SEA für Einsteiger (Teil 16): „Analyse-Möglichkeiten“ (Teil II)

Beitrag aus Ausgabe 72 / Juni 2018
SEA
Marlen Voelkner

ist Online-Marketing-Managerin (SEA) bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Wie im letzten Teil von „SEA für Einsteiger“ erläutert, kann man mithilfe von benutzerdefinierten Spalten ganz individuelle Werte analysieren. Des Weiteren kann man mit der Zielseiten-Analyse die mobile Nutzerfreundlichkeit der eigenen Zielseiten überprüfen. Und dank dem Auktionsdatenbericht behält man die Konkurrenz im Blick. Da es unabdingbar ist, die Leistung von Kampagnen regelmäßig zu analysieren, werden im zweiten Teil des Artikels weitere Funktionen in AdWords beschrieben, die die Konto-Analyse erleichtern.

Einfache Berichterstellung in der neuen AdWords-Oberfläche

In der Top-Navigation der neuen AdWords-Oberfläche findet sich der Punkt „Berichterstellung“. Dort gibt es „Berichte“, „Vordefinierte Berichte“ (diese sind nichts anderes als die Dimensionen der alten Oberfläche) und „Dashboards“. Im Bereich „Berichte“ kann man ganz einfach selbst Berichte und Grafiken zu bestimmten Messwerten erstellen. Wie man diese Berichte erstellt und welchen Vorteil sie bieten, zeigen wir nachfolgend.

Sofern man im Top-Menü den Punkt „Berichterstellung“ ausgewählt hat und in dem Bereich „Berichte“ angelangt ist, kann man die ersten Berichte erstellen. Dafür klickt man einfach auf das blaue Pluszeichen und wählt aus, ob man den Bericht als Tabelle, Linien-, Balken-, Kreis- oder Streudiagramm erstellen möchte. Nun zieht man aus der Menüleiste links die entsprechenden Messwerte in das Diagramm. Schließlich kann man noch den Zeitraum anpassen und Kampagnentypen oder ähnliches filtern. Das Ergebnis kann man dann speichern und jederzeit mit anderen Zeiträumen oder Filtern vergleichen.

Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Berichte sind äußerst vielfältig. Im Beispiel von Abbildung 1 wurde die Conversion-Rate auf unterschiedlichen Geräten im Zeitverlauf analysiert. Dies kann hilfreich sein, wenn man bspw. einen Conversion-Einbruch feststellt und dessen Ursache(n) erforschen möchte. Schaut man sich dann die Conversion-Raten unterschiedlicher Geräte im Zeitverlauf an, kann man feststellen, wann sich z. B. die mobile Conversion-Rate verschlechtert. Auf diese Weise kann man Probleme mit der mobilen Ladegeschwindigkeit rechtzeitig bemerken und so dem Conversion-Rückgang entgegenwirken.

AdWords-Daten mit Segmenten strukturiert auswerten

Um Daten in AdWords nach verschiedenen Dimensionen zu unterteilen, kann man den Segmente-Tab im Reporting-Bereich nutzen. Dafür geht man in der neuen Oberfläche auf die Kampagnen-Ebene und klickt im Anschluss auf das Segmente-Symbol oberhalb der Spalten (siehe Abbildung 2).

Auf Kampagnen-Ebene stehen folgende Segmente zur Auswahl:

Zeit

Hier kann man sich die Leistung nach Tageszeit, Tag, Woche, Monat, Quartal, Jahr oder Wochentag anschauen. Bei Shops ist es natürlich kein Geheimnis, dass Sonntag bis Dienstag die conversion-stärksten Tage sind. Aber auch das Vergleichen von Tageszeiten, Monaten oder Jahren sollte zum Kontomanagement dazugehören.

B2B- und B2C-Themen variieren in ihrer Performance bspw. stark an verschiedenen Wochentagen. Eine Optimierung im E-Commerce wäre hier z. B. mit beschleunigter Anzeigenauslieferung möglich, da Kunden zu Monatsbeginn meist kaufwilliger sind.

Klicktyp

Dieses Segment wird in der Praxis nicht so häufig verwendet. Allerdings kann man hier erkennen, auf welchen Anzeigenbestandteilen (bspw. Anzeigentitel oder Sitelinks) wie viele Klicks entfallen sind. So kann man z. B. ermitteln, ob ein Sitelink im Vergleich häufiger als ein Anzeigentitel geklickt wird. Dadurch könnten Optimierungspotenziale bei Anzeigentexten entstehen.

Conversions

Dieses Segment ist vor allem für Werbetreibende relevant, die mehrere Conversion-Arten im Konto hinterlegt haben. B2B-Unternehmen haben bspw. keine Verkäufe, sondern häufig Downloads, Anfragen oder Newsletter-Anmeldungen. Beim Segment Conversions kann man nach „Conversion-Aktion“, „Conversion-Kategorie“, „Conversion-Quelle“ und „Tage bis zur Conversion“ sortieren

Die Segmentierung „Tage bis zur Conversion“ ermöglicht es Werbetreibenden, die Länge ihrer Verkaufszyklen zu analysieren.

Gerät

Die Unterteilung der Leistungsdaten nach Geräten ist in der neuen Oberfläche auch auf der Startseite übersichtlich unter dem Titel „Geräte“ dargestellt. Egal wo man sich die unterschiedliche Leistung nach Geräten anschaut – die Analyse sollte regelmäßig erfolgen.

Wir befinden uns zwar im Zeitalter von „Mobile First“, aber mobile Anzeigen performen nicht immer besser. Mithilfe dieses Segments kann man also Optimierungsbedarf erkennen. Solche Optimierungen können dann über Gebotsanpassungen für Mobilgeräte umgesetzt werden.

Netzwerk (mit Suchnetzwerk-Partnern)

Sofern man in den Kampagneneinstellungen unter „Werbenetzwerke“ das Häkchen bei „Suchnetzwerk-Partner einbeziehen“ gesetzt hat, sollte man dieses Segment unbedingt analysieren. Denn hier kann man sofort erkennen, wie die Partner-Websites performen.

Falls die Performance im Vergleich zur Google-Suche deutlich schlechter ausfällt, sollte man darüber nachdenken, die Suchnetzwerk-Partner nicht mehr mit einzubeziehen, um so das Budget effektiv zu nutzen.

Obere Position im Vergleich zu anderen

Bei diesem Segment kann man vergleichen, wie gut Anzeigen performen, die über der organischen Suche stehen, im Vergleich zu jenen, die darunter stehen.

Ob eine Anzeige jedoch auf einer Top-Position landet, hängt sehr stark vom Qualitätsfaktor ab. Anzeigen mit einer hohen Klickwahrscheinlichkeit erscheinen deshalb öfter auf einer Top-Position, während Anzeigen mit schlechteren Aussichten eher auf den unteren Positionen zu finden sind. Wenn man die Klickraten von Anzeigen oben und unten vergleicht, stellt man also auch gute Anzeigen den schlechteren gegenüber. Der Unterschied der Klickrate hängt also nicht nur mit den Platzierungen zusammen, sondern auch mit den Anzeigen selbst.

Suchbegriffe optimieren und unnötige Kosten vermeiden

Suchbegriffe auszuwerten und zu optimieren, sollte auch einen großen Teil der Arbeit eines AdWords-Accountmanagers ausmachen. Nur durch die regelmäßige Analyse der Suchbegriffe kann man das eigene Keyword-Repertoire auf dem aktuellsten Stand halten und unnötige Kosten vermeiden.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 72 von Juni 2018 mit dem Titelthema „Social-Media-Marketing: Spannende Werbemöglichkeiten mit WhatsApp, Instagram & Co.“.

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