufgelistet. Über linksstehende Pfeile können diese jeweils ausgeklappt werden.

3. Typliste

Die unter der Baumansicht aufgeführte Typliste spezifiziert die oben ausgewählte Kampagne, die Anzeigengruppe oder aber das gesamte Konto. Sie enthält die Elemente „Kampagnen“, „Anzeigengruppen“, „Keywords und Ausrichtung“, „Anzeigen“ und „Anzeigenerweiterungen“, wobei die letzten drei Elemente wiederum ausklappbar sind. Je nachdem, auf welcher Ebene man sich in der Baumansicht befindet, lässt sie sich in der Typliste weiter spezifizieren.

4. Datenansicht

In der Datenansicht werden die genauen Inhalte, also beispielsweise die Anzeigen oder die Keywords und Anzeigengruppen angezeigt. Dies variiert je nachdem, welche Elemente in der Baumansicht und Typliste ausgewählt wurden. Die Kopfzeile hat eine Sortierfunktion, wodurch sich Gesuchtes, wie z. B. abgelehnte Anzeigen oder bestimmte Anzeigengruppen, schnell finden lässt. In den ersten beiden Spalten sind vorgenommene Änderungen und Warnungen zu sehen. Die Sortierfunktion ist ebenfalls praktisch, wenn es darum geht, Änderungen an Anzeigentexten vorzunehmen. Dadurch lassen sich die einzelnen Anzeigensegmente sortieren, sodass gleiche Fragmente untereinander stehen. Die Spaltenbreite lässt sich anpassen, um die Inhalte besser lesen zu können.

5. Bearbeitungsfeld

Wie der Name schon sagt, besteht hier die Möglichkeit, Bearbeitungen vorzunehmen. Wenn mehrere Zeilen markiert sind, können auch viele Zeilen gleichzeitig bearbeitet werden. An der Feldfüllung „<Variiert>“ wird deutlich, dass unterschiedliche Werte in den Zellen stehen. Darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man hier alle Zellen gleichzeitig ändert.

Basisfunktionen

Der AdWords Editor eignet sich besonders für Bulk-Aktionen, also große Uploads oder Massenmaßnahmen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Arbeit nicht live erfolgt und man somit die Chance hat, alles nochmals zu überprüfen, bevor man es hochlädt. Zudem gibt der Editor Warnungen aus, wenn etwas unvollständig oder fehlerhaft ist.

Änderungen an bestehenden Anzeigen

Wenn beispielsweise auffällt, dass eine erweiterte Textanzeige fehlerhaft ist, kann dies im Editor schnell behoben werden, indem man in der Baumansicht das Konto aufruft und in der Typliste unter „Anzeigen“ die „Erweiterten Textanzeigen“ auswählt. In der Datenansicht sind dann alle erweiterten Textanzeigen des Kontos zu sehen. In der Toolbar gibt es oben zudem die Möglichkeit, nach Status zu filtern. Dies bietet sich zum Beispiel an, wenn nur die aktiven Anzeigen geändert werden sollen. Sollte es sich um einen Rechtschreibfehler handeln und die Möglichkeit bestehen, dass die pausierten Anzeigen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiviert werden, können hier ruhig alle Anzeigen geändert werden.

In der Suchleiste kann oben ein markanter Textteil der Anzeige eingegeben werden. Wenn die Anzeige gefunden wurde, kann durch Markieren der gesamten Datenansicht überprüft werden, ob noch andere Textanzeigen in der Auswahl sind. Dies sieht man wieder im Bearbeitungsfeld. Sollte dort „<Variiert>“ stehen, muss noch weiter gefiltert werden. Sofern in den Feldern für die Textanzeige der gesuchte Inhalt steht, sind alle ausgewählten Anzeigen gleich.

Über die Tastenkombination „STRG+H“ öffnet sich dann ein Fenster (siehe Abbildung 2), über das verschiedene Aktionen durchgeführt werden können. Im oberen Dropdown-Menü kann zunächst festgelegt werden, in welchem Bereich, also beispielsweise nur in der Beschreibung oder in Überschrift 1, die Aktion durchgeführt werden soll. Dann kann der Text entsprechend der Anleitung ersetzt werden.

Nachdem alle Änderungen abgeschlossen sind, wird in der Toolbar „Änderungen überprüfen“ und im Anschluss „Hochladen“ ausgewählt. Gleiches gilt natürlich auch für Anzeigengruppen oder Keywords. Wenn hier Fehler vorliegen, können diese auf die gleiche Weise behoben werden. Es muss lediglich zu Beginn eine andere Kombination aus Baumansicht und Typliste ausgewählt werden.

Neue Kampagnen/Anzeigengruppen hinzufügen

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, neue Anzeigengruppen (im Folgenden abgekürzt als AZG) in den Editor einzupflegen. Der Arbeitsaufwand bemisst sich hier vor allem danach, ob man nur eine einzelne AZG hinzufügen möchte oder eine ganze Kampagne. Dazu werden nun zwei unterschiedliche Wege vorgestellt.

  • Upload einer ganzen Kampagne

Wenn eine ganze Kampagne bzw. mehrere AZG hochgeladen werden sollen, wählt man in der Toolbar die Option „Mehrere Änderungen vornehmen“, „Meine Daten enthalten Spalten für Kampagnen bzw. Anzeigengruppen“ und dann „Aus Zwischenablage einfügen“ (siehe Abbildung 3).

Die Kampagne kann vorher in Excel vorbereitet werden. Wichtig ist hier jedoch, dass die Spaltenüberschriften mit den Überschriften in Abbildung 4 übereinstimmen, da der Editor die Daten sonst nicht zuordnen kann. Der beste Weg, dies sicherzustellen, besteht darin, im Vorfeld auf Anzeigenebene die Datenansicht zu kopieren und in Excel einzufügen. Die Kopie kann dann (bis auf die Überschriften) gelöscht werden. Zudem muss noch eine Spalte für die Keywords eingefügt werden. Bei den Keywords ist es wichtig, die entsprechende Keyword-Option anzugeben (im Beispiel ein Plus für Modified Broad Match). Zudem muss beachtet werden, dass jede AZG (und die dazugehörigen Keywords, URLs usw.) entsprechend häufig kopiert wird. Bei zwei verschiedenen Anzeigentexten muss also die dazu passende AZG auch zweimal in der Tabelle vorkommen (siehe Abbildung 4). Auf Kampagnenebene müssen dann noch Einstellungen wie Budget und Ausrichtung sowie auf AZG-Ebene die Gebote angepasst werden.

Tipp

Wenn verschiedene Keyword-Optionen für das gleiche Keyword eingebucht werden, wie zum Beispiel Modified Broad Match und Exact Match, müssen außerdem noch die Keywords mit der Option „Exact Match“ für das Keyword mit der Option „Modified Broad Match“ ausgeschlossen werden. Dies ist ebenfalls in der Typliste unter „Keywords, Auszuschließend“ möglich.

  • Hinzufügen einer einzelnen Anzeigengruppe

Eine einzelne AZG kann neben der Schaltfläche „Anzeigengruppe hinzufügen“ und oftmals auch über Copy-and-paste hinzugefügt werden, da für sie keine neuen Anzeigentexte erstellt werden müssen. Dazu ruft man in der Baumansicht die Kampagne auf, der die neue AZG später zugeordnet werden soll, und wählt eine zu kopierende AZG aus (die Einstellungen werden mitkopiert). In der Typliste muss ebenfalls das Element „AZG“ ausgewählt sein. Über „STRG+C“/„STRG+V“ entsteht so eine neue AZG – zunächst versehen mit einem roten Ausrufezeichen, da sie noch den gleichen Namen hat wie die alte AZG. Im Bearbeitungsfeld kann nun der Name der neuen AZG geändert werden. Anschließend klickt man sich durch die Typliste, um nach und nach die weiteren Änderungen vorzunehmen (Keywords; Keywords, Auszuschließend; Überschrift 1; Finale URL; Pfade). Copy-and-paste funktioniert im Editor übrigens auch bei vielen weiteren Elementen.

Labels anlegen

Über „Gemeinsam genutzte Bibliotheken“ (unter der Typliste) kann man Labels erstellen. Dazu einfach erst „Label“, dann „Label hinzufügen“ auswählen und dem Label den gewünschten Namen geben. Labels können nützlich sein, um mit der oben erwähnten Sortierfunktion zusammengehörige Anzeigen oder AZG zuzuordnen. Beispiele sind hier Rabattaktionen, Sommer-Sales oder A/B-Tests.

Benutzerdefinierte Regeln

Der Editor ermöglicht es zudem, eigene Regeln zur Qualitätssicherung zu erstellen. Unter der Auswahl „Gemeinsam genutzte Bibliotheken“ gibt es das Dropdown-Menü „Benutzerdefinierte Regeln“. Je nach Belieben können hier neue Regeln hinzugefügt werden, die für das jeweilige Konto sinnvoll erscheinen. Bei Verstoß gegen eine dieser Regeln erhält der Nutzer einen Warnhinweis (siehe Abbildung 5). Die Regeln können sich zum Beispiel auf Gebote beziehen („Warnen, wenn Gebot über 5,00 €“) oder auf die Zeichensetzung („Warnen, wenn Ausrufezeichen in Überschrift 1“). Eine ausführliche Anleitung und zahlreiche Praxisbeispiele zu benutzerdefinierten Regeln gab es bereits in der 67. Ausgabe des suchradars.

Fazit

Im Editor lässt sich ein Großteil des Google Ads-Geschäfts mit wenigen routinierten Handgriffen übersichtlich und in Bulk-Aktionen verrichten. Die Möglichkeit, Änderungen offline vorzunehmen, sollte in jedem Fall genutzt werden, um Fehler zu vermeiden.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #73 erschienen

Lesen Sie weitere spannende Artikel aus der Ausgabe „Google Ads Automatisierung: Skripte, Gebotsstrategien und dynamische Anzeigen“! Entweder online oder als PDF-Magazin.

Kostenlos als PDF-Version Alle Artikel aus der Ausgabe ansehen