Google Tag Manager und Analytics: Effizient tracken mit der „Google-Analytics-Einstellungen“-Variable

Beitrag aus Ausgabe 67 / August 2017
Analytics
Maik Bruns

ist Inhaber des auf Webanalyse-Beratung und -Seminare spezialisierten Unternehmens MetrikaDer Google-Analytics- und Tag-Manager-Professional und Coach liebt es, aus Unternehmen und ihren Websites zielorientierte Erfolgsmechanismen herauszukitzeln und sie auf Wachstumskurs zu bringen.

Wer schon einmal ein mehr oder weniger großes Konglomerat an Google-Analytics-Tags im Google Tag Manager angelegt hat oder verwalten muss, weiß: Es ist mitunter eine sich häufig wiederholende und fehleranfällige Tätigkeit, die Analytics-Einstellungen einzugeben. Vor Kurzem ist dies jedoch wesentlich vereinfacht worden. Von Maik Bruns.

Die allermeisten Menschen, die den Google Tag Manager nutzen, verwenden ihn zum Anlegen und Verwalten von Google-Analytics-Tags wie etwa dem Pageview-Tag oder einem Ereignis-Tag. Doch das Setting dafür konsistent zu halten, kann eine anstrengende Angelegenheit sein, besonders wenn mehrere Analytics-Tags im Spiel sind. Aber es gibt Abhilfe. In diesem Beitrag wird erklärt, was die neue „Google-Analytics-Einstellungen“-Variable ist und wie sie angelegt und genutzt werden kann, um Zeit zu sparen und gleichzeitig flexibel zu sein.

Was in diesem Beitrag zu finden ist:

  • Was ist die neue „Google-Analytics-Einstellungen“-Variable?
  • So wird sie angelegt und genutzt>
  • Einige „Hacks“

Bislang: Google-Analytics-Einstellungen in Tags „zu Fuß“ anlegen


Sowohl für das klassische Analytics als auch für Universal Analytics wurden bislang in den einzelnen Tags diverse Einstellungen hinterlegt, um zum Beispiel benutzerdefinierte Dimensionen zu übergeben oder auch die in Deutschland vorgeschriebene Anonymisierung der IP-Adresse vorzunehmen (siehe Abbildungen 1 und 2).

Da bestimmte Einstellungen (etwa die Anonymisierung der IP-Adresse) ebenso wie der Eintrag der Property-ID oder ggf. auch die Aktivierung von Enhanced E-Commerce Tracking in jedem Analytics-Tag vorgenommen werden mussten – ganz gleich, ob Seitenaufruf, Ereignis oder anderes –, war dies mitunter ein lästiges Unterfangen. Es war fehleranfällig und zeitaufwändig. Man konnte sich bei verschiedenen Tags nicht sicher sein, vielleicht eine der wesentlichen Einstellungen vergessen zu haben oder sie ggf. falsch zu schreiben.

 

Die (halb-)schlechte Nachricht zuerst: Für das klassische Analytics ändert sich nichts (Nutzt das noch jemand?). Doch seit Mai ist dieses Vorgehen für Universal Analytics zu einem großen Teil Geschichte. Denn dort gibt es seitdem die Möglichkeit, „zentrale“ Einstellungen als Variable für Google Analytics anzulegen. Diese lassen sich sogar durch ein Tag überschreiben und bieten dadurch eine immense Flexibilität.

Insbesondere für immer gleiche Einstellungen in den GA-Tags ist das Anlegen der zentralen Einstellungen innerhalb einer Variablen wirklich eine Erleichterung. Wie das funktioniert, wird im Folgenden erklärt.

Da bestimmte Einstellungen (etwa die Anonymisierung der IP-Adresse) ebenso wie der Eintrag der Property-ID oder ggf. auch die Aktivierung von Enhanced E-Commerce Tracking in jedem Analytics-Tag vorgenommen werden mussten – ganz gleich, ob Seitenaufruf, Ereignis oder anderes –, war dies mitunter ein lästiges Unterfangen. Es war fehleranfällig und zeitaufwändig. Man konnte sich bei verschiedenen Tags nicht sicher sein, vielleicht eine der wesentlichen Einstellungen vergessen zu haben oder sie ggf. falsch zu schreiben.

Die (halb-)schlechte Nachricht zuerst: Für das klassische Analytics ändert sich nichts (Nutzt das noch jemand?). Doch seit Mai ist dieses Vorgehen für Universal Analytics zu einem großen Teil Geschichte. Denn dort gibt es seitdem die Möglichkeit, „zentrale“ Einstellungen als Variable für Google Analytics anzulegen. Diese lassen sich sogar durch ein Tag überschreiben und bieten dadurch eine immense Flexibilität.

Insbesondere für immer gleiche Einstellungen in den GA-Tags ist das Anlegen der zentralen Einstellungen innerhalb einer Variablen wirklich eine Erleichterung. Wie das funktioniert, wird im Folgenden erklärt.

So werden die Einstellungen angelegt

Beim Anlegen eines Universal-Analytics-Tags (siehe Abbildung 3) lassen sich nunmehr grundlegende Einstellungen auswählen. Entweder man wählt beim Anlegen eines Tags eine bereits vorhandene Einstellungen-Variable aus oder legt eine neue an (siehe Abbildungen 4 und 5).


 

 

Wer sich dafür entscheidet, zunächst die Variable „trocken“ anzulegen, ohne dies aus einem neuen Tag heraus machen zu wollen, muss den Weg über das Menü „Variablen“ gehen und dort eine neue Variable anlegen (siehe Abbildungen 6 und 7).

Wer sich für die Erstellung einer neuen Variable entscheidet, findet dort im Prinzip genau das vor, was auch innerhalb des einzelnen Universal-Analytics-Tags an Einstellungen möglich ist (siehe Abbildung 8). Beginnend bei der Property-ID über Cookie-Domain und die festzulegenden Felder lassen sich hier die einzelnen Werte vorgeben.

Wer sich für die Erstellung einer neuen Variable entscheidet, findet dort im Prinzip genau das vor, was auch innerhalb des einzelnen Universal-Analytics-Tags an Einstellungen möglich ist (siehe Abbildung 8). Beginnend bei der Property-ID über Cookie-Domain und die festzulegenden Felder lassen sich hier die einzelnen Werte vorgeben.

Es können im Übrigen auch mehrere Einstellungs-Variablen definiert werden, die beispielsweise in unterschiedlichen Bereichen der Website ausgespielt werden.

Wie bei Variablen üblich: Es gibt keine Trigger. Diese Einstellungen müssen also mit einem Tag verknüpft werden, um genutzt werden zu können.

Grenzen der Einstellungen-Variablen

Was sich mithilfe dieser Variablen nicht einstellen lässt, sind die Tag-spezifischen Einstellungen (siehe Abbildung 9), die z. B. festlegen, in welcher Reihenfolge oder wie oft bestimmte Tags ausgelöst werden sollen.

„Klassiker“ in den Google-Analytics-Einstellungen

Welche Felder sollten berücksichtigt werden?

Natürlich hängt dies zu einem großen Teil davon ab, wie die Tags definiert werden und welche Daten an Google Analytics übergeben werden sollen. Doch auf ein paar „Standards“ lässt sich dies natürlich eingrenzen.

1. Cookie-Domain = auto

Eine sinnvolle Vorabeinstellung, die der Tag Manager vorgibt. Denn wer sein Tracking an die gleiche Property-ID z. B. auch auf Subdomains ausgeweitet hat, ist hiermit sehr gut beraten. Diese Einstellung sorgt dafür, dass der gleiche Nutzer auf verschiedenen Subdomains (etwa www.domain.de und blog.domain.de) als gleicher Benutzer wiedererkannt wird und keine neue Session auslöst, wenn er die Subdomain wechselt.

2. Festzulegende Felder -> allowLinker = true (für Cross Domain Tracking)

Wer auf verschiedenen Domains (nicht nur Subdomains) den gleichen Trackingcode einsetzt, wird sich hierüber freuen.

3. Festzulegende Felder -> anonymizeIP = true
Da in Deutschland anonymizeIP zur Anonymisierung der IP-Adresse vorgeschrieben ist, sollte diese Einstellung mit dem Wert „true“ auf jeden Fall in die Basis-Einstellungen aufgenommen werden (siehe Abbildung 10).

4. Enhanced E-Commerce
In der Regel wird die Aktivierung von Enhanced E-Commerce in jedem Tag genutzt (siehe Abbildung 11). In den Standardeinstellungen lässt sich z. B. hinterlegen, dass dafür die Daten aus der Datenschicht genutzt werden sollen. Falls dies für eine Seite oder einen Teil der Website nicht geeignet sein sollte, lässt sich diese Einstellung in den einzelnen Tags überschreiben (siehe weiter unten).

Was eventuell NICHT in der Variable angelegt werden sollte

So verlockend es ist, möglichst viele Einstellungen in der neuen Variable zu hinterlegen – es gibt auch Punkte, die bedacht werden müssen, bevor man sich ins Getümmel wirft. Ob beispielsweise alle benutzerdefinierten Dimensionen und Metriken, die angelegt wurden, mit jedem ausgelösten Tag an Google Analytics übertragen werden müssen, ist eine der zentralen Fragen. Als Beispiele seien hier die benutzerdefinierte Dimension „Autor“ (z. B. für einen Blog) oder die benutzerdefinierte Metrik „Wortanzahl der Seite“ genannt. Es gibt möglicherweise Bereiche – etwa auf statischen Seiten außerhalb von eigentlichen Blogposts – in denen diese nicht übergeben werden sollen.

Es ergibt also möglicherweise Sinn, hier in den globalen Einstellungen zunächst auf das Nötigste zu reduzieren. Alternativ können mehrere Settings-Variablen angelegt und an spezielle Analytics-Tags für unterschiedliche Website-Bereiche angehängt werden.

Bevor man also voreilig alle Analytics-Tags mit der gleichen Einstellungen-Variable „beschenkt“, ist es nötig, sich darüber Gedanken zu machen, ob dies die sinnvollste Option ist oder ob ggf. abgespeckt werden muss, um gewisse Einstellungen manuell zu tätigen.

Überschreiben der vorgegebenen Analytics-Einstellungen

Selbst wenn beim Anlegen eines Universal-Analytics-Tags die neue Einstellungen-Variable geladen wird, bedeutet das nicht, dass man alle ihre Einstellungen beibehalten muss. Sie lassen sich im Tag überschreiben. Diese Möglichkeit bietet eine enorme Flexibilität.

Nachdem die Settings-Variable gewählt wurde, kann das Häkchen bei „Einstellungen zum Überschreiben in diesem Tag aktivieren“ gesetzt werden (siehe Abbildung 12). Wenn nun in der Folge in den darunter liegenden Feldern etwas eingetragen wird, werden die entsprechenden Einstellungen aus der Vorgabe quasi überschrieben.

 

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 67 von August 2017 mit dem Titelthema „Video-Marketing: Strategien für YouTube & Co.“.

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