WhatsApp und Facebook Messenger: Lohnt sich der Kanal auch für Newsletter?

Beitrag aus Ausgabe 72 / Juni 2018
Social Media
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Newsletter schickt man klassisch per E-Mail raus. Manche Unternehmen experimentieren aber auch mit WhatsBroadcast, um Nutzer über WhatsApp und Facebook Messenger zu erreichen. Lohnt sich das?

Seit einigen Monaten bietet der SEO-Tool-Anbieter SISTRIX einen WhatsApp-Newsletter an (https://www.sistrix.de/news/). Aber auch viele andere Unternehmen wie ORSAY (http://www.orsay.com/de-at/specials/whats-app/), Müller (https://www.mueller.de/service/social-media/) oder DefShop (https://www.def-shop.com/streetstyle-ticker/) setzen auf diesen Kanal.

Wie sehen die Erfahrungen damit aus? Im Interview steht Franz-Josef Baldus, Gründer/Geschäftsführer der koelnkomm kommunikationswerkstatt, Rede und Antwort.

Ihr bietet mit den „WhatsApp Snacks“ (https://www.koelnkomm.de/snack-content-info-der-whatsapp-video-newsletter/) einen „Newsletter“ über WhatsApp und Facebook Messenger an. Was hat Euch bewogen, dieses „Neuland“ zu betreten und nicht mehr nur auf Newsletter- und klassisches Social-Media-Marketing zu setzen?

Die Beweggründe ähneln denen, die uns vor vier Jahren zur Spezialagentur für Snack-Content werden ließen.

Wir haben seinerzeit erkannt, dass ultrakurze Bewegtbildformate wie Kurzvideos, GIFs, Cinemagraphs, Animationen & Co. für die Aufmerksamkeit im Web und speziell in den sozialen Netzwerken künftig enorm wichtig werden – die Basis sozusagen, um dort überhaupt wahrgenommen zu werden. Daher haben wir uns auf Kreation, Storytelling und Produktion dieser Medien konzentriert, lagen goldrichtig und wundern uns heute ein wenig, dass wir mit dieser klaren Ausrichtung immer noch der einzige unabhängige Dienstleister in der DACH-Region sind.

Mit unseren WhatsApp Snacks verhält es sich ähnlich. Wir sehen einen Markt für täglich aktuelle Infos zu Videomarketing und Snack-Content, aber der wurde bislang nicht bedient. Also haben wir es gemacht.

Unsere klassischen Social-Media-Marketing-Aktivitäten tangiert das allerdings nicht. Auf Twitter, Instagram, Facebook & Co. läuft alles weiter wie gehabt und in derselben Intensität.

Von Euch gab es anfangs zwei Beiträge: um 7 Uhr ein kurzes Video, um 19 Uhr eine Fachinformation. Der Aufwand für die Erstellung dieser Beiträge ist sicherlich sehr hoch. Lohnt sich das wirklich? Könnt Ihr Erfolge messen?

In der Tat, der Aufwand ist hoch und auch höher als anfangs geplant. Hatten wir ursprünglich an ein Video plus fünf Zeilen Kurzinfo pro News gedacht, so wurden daraus bislang doch immer um die 20 Zeilen, denn wir glauben, dass es für unsere Leser doch einen Mehrwert bietet, ein wenig ausführlicher über Produktionsdetails, genutzte Apps und Hintergrundinfos zu den überwiegend am Smartphone produzierten Videos bzw. Snack-Content Pieces zu erfahren. Die bisherigen Rückmeldungen der Leser geben uns da Recht.

Die anfangs zwei täglichen Beiträge wurden jedoch seit Anfang April auf einen Beitrag um jeweils 19 Uhr reduziert, denn eine Umfrage unter den Newsletter-Empfängern ergab, dass diese Frequenz und Uhrzeit von unseren Lesern als optimal angesehen wird.

Viele nutzen WhatsApp nur oder primär für die private Kommunikation. Gibt es Vorbehalte oder hohe Abmelderaten, die darauf schließen lassen, dass viele Nutzer das ablehnen?

Nein, die gibt es nicht. Unsere wöchentliche Abmeldequote liegt im Durchschnitt etwas um die 2 %.

Das ist viel weniger, als wir erwartet haben, denn die Themengebiete Videomarketing und Snack-Content sind doch schon sehr speziell. Wir dachten, dass die Quote derer, die sich in unseren Newsletter verirren und dann rasch wieder abmelden, sehr viel höher sein wird. Offenbar sind diese Streuverluste aber niedriger als gedacht.

WhatsBroadcast verspricht auf seiner Website Öffnungsraten von 95 %, Klickraten von durchschnittlich 25 % – Werte, von denen man im klassischen Newsletter-Marketing nur träumen kann. Hast Du ähnliche Werte? Und glaubst Du, dass diese Werte auch langfristig gehalten werden können?

Ich kann diese Werte bestätigen, glaube aber, dass sie langfristig nicht gehalten werden können. Zurzeit ist WhatsApp-Marketing noch etwas Neues und damit Besonderes. Das wird nicht immer so bleiben, dann wird es der Normalfall. Spätestens wenn das der Fall ist, werden Öffnungs- und Klickraten sinken, aber vermutlich immer noch deutlich über den Werten für E-Mail-Newsletter liegen.

Werden WhatsApp und Facebook Messenger gleichermaßen gut genutzt? Oder gibt es da einen klaren Favoriten?

Es gibt einen ganz klaren Favoriten und der heißt WhatsApp. Nur 9 % unserer Newsletter-Empfänger haben den Facebook Messenger ausgewählt. 91 % empfangen ihn per WhatsApp.

Der Vorteil von Messenger-Marketing ist ja, dass es auch einen direkten Rückkanal gibt. Nutzen das viele Empfänger auch aus? Wie habt Ihr das personell umgesetzt, damit die Rückantworten auch so schnell kommen, wie man sie bei diesem Medium erwarten würde?

Uns direkt im Chat Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen mitzuteilen oder Themen zu diskutieren, wird bei den WhatsApp Snacks rege genutzt. Das forcieren wir auch, indem wir am Schluss jeder News auf diese Möglichkeit hinweisen. Wir finden, dass diese direkte Dialog-Chance das eigentliche Plus beim Messenger-Marketing ist, denn aus Dialog wird Kompetenzempfinden und Sympathie und daraus wiederum werden irgendwann gute Partnerschaften.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 72 von Juni 2018 mit dem Titelthema „Social-Media-Marketing: Spannende Werbemöglichkeiten mit WhatsApp, Instagram & Co.“.

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