Google AdWords: Drei interessante neue Features im neuen AdWords-Interface

Beitrag aus Ausgabe 72 / Juni 2018
SEA
André Preukszat

Seit 2002 sammelt André Preukszat Erfahrungen im Online-Marketing. In dieser Zeit war er bereits in vielen Online-Kanälen tätig (Affiliate Marketing, Newsletter, SEA, SEO, Display-Marketing, Social-Media-Marketing, Website-Analyse). Seine Spezialgebiete sind SEA, SEO und Website Analyse.

Automatische Auswertungen/Empfehlungen sparen Zeit. Und dies ist großartig, denn so können Werbetreibende ihren Fokus verlagern. Lag der Fokus bisher auf der Datenbeschaffung und Auswertung, kann die frei gewordene Zeit nun für die Interpretation der Daten und die darauf basierenden Entscheidungen genutzt werden. Welche Werkzeuge Google AdWords hierfür seit Kurzem zur Verfügung stellt, wird in diesem Artikel erläutert.

1.Neue AdWords-Empfehlungen zur Optimierung der Kampagnenleistungen

Google AdWords bietet Unternehmen im neuen Interface zahlreiche Empfehlungen zur Account-Optimierung (siehe Abbildung 1) an. Somit stehen Werbetreibenden deutlich mehr und genauere Optimierungsvorschläge zur Verfügung. Und das Beste: Google hat die Darstellung sehr übersichtlich und somit leicht nachvollziehbar gestaltet.

Die Empfehlungen basieren auf dem Leistungsverlauf des AdWords-Kontos und den aktuellen Kampagneneinstellungen. Google nutzt somit die Historie des Accounts und reichert diese Daten mit weiteren an. Diese zusätzlichen Daten weisen dann z. B. auf bessere Bidding-Strategien hin, zeigen aber auch erweiterte Zielgruppen sowie mögliche Anzeigentexte auf.

Durch die übersichtliche Darstellung der Kosten, Zugriffszahlen sowie der Auswirkungen der Entscheidungen bietet die neue AdWords-Funktion eine tolle Grundlage, wie die Effizienz der Kampagnen gesteigert werden kann.

Im Folgenden werden einige Möglichkeiten genauer vorgestellt.

Zielgruppen hinzufügen:

Wenn bereits Zielgruppen im Account vorhanden sind, werden hier Vorschläge gemacht, welche Zielgruppen in welcher Kampagne im Suchnetzwerk oder in einer Shopping-Kampagne hinzugefügt werden können (siehe Abbildung 2). Durch den Einsatz der Funktion „Zielgruppen hinzufügen“ variieren somit die Produktanzeigen/
beworbenen Anzeigentexte bei Zielgruppen, die vorab bereits bekannt waren. Aus den Daten können Werbetreibende dann im nächsten Schritt lernen, welche Zielgruppe zu welcher Anzeige am besten passt, und die Argumente z. B. in der gesamten Marketing-Kommunikation zum Einsatz bringen.

Mit dem Ziel-CPA Gebote optimieren:

CPA steht für „Cost-per-Acquisition“, also die Kosten, welche bei der Akquise einer einzelnen Bestellung anfallen. Werden die Gebote mit der Option „Ziel-CPA“ (siehe Abbildung 3) optimiert, dann erfolgt die Berechnung der Gebote automatisch. Google AdWords arbeitet dann möglichst nach dem Maximumprinzip, das heißt, dass mit dem vorgegebenen Zielwert so viele Conversions (im Normalfall meint dies Verkäufe) wie möglich erzielt werden.

Ein Beispiel:
Ein Werbetreibender hinterlegt einen Ziel-CPA in Höhe von 10 Euro im Account. Google steuert dann automatisiert die Kampagnen aus, um die Kunden für eine Bestellung in dem Shop zu begeistern. Auf die einzelnen Keyword-Gebote hat der Werbetreibende in diesem Fall keinen Einfluss. Google steuert die Kampagnen so aus, dass der Zielwert von 10 € Kosten pro Bestellung nach Möglichkeit eingehalten wird.

Tipp:

Bei der Verwendung der automatischen Gebotsstrategie sollte beachtet werden, dass Gebotsanpassungen entfernt werden. Der Ziel-CPA hat Vorrang vor der direkten Gebotsanpassung. Zudem muss das Conversion-Tracking implementiert werden, um die automatische Gebotsstrategie nutzen zu können.

Neue, relevantere Anzeigen erstellen:
Diese Empfehlung wird im Account angezeigt, wenn häufig verwendete Keywords nicht in den Anzeigentexten enthalten sind (siehe Abbildung 4). Durch die Verwendung von Keywords im Text erhöht sich die Relevanz der Anzeige und der Suchende findet direkt seine verwendeten Begriffe im Anzeigentext wieder. Dies erhöht die Chancen, den Klick des Users zu bekommen und ihn auf die eigene Seite zu holen. Diese Keywords sollten direkt im Titel eingebaut werden – somit erkennt der User, dass sich die Anzeige auf die Suchanfrage bezieht.

Tipp:
Werbetreibende können hier mit Anzeigentests arbeiten. Die aktuell verwendeten Anzeigentexte bleiben bestehen und zusätzlich werden neue Anzeigentexte hinzugefügt, die die entsprechenden Keywords enthalten.

Linktipp:
https://www.bloofusion.de/folien-download-anzeigentests-was-alle-falsch-machen-und-wie-es-richtig-geht-martin-roettgerding-smx

Redundante Keywords entfernen:

Redundante Keywords sind Begriffe, die eine nahe Variante von leistungsstärkeren Begriffen sind (siehe Abbildung 5).

Doch was bedeutet dies konkret? In dem Account sind bereits leistungsstarke Begriffe eingesetzt. Dies ist toll. Doch es gibt auch ähnliche Begriffe, welche sehr unterschiedlich oder deutlich schlechter in den einzelnen Anzeigengruppen performen. Eben diese redundanten Keywords können aus dem Konto entfernt werden, ohne dass die Leistung der Kampagnen beeinträchtigt wird. Die passenden Anzeigen werden weiterhin von Google ausgeliefert.

Tipp:

Bei der Verwendung von Keyword-Platzhaltern wird diese Anzeigengruppen-Empfehlung nicht berücksichtigt bzw. angezeigt.

Kundenlisten hochladen:
Nutzer, die bereits mit der werbetreibenden Firma interagiert haben, können über eine sogenannte „Kundenliste“ im AdWords-Konto hochgeladen werden (siehe Abbildung 6). Konkret reichert man den eigenen AdWords-Account somit mit Daten aus weiteren Systemen an. Werden jetzt Anzeigen mit der Ausrichtung auf diese Zielgruppe (Stichwort „Remarketing“) erstellt und aktiviert, so können wirkungsvollere, personalisierte Anzeigen geschaltet und dadurch der ROI (Return-On-Investment) gesteigert werden.

Tipp:

Da das Thema Remarketing immer aus Sicht des Datenschutz-Verantwortlichen beleuchtet werden muss, sollte man sich im Vorfeld darüber informieren, welche Daten Google zur Verfügung gestellt werden dürfen und ob die aktuelle Datenschutzerklärung ergänzt werden muss.

Link-Tipp 1:

Informationen, die in der Datenschutzerklärung für das Remarketing enthalten sein müssen, sind in der Google-Hilfe zusammengestellt: https://support.google.com/adwords/answer/2549063

Link-Tipp 2:
Eine genauere Übersicht der möglichen Google-Empfehlungen sind auf der Google-Support-Seite zu finden: https://support.google.com/adwords/answer/3416396

2.„Vermerke“ in AdWords hinterlegen

Demnächst will Google eine weitere Funktion im Interface von AdWords anbieten. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, „Vermerke“ bzw. „Notizen“ zu hinterlegen (siehe Abbildung 7). Viele Anwender kennen diese Funktion bereits aus Google Analytics.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 72 von Juni 2018 mit dem Titelthema „Social-Media-Marketing: Spannende Werbemöglichkeiten mit WhatsApp, Instagram & Co.“.

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