Pinterest: Die Ideenplattform mit der eigenen Webseite verknüpfen

Beitrag aus Ausgabe 72 / Juni 2018
Social Media
Steffen Horstmann

ist verantwortlich für den kompletten Onlinebereich in einem Musikverlag. Auf kritzelblog.de schreibt er zu diversen Themen rund um die Suchmaschinenoptimierung, Webentwicklung, Pinterest und Video. Anfang 2018 veröffentlichte er das Ebook „Erfolgreich mit Pinterest“.

Die Plattform Pinterest wird immer beliebter. Nutzer können jedes beliebige Bild einer Webseite an ihren Pinnwänden auf Pinterest sammeln. Nicht immer ist das jedoch erwünscht. Was zu tun ist, damit nur extra dafür vorgesehene Bilder den Weg zu Pinterest finden, und wie aus normalen Pins mit strukturierten Daten plötzlich Rich Pins werden, zeigt dieser Artikel.

Im Januar 2018 konnte sich Pinterest den zweiten Platz der in Deutschland beliebtesten Social-Media-Portale sichern – direkt nach Facebook und vor Instagram und YouTube (siehe Abbildung 1). Heimlich, still und leise hat Pinterest, besonders in den letzten zwei Jahren, auch im deutschsprachigen Raum an Beliebtheit gewonnen. Und obwohl Pinterest eine gute alternative Quelle für Besucher sein kann, findet es bei Unternehmen immer noch recht wenig Beachtung.

Pinterest setzt ausschließlich auf Bilder. Und die kommen von den Nutzern. Mit der Browser-Erweiterung oder dem auf der Webseite integrierten „Merken-Button“ lässt sich jedes beliebige Bild einer Webseite bei Pinterest verewigen. Das ist einerseits enorm praktisch, kann aber gerade aus Sicht des Urheberrechts auch Probleme und Ärger verursachen.
Mit ein paar Maßnahmen lässt sich aber die Auswahl der pinnbaren Bilder eingrenzen. Auch speziell für Pinterest angerfertigte Varianten können angeboten werden (siehe Abbildung 2). Und mit strukturierten Daten auf der Webseite können Pins sogar mit aktuellen Produktdaten angereichert werden.

Möglichkeiten zum Pinnen von der Webseite

Die einfachste Möglichkeit, Inhalte einer Webseite auf einer Pinnwand abzulegen, ist die Browser-Erweiterung von Pinterest. Ein Klick darauf öffnet einen Layer mit allen auf der Seite befindlichen Bildern, von denen der Nutzer dann eines zum Pinnen auswählt.

Pinterest bietet aber auch einen „Merken-Button“, der direkt in die Webseite integriert werden kann. Dieser lässt sich aber, im Gegensatz zum Browser-Button, auch auf ein einzelnes Bild vorkonfigurieren (siehe Abbildung 3).

Voraussetzung für die Funktion des „Merken-Buttons“ ist die Einbindung des von Pinterest zur Verfügung gestellten Javascripts pinit.js.
Es genügt, wenn das Script am Ende des Quellcodes vor dem schließenden </body>-Tag eingebunden wird. So wirkt es sich nicht negativ auf die Ladezeit der Seite aus.

Bei der Integration des „Merken-Buttons“ auf der Seite spart der von Pinterest angebotene Widget-Builder Zeit und Nerven. Der „Merken“-Button ist jedoch nicht ein simples Pendant zum allseits bekannten „Teilen“-Button von Facebook. Er kann vielmehr dafür sorgen, dass …

  • alle Bilder einer Webseite „pinnbar“ sind,
  • nur ein Bild einer Webseite als Pin zur Verfügung steht,
  • der „Merken-Button“ erst erscheint, wenn die Maus über das Bild bewegt oder darauf getippt wird.

Diese drei Funktionen lassen sich im Widget-Builder über das Aufklappmenü „Button“ auswählen.

Wählt man die Option „Ein Bild“, ändert sich das Erscheinungsbild des Widget-Builders. Das Tool erwartet dann unterhalb des Aufklappmenüs Eingaben in den Feldern URL, Bild und Beschreibung.

In das Feld URL wird die Adresse der Seite, auf welche die Verlinkung des Pins zeigen soll, eingetragen. In das Feld Bild kommt die URL der Grafik, die als Pin dienen soll (der Pin muss also nicht auf der Seite selbst zu sehen sein), und das Feld Beschreibung soll natürlich die Beschreibung zum Pin enthalten.

Auf diese Art lässt sich für jede Unterseite ein einzelner Pin festlegen, sofern der vom Widget-Builder generierte Code dort eingebunden wird.
Das ist natürlich bei großen Seiten ziemlich mühsam, erst recht wenn der Codeschnipsel auch noch per Hand eingepflegt werden muss. Stark vereinfachen können das diverse Plugins für Content-Management-Systeme, allen voran WordPress. Das Plugin Shariff ermöglicht die einfache Integration einen Pinterest-Buttons, für den sich auch ein eigenes Bild festlegen lassen kann.

Pinterest geht offline: Pincodes

QR-Codes kennt jeder. Die quadratischen pixeligen Schwarz-Weiß-Codes lassen sich mit dem Smartphone scannen und leiten den Nutzer dann auf Webseiten weiter. Einen ähnlichen Schritt geht Pinterest mit den seit Mitte März verfügbaren Pincodes.
Die kleinen Grafiken lassen sich offline verwenden, um damit Nutzer direkt mit dem Smartphone auf bestimmte Pinnwände des eigenen Profils weiterzuleiten. Andere Ziele sind bisher nicht möglich – alles bleibt also im „Pinterest-Universum“.

Bilder von Pinterest ausschließen

Mit dem eben generierten Code oder einem Plugin lässt sich also ein Bild für die Verwendung auf Pinterest festlegen. Das nützt aber nichts, wenn der Nutzer dennoch seinen Browser-Button verwendet und so jedes Bild pinnen kann.
Sind auf der Webseite lizenzierte Bilder im Einsatz, ist es nicht unbedingt erwünscht, wenn diese auf allen möglichen Plattformen verbreitet werden. Denn Pinterest bettet das Bild nicht einfach nur in das eigene Portal ein, sondern erstellt eine Kopie davon.

Dem sog. „Wildpinnen“ kann aber vorgebeugt werden. Wird im IMG-Tag des Bildes das Attribut nopin=“nopin“ vergeben, ignoriert der Pinterest-Bot dieses Bild und zeigt es nicht in der Liste. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, fügt in den Head der Webseite das Metag

<meta name="pinterest" content="nopin" />

ein. Dann ignoriert Pinterest alle Bilder auf dieser Webseite.

Das alles hindert hartnäckige Naturen aber natürlich nicht daran, Bilder trotzdem bei Pinterest zu nutzen – sei es durch Herunterladen oder Kopieren in die Bildverarbeitung und ein anschließendes Hochladen bei Pinterest.

Video auf Pinterest

Videos auf Pinterest gab es bisher nur als Einbindung von externen Plattformen wie YouTube. Dabei zeigte Pinterest immerhin das Vorschaubild des Videos, durch das 16:9-Format waren diese Pins in der Timeline aber sehr unauffällig.
Seit März bot Pinterest aber auch den direkten Upload von Videos an. Und wie sollte es anders sein, geht Pinterest auch in Sachen Video natürlich auch wieder seinen eigenen, speziellen Weg. Zwar ist der Upload von „normalen“ Videos im Breitbild möglich, Pinterest hätte allerdings lieber mindestens quadratische, besser noch Videos im Hochkantformat von 9:16.

Pinterest hat mit der Videofunktion aber etwa nicht im Sinn, YouTube angreifen zu wollen. Es ist zwar möglich, bis zu 30 Minuten Video hochzuladen, Pinterest hätte allerdings lieber kurze Clips von 10–20 Sekunden Länge. Die Zielsetzung geht also klar in Richtung „Snack-Content“.

Mittlerweile (Stand Mai 2018) ist diese Funktion allerdings wieder verschwunden. Die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr ist aber sehr hoch.

Rich Pins und strukturierte Daten

Genau wie Google und andere Suchmaschinen kann Pinterest auch strukturierte Daten verarbeiten. Momentan werden dabei folgende Formate unterstützt:

< >(Blog-)ArtikelRezepteProdukte

Da strukturierte Daten in vergangenen Ausgaben des suchradars bereits Thema waren, gehen wir an dieser Stelle nicht speziell auf das Thema ein.

Doch die zusätzlichen Informationen erscheinen nicht einfach aus heiterem Himmel bei den eigenen Pins. Dafür sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen:

< >Unternehmenskonto bei PinterestValidierung der eigenen Webseite

Es ist allerdings nicht nötig, zunächst einen privaten Account zu erstellen. Über diese URL kann direkt ein Unternehmenskonto bei Pinterest erstellt werden:

https://www.pinterest.de/business/create/

Es schadet nicht, den privaten Account zu behalten, um auch mit diesem für ein wenig mehr Verbreitung der eigenen Pins zu sorgen. Darum sei nachfolgend kurz beschrieben, wie ein Unternehmenskonto ohne den Umweg des Umwandelns erstellt wird.Der erscheinende Dialog fragt den Namen des Unternehmens, den Unternehmenstyp und die URL der eigenen Webseite ab. Im nächsten Dialog möchte Pinterest wissen, welche Sprache und welches Land eingestellt werden soll.

Jetzt wird es etwas schwieriger. Denn Pinterest möchte etwas über die thematische Ausrichtung und das zukünftige Zielpublikum des Unternehmenskontos erfahren. Hierbei muss aus einer Reihe von Vorschlägen für drei Themenfelder ausgewählt werden.

Sind drei der Felder mit einem Haken versehen, war es das auch schon! Pinterest baut jetzt aus den angegebenen Themenfeldern eine personalisierte Startseite und zeigt diese an.

Für ein vollständiges Unternehmenskonto müssen in den Einstellungen noch ein aussagekräftiges Profilbild hochgeladen und die weiteren Angaben ausgefüllt werden. Wichtig ist der Link zum Impressum der eigenen Webseite!
Pinterest bietet ebenfalls die Möglichkeit, das eigene Profil unter einer selbst zu bestimmenden URL erscheinen zu lassen. Statt einer kryptischen URL wie pinterest.de/Xc54Yxcrmln/ sieht diese dann deutlich besser aus: pinterest.de/meine-tolle-webseite/.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 72 von Juni 2018 mit dem Titelthema „Social-Media-Marketing: Spannende Werbemöglichkeiten mit WhatsApp, Instagram & Co.“.

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