SEO How-To (Teil 1): Warum rankt eine bestimmte Seite nicht?

Beitrag aus Ausgabe 71 / April 2018
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Warum bin ich mit dieser einen Seite nicht auf Platz 1? Oder überhaupt in den Top 10? Das kann viele Gründe haben. Eine Checkliste kann helfen, die wichtigsten Ursachen schnell abzuprüfen.

Manchmal stellt sich in der Praxis die Frage, warum eine bestimmte Seite für einen bestimmten Suchbegriff nicht gut in Google gefunden wird. Perfekt wird man diese Frage niemals beantworten können, denn Google kennt mehr als 200 Ranking-Faktoren, in deren konkrete Gewichtung es keinen Einblick gibt. Über die folgenden Diagnoseschritte kann man aber oft eine Antwort und auch eine Therapie finden.

Neue Serie: SEO How-To

In dieser Serie erscheinen ab sofort praxisorientierte Artikel zu bekannten Fragen. Wie löst man ein bestimmtes Problem? Mit welchen Tools kommt man an welchen Stellen vorwärts?

Index

Zunächst sollte geprüft werden, ob sich die Seite korrekt im Google-Index befindet. Dazu sollte zunächst die Suchanfrage „info:URL“ (ohne Leerzeichen vor und hinter dem Doppelpunkt) an Google gestellt werden.

Wenn sich die Seite nicht im Index befindet, erhält man ein leeres Suchergebnis – ein klares Indiz dafür, dass es hier ein grundlegendes Problem gibt. Das kann darin liegen, dass die Seite per Robots-Meta-Tag „noindex“ für Suchmaschinen gesperrt ist. Hierzu schaut man einfach in den HTML-Code und sucht nach „robots“ oder „noindex“.

Es kann auch sein, dass die Seite per robots.txt für das Crawling gesperrt ist. In manchen Fällen legt Google dann zwar trotzdem einen Leereintrag im Index an (siehe Abbildung 1), aber in der Regel passiert das nicht. Wer prüfen will, ob eine bestimmte Seite für den Googlebot gesperrt ist, kann in der Google Search Console auf die Funktion „robots.txt Tester“ zurückgreifen.

Wenn die „info:URL“-Anfrage ein Ergebnis zurückliefert, muss man aber noch etwas genauer hinschauen. Es könnte nämlich sein, dass im Suchergebnis eine andere URL erscheint als die, die man eigentlich angefragt hat. Wenn das passiert, liegt das in der Regel am Canonical Tag in der Seite, welches auf die andere URL zeigt.

Falls man aber genau die angefragte URL zurückbekommt, lohnt sich noch ein Blick in den Cache (siehe Abbildung 2), um zu prüfen, ob Google wirklich den aktuellen Stand der Seite kennt. In einigen Fällen kann sich das Crawling verzögern. Es kann in ganz seltenen Fällen aber aufgrund technischer Probleme auch vorkommen, dass Google vielleicht eine fehlerhafte Version der Seite erhalten hat. Wie gesagt: Das passiert extrem selten, kann aber durch den Blick in den Cache ausgeschlossen werden.

Google Search Console

Die weiteren Diagnoseschritte können in der Google Search Console vollzogen werden. Zunächst kann dort im Report „Manuelle Maßnahmen“ geprüft werden, ob eine Abstrafung durch Google vorliegt. Auch das ist extrem selten und sollte auch per E-Mail an den Website-Betreiber gemeldet werden, aber nur zur Sicherheit kann man dort ja mal nachschauen – vor allem natürlich, wenn man sich einer gewissen Schuld bewusst ist.

Ebenfalls sollte man die Funktion „Abruf wie durch Googlebot“ nutzen, um die Seite abholen und rendern zu lassen. Rendern bedeutet hier, dass nicht nur die HTML-Seite heruntergeladen wird; Google versucht vielmehr, die Seite komplett darzustellen, indem alle Ressourcen (JavaScript, Bilder, Fonts …) heruntergeladen werden. Hier sollte geprüft werden, ob die Seite korrekt dargestellt wird und ob Google Ressourcen moniert, auf die nicht zugegriffen werden kann.

Danach sollte man in die Suchanalyse wechseln, da man dort prüfen kann, ob die Seite wirklich keinen organischen Traffic erhält. Dazu schränkt man die Seiten auf die exakte Schreibweise der URL ein (siehe Abbildung 3) und sieht dann schnell, ob die Seite wirklich nicht gefunden wird. Häufig sieht man hier schon, dass die Seite durchaus gute Rankings generiert – wenn auch nicht immer unbedingt für den gewünschten Suchbegriff. Das kann aber nochmals bestätigen, dass Google die Seite perfekt anzeigt und auch nicht grundsätzlich ablehnt.

In Google suchen

Weitere Diagnoseschritte bieten sich dann wieder in der Google-Suche an. Wer die Suchanfrage „Suchbegriff site:Domain.de“ stellt, schränkt die Suche für „Suchbegriff“ auf die eigene Domain ein. Die gewünschte Seite sollte hier klar an erster Stelle stehen. Falls das nicht so ist, ist das ein klares Anzeichen für interne Konkurrenz: Mehrere Seiten kommen für die Suche infrage, sodass Google eine Seite auswählen muss. In der Regel probiert Google die verschiedenen Seiten durch und entscheidet sich irgendwann für eine der Seiten. Wer ein solches Problem hat, sollte darüber nachdenken, die Seiten evtl. zusammenzulegen oder durch Canonical Tags die Varianten zusammenzuziehen.

Auch kann man aus dem Text der Seite mal einen Satz herauskopieren und – mit Anführungsstrichen umschlossen – in Google als Phrase suchen lassen. Es sollte genau eine Seite erscheinen – und zwar die gewünschte URL. Es kann aber auch passieren, dass man dann entdeckt, dass es diesen Text auch auf anderen Seiten gibt. Das kann auf der eigenen Domain, aber auch auf fremden Domains passieren. In beiden Fällen ist das nicht sonderlich gut, da es sich um Duplicate Content handelt. Der ist zwar nicht an sich schädlich, aber Google wird Dubletten in den Suchergebnissen oft entfernen, sodass eben nur eine der Dubletten faktisch angezeigt wird.

Wenn ein solches Problem vorliegt, sollte also nach einer Lösung gesucht werden. Canonical Tags können auch hier helfen, das Dubletten-Problem zu reparieren. Evtl. hat aber auch jemand mit bösen Absichten Teile meiner Website kopiert. Da hilft dann in der Regel der Weg zum Anwalt oder die Kontaktaufnahme mit Google, um unrechtmäßige Kopien zu entfernen.

Interne Verlinkung

Wenn eine Seite schlechte Rankings generiert, kann das auch an der schlechten internen Verlinkung liegen. Diese ist relativ schwer zu prüfen, weil es keine einfache Metrik dafür gab. Kostenpflichtige Tools können hier weiterhelfen. Wer z. B. den Screaming Frog SEO Spider nutzt, kann über „Level“ erfahren, wie viele Klicks die Seite von der Startseite entfernt ist („Klicktiefe“). Außerdem sieht man dort auch, wie viele eingehende Links eine bestimmte Seite hat (siehe Abbildung 4).

Wenn die Klicktiefe zu hoch ist, sollte man entsprechende Gegenmaßnahmen treffen und z. B. die Seite über die Startseite verlinken lassen.

Externe Verlinkung

Es kann natürlich auch sein, dass die eigene Seite schlecht oder gar nicht extern verlinkt ist, während die anderen Wettbewerbs-Seiten gute Backlinks haben. In der Regel ist das eher kein Problem, aber prüfen sollte man es trotzdem. Faktisch eignen sich dafür nur kostenpflichtige Linkdatenbanken wie Majestic oder Ahrefs, um die Wettbewerber und die eigene Seite zu analysieren.

Die Lösung für ein eventuelles Problem ist dann so klar wie schwierig: Es müssen externe Links aufgebaut werden, was aufwendig ist und vor allem nicht schnell umgesetzt werden kann.

Es geht natürlich nicht nur um die externen Links, die direkt auf die jeweilige Seite zeigen. Vor allem die gesamte Verlinkung der Wettbewerber-Domains ist einen Blick wert. Auch hier können Datenbanken wie Majestic helfen, indem sie die eigene Website mit dem Bewerber-Umfeld vergleichen (siehe Abbildung 5). Dabei muss man allerdings sehr vorsichtig sein, da diese Tools auf eine andere Datenbasis als Google zugreifen.

Der Inhalt der Seite

Während viele der vorgenannten Diagnoseschritte eher technischer Natur sind, darf das Wichtigste natürlich nicht vergessen werden: der Content der Seite selbst. Hier beginnt die Diagnose am besten bei den Wettbewerbern: Wie sehen die Seiten aus, die gute Rankings erreichen?

Sehr häufig findet man dann im Vergleich auch schon mögliche Gründe für das schlechte Ranking:

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 71 von April 2018 mit dem Titelthema „Conversion-Rate-Optimierung: Tipps und Strategien für umsatzstarke Websites“.

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