Gesnackt wird immer! Effiziente Content-Präsenz im Netz - Interview mit Franz-Josef Baldus zu Snack-Content

Beitrag aus Ausgabe 69 / Dezember 2017
Online Marketing
Julia Leutloff

ist Head of Social Media und Online-Redakteurin bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofuison Germany.

Wer im Content- und Social-Media-Bereich aktiv ist, der weiß, wie schwierig es ist, die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich zu ziehen. Denn ob ein Inhalt interessiert oder nicht, wird in wenigen Augenblicken entschieden. Auf dieses geänderte Nutzerverhalten sollten Unternehmen reagieren und ansprechende Inhalte bieten, die in kürzester Zeit überzeugen. Snack-Content ist das Zauberwort! Franz-Josef Baldus, der Gründer/Geschäftsführer der koelnkomm kommunikationswerkstatt, der einzigen auf Snack-Content spezialisierten Agentur in der DACH-Region, erklärt im Interview die Vorteile des Snack-Contents. 

Franz-Josef, was genau ist Snack-Content? Wie hat sich der Begriff geprägt?

Snack-Content ist kurzer, aufmerksamkeitsstarker Bewegtbild-Content in Form von Kurzvideos, GIFs, Cinemagraphs u. v. m. Den Begriff habe ich vor zwei Jahren geprägt, da es zu diesem Genre keine einheitliche Begrifflichkeit gab.

Was sind die Vorteile gegenüber anderen Formaten?

Jedes Content-Format hat seinen Sinn und seine Berechtigung. Snack-Content hat den Vorteil, dass er sehr schnell relevante Aufmerksamkeit für ein Thema, eine Botschaft, einen Markenimpuls o. ä. herstellen kann – und das ist heutzutage wichtiger denn jemals zuvor.

Wie war das jetzt eigentlich genau mit dem Goldfisch?

Die Sache mit dem Goldfisch ist die etwas plakative Überschrift, mit der vor etwa zwei Jahren eine Microsoft-Studie veröffentlicht wurde, der zufolge der Mensch mit knapp 8 Sekunden unter der Konzentrationsfähigkeit eines Goldfischs (knapp 9 Sekunden) liegt. Ich finde die Studie zwar etwas kritikwürdig, sie zeigt aber eines mit Sicherheit: Die menschliche Konzentrationsfähigkeit geht zurück.

Wichtiger finde ich die aktuelle Studie von Facebook, nach der Facebook-Nutzer sich durchschnittlich innerhalb von 1,7 Sekunden entscheiden, ob sie sich mit einem Posting befassen oder nicht.

Das bedeutet, dass alle Content- und Social-Media-Investitionen eines Unternehmens ins Leere gehen, wenn es nicht gelingt, in dieser kurzen Zeitspanne relevante Aufmerksamkeit herzustellen. Und genau hier kommt Snack-Content ins Spiel.

Und was ist dein persönlicher Tipp für die ideale Snack-Content-Länge?

Das schnellste Format sind GIFs mit einer Ideallänge von 2 bis 5 Sekunden. Kurze Posting-Videos sollten zwischen 6 und 45 Sekunden lang sein. Erklärvideos, Produkt- oder Interviewvideos würde ich bei 45 bis 90 Sekunden ansiedeln.

Was schmeckt denn eigentlich als Snack? Nur Leichtes? Oder kann man auch in der Kürze der Zeit etwas „Ernstes“ servieren?

Man kann alles als Content-Snack servieren, lustig oder ernst. Hinter allem müssen ein strategisches Ziel sowie ein pädagogisches und kreatives Konzept stehen.

Wir bei koelnkomm unterscheiden zwischen den sogenannten „Highlight-Snacks“ und „Posting-Snacks“, wenn wir Snack-Content-Kampagnen aufbauen.

Highlight-Snacks sind im Allgemeinen die etwas längeren Snacks, also Erklärvideos, Imagevideos, Produktvideos, Interviewvideos, aber auch Infografiken oder animierte Infografiken (GIFografiken). Sie beleuchten meist mehrere Facetten eines Themas, bringen es erklärend auf den Punkt und werden strategisch so im Netz platziert, dass sie dort eine längere Halbwertszeit ausstrahlen.

Posting-Snacks werden dann als sekundenkurze Bewegtbilder genutzt, um die Highlight-Snacks zu kommunizieren und zu verlinken. Auch dies geschieht mit strategischer Planung, dem sogenannten Postingplan.

Wie finde ich heraus, was der Geschmack meines Publikums ist?

Durch Fragen. Oder durch genaues Betrachten und Analysieren des Like-, Comment- oder Share-Verhaltens.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 69 von Dezember 2017 mit dem Titelthema „SEO + SEA: gemeinsam besser“.

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