Themenradar: Rückblick und Ausblick

Beitrag aus Ausgabe 63 / Dezember 2016
Online Marketing
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Was hat Agenturen in Bezug auf SEO/SEA 2016 am meisten überrascht? Welche Änderung haben viele Unternehmen vielleicht noch nicht auf dem Schirm? Was wird 2017 wahrscheinlich noch passieren?

Dominik Thoma

Teamleiter SEO, Beyond Media GmbH

Mit kritischem Blick habe ich die Google-AdWords-Aktualisierungen verfolgt – vor allem die Erweiterung der bezahlten Anzeigen oberhalb der organischen Suchergebnisse auf maximal vier Anzeigen. Position 1 im organischen Ranking bedeutet gesamtheitlich betrachtet nun leider oft nur Position 5.

Zum anderen hat Google im Keyword Planner damit begonnen, sämtliche Keywords zu clustern, und letztendlich verwandten Begriffen dasselbe Suchvolumen zugeordnet. Google macht uns SEOs damit die Arbeit immer schwerer. Allerdings glaube ich, dass vielen Unternehmen nicht bewusst ist, dass man den Kanal SEO nicht als autark betrachten, sondern die Synergien mit dem Kanal SEA nutzen sollte. Einzelne Keyword-Suchvolumina zur Optimierung heranzuziehen, ist sowieso keine gute Strategie. Empfehlenswert ist es, eine vernünftige Keyword-Gruppierung aufzustellen, um Themen holistisch zu bearbeiten.

Google wird es uns im neuen Jahr sicherlich nicht einfacher machen, im Gegenteil. Daher sollten wir uns von konservativen Regeln lösen und unsere Webseiten primär für unsere Besucher verbessern – nicht ausschließlich für Suchmaschinen.

Wolfgang Schilling

Managing Director, ad agents GmbH

2016 war das Jahr des Mobile First. Mehr als die Hälfte der Suchanfragen kommen von mobilen Devices und die Unternehmen müssen reagieren. Google hat die Stellschrauben extrem nachgezogen und straft nicht mobil-orientierte Unternehmen ab. Wer jetzt noch keine mobile Website hat, muss schnellstens nachbessern, und im SEA sind mobil-fokussierte Kampagnen an der Tagesordnung.

2017 wird die Komplexität der Systeme zunehmen, die im SEA dem Messen, Analysieren und Steuern der Kampagnen dienen. Gleichzeitig wird es immer mehr Einsätze von Künstlicher Intelligenz geben, um der Komplexität entgegenzuwirken.

Malte Landwehr

Product Marketing Manager, Searchmetrics

Die größten Änderungen kommen im Mobile-Bereich auf uns zu. Viele SEOs haben noch nicht verstanden, dass eine erfolgreiche Mobile-Strategie mehr erfordert als ein Responsive Design. Auf Mobile erfolgreiche Inhalte unterscheiden sich in ihrer Länge und Informationsdichte deutlich von Inhalten, die gut am Desktop funktionieren. Dazu kommen App-Packs direkt in, teilweise über (!), den organischen Suchergebnissen. Sollte sich App-Streaming durchsetzen, könnte es sogar möglich werden, erfolgreich bei Google zu ranken, ohne überhaupt eine Website zu haben!

Katrin Hirsch

Teamleiterin SEO, SEO-Küche Internet Marketing GmbH & Co. KG

Wirklich überrascht haben mich die jüngsten Neuerungen und Updates nicht. Größte erwartete Nachricht: Google wird die mobile Suche massiv pushen. Ich denke, spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2017 wird es nochmal deutliche Veränderungen sowohl für Website-Betreiber als auch für Nutzer nach sich ziehen. Ein eigener mobiler Index wird Suchergebnisse und Anforderungen gewaltig durcheinander wirbeln. Ebenso hat zuletzt auch schon Penguin 4.0 Spuren hinterlassen, wobei wir feststellen konnten, dass sinnvoll optimierte Seiten durchaus wieder an Relevanz gewinnen konnten.

Wobei ich gleich auch ein Thema anschneiden möchte, das wir bei unseren Kunden immer wieder vermissen: Mobile Websites werden teilweise stiefmütterlich behandelt oder sind nicht einmal vorhanden. Sicher gilt das nicht für jede Branche, aber vor allem Dienstleister reagieren erst sehr spät auf die Bedürfnisse mobil Suchender.

Außerdem zeigt sich auch hier nach wie vor, dass gut strukturierter, toller Inhalt und eine intuitive Navigation das Besuchererlebnis erhöhen und sogar mehr wiegen können als technische Details – sieht man einmal von grundlegender Indexierungssteuerung ab.

Worauf ich besonders gespannt bin, ist das voranschreitende Erscheinen von Apps in den Suchergebnissen. Das und auch das Zusammenspiel vieler anderer Vermarktungsplattformen zeigt, wie vielschichtig SEO inzwischen geworden ist und dass es sich nicht mehr nur auf die eigene Website beziehen muss.

Lukas Trubnyj

Account Manager, eMinded GmbH

Die größte Überraschung im SEA-Bereich war in diesem Jahr sicherlich der Wegfall der Werbung in der rechten Spalte. Obwohl anfangs die Aufregung recht groß war, hat sich herausgestellt, dass Anzeigen am Seitenende hinsichtlich der Klickrate besser funktionieren als in der rechten Spalte und die Auswirkungen auf die Klickpreise eher gering waren.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 63 von Dezember 2016 mit dem Titelthema „Google Search Console: Der wichtigste Werkzeugkasten für Webseiten“.

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