Webanalyse-Anbindung: Search-Console-Berichte in Google Analytics

Beitrag aus Ausgabe 63 / Dezember 2016
Analytics
Maik Bruns

ist Inhaber des auf Webanalyse-Beratung und -Seminare spezialisierten Unternehmens MetrikaDer Google-Analytics- und Tag-Manager-Professional und Coach liebt es, aus Unternehmen und ihren Websites zielorientierte Erfolgsmechanismen herauszukitzeln und sie auf Wachstumskurs zu bringen.

Wer eine Website ohne Google-Search-Console-Anbindung betreibt, lebt ziemlich im Ungewissen, denn Googles Daten sind in vielerlei Hinsicht unverzichtbar. Doch einige Informationen, die zur Bewertung der Website wichtig sind, werden in der Search Console nicht gezeigt, zum Beispiel zum Benutzerverhalten auf der Website. Da kann die Verknüpfung von Search Console und Google Analytics helfen.

Es soll immer noch Webmaster geben, die ohne die Daten aus Googles Search Console (GSC) auskommen. Doch ihnen entgehen wichtige Schätze, die an keiner anderen Stelle im Internet zu holen sind. Die weiteren Beiträge in dieser suchradar-Schwerpunktausgabe dürften ausreichend Belege dafür geben. Doch mithilfe der Search Console alleine weiß ein Website-Betreiber auch nur, wie er in der Google-Suche auffindbar ist – aber noch lange nicht, was mögliche Benutzer in der Folge des Besuchs bei ihm machen.

An dieser Stelle kann seit einiger Zeit mit Google Analytics ein Webanalyse-Tool Aufklärung leisten. Dort ist zwar eine direkte Verbindung mit der Search Console – genauer: den Daten aus der Suchanalyse dort –, schon seit geraumer Zeit möglich, doch noch nicht so lange besteht etwa die Verknüpfung mit Benutzerkennzahlen der Website.

Google Search Console und Google Analytics verbinden

Die Ankopplung der Search Console (Suchanalyse-Daten) an Google Analytics geschieht zunächst einmal recht einfach. Wer gleichzeitig Inhaber der Website in der Search Console und berechtigter Nutzer in Google Analytics ist, darf die Verbindung herstellen. In den „Property-Einstellungen“ in Google Analytics unter „Verwaltung“ (siehe Abbildungen 1 und 2) findet sich zuunterst der Button „Search Console anpassen“.

Von dort gelangt der Anwender mit einem Druck auf den Button „Search Console anpassen“ in das Folgemenü, wo wiederum der Klick auf „Bearbeiten“ (neben „keine“) direkt in die GSC führt (siehe Abbildung 3). Bereits bestehende Verknüpfungen werden hier natürlich schon angezeigt, lassen sich aber überschreiben.

 

Im Auswahlfenster der Search Console muss nun noch, sofern mehrere Domains und/oder Propertys vorhanden sind, die passende Property gewählt und gespeichert werden (siehe Abbildung 4).

Nachdem das erledigt ist, muss nur noch in der Google-Analytics-Verwaltung gewählt werden, in welchen Datenansichten die Daten zu sehen sein sollen (siehe Abbildung 5). Fertig ist die Verbindung. Fortan werden die GSC-Daten an Google Analytics übergeben.

Daten aus der Search Console im Mix mit Analytics-Daten

Was erst seit Mai 2016 möglich ist: Die Daten aus der Search Console werden nicht mehr nur 1:1 übernommen, sondern angereichert. So wurde aus den quasi aus der Search Console „kopierten“ Informationen endlich eine Analytics-typische Kombination von Daten zur Akquisition, zum Verhalten und zu Conversions – zumindest in den Search-Console-Berichten, die nicht die Suchanfrage als primäre Dimension tragen. Denn in letzterem Fall werden zwar Verhaltensdaten, aber keine Conversion-Daten angezeigt.

Verfügbare Search-Console-Berichte

In Google Analytics stehen nach der Verknüpfung vier Grundberichte zur Verfügung:

  • Zielseiten
  • Land
  • Gerätekategorie
  • Suchanfragen

Diese bleiben allerdings „unter sich“, was bedeutet, dass die hier einfließenden Daten (etwa die Suchanfragen) in keinem anderen Analytics-Bericht verfügbar sind, weder in Standard-Reports noch in benutzerdefinierten Berichten. Das ergibt insofern Sinn, als die Daten unter anderem auf die letzten 90 Tage beschränkt sind und zusätzlich mit einigen Tagen Verzögerung eintreffen. Wer diese direkt in andere Berichte einfließen lassen würde, könnte Äpfel mit Birnen vergleichen.

So bleibt es also dabei: Wer den Channels-Report innerhalb der Akquisitionsrubrik aufsucht und dort vermehrt Keywords der organischen Suche vermutet, wird in der Regel immer noch auf das altbekannte und vielgehasste „Not provided“ stoßen.

Metriken der Search-Console-Berichte

Wie in vielen Google-Analytics-Berichten üblich, finden sich ab Spalte 2 nach drei Bereichen gegliederte Metriken:

  • Akquisition („Woher kommen Benutzer?“)
  • Verhalten („Was tun sie auf den Seiten?“)
  • Conversions („Was bringen sie uns?“)

Mithilfe dieser Ordnung lässt sich die Fragestellung „Was bringt wie viel warum?“ schon wesentlich leichter beantworten, denn man erhält nun unter anderem Conversion-Daten und kann sich überlegen, ob bestimmte Metriken – wie etwa die Absprungrate im Bereich „Verhalten“ oder der Anteil neuer Besucher (in „Akquisition“) – gut genug im Hinblick auf die Zielerreichung sind.

Dimensionsaufschlüsselung der Search-Console-Berichte

In den neuen Berichten ist die Dimensionsspalte (links) in der Regel „klickbar“, auch hier macht der „Suchanfragen“-Bericht eine Ausnahme, in den drei anderen Reports können durch Klick auf einen Eintrag in Spalte 1 die weiteren Dimensionsebenen erreicht werden. Welche das sind, ist in Tabelle 1 zu finden.

Ebene 1

Ebene 2

Ebene 3

Zielseite

Suchanfrage

 

Land

Zielseite

Suchanfrage

Gerätekategorie

Zielseite

Suchanfrage

Suchanfrage

 

 

Tabelle 1: Die Dimensionsebenen der Search-Console-Berichte

Hinweis: Jeweils auf Ebene der Suchanfragen werden, wie bereits erwähnt, keine Conversion-Daten angezeigt.

Beschränkung auf 90 Tage

Wie in der GSC gilt auch bei den von dort importierten Daten, dass maximal 90 Tage Daten vorrätig sind und diese nicht tagaktuell übergeben werden. Ein Minimum von zwei Tagen „Lücke“ bleibt in der Regel. Schlussendlich bedeutet die Beschränkung der Report-Zeit, dass die Berichte hier unter Umständen regelmäßig exportiert werden müssen (über die Exportfunktion oberhalb der Berichte), wenn die Daten länger vorrätig gehalten werden sollen.

Filter und sekundäre Dimension

Während schon in der GSC die Suchanalyse-Daten bunt gefiltert werden können – alle sechs Filter können miteinander kombiniert werden –, ist die Auswahl in dem Webanalyse-Tool noch stärker möglich. Hier lassen sich sehr viele Filter kombinieren und vor allem auch auf Metriken anwenden, die in der Search Console nicht verfügbar sind. Ein Beispiel ist in Abbildung 5 und 6 zu finden.

Durch entsprechende Kombinationen von „Einschließen“- und/oder „Ausschließen“-Filter lassen sich beispielsweise schnell die besten, schlechtesten oder sonstige interessante Daten filtern („nur Suchanfragen, bei denen die Zielseite zwischen Platz 10 und 20 steht“ usw.).

Wer ein Freund der sekundären Dimension ist, kann sich beispielsweise darüber freuen, dass auch Tages-, Monats- oder Jahresauswertungen möglich sind, indem die entsprechende Dimension einfach ausgewählt wird. Folgende sekundäre Dimensionen sind insgesamt erreichbar und erleichtern den Webanalysten das Leben:

  • „Akquisition“
    • Medium
    • Quelle
    • Quelle/Medium
  • „Nutzer“
    • Gerätekategorie (außer bei „Geräte“-Report)
    • ISO-Ländercode
    • Land (außer bei „Länder“-Report)
  • „Zeiten“
    • Datum
    • Index: Monat
    • Index: Tag
    • Index: Woche
    • Jahr
    • Monat
    • Monat des Jahres
    • Name des Wochentags
    • Tag des Monats
    • Woche des Jahres
    • Wochentag
  • „Verhalten“
    • Hostname (nur bei Zielseiten-Report)
    • Zielseite (bei Nicht-„Zielseiten“-Reports, außer bei Suchanfrage-Report)
  • „Suchanfrage“ als sekundäre Dimension ist nicht erreichbar.

Abweichungen

Wer jetzt versehentlich oder gewollt beispielsweise die Sitzungszahlen vergleicht, die auf der einen Seite die GSC-Daten und auf der anderen Seite etwa den Channels-Report für die organische Suche beinhalten, wird schnell feststellen, dass hier etwas nicht passt.

Vor allem die Sitzungsanzahl weicht in der Regel mal mehr oder mal weniger stark ab. Dafür gibt es verschiedene Gründe, die vor allen Dingen in der Grundverschiedenheit der Quellen liegen. Da solche Probleme allerdings bei fast allen Datenmixen aus verschiedenen Tools bestehen, sei an dieser Stelle einfach gesagt: „Das ist leider so, lässt sich nicht ändern.“ Die Abweichung bedeutet auch nicht, dass genau eine der Quellen „falsch“ liegt, vielmehr messen sie schlicht unterschiedlich und zuweilen gibt es auch ganz praktische Unterschiede zwischen bspw. Sitzungen (Analytics) und „Klicks“ (GSC).

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 63 von Dezember 2016 mit dem Titelthema „Google Search Console: Der wichtigste Werkzeugkasten für Webseiten“.

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