SEA FAQ (Teil 2): Struktur eines Kontos – eine Anzeigengruppe für alle Keywords oder lieber einzeln gliedern?

Beitrag aus Ausgabe 71 / April 2018
SEA
Martin Röttgerding

ist Head of SEA bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Der Hauptzweck einer Anzeigengruppe ist die Gruppierung von Keywords mit passenden Anzeigen. Wer das nicht weiß, wird leider schnell dazu verleitet, einfach alle naheliegenden Keywords einzutippen und die Sache abzuschließen. Das Ergebnis ist dann oft eine suboptimale Mischung aus ganz verschiedenen Keywords in einer Gruppe.

Ebenfalls erschienen:

SEA FAQ (Teil 1): Wie startet man mit AdWords?
suchradar 70 (Februar 2018)

Das Problem bei dieser Vorgehensweise liegt in der Abstimmung von Keywords und Anzeigen. Sagen wir mal, es gibt in der Anzeigengruppe die Keywords „laufschuhe“, „laufhosen“ und „laufsocken“ (siehe Abbildung 1). Dazu eine passende Anzeige zu erstellen, ist kaum möglich: Entweder man flüchtet sich ins Allgemeine („Lauf-Onlineshop“) oder man versucht, alles aufzuführen – eine Anzeige, die optimal auf ein Keyword zugeschnitten ist, kommt dabei aber nicht heraus.

Verschiedene Anzeigen zu hinterlegen (z. B. eine für Laufschuhe, eine für Laufhosen usw.) hilft dabei auch nicht weiter, denn jedes Keyword kann innerhalb der Gruppe jede Anzeige auslösen.

Eine auf das Keyword abgestimmte Anzeige ist für erfolgreiche AdWords-Werbung allerdings unabdingbar, denn die Anzeigenqualität wird bei der Vergabe der Anzeigenplätze berücksichtigt. Weil der sogenannte Qualitätsfaktor dabei gleichwertig mit dem Gebot ist, bedeutet eine wenig relevante Anzeige einen Kosten- bzw. Wettbewerbsnachteil.

Eine Anzeigengruppe für alle Keywords ist also keine gute Idee. Stattdessen sollte man darauf achten, dass Keywords und Anzeigen innerhalb einer Gruppe gut aufeinander abgestimmt sind. So könnte man beispielsweise verschiedene Keywords, die sich eng um den Begriff „laufschuhe“ drehen (z. B. „laufschuhe“, „laufschuhe kaufen“, „laufschuhe günstig“), mit allgemeinen Anzeigen für Laufschuhe gruppieren. Sobald ein Keyword aber nicht mehr zu der Anzeige passt, gehört es in eine eigene Gruppe.

Es gibt auch noch das andere Extrem: den Ansatz der „Single Keyword Ad Groups“ (SKAGs). Hier geht es nicht nur um die Abstimmung von Anzeigen und Keywords, sondern um maximale Kontrolle. So gibt es Dinge, die sich nur auf Ebene der Anzeigengruppe kontrollieren lassen. Beispielsweise kann man für eine Anzeigengruppe Gebotsanpassungen festlegen (z. B. für Geräteklassen). Indem man pro Anzeigengruppe nur ein Keyword nutzt, kann man diese Dinge dann praktisch doch wieder keywordgenau festlegen.

Ob es wirklich „SKAGs“ sein müssen, ist in der Branche umstritten. Dass man Anzeigen auf Keywords abstimmen muss, darüber sind sich hingegen alle einig.

Übrigens

Anfang 2014 ist zu dem Thema ein Artikel im suchradar 46 erschienen, der die ganze Strukturdebatte aufgreift und nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. www.suchradar.de/magazin/adwords-optimal-strukturieren 

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #71 erschienen

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