SEO Browser Plugins: Die nützlichsten Erweiterungen für Chrome und Firefox

Beitrag aus Ausgabe 65 / April 2017
SEO
Simon Griesser

arbeitet als Head of SEO bei der Digital-Marketing-Agentur Yourposition AG in Zürich. Er ist Autor der Sammlung #365SEOTipps.

Websites unter die Lupe zu nehmen, ist das tägliche Brot von Suchmaschinen-Optimierern. Browser Plugins können diese Arbeit erleichtern und verbessern. Aber welche Plugins sind wirklich nützlich?

Bei Browser Plugins für SEO geht es oft darum, den Quellcode zu analysieren oder die aufgerufenen Webseiten mit Daten aus anderen Tools anzureichern. Aber nicht nur das. Im Folgenden werden aus der vorhandenen Fülle 28 nützliche Browser Plugins für Chrome vorgestellt, deren Anwendungszweck erläutert sowie der Download-Link aufgeführt. Falls die Erweiterung (oder eine während der Recherche entdeckte Alternative) auch für Firefox existiert, ist deren Download-Link ebenfalls vermerkt.

Indexierung

Keine Sichtbarkeit in Suchmaschinen ohne Indexierung. Die erste Gruppe von Browser Plugins unterstützt bei der Beurteilung der Kernfrage, ob die aufgerufene Webseite von Suchmaschinen indexiert werden sollte resp. mit welchen Methoden die Indexierung der Webseite gesteuert wird.

Seerobots

Wer kennt das nicht: Eine Webseite ist nicht in den Suchresultaten zu finden und die Ursachenforschung geht tiefer und tiefer. Bis man irgendwann schockiert feststellt, dass schlicht und einfach das Robots-Meta-Tag auf „noindex“ gesetzt ist. Das Plugin „Seerobots“ löst genau dieses Problem: Sein Icon in der Toolbar signalisiert mit den Farben Rot und Grün, ob das Robots-Meta-Tag auf „index“ oder „noindex“ resp. auf „follow“ oder „nofollow“ gesetzt ist. Ein Blick aus den Augenwinkeln rechts rauf zu den Browser Plugins genügt und der Fall ist klar. Fast klar: Ein „noindex“ kann auch im HTTP-Header hinterlegt sein. Um auch dies zu checken, genüg ein Klick auf das Plugin und im Pop-up ist diese Information ersichtlich.

Chrome: http://bit.ly/1wrMt54

Firefox: https://mzl.la/2mGtkwq

Canonical

Der Name ist Programm: „Canonical“ signalisiert, ob im Quelltext der aufgerufenen Webseite ein Canonical Tag hinterlegt ist. Wird das Icon des Plugins in der Toolbar blau, bedeutet dies: Ja. Bei Mouseover auf das Icon wird die hinterlegte kanonische URL angezeigt. Vorbei die Zeiten, als man im Quelltext nach dem Canonical Tag suchen musste. Allerdings ist ein zusätzlicher Blick in den HTTP-Header zu empfehlen, denn dort kann eine kanonische URL ebenfalls hinterlegt werden.

Chrome: http://bit.ly/2nBMaEq

Redirect Path

Das Icon des Plugins „Redirect Path“ visualisiert in der Toolbar den HTTP-Statuscode der aufgerufenen URL und gibt bei Mausklick den allfälligen Weiterleitungspfad aus. Besonders praktisch zum Entdecken von „falschen“ 404-Fehlerseiten (HTTP-Statuscode 200 statt 404) oder unnötigen Weiterleitungen.

Chrome: http://bit.ly/1z7C6TR

Link Redirect Trace

Das Icon des Plugins „Link Redirect Trace“ visualisiert in der Toolbar mit Symbolen den HTTP-Statuscode sowie die Einstellungen von Robots-Meta-Tag und Canonical Tag der aufgerufenen URL (inkl. Angaben im HTTP-Header). Bei Klick auf das Plugin gibt dieses zudem Details aus zu Weiterleitungsketten, Seitenladezeiten, Blockierung mittels robots.txt, HTTP-Header sowie ein paar Daten von den Link Research Tools.

„Link Redirect Trace“ erledigt somit u. a. all die Aufgaben, welche die drei bereits vorgestellten Plugins einzeln leisten. Zudem wertet es auch die HTTP-Header aus, was z. T. das Plugin „Canonical“ unterlässt. Nachteile: Die Analyse der robots.txt führt manchmal zu merkwürdigen Ergebnissen. Und bei den Plugins „Seerobots“ und „Canonical“ springt einem förmlich ins Auge, wenn eine Webseite auf „noindex“ gestellt ist resp. ein Canonical Tag aufweist. Bei „Link Redirect Trace“ muss man schon kurz fokussiert hinschauen.

Chrome: http://bit.ly/2lXWNoB

Hreflang Tag Checker

Bei der Steuerung von Suchresultaten nach Sprachen und Ländern mittels hreflang-Tag treten gerne Fehler auf. Und es kann relativ mühsam sein, die eingesetzten Tags im Quelltext zu überprüfen. Das Plugin „Hreflang Tag Checker“ erleichtert diese Arbeit deutlich, indem es die hreflang-Tags sauber auflistet und vor allem automatisiert überprüft, ob die darin verlinkten Seiten zurück verweisen. Vorsicht: Die hreflang-Tags können nicht nur im Head-Bereich einer Webseite hinterlegt werden, sondern auch im HTTP-Header und in der XML-Sitemap. Die letzten zwei Varianten kann das Plugin leider nicht auswerten.

Chrome: http://bit.ly/1WWEc6v

Meta-Daten

Bei der Analyse von Meta-Daten muss nicht gezwungenermaßen mühsam im Quelltext geforscht werden. Die folgenden zwei Plugins nehmen diese Arbeit ab.

META SEO Inspector

Fehler in den Meta-Daten einer Webseite sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen (weil eben Meta, d. h. nicht im sichtbaren Bereich der Webseite). Praktisch ist es daher, wenn ein Tool auf mögliche Fehler in den Meta-Daten aufmerksam macht. Genau diese Funktionen übernimmt das Plugin „META SEO Inspector“: Das Icon des Plugins weist in der Toolbar die Anzahl der Fehler in den Meta-Daten der aufgerufenen Webseite aus. Bei Klick auf das Plugin werden die Meta-Daten aufgelistet und dabei Fehler rot markiert. Zu den ausgewerteten Daten zählen u. a. HTML-Tags (z. B. Page Title, Meta Description, ALT Attribute von Bildern), Open Graph, Twitter Cards, Auszeichnungen mit schema.org und Scripts. Wehrmutstropfen: Fehlende Meta-Keywords werden als Fehler deklariert. Somit gibt das Plugin in der Toolbar allzu oft eine unnötige Warnung aus. Zudem kommt die Darstellung der Datenliste etwas arg verstaubt daher.

Chrome: http://bit.ly/1CxdJSj

SEO META in 1 CLICK

Das Plugin „SEO META in 1 CLICK“ (siehe Abb. 1) macht im Gegensatz zu „META SEO Inspector“ einen gut aufgeräumten Eindruck. Aber es weist nicht aktiv auf Fehler in den Meta-Daten hin. Das Plugin listet ebenfalls HTML-Tags, Open Graph, Twitter Cards und Auszeichnungen mit schema.org auf. Zudem gibt es eine schöne Übersicht über alle Überschriften, Bilder und Links. Praktisch ist auch die Verlinkung zu robots.txt und XML-Sitemap.

Chrome: http://bit.ly/1Yxhnqp

Seitenladezeiten

Seitenladezeiten sind im Zusammenhang mit SEO ein viel diskutiertes Thema. Schnell ladende Seiten bringen zudem weitere Vorteile mit sich: niedrigere Abbruchraten, höhere Konversionsraten, bessere Quality Scores bei AdWords etc. Die folgenden Plugins unterstützen bei der Einschätzung der Seitenperformance sowie deren Verbesserung.

Google PageSpeed Insights API Extension

Ein Klick auf das Plugin „Google PageSpeed Insights API Extension“ in der Toolbar ruft die Google PageSpeed Insights Scores der aufgerufenen Webseite ab, und zwar die Desktop, Mobile sowie Mobile Friendly Scores. Ein Link führt zu den Details der PageSpeed Insights. Sehr praktisch für SEOs, welche diese Google-Daten schnell zur Hand haben wollen.

Chrome: http://bit.ly/2mpjFJ3

Page Load Time

Das Icon des Plugins „Page Load Time“ visualisiert in der Toolbar die Seitenladezeit in Millisekunden. Bei Klick auf das Plugin gibt dieses Ladezeiten der einzelnen Events aus.

Chrome: http://bit.ly/Rxntcc

YSlow

„YSlow“ beurteilt die Seitenperformance der aufgerufenen Webseite. Dazu analysiert das Plugin 23 Aspekte und gibt für jeden einen Score sowie Empfehlungen aus. Zudem werden die für die Webseite benötigten Ressourcen sowie deren Größen aufgelistet.

Chrome: http://bit.ly/1ngwl3E /

Firefox: https://mzl.la/2mGurfJ

Perfmap

Bilder sind oft die großen (Spaß-)Bremsen beim Laden einer Webseite. Das Plugin „Perfmap“ (siehe Abb. 2) legt eine Heatmap (Einfärbung) über die heruntergeladenen Ressourcen und gibt pro Ressource zwei Werte in Millisekunden aus: 1. Dauer ab Seitenaufruf, bis die Ressource vollständig geladen war, und 2. Ladezeit der Ressource an sich. Mit diesem Plugin ist eindrücklich zu erkennen, welches Bild zu welchem Zeitpunkt für den User im Ladeprozess sichtbar wird.

Chrome: http://bit.ly/2nBMouX

Switchers

Beim Testen von Webseiten ist es immer mal wieder notwendig, mit geänderten Browsereinstellungen auf die Webseiten zuzugreifen. Die folgenden Plugins ermöglichen genau dies: Das einfache „Switchen“ von einer Einstellung zu einer anderen.

Quick JavaScript Switcher

„Quick JavaScript Switcher“ ermöglicht einfachstes Deaktivieren und Aktivieren von JavaScript durch Klicken auf das Icon des Plugins in der Toolbar. Wozu das Ganze? Bspw. zum Testen der Funktionalität der Website bei deaktiviertem JavaScript. Oder etwas SEO-spezifischer: Für die Prüfung der Default-Einstellung von aufklappbaren Inhalten bei deaktiviertem JavaScript (Empfehlung: alles geöffnet/lesbar).

Chrome: http://bit.ly/1kv19Jm

User-Agent Switcher for Chrome

In Zeiten von „Mobile First“ ist es natürlich Pflicht, Webseiten auch mobile zu testen. Das Plugin „User-Agent Switcher“ ermöglicht den Zugriff auf Webseiten mit unterschiedlichen User-Agents. So lassen sich Webseiten mit verschiedenen Browsern und Endgeräten testen.

Chrome: http://bit.ly/19edu34

Quick Language Switcher

Manche Seiteninhalte oder Weiterleitungen ändern sich je nach Spracheinstellung des Browsers. Mit dem Plugin „Quick Language Switcher“ lässt sich die Sprache des Accept-Language Header auf einfache Art umstellen und somit mit einer anderen Spracheinstellung auf Webseiten zugreifen.

Chrome: http://bit.ly/29rvdpj

Browsec VPN – Privacy and Security Online

„Browsec VPN“ ist ein kostenloses VPN, über welches man aus einem anderen Land und mit anderer IP auf Webseiten zugreifen kann. Das kann z. B. hilfreich sein beim Testen von Weiterleitungen basierend auf Standorten oder beim Aufruf von länderspezifischen Inhalten (die womöglich aus dem eigenen Land nicht aufrufbar sind).

Chrome: http://bit.ly/1SUM60h

Links

Welche Arten von Links gibt es auf einer Webseite? Und funktionieren die Links überhaupt? Zwei Plugins geben Antworten.

Check my Links

„Tote Links“ sind ein Graus – für Webmaster, SEO und natürlich User. „Check my Links“ bietet einfache Abhilfe zum Aufdecken solcher Links: Das Plugin markiert auf der aufgerufenen Webseite funktionierende Links grün, nicht funktionierende Links rot. Ein hilfreiches Tool auch für „Broken Linkbuilding“.

Chrome: http://bit.ly/1vI83AM

Linkparser

„Linkparser“ markiert die Links auf der aufgerufenen Webseite in unterschiedlichen Farben. Das Plugin unterscheidet zwischen den Link-Attributen „follow“ und „nofollow“ sowie den Linkzielen intern, extern und Subdomain. Die Markierung erfolgt je nach Einstellung direkt beim Aufrufen einer Webseite oder aber beim Klick auf das Plugin. Zusätzlich wird die Anzahl der jeweiligen Linktypen ausgegeben. Mithilfe dieses Plugins ist es ein Kinderspiel, eine Übersicht über die Linkstruktur der Webseite zu erlangen.

Chrome: http://bit.ly/2n70Y0R /

Firefox: https://mzl.la/2mGE3XQ

Backlinks

Backlinks sind nach wie vor relevant fürs Ranking. Gut, wenn es Plugins gibt, welche die aufgerufenen Webseiten mit aussagekräftigen Backlink-Daten anreichern und so eine erste grobe Einschätzung oder einen Vergleich mit der Konkurrenz ermöglichen.

MozBar

„MozBar“ ist ein Urgestein der SEO-Plugins und zudem Spitzenreiter bei eben diesen mit über 420 000 Downloads (Chrome). Damit die Backlinkdaten in der „MozBar“ (siehe Abb. 3) angezeigt werden, ist mindestens ein Testaccount bei MOZ erforderlich. Daten wie Domain Authority oder Page Authority werden einerseits als „SERP Overlay“ unterhalb jedes Suchergebnisses ausgegeben. Andererseits sind sie für aufgerufene Webseiten über eine Toolbar zusammen mit diversen weiteren OnPage-Daten wie Meta-Tags, Überschriften oder Markups verfügbar.

Chrome: http://bit.ly/1pUqn4B

Majestic Backlink Analyzer

„Majestic“ ist ebenfalls ein Schwergewicht in Sachen Backlink-Analysen und somit sollte auch das Plugin „Majestic Backlink Analyzer“ in Erwägung gezogen werden. Ein „Summary“ zur aufgerufenen Webseite ist kostenlos, vertiefte Analysen erfordern allerdings ein Konto. Im Gegensatz zu den anderen Backlink Plugins bietet „Majestic Backlink Analyzer“ kein „SERP Overlay“.

Chrome: http://bit.ly/1Ptrx7a

Firefox: https://mzl.la/2lXPygw

Sistrix Toolbar

Für Kunden von Sistrix ist das Plugin „Sistrix Toolbar“ eine gute Option. Es liefert einerseits als „SERP Overlay“ andererseits beim Aufrufen einer Webseite bekannte Daten von Sistrix wie den Sichtbarkeitsverlauf, Links und Social Signals.

Chrome: http://bit.ly/2mX1QF3

Link Research SEO Toolbar

Die „Link Research SEO Toolbar“ weist Kennzahlen zu Backlinks aus: z. B. „LRT Power*Trust“, Social Media Signals, Anzahl Backlinks und Keyword Rankings. Die Daten werden einerseits als „SERP Overlay“ unterhalb von Suchresultaten und andererseits als Toolbar für aufgerufene Webseiten aufgeführt. Wer sich nur für die Kennzahlen „LRT Power*Trust“ interessiert, kann auch auf das gleichnamige Plugin desselben Anbieters zurückgreifen.

Chrome: http://bit.ly/2mpjrSe /

Firefox: https://mzl.la/2mpi5qs

Alleskönner

Wirklich alles können sie zwar nicht, aber der Funktionsumfang der folgenden drei Plugins ist beachtlich.

SEOquake

„SEOquake“ (siehe Abb. 4) liefert diverse Analysedaten rund um SEO. Einerseits kann bei Suchresultaten ein „SERP Overlay“ aktiviert werden, welches u. a. Angaben zu der Anzahl indexierter Seiten, Backlinks (via SEMrush), Domain Alter, Social Signals sowie Direktlinks zu Whois und Quelltext für jedes Suchresultat anzeigt. Genug Daten für den ersten Vergleich verschiedener Suchresultate. Andererseits gibt es diverse Features für eine aufgerufene Webseite: Eine Toolbar gibt ähnliche Angaben wie das „SERP Overlay“ aus. Beim Klick auf das Plugin wird ein Panel eingeblendet mit weiteren Daten z. B. zu Backlinks, Advertising & Traffic. Zudem sind Berichte aufrufbar zu Seiteninfos, Seitendiagnose, interne Verlinkung, externe Verlinkung, Keyword-Dichte, URL-Vergleich. Unter Einstellungen können diverse Anpassungen vorgenommen werden. Mit über 350 000 Downloads (für Chrome) gehört „SEOquake“ zu den Top SEO Plugins.

Chrome: http://bit.ly/1pUnqCU /

Firefox: https://mzl.la/1sB3LGQ

SEO & Website Analysis

Bei Click auf das Icon von „SEO & Website Analysis“ (von WooRank) dauert es erst einige Sekunden, bis ein Overlay erscheint mit einem prominent platzierten Score: Dieser gibt mit einem Maximum von 100 an, .wie gut die Seite SEO Best Practices umsetzt. In diversen Laschen finden sich unheimlich viele Analysen und Verbesserungsvorschläge. Themen sind u. a. Optimieren, Mobile, Benutzerfreundlichkeit, Webtechnologie und Backlinks. Mit über 130 000 Downloads (für Chrome) gehört „SEO & Website Analysis“ zu den beliebtesten SEO Plugins.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 65 von April 2017 mit dem Titelthema „Mobile First: Aufrüsten für den neuen Google-Index“.

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