Die Suchanalyse in der Google Search Console: Sieben Anwendungsfälle aus der Praxis

Beitrag aus Ausgabe 63 / Dezember 2016
SEO
Artur Kosch

ist Online-Unternehmer und SEO-Experte. Als geschäftsführender Gesellschafter der Online-Marketing-Agentur Kosch Klink Performance schreibt er regelmäßig Fachartikel und hält Vorträge auf Konferenzen zum Thema Online-Marketing und SEO.

Die Suchanalyse der Google Search Console gibt Aufschluss darüber, wie erfolgreich eine Webseite in den Google-Suchergebnissen platziert ist. In diesem Beitrag werden sieben hilfreiche Anwendungsfälle detailliert beleuchtet.

Als Suchmaschinenoptimierer gehört die Google Search Console zu den Tools, die fast täglich genutzt werden. Der wohl interessanteste Bereich der Search Console ist die Suchanalyse. Diese gibt viele Aufschlüsse über die Besuche, die über die organische Suche von Google auf die Webseite gelangen.

Um den vollen Umfang an Daten, die Google bereitstellt, zu erlangen, sollte die Google Search Console mit dem Google-Analytics-Konto verknüpft werden. Diese Daten werden für die nachfolgenden Anwendungsfälle der Suchanalyse benötigt (siehe Artikel in diesem suchradar).

1. Anwendungsfall: Keyword-Kannibalisierung identifizieren

Der erste Anwendungsfall ist die Identifizierung von Keyword-Kannibalisierung. Das bedeutet, dass zwei oder mehrere URLs einer Domain für ein und dasselbe Keyword ranken. Das ist ein Indiz dafür, dass Google nicht weiß, welche URL das bessere Ergebnis für diese Suchanfrage darstellt. Dies sollte möglichst vermieden werden, da sonst wertvolle Ranking-Potenziale vergeben werden. Die Suchanalyse der Search Console hilft bei der Identifizierung von Keyword-Kannibalisierung wie folgt:

In der Ansicht der Suchanfragen werden alle Suchanfragen angezeigt, für die eine Domain in den organischen Suchergebnissen ausgespielt wird.

Um zu identifizieren, ob mehrere URLs für eine Suchanfrage ranken, klickt man eines der gewünschten Keywords an oder navigiert im Reiter „Suchanfragen“ auf „Kein Filter“, wählt hier „Abfrage filtern“, danach „Anfrage ist identisch“ und gibt nun das gewünschte Keyword ein.

Mit einem Klick auf „Seiten“ werden nun alle Seiten angezeigt, die für das gewählte Keyword ranken (siehe Abbildung 1). Im Bestfall sollte hier lediglich eine URL auftauchen. Werden mehrere URLs angezeigt, kann das ein Indiz für Keyword-Kannibalisierung sein.

Um diese Daten zu verifizieren, sollte immer manuell eine Suchanfrage mit diesem Keyword bei Google durchgeführt werden.

Wenn mehrere URLs für ein Keyword ranken, sollten alle URLs neben der gewünschten URL betrachtet werden, um festzustellen, warum Google diese URLs für eine Suchanfrage ausspielt. Oftmals ist der Inhalt zu ähnlich und sollte deswegen differenziert werden.

Ein Tipp: Wenn auf der URL Sprungmarken eingebaut sind, werden diese ebenfalls aufgelistet. Sprungmarken werden, wenn die Suchanfrage dazu passt, gegebenenfalls in der Meta-Description ausgespielt. In dieser Ansicht ist gut zu sehen, wie oft diese ausgespielt und geklickt werden.

2. Anwendungsfall: Desktop vs. Mobile

Im zweiten Anwendungsfall wird analysiert, wie eine Webseite in den Desktop-Suchergebnissen gegenüber den mobilen Suchergebnissen platziert ist und welche Unterschiede bei den Kennzahlen zu erkennen sind.

Um die Desktop-Suchergebnisse den mobilen Suchergebnissen gegenüberzustellen, muss unter dem Punkt „Geräte“ auf „Kein Filter“ navigiert und dort „Geräte vergleichen“ ausgewählt werden. Hier sollte man nun „Desktop“ vs. „Mobil“ wählen und mit „Vergleichen“ bestätigen.

Um alle wichtigen Kennzahlen gegenüberzustellen, sollten oben im Reiter die Optionen „Klicks“, „Impressionen“, „Klickrate“ und „Position“ angewählt werden. Nun kann entweder nach Suchanfragen oder Seiten gefiltert werden. In dieser Übersicht ist gut zu sehen, wie sich die Domain in den Desktop-Suchergebnissen gegenüber den mobilen Suchergebnissen verhält.

In Abbildung 2 ist zu erkennen, dass die Domain in den Desktop-Suchergebnissen deutlich mehr Impressionen erzeugt als in den mobilen Suchergebnissen. Im Vergleich erreicht diese Domain aber in den mobilen Suchergebnissen durchschnittlich bessere Positionen als in den Desktop-Suchergebnissen. Diese Erkenntnis spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Klickrate wider.

3. Anwendungsfall: Analyse der Bildersuche

Ein weiteres hilfreiches Tool der Search Console ist die Analyse der Bildersuche. Unter dem Reiter „Suchtyp“ kann zwischen den Anwendungen „Web“, „Bild“ und „Video“ differenziert werden. In dieser Anwendung ist der Punkt „Bild“ interessant.

Nachdem der Reiter „Bild“ unter „Suchtyp“ ausgewählt wurde, werden unter „Suchanfragen“ alle Keywords angezeigt, die in der Bildersuche bei Google Impressionen erzeugen. Diese Metriken beziehen sich auch auf „Klicks“, „Klickrate“ und „Position“. Zusätzlich können auch die Suchtypen miteinander verglichen und mit anderen Filtern kombiniert werden.

In der Abbildung 3 ist gut zu erkennen, dass die Bildersuche nur einen kleinen Anteil der gesamten Klicks ausmacht, der über die organischen Suchergebnisse erzeugt wird.

Mit dem Bilderfilter können einige bereits bestehende Vermutungen verifiziert und neue Hinweise hinsichtlich der Besucher, die über die Bildersuche auf die Webseite gelangen, in Erfahrung gebracht werden.

4. Anwendungsfall: Brand-Suchanfragen herausfiltern

In diesem Anwendungsfall wird analysiert, welcher Anteil des gesamten organischen Traffics durch Brand-Suchanfragen (Marke in der Suchanfrage) generiert wird. Dieser Punkt sollte in der Auswertung der SEO-Erfolge immer mit berücksichtig werden.

Da die Search Console leider keine Möglichkeit bietet, diese Filteroptionen gegenüberzustellen, müssen zwei einzelne Darstellungen betrachtet werden. In der Abbildung 4 wurde kein Filter gewählt. Hier werden also die Gesamtzahlen betrachtet.

In der Abbildung 5 werden nur Suchanfragen angezeigt, in der die Brand (Marke) vorkommt. Hierfür muss lediglich im Reiter „Suchanfragen“ nach „Suchanfragen mit“ die Marke eingegeben werden. Nun lässt sich ein Verhältnis von organischen Suchanfragen mit und ohne Brand berechnen. In diesem Beispiel erzeugen alle organischen Suchanfragen 4.583 Klicks und Suchanfragen mit Brand 1.564 Klicks in den letzten 90 Tagen. Somit betragen die Klicks durch Brand-Suchanfragen 34 % der Gesamt-Klicks.

Des Weiteren ist gut zu erkennen, dass Brand-Suchanfragen in den beiden Metriken „Klickrate“ und „Position“ deutlich bessere Werte generieren.

Durch solch einen Anwendungsfall ist gut zu erkennen, ob die Seite hinsichtlich SEO gut aufgestellt ist oder nicht. Denn für eine SEO-Strategie ist es maßgeblich, dass generische Suchanfragen, also Suchanfragen ohne Brand, den Großteil an Klicks erzeugen.

5. Anwendungsfall: Suchanalyse der Rich-Ergebnisse

In diesem Anwendungsfall werden die Rich-Ergebnisse in den organischen Suchergebnissen analysiert. Rich-Ergebnisse sind Suchergebnisse, die neben der herkömmlichen Ausspielung wie Titel-Tag, URL und Meta-Description zusätzliche Informationen bieten. Das kann unter anderem eine Sternenbewertung sein, wie in Abbildung 6 zu sehen ist.

Im Reiter „Darstellung in der Suche“ kann der Punkt „Rich-Ergebnis“ angewählt werden. In dem Beispiel, das in Abbildung 7 zu sehen ist, wurden in den letzten 90 Tagen insgesamt 71 Klicks und 6.846 Impressionen durch Rich-Ergebnisse generiert und eine Klickrate von 1,04 % auf durchschnittlich Position 24,0 erreicht.

Diese Analyse ist sehr hilfreich, um herauszufinden, bei welchen Suchanfragen und Seiten Rich-Ergebnisse ausgespielt bzw. nicht ausgespielt werden, und kann hinsichtlich dieser Erkenntnisse optimiert werden.

6. Anwendungsfall: Länderspezifische Suchanfragen

Im nächsten Anwendungsfall werden länderspezifische Suchanfragen gegenübergestellt. Dabei soll analysiert werden, bei welchen Suchfragen größere Differenzen auftreten und wo Optimierungsbedarf besteht.

In dem Beispiel, das in Abbildung 8 zu sehen ist, wurden „Deutschland“ und „Österreich“ im Reiter „Länder“ gegenübergestellt. Hier sind leicht bessere Werte in den Metriken „Klickrate“ und „Position“ in Österreich im Vergleich zu Deutschland zu erkennen.

Wenn nach „Österreich Klicks“ sortiert wird, können länderspezifische Suchanfragen herausgefiltert werden, die in Österreich bessere Zahlen erreichen als in Deutschland, wie in Abbildung 9 zu sehen ist.

Hier ist gut zu erkennen, dass diese Suchanfrage in Österreich eine Weit aus bessere Position und Klickrate in den Suchergebnissen erreicht als in Deutschland. Hinsichtlich dieser Erkenntnisse können einzelne Keywords analysiert und für die jeweiligen Länder optimiert werden.

8. Anwendungsfall: SERP-Verteilung

Im letzten Anwendungsfall wird die SERP-Verteilung hinsichtlich der Position der einzelnen Suchanfragen analysiert. Dadurch kann veranschaulicht werden, wie das Verhältnis der Rankings von Seite 1 bis Seite 10 ist.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 63 von Dezember 2016 mit dem Titelthema „Google Search Console: Der wichtigste Werkzeugkasten für Webseiten“.

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