Google Analytics: utm-Parameter und Kampagnen-Tracking im Einsatz

Beitrag aus Ausgabe 72 / Juni 2018
Analytics
Maik Bruns

ist Inhaber des auf Webanalyse-Beratung und -Seminare spezialisierten Unternehmens MetrikaDer Google-Analytics- und Tag-Manager-Professional und Coach liebt es, aus Unternehmen und ihren Websites zielorientierte Erfolgsmechanismen herauszukitzeln und sie auf Wachstumskurs zu bringen.

Erfolgsmessung ist ohne sie kaum möglich: Wer die Wirkung seiner Kampagnen in Google Analytics messen will, kommt nicht umhin, ein sinnvolles Kampagnentagging mithilfe von utm-Parametern aufzusetzen. Doch wie funktioniert das genau, woran muss gedacht werden? Und welche positiven Nebeneffekte hat das außerdem?

Wer viele Online-Marketing-Kampagnen aktiv hat und Google Analytics nutzt, weiß oftmals am Ende des Tages nicht genau, was sie der Website gebracht haben. Da kommen schon mal schnell Gedanken ins Spiel, ob man evtl. Geld mit den Kampagnen verbrannt hat oder sie in irgendeiner Form nicht so erfolgreich waren, wie man sich das vorgestellt hat.

Doch um die Wirkung von Online-Marketing-Kampagnen zu messen und somit bewerten zu können, ob sie erfolgreich waren oder ob in sie erneut investiert werden sollte, gibt es sinnvolle Möglichkeiten. Allen voran das Tracking mit den sogenannten utm-Parametern in Google Analytics.

Das Ziel von Kampagnen-Tracking mit utm-Parametern

Welcher Online-Marketer, der Google Analytics nutzt, kennt das nicht? Die Kampagne für das neue hippe Angebot wird auf verschiedenen Kanälen gestartet, z. B. in den Social Media, mit einem E-Mail-Newsletter, via bezahlter Werbung auf verschiedenen Plattformen (AdWords, Facebook Ads, Bing Ads …) und so weiter – und in Google Analytics findet er oder sie den resultierenden Traffic, geschweige denn entstandene Conversions, nirgendwo gebündelt wieder. Das heißt: Die Auswertung des Kampagnenerfolgs wird mindestens schwerer. Mitunter sogar unmöglich.

Denn was passiert mit den vielen verschiedenen Traffic-Quellen? Sie werden in Google Analytics durch das Standard-System „nach bestem Wissen“ kategorisiert. Und dieses „Wissen“ ist, technisch bedingt, begrenzt. Da passieren dann Dinge wie „Der Klick zur neuen Sommer-Aktion im E-Mail-Newsletter kommt mangels Referrer-Informationen als Direct Traffic an“ (Quelle „direct“, Medium „none“) und nirgendwo steht, dass eine E-Mail ursächlich oder welcher Kampagnenlink der Auslöser war oder „die Klicks auf die Facebook-Anzeige werden als ‚normale‘ Facebook-Community-Besucher getrackt“ (Medium „social“ oder „referral“) oder „die Klicks aus Bing Ads werden als ‚organic‘ gemessen, statt als bezahlter Traffic“ (z. B. „cpc“) usw.

Google Analytics weiß eben leider nur eingeschränkt, was man sich bei den Verlinkungen, die in den Kampagnen-Medien von außen auf unsere Seite zeigen, gedacht hat, bzw. erkennt die Quelle des Links mitunter gar nicht, weil er nicht von einer Website stammt und somit kein Referrer mitgegeben wird (z. B. in E-Mails oder PDF-Links und vielen mehr).

Von Haus aus kann Google Analytics also erstmal nur erkennen, ob ein Besuch auf Basis eines Klicks in einer organischen Suche („organic“) oder als Verweis einer anderen Website („referral“) stattgefunden hat. Alles Weitere liegt daher zunächst einmal im Dunkeln, was die Software in der Regel mit der Quelle „direct“ und dem Medium „none“ in den Berichten zur Akquisition quittiert.

Es sei denn, man unterstützt Analytics bei der Identifizierung, zum Beispiel, indem AdWords und GA miteinander verbunden werden. Bei dieser Verknüpfung greift Analytics nämlich auf das sogenannte Auto-Tagging zurück, das automatisch Kampagnen-Kennzeichnungen von AdWords entgegennimmt und eine klare Zuordnung liefern kann. Somit wäre die Zuordnung von einem guten Teil der bezahlten Werbung schon mal geschafft und die Qualität der AdWords-Kampagnen kann ausgewertet werden.

Ziel ist es jetzt natürlich, vor allem die Zahl der verbleibenden „unbekannten“ Zuordnungen zu verringern, die mit „direct/(none)“ auftreten, als „falscher“ Referral-Traffic auftauchen und bei denen mindestens ein Teil durch Kampagnen erzeugt wird. Damit ließe sich die Leistung der entsprechenden Kampagnen oder auch bestimmter Kanäle besser bewerten. Kurzum: Helfen dir die Kampagnen Abschlüsse zu erzielen oder nicht?

Das betrifft dann letztlich auch ein Thema wie „Attribution“, also: Welchem Kanal kann im Laufe der kompletten Customer Journey, die ja je nach Website meist mehr als einen Besuch einnimmt, eine Conversion zugewiesen werden? In welchen Kanal sollte mehr oder weniger investiert werden?

Nur wenn der Kanal bekannt ist, kann bewertet werden, ob er etwas leistet!

Es geht also unter anderem um bessere Datenqualität, um Kanäle und Medien besser ergründen bzw. bewerten und letztlich bessere Zuordnung/Attribution vornehmen zu können. Und schlussendlich können mithilfe solcher Daten die Budgets für künftige Kampagnen zielgerichtet angepasst werden.

„Ärgernis“ Direct Traffic

Insbesondere Direct Traffic steht – wie oben schon erwähnt – in dieser Hinsicht oftmals in Verdacht, wertvolle Informationen zu „schlucken“. Daher nochmal die Frage: Was kann in Analytics als „Direct Traffic“ gelten (siehe Abbildung 1)?

Die Antwort grob zusammengefasst: Immer, wenn Analytics nicht weiß, woher Traffic kommt – weil z. B. kein Referrer übergeben wird. Das ist also ein sehr heterogenes Feld, bspw.:

  • Direkteingabe der URL in den Browser
  • Klick auf ein Lesezeichen
  • E-Mail-Klicks (z. B. in Outlook)
  • Links in PDFs, Word-Dokumenten usw.
  • Klicks in Mobile-Apps (ja, auch WhatsApp u. ä.) oder in Software auf dem Desktop-Rechner
  • Selbst beim Wechsel von einer https- auf eine http-Seite wird in der Regel in Analytics „Direct“ als Quelle sichtbar
  • und noch viele Möglichkeiten mehr, wo technische Hürden im Weg stehen und verhindern zu erkennen, woher der Traffic eigentlich kommt.

Hier entstehen also auf Online-Marketing-Seite viele Fragezeichen. Insbesondere, weil E-Mail-Marketing derzeit wieder boomt und oftmals für eine Menge Besuche und Zielerreichungen auf der eigenen Seite verantwortlich ist.

Mithilfe von Kampagnen-Parametern lassen sich viele dieser Fragezeichen-Kandidaten letztlich doch messen. Und damit erhält man für Kampagnen aus solchen Quellen auch genau zugeordnete Conversion Rates und Co.

Verteilung des Online-Marketing-Budgets

Wenn schließlich die Traffic-Quellen besser auseinandergehalten werden können und bewusst wird, was sie leisten, ist man in der Lage zu entscheiden, in welche Kanäle mehr oder weniger Geld investiert werden kann (siehe Abbildung 2). Denn niemand investiert gerne in etwas, das er nicht greifen kann. Wer also nicht weiß, wie viel Outcome etwas hat, wird mindestens zögern, dort Geld zu investieren. Und wenn investiert wird, dann nicht so viel, als wenn bekannt wäre, ob es sich lohnt.

Kurzum: Wenn klar ist, was Kampagnen bringen, beeinflusst das den Marketing-Mix mitunter ordentlich. Oder anders herum: Wenn es unbekannt ist, werden höchstwahrscheinlich Entscheidungen auf Basis von schwachen Daten getroffen – und vielleicht wird sogar in die falschen Kanäle investiert. Beides wenig wünschenswert.

So geht das: Tagging von URLs mittels utm-Parametern

Wie funktioniert das Tagging von Kampagnen jetzt? Im Grunde genommen ist das einfach:

Beim Kampagnen-Tracking werden beeinflussbare Links zur eigenen Internetseite mit zusätzlichen Informationen angereichert, die auf die Traffic-Quelle und die Kampagne schließen lassen.

So einfach? Ja. In Google Analytics selbst muss dafür nichts weiter eingerichtet werden.

Es gibt drei Parameter, die an die Ziel-URL angehängt werden müssen, und zwei, die optional sind. Im Folgenden ist ein fertiger Link inklusive Kampagnen-Parameter zu sehen:

http://www.beispiel-url.de/fruehjahr-sommer-2017/?utm_source=facebook.com&utm_medium=social&utm_campaign=fs2017cat&utm_content=textlink&utm_term=meinkeyword

Auseinandergenommen definiert sich der Link so:

  • „http://www.beispiel-url.de/fruehjahr-sommer-2017/“
    ist die Basis-URL, die verlinkt werden soll und zu einer Kampagnen-Landingpage führt
  • das folgende „?“ leitet die utm-Parameter-Kette ein, nach dem ersten Parameter werden nachfolgende Parameter mit „&“ verbunden.
    Bitte beachten: Wenn bereits Parameter in der Landingpage-URL vorhanden sein sollten, sollten die ALLE utm-Parameter mit „&“ angehängt werden.
  • (Pflichtparameter) „utm_source=facebook.com“
    utm_source zeigt die Quelle auf, von der der Traffic kommt, hier „facebook.com“. Wenn es Traffic von einer Internetseite ist, bietet sich hier oftmals an, die Domain inkl. Top-Level-Domain (also facebook.com, irgendwas.de, .com, .net und andere) zu übergeben (siehe Abbildung 3). Letztlich bleibt allerdings jedem selbst überlassen, wie die Quelle bezeichnet wird.
  • (Pflichtparameter) „utm_medium=social“
    utm_medium übergibt die Art des Traffics, das könnte etwa sein „email“ oder „cpc“, wie im Beispiel „social“ oder andere. Auch hier ist es evtl. ratsam, sofern sinnvoll, die bereits in Google Analytics systemseitig vorhandenen Medien-Bezeichner „organic“ (für unbezahlten Traffic aus Suchmaschinen), „cpc“ (bezahlten Traffic aus Suchmaschinen, Social Networks oder anderen), „social“ (für „normalen“ Traffic aus sozialen Quellen) und „referral“ (für Traffic, der über andere Links entstanden ist) zu nutzen und ggf. zu ergänzen.
  • (Pflichtparameter) „utm_campaign=meinekampagne“ oder „utm_campaign=fs2017.cat.d“
    utm_campaign beinhaltet den Namen oder die Abkürzung der Kampagne. Hier dürfen durchaus Zusatzinformationen untergebracht werden (bis zu einer maximalen Länge von 100 Zeichen). In diesem Beispiel könnte die Kampagne etwa lauten „Frühjahr/Sommer 2017 (‚fs2017‘), Katalog-Promotion (‚cat‘), Deutschland (‚d‘)“ und beinhaltet damit u. a. die beworbene Region (D). Die Parameter wurden hier mit einem Punkt voneinander getrennt. Der Punkt ist ein mögliches Zeichen zur Trennung, aber keine Pflicht. Aber auch andere, wie etwa das „Pipe“-Zeichen („|“), können genutzt werden. Welche nicht genutzt werden dürfen, ist weiter unten zu lesen.
  • (optionaler Parameter) „utm_content=textlink“
    Mit utm_content kann der Link oder die Art des Kontextes, in dem er sich befindet, näher beschrieben werden oder aber auch etwas, das konkret beworben wird, etwa das Produkt. Beispiele etwa „teaser“, „bildlink“, „footer“, „produktXY“ usw.
  • (optionaler Parameter) „utm_term=meinkeyword“
    AdWords übergibt hiermit den Suchbegriff. Doch er lässt sich beim „freien“ Kampagnen-Tagging auch anderweitig nutzen, z. B. um Zielgruppen, Anzeigengruppen-Namen (etwa bei Links in Facebook Ads) oder das Datum zu erfassen, an dem die E-Mail/der Newsletter versendet wurde, in der/dem der Link zu finden ist. Auch hier gilt: Freie Wahl.

Die Reihenfolge der Parameter in der URL spielt im Übrigen keine Rolle. Insbesondere die letzten beiden im Beispiel oben (utm_term und utm_content) können sogar weggelassen werden.

Tipp: Nutzung von URL-Shortenern und QR-Codes

Wem ein URL-Monster wie dieses
http://www.beispiel-url.de/fruehjahr-sommer-2017/?utm_source=facebook.com&utm_medium=social&utm_campaign=fs2017cat&utm_content=textlink&utm_term=meinkeyword
zu lang ist, der sei darauf hingewiesen, dass die Nutzung von URL-Kürzern eine gute Idee sein kann.

Das hat nicht nur den Vorteil, dass die utm-Parameter vor den Nutzern „versteckt“ werden können und damit die „Angst“ vor „Überwachung“ verringert wird, sondern überdies können bei vielen Shortenern auch „schöne“, kurze und einprägsame Bezeichnungen gewählt werden.

Regeln für utm-Parameter

  1. Mindestens utm_source, utm_medium und utm_campaign nutzen. Wenn einer dieser drei Parameter weggelassen wird, kann das in den Analytics-Berichten zu einem Eintrag „(not set)“ anstelle von Quelle, Medium oder Kampagne führen und somit Schwierigkeiten für die Auswertung mit sich bringen.
  2. Es gibt Maximallängen für die einzelnen utm-Parameter.
    1. utm_source <= 100 Zeichen
    2. utm_medium <= 50 Zeichen
    3. utm_campaign <= 100 Zeichen
    4. utm_content <= 500 Zeichen
    5. utm_term <= 500 Zeichen
  3. Nur beschränkte Sonderzeichen
    Leerzeichen oder Anführungszeichen sind z. B. in URLs nicht erlaubt und auch viele andere müssen zunächst so encodiert werden, dass es keine Probleme gibt. So wird aus einem Leerzeichen z. B. ein „%20“ und aus Anführungszeichen „%22“ usw. Am besten ist aber der Verzicht auf Sonderzeichen.
    Und ja, ein Bindestrich ist ein Zeichen. Es gibt also einen Unterschied zwischen „email“ und „e-mail“.
  4. Groß- und Kleinschreibung werden unterschieden
    Es macht einen Unterschied, ob deine Kampagne „FS2017“ oder „fs2017“ heißt. In Analytics sind das später zwei verschiedene Kampagnen.
  5. Keine utm-Parameter für interne Verlinkung nutzen.
    Wer die interne Verlinkung, bspw. eines Banners, mithilfe von Kampagnen-Tagging mit utm-Parametern durchführt, verliert die ursprüngliche Quelle eines Besuchs. Denn durch die utm-Parameter wird eine neue Sitzung ausgelöst, die der/dem dann in den Parametern genannten Quelle/Medium zugeordnet wird. Wenn also jemand z. B. per organischer Google-Suche auf der Startseite gelandet ist und dort auf ein Banner mit einem utm-Parameter-Link klickt, wird eine neue Sitzung mit der Quelle der Parameter gestartet. Die Zuordnung zur ursprünglichen Quelle „google.com/organic“ geht so verloren. So werden gleichermaßen Sitzungszahlen und Quellenangaben verfälscht.
  6. Keine PII senden
    Ganz unabhängig von Datenschutz-Verordnungen: Persönlich identifizierbare Informationen (PII), wie etwa Klarnamen, Kreditkartennummern, Adressen, Telefonnummer und weitere dürfen laut den Nutzungsbedingungen von Google nicht an Analytics gesendet werden. Sollte also z. B. bei utm-Parametern, die in E-Mails angehängt werden, die E-Mail-Adresse des Adressaten eingebunden werden, verstößt man gegen diese Richtlinie und Datenlöschung droht.

Kampagnen-Tagging-Vorlage zur Verwendung

Zwar gibt es von Google ein Tool, um Kampagnen-URLs schnell zu bauen (https://ga-dev-tools.appspot.com/campaign-url-builder/), doch hat es den Nachteil, dass es nichts speichert und keine Vorlagen bietet.

Um jedem Tagger das Leben einfacher zu machen und zumindest einige der Regeln automatisch zu berücksichtigen, wurde eine Google-Tabelle erstellt, die das Leben wesentlich leichter machen wird. In dieser Tabelle muss man nicht viel mehr tun, als die Ziel-URL einzugeben, die grundlegenden utm-Parameter in einzelnen Reitern vorzudefinieren (z. B. welche Arten „Medium“ grundsätzlich genutzt werden) und fortan wird alles wesentlich leichter (siehe Abbildung 4).

Als Ideengeber diente dabei eine Tabelle von Matthias Cada (heute Exactag) und Pascal Fantou, die teilweise nachgebildet, teilweise vereinfacht und teilweise erweitert wurde.

Wer Interesse an dieser Tabelle hat, kann sie hier bekommen: https://go.metrika.de/utmsuchradar

utm-Parameter mit Leben füllen

Es stellt sich die nächste Frage: Was soll in die Tabelle eingetragen werden? Wie sollen Quellen, Medien und Kampagnen betitelt werden?

Zuerst: Alles auf den Tisch

Bevor man sich Gedanken über Namenskonventionen machst, muss erst einmal das vorhandene Wissen auf den Tisch gelegt werden.

Also: Welche Quellen werden aktuell bespielt, welche Medien genutzt, welche Werbemittel gibt es überhaupt, lassen sich vorhandene Links mit Kampagnen-Parametern bespielen, wie sehen die Zielgruppen aus, wie die Zielausrichtungen der Kampagnen? Dazu sollte eine Tabelle erstellt werden, mithilfe deren man im Anschluss vielleicht schon einiges strategisch und taktisch ableiten kann (siehe Abbildung 5).

Klar benennen

Für die spätere Auswertung ist es absolut hilfreich, wenn Bezeichner gewählt werden (vor allem bei utm_campaign und utm_source), die glasklar erkennen lassen, um welche Kampagne es geht und woher der Traffic kommt. Abkürzungen, falls nötig, sollten daher so gewählt werden, dass sie unmittelbar verstanden werden – und nicht erst in einer Tabelle nachgeschlagen werden müssen.

Direkt oder verschachtelt

Insbesondere beim Parameter utm_campaign ist der Kreativität in puncto Bezeichnung quasi keine Grenze gesetzt. Wie weiter oben schon aufgeführt, kann z. B. nicht nur ein einfacher Bezeichner gewählt werden (etwa „fs2017“), sondern der Parameter durchaus mit mehreren Informationen verschiedener Ebenen angereichert und verschachtelt werden.

So ist man etwa in der Lage, nicht nur den eigentlichen Kampagnennamen unterzubringen, sondern zeitgleich Informationen zur Zielregion (z. B. „DACH“, „NL“ oder „Munich“), zur Ausrichtung der Kampagne (z. B. „Brand“, „Performance“, „Awareness“ usw.), Targeting-Infos oder andere wichtige und strategische Hinweise.

Ein Beispiel für solch einen verschachtelten utm_campaign-Parameter: …?utm_campaign=fs2017.benelux.awareness.

Konsistenz

Zuletzt: Wichtig ist, dass das, was eingetragen wird, konsistent ist und bleibt.

Wer also bei einem Link schreibt: „…utm_medium=e-mail“ und ein anderes Mal „…utm_medium=E-Mail“ bringt zunächst mal einen Unterschied auf (Groß-/Kleinschreibung wird berücksichtigt).

Manche dieser „Fehler“ lassen sich in Google Analytics ausbügeln (siehe weiter unten), manche leider nicht. Es ist also wichtig, darauf zu achten, dass bei Kampagnen-Links nicht nur konsequent „getaggt“ wird, sondern das Tagging auch in der Schreibweise durchgängig gewährleistet ist. Und das möglichst unternehmensweit.

Daher ist angeraten, das Thema nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Mit zunehmender Dauer und Nutzung der utm-Parameter wird es ein Gestrüpp aus Parameter-Werten geben – und darunter leidet die Konsistenz erfahrungsgemäß sehr. Statt also am Ende des Tages mehr Erkenntnisse für die Kampagnen zu haben, werden es eher weniger oder, noch schlimmer, irreführende.

Außerdem sollte das Tagging so gut wie immer genutzt werden, also bei allem, was sich in irgendeiner Form dafür anbietet. Dafür braucht es natürlich innerbetriebliche Aufklärung. Ansonsten verpufft die Initiative in kürzester Zeit.

Wo die Kampagnen-Daten in Google Analytics zu finden sind

Wo sind denn nun die Kampagnen-Daten in Google Analytics zu finden? Wo kann die Performance ausgewertet und wo können Schlüsse für die Zukunft gezogen werden?

Primär ist der Bereich „Kampagnen“ im Reiter „Akquisition“ als Menüpunkt die richtige Anlaufstelle (siehe Abbildung 6). Dort gibt es die Aufschlüsselung nach Kampagnen.

Dort können in erster Linie verschiedene Metriken gesehen werden, nach denen Kampagnen bewertet werden können, z. B. Anzahl Besuche/Nutzer, Absprungraten, Transaktionen, Umsätze usw. Also alles, was eine Erstanalyse ermöglichen sollte (siehe Abbildung 7).

Ferner wirkt sich die Nutzung der utm-Parameter natürlich nicht nur in diesem Kampagnen-Bericht aus, sondern z. B. auch im „Channels“-Bericht oder auch im Bericht „Quelle/Medium“, in denen durch das Kampagnen-Tagging in der Regel auch weniger „Direct“- bzw. „direct/(none)“-Traffic als zuvor zu sehen sein sollte. Allerdings natürlich erst, nachdem das Anhängen der Parameter gestartet wurde. Für die Vergangenheit lässt sich da nichts mehr überschreiben.

Ein Grund mehr, sich frühzeitig mit den utm-Parametern zu beschäftigen.

Der Channels-Bericht zeigt allerdings nicht die Kampagne als primäre Dimension (erste Spalte), sondern den Kanal des Traffics nach der Zuordnung, die Analytics vornimmt. Der Report „Quelle/Medium“ hingegen spiegelt tatsächlich 1:1 die genutzten Parameter utm_source und utm_medium wider – und natürlich auch die „normalen“ Referrer.

Ferner sind natürlich alle weiteren Berichte relevant, in denen nach Kampagnendaten oder Quelle/Medium sortiert wird oder werden kann. Zum Beispiel die Reports des Multichannel-Funnels im Bereich „Conversions“. Insbesondere, wenn es also um die Attribution und damit Wertzuweisung von Conversions zu Quellen oder Kampagnen geht, ist hier die richtige Anlaufstelle.

Auswertungsmöglichkeiten der Kampagnen

In den Berichten von Google Analytics lässt sich oftmals vorzüglich analysieren, indem die Primärdimension (im „Kampagnen“-Bericht also die erste Spalte „Kampagne“) weiter segmentiert wird.

Dazu bieten sich immer wieder folgende Möglichkeiten an:

Sekundäre Dimension ergänzen

Neben der Primärdimension lässt sich über den Schalter oberhalb der Tabelle eine Aufgliederungsdimension ergänzen, die sekundäre Dimension. Hierüber lassen sich z. B. direkt die Kampagnen nach Quelle/Medium untergliedern und man kann somit direkt auswerten, welche Kampagne über welchen Kanal wie performt hat. Natürlich lassen sich neben Quelle/Medium auch viele weitere Dimensionen als sekundäre Dimension wählen, z. B. die Gerätekategorie des Besuchers oder die Zielseite.

Segmente/benutzerdefinierte Segmente

Neben den sekundären Dimensionen lässt sich mithilfe von systemseitig bereits vorhandenen Segmenten (z. B. Gerätekategorien, Traffic-Quelle) oder auch mit eigenständig erstellten, sogenannten „benutzerdefinierten Segmenten“ ordentlich Tiefenanalyse betreiben. Vor allem bei Nutzung mehrerer Segmente gleichzeitig kann aus jeder Tabellenzeile eine Gegenüberstellung verschiedener Bewertungs-Kriterien werden.

Wer Sitzungen einer Kampagne auswerten möchte – und das nicht nur im Bericht „Kampagnen“ –, der kann sich bspw. ein Segment zu dem Kampagnennamen erstellen und wahlweise auch Quelle und/oder Medium ergänzen. Im Beispiel (siehe Abbildung 8) wurde der Kampagnenname mit der Quelle Facebook gemeinsam abgefragt.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 72 von Juni 2018 mit dem Titelthema „Social-Media-Marketing: Spannende Werbemöglichkeiten mit WhatsApp, Instagram & Co.“.

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