Themenradar: Ändert Voice Search das SEO-Spiel?

Beitrag aus Ausgabe 65 / April 2017
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Wie sieht die Branche das Thema „Voice Search“? Welche Auswirkungen hat es wirklich auf die eigene SEO-Strategie? Braucht man andere Inhalte?

Malte Landwehr

Product-Marketing-Manager, Searchmetrics

Bereits im letzten Jahr waren 10 % aller Anfragen auf Google.com Sprachsuchen. Diese Zahl wird in der Zukunft massiv ansteigen; insbesondere im mobilen Bereich! Was man jedoch nicht vergessen darf, ist, dass Google komplexe Sätze dank Natural Language Processing am Ende auf relationale Beziehungen und/oder klassische Keyword-Suchen herunterbricht. Das heißt, ich muss meine Website-Struktur nicht grundlegend ändern. Ich muss auch nicht auf das Keyword „Okay, Google, wo ist der nächste Döner?“ optimieren. Allerdings sollte ich darauf achten, meine Daten korrekt strukturiert an Google und andere Suchassistenten zu übergeben, um für kontext-/location-/relationsbezogene Suchen zu ranken.

Das kann für ein Filialgeschäft bedeuten, dass ich Google die Adressen all meiner Filialen in so vielen Datenbanken wie möglich (meine Website, Google My Business, Yelp, Gelbe Seiten usw.) zur Verfügung stelle.

Als Onlineshop ist der Einsatz von Schema.org/JSON-LD ratsam, um Google zu helfen, Produkte, Preise, Lieferzeiten usw. zu erkennen.

Wolfgang Schilling

Managing Director, ad agents GmbH

Ob Voice Search oder getippte Anfrage: Für beide Sucharten kommt der gleiche Algorithmus auf Keywords und Phrasen zum Tragen, der die Ergebnisse ausspielt. Hier besteht kein Unterschied. Klar ist aber, dass bei der sprachgesteuerten Suche manchmal in ganzen Sätzen bzw. Fragesätzen gesprochen wird, was beim Tippen weniger der Fall ist. Das Ergebnis sollte trotzdem für beide Fragearten ähnlich sein, wenn eine gute ganzheitliche und mobil-optimierte SEO-Konzeption zugrunde liegt, bei der der Nutzer und seine Bedürfnisse in den Vordergrund gestellt werden.

Ob künftig dank künstlicher Intelligenz bei gesprochenen ganzen Sätzen andere Intentionen abgeleitet werden können, wird sich zeigen. Davon sind wir vermutlich nicht mehr weit entfernt. Klar ist aber, dass lokales SEO immer mehr in den Vordergrund rückt, mit und ohne Voice Search.

Markus Hövener

Head of SEO, Bloofusion

Google sagt ja, dass sie dank RankBrain Suchanfragen besser verstehen. Deswegen glaube ich, dass es im Endeffekt egal ist, ob ich „tierpark münchen“ eintippe oder „welchen tierpark gibt es in münchen“ in das Gerät einspreche. Hinsichtlich der Optimierung von bestehenden Inhalten wird sich also vielleicht gar nicht viel ändern.

Wahrscheinlich wird es aber schon so sein, dass die mobile Situation des Nutzers bestimmte Informationen in den Vordergrund rückt. Wenn jemand nach „Filialname + Öffnungszeiten“ oder „Filialname + Parkplätze“ per Voice sucht, sollten solche Informationen auf der Website natürlich auch verfügbar sein.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 65 von April 2017 mit dem Titelthema „Mobile First: Aufrüsten für den neuen Google-Index“.

Kostenloses PDF-Magazin bestellen Online weiterlesen? Einfach kostenlos für den Newsletter anmelden. Kostenpflichtiges Print-Abo bestellen