Corporate Blogs: Sieben SEO-Tipps für Unternehmensblogs

Beitrag aus Ausgabe 68 / Oktober 2017
SEO
Herbert Buchhorn

ist Geschäftsführer von Clicks Online Business (Büros in Berlin, Dresden, Köln und München) und Experte für Suchmaschinenoptimierung (SEO). Seit 2007 ist seine Online-Marketing-Agentur erfolgreich für Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen in ganz Deutschland und international tätig.

Die Etablierung eines Firmenblogs bietet Unternehmen die Gelegenheit, ihre Expertise darzustellen und ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte ein solches Blog für Suchmaschinen optimiert werden.

Ein Unternehmensblog kann verschiedene Bereiche abdecken. Folgende Arten lassen sich unterscheiden:

  • Service-Blog (Zusätzliche Informationen zu Produkten und Dienstleistungen)
  • Themen-Blog (Darstellung von Kompetenzen)
  • Kampagnen-Blog
  • Customer-Relationship-Blog (Markenaufbau, Kundenbeziehungen stärken)

Die grundlegenden Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung sind für diese Arten der Unternehmensblogs jeweils ähnlich.

1. Für die Zielgruppe schreiben

Die Ansprache der passenden Zielgruppe ist die Grundlage für einen erfolgreichen Corporate Blog. Zum einen werden zufriedene Besucher den Blog weiterempfehlen und wieder besuchen, zum anderen werden die Beiträge aufgrund der Relevanz wirklich gelesen und gegebenenfalls auf der Webseite zusätzliche Informationen konsumiert. Aus SEO-Sicht bedeutet dies, dass sich On-Page-Signale wie die Verweildauer auf der Webseite erhöhen und die Absprungrate zurück zu den Suchergebnissen reduziert wird – beides Signale, die sich positiv in den Rankings widerspiegeln können.

Zu den typischen Definitionselementen einer Zielgruppe gehören bspw. demografische Merkmale wie Geschlecht und Alter. Solche und weitere Merkmale allein sind wenig „griffig“. Um die Zielgruppe während des Schreibprozesses besser im Blick zu haben, sollten weitere Schritte unternommen und sog. Buyer Persona erstellt werden.

Buyer Persona beschreiben fiktive Personen, sodass vor dem inneren Auge eine Person förmlich entsteht. Die Person, für die man schreibt, ist damit greifbarer. Buyer Persona bieten damit eine Orientierung und einen Leitfaden beim Schreiben. Die Buyer Persona sollten für jeden internen Blogger zur Verfügung stehen, um ein einheitliches Bild der Blog-Beiträge zu gewährleisten.

Um Texte aufzulockern, empfiehlt es sich, Bilder, Videos und Auflistungen zu verwenden. Einzelne Absätze sollten 50 Wörter nicht überschreiten. Die Schriftgröße sollte nicht zu klein gewählt werden.

2. Keywords definieren

Es ist lohnenswert, sich vor dem Schreiben eines Beitrags einen Überblick über die Keywords zu verschaffen. Hierfür kann im AdWords Keyword-Planer (https://adwords.google.com/intl/de_de/home/tools/keyword-planner/) unter dem Feld „Mithilfe einer Wortgruppe, einer Website oder einer Kategorie nach neuen Keywords suchen“ nach relevanten Keywords gesucht werden.

Für die eingegebenen Keywords wird das monatliche Suchvolumen ermittelt (siehe Abbildung 1). Anhand dessen kann priorisiert werden, welche Keywords in der Hauptüberschrift und in Title & Description erscheinen sollten.

Des Weiteren werden relevante Keyword-Ideen zu den Suchbegriffen angezeigt (siehe Abbildung 2). Hier muss geprüft werden, ob relevante Keywords enthalten sind, die in den Beitrag aufgenommen werden sollten. Oftmals werden verwandte Suchbegriffe angezeigt, die noch mehr Suchvolumen besitzen oder den Beitrag ergänzen können.

Die Keywords sollten jedoch nicht mit aller Macht in den Text integriert werden, da sie den Lesefluss behindern und den Text unleserlich machen können. Letztendlich wird der Beitrag für den Nutzer geschrieben und muss diesen zufriedenstellen.

3. Überschriften im Unternehmensblog richtig verwenden

Überschriften gliedern den Text und geben Lesern Orientierung. Des Weiteren helfen Überschriften den Suchmaschinen, den Inhalt einer Seite besser zu verstehen. Je nach „Wichtigkeit“ der Überschrift gibt es sechs Abstufungen für eine Überschrift (H1–H6).

Im HTML-Code werden die Überschriften durch H-Tags ausgezeichnet. Das „H“ steht für Heading, zu Deutsch: Überschrift. Für die Suchmaschinenoptimierung sind vor allem die H1-, H2- und H3-Überschriften relevant.

Die H1-Überschrift ist die relevanteste Überschrift, gefolgt von H2, H3 u. s. w. Die H6-Überschrift hat somit die geringste Bedeutung. Während die H1 als Hauptüberschrift genutzt wird, gelten H2 bis H6 für Zwischenüberschriften.

Im Regelfall sollte jede Seite nur eine H1-Überschrift besitzen. Die Zwischenüberschriften werden idealerweise als H2 ausgezeichnet. Im Editor von Content-Management-Systemen lassen sich die Überschriften einfach zuweisen, wie bspw. im WordPress-Editor.

Überschriften mit dem Add-On „Web Developer“ überprüfen

Die Vergabe der Überschriften kann mit dem Add-On „Web Developer“ (https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/web-developer/) überprüft werden. Nach der Installation kann die Struktur der Überschriften über „Informationen“ > „Dokumentenkontur anzeigen“ aufgerufen werden. Nach dem Klick auf „Dokumentenkontur anzeigen“ erscheint eine Übersicht der Überschriften (Abbildung 3).

In Abbildung 3 ist die Vergabe der Überschriften korrekt vorgenommen worden. Grundsätzlich können auch H3- bis H6-Überschriften verwendet werden, wenn unter der H2-Überschrift eine weitere „Unterebene“ als Zwischenüberschrift platziert wird. H3- bis H6-Überschriften sind bspw. auf langen Wikipedia-Beiträgen anzutreffen – auf Blog-Beiträgen kommen diese eher selten vor.

Wichtigste Vorgaben für die Dokumentenkontur aus SEO-Sicht

  • Pro Seite nur eine H1-Überschrift
  • Auf eine H1-Überschrift folgt eine H2-Überschrift, wenn eine Zwischenüberschrift benötigt wird
  • Wichtigstes Keyword in die H1-Überschrift aufnehmen
  • Zwischenüberschriften als H2-Überschriften vergeben

3. Duplicate Content im Unternehmensblog vermeiden

Häufig werden in Blog-Systemen Schlagwort-Seiten, auch als Tag-Seiten bezeichnet, automatisch generiert. Diese Schlagwort-Seiten überschneiden sich häufig inhaltlich mit den Kategorie-Seiten und erzeugen damit Duplicate Content. Doppelte Inhalte können einander im Ranking behindern und sollten daher vermieden werden.

Die Schlagwort-Seiten sollten daher auf NoIndex gesetzt werden und per 301-Weiterleitung auf die entsprechende Kategorie verweisen.

Paginierungsseiten

Im Laufe der Zeit werden in einer Kategorie viele Blog-Beiträge veröffentlicht. Um dem Leser das Scrawlen sehr langer Seiten zu ersparen, werden die Beiträge nicht auf einer einzigen Seite, sondern auf mehreren Seiten abgebildet. Die einzelnen Seiten erhalten eine Seitennummerierung und werden als Paginierungsseiten bezeichnet.

Beispiel für Paginierungsseiten:

http://www.beispieldomain.com/blog/category/thema1/page/2

http://www.beispieldomain.com/blog/category/thema1/page/3

Um die Beziehungen zwischen den einzelnen Paginierungsseiten anzugeben, empfiehlt Google, die beiden Attribute rel=“next“ und rel=“prev“ auf Paginierungsseiten einzubinden.

Um den Index nicht mit unnötigen Seiten zu belasten und um eventuellen Duplicate Content zu vermeiden, müssen die Paginierungsseiten auf NoIndex gesetzt werden.

4. Interne Verlinkung beachten

Häufig wird in Blog-Beiträgen das Verlinken zu wichtigen Seiten vergessen. Dabei wird durch die interne Verlinkung die Linkpower weitergeleitet und Google dabei unterstützt, die Seite besser zu verstehen.

Durch die interne Verlinkung aus dem Text heraus können somit wichtige Kategorie- oder Produktseiten gestärkt werden.

Häufige Fehler, die immer wieder auftreten, sind:

  • Interne Verlinkungen auf 404-Seiten
  • Interne Verlinkungen auf Seiten mit dem Statuscode 301 oder 302
  • Interne Verlinkungen auf Seiten mit Canonical, der nicht auf sich selbst verweist

Es besteht die Gefahr, dass themenrelevante Seiten mit dem gleichen Linktext verlinkt werden. Gleicher Linktext und unterschiedliche Linkziele verwirren die Suchmaschine und sollten vermieden werden. Um dies im Vorhinein auszuschließen bzw. zu minimieren, sollte eine Übersicht mit Linktexten und den dazugehörigen URLs erstellt werden. So weiß jeder interne Blogger Bescheid, welcher Linktext für welche URL verwendet werden darf. Wichtig ist jedoch, dass die interne Verlinkung sinnig ist und nicht auf Biegen und Brechen verlinkt wird.

5. Bilder optimieren

Über Bild-Optimierungen kann zusätzlicher Traffic generiert werden, gleichzeitig stärken Bilder die Themenrelevanz eines Beitrags. Zu beachten ist, dass der Bildname klein geschrieben ist und keine Umlaute enthält. Dateinamen, die das Bild beschreiben, geben Google zusätzliche Informationen – im Gegensatz zu nichtssagenden Dateinamen. Google kann nicht „sehen“, was auf dem Bild abgebildet ist. Die Informationen zieht Google aus dem Bildnamen, dem Text, in den das Bild eingebettet ist, sowie durch den Title- und Alt-Tag des Bildes.

Beispiel Bildname:

http://www.beispieldomain.com/blog/uploads/2017/09/charge.jpg

Besser: http://www.beispieldomain.com/blog/produktionsanlage-zur-herstellung-von-schrauben.jpg

In Zeiten optimierter Ladezeiten und mobil optimierter Seiten ist es wichtiger denn je, auf die Bildgröße zu achten. Bilder sollten nicht größer sein als unbedingt notwendig.

6. Mit einem Corporate-Blog natürliche Verlinkungen erhalten

Verlinkungen von anderen Seiten sind nach wie vor für Google ein Rankingfaktor. Ein Unternehmensblog bietet die Gelegenheit, für seinen Themenbereich verlinkenswerten Inhalt zu erstellen.

Im Vorfeld von Content-Marketing-Aktionen sollte abgeklärt werden, für welche Zielgruppen der Content relevant ist. Um das Potenzial von Content-Marketing-Aktionen abzuschätzen, empfiehlt es sich, eine kleine Auswahl von Webseitenbetreibern im Vorhinein zu kontaktieren, um deren Meinung zum geplanten Content einzuholen. Dabei können auch wertvolle Ideen und Erkenntnisse für die anstehende Content-Marketing-Aktion gewonnen werden.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 68 von Oktober 2017 mit dem Titelthema „Remarketing / Retargeting: aus Besuchern Kunden machen“.

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