SEO für das eigene Unternehmen: In 7 Fragen zur Entscheidung

Beitrag aus Ausgabe 63 / Dezember 2016
SEO
Alexander Lechl

ist seit über vier Jahren bei der SEO-Küche Internet Marketing GmbH & Co. KG als SEO-Berater mit Schwerpunkt im Bereich „Onpage“ beschäftigt und seit jeher interessiert an Googles Algorithmen. Seine analytischen Instinkte versorgen ihn dabei mit allen nötigen Informationen, die er mit kreativen Empfehlungen in die von ihm betreuten Projekte einbringt.

Suchmaschinenoptimierung kann großartige Ergebnisse erzielen – ist aber nicht für jedermann in jeder Situation geeignet. Welche Fragen müssen Unternehmer sich stellen, um sich für oder gegen SEO entscheiden zu können?

Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist eine Werbemaßnahme, deren Einsatz nicht zwangsläufig in jedem Unternehmen sinnvoll ist. Die folgenden sieben Fragen zeigen auf, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit SEO zielführend angewandt werden kann.

1. Das Budget

Das erste und häufigste Hindernis ist das zur Verfügung stehende Kapital. Jeder Werbetreibende möchte mit einem festen Betrag einen ebenso fest definierten Erfolg erzielen. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Kosten für SEO oft nur sehr schwer einzuschätzen sind, da das gewünschte Ergebnis nicht in festen Zeiträumen garantiert werden kann.

Wenn das gewünschte Ergebnis einmal erreicht wurde, muss es weiterhin gehalten werden. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht. Suchmaschinenoptimierung endet daher nicht bei Position 1, sondern muss kontinuierlich betrieben werden, damit der erarbeitete Erfolg lange Bestand hat. Oder kurz gesagt: Wer nur 100 Euro im Monat investieren kann, sollte sich nach Alternativen umsehen, denn erfahrungsgemäß ist es nicht möglich, mit so geringem Budget nachhaltiges SEO zu betreiben. Wenn 500 oder 1 000 Euro und mehr jedoch kein Problem darstellen, ist die erste Hürde überwunden.

2. Die Zielsetzung

Innerhalb von zwei Wochen mit dem Suchbegriff „Anwalt“ auf der obersten Position bei Google stehen ... Solche Ziele klingend faszinierend, sind aber nicht realistisch. Je nach Status des Unternehmens muss man im Normalfall zuerst mit kleineren Schritten Vorlieb nehmen. Anders ausgedrückt: Ziel muss nicht immer nur das augenscheinliche Top-Wort sein. Auch die Verbreitung des eigenen Firmennamens für möglichst viele Begriffe auf der ersten Seite kann ein Ziel sein. Auch Suchbegriff-Nischen wie „Anwalt für Familienrecht in München“ können gewinnbringend sein und sind meist effizienter abzudecken.

Platz 1 ist natürlich wünschenswert, muss aber nicht in jedem Fall das Non-plus-Ultra darstellen. Dieser wird natürlich am häufigsten geklickt, aber oft genug klickt sich der Suchende weiter durch die Ergebnisse und sendet erst bei der zweiten oder dritten Seite seine Kontaktanfrage ab.

Die eigenen Ziele müssen also genau überdacht werden. Was bringt den gewünschten Nutzen und ist der dafür nötige Aufwand plausibel abzudecken?

3. Das Zeitfenster

Der angedachte Zeitraum geht meist Hand in Hand mit dem Budget. Viele wollen in den Top-3-Ergebnissen für ihr Wunschwort angezeigt werden, was grundsätzlich ein sehr bewegliches Ziel ist. Denn der Aufwand, der getrieben wird, um das Ziel zu erreichen, kann sich auch plötzlich ändern. Wer schnelle Erfolge erzielen will, benötigt mehr Ressourcen – in Form von Mitarbeitern oder eben Arbeitsstunden – und somit mehr Budget. Wer weniger in die Hand nehmen möchte/muss, wird entsprechend länger brauchen. Während erste Erfolge bis auf Seite 2 und dahinter relativ schnell erreichbar sind, kann sich der Zielsprint auf der ersten Suchergebnisseite sehr zäh anfühlen.

Wer mit Erfolgen unter zwei Monaten rechnet, sollte ordentlich Kapitel mitbringen und entsprechende Arbeitsleistung dazukaufen. Wer es lieber langfristig mit kleinerem Budget probieren möchte, kann gut und gerne sechs bis zwölf Monate auf erste Erfolge warten.

4. Schneller Erfolg oder langfristiges Investment?

Ganz unabhängig vom festgelegten Zeitrahmen stellt sich noch einmal die Frage: Soll ein langfristiger Aufbau erfolgen oder nur für z. B. eine kurzfristige Aktion die Werbetrommel gerührt werden? In beiden Fällen kann mit Suchmaschinen gearbeitet werden, allerdings in unterschiedlicher Weise. Wer das Projekt langfristig aufbauen möchte, kann auf die allseits bekannten „organischen“ Suchergebisse abzielen, also die zehn Ergebnisse pro Google-Seite.

Wer nur für einen sehr begrenzten Zeitraum von zwei Monaten und weniger vorne platziert werden möchte und danach nicht mehr zwingend gefunden werden muss, der ist mit dem Anzeigendienst „Google AdWords“ gut beraten. Dessen Vorteile sind eine völlig flexible Laufzeit, ein fest definierbares Budget und die sofortige Platzierung innerhalb der Anzeigenplätze. Allerdings kostet dieser Weg auf lange Sicht mehr und hat dabei keinerlei Nachhaltigkeit, weshalb diese Variante nur als unterstützender oder kurzweilig genutzter Kanal zum Einsatz kommen sollte.

Wer nicht investiert, erreicht keine Sichtbarkeit. Die reguläre Suchmaschinenoptimierung wirkt vielleicht nicht so schnell und breit, kann aber auch Durststrecken ohne Probleme überwinden und bietet nachhaltige Auffindbarkeit der eigenen Webseite.

5. Die Konkurrenz im WWW

Nicht nur eigene Zielsetzung und Ressourcen müssen beachtet werden, wenn man sich für Suchmaschinenoptimierung entscheidet, auch das Konkurrenzumfeld will begutachtet werden. Mit simplen Tools wie „Majestic“ oder „Ahrefs“ kann hier beispielsweise angesetzt werden. Namhafte Firmen wie Zalando, Amazon, Otto und einige andere wird es immer geben, aber auch die nachfolgenden Plätze sind je nach Branche schwer umkämpft. Wenn der Konkurrenzdruck im Vergleich zu den eigenen Mitteln zu hoch ist, sollte entweder die Zielsetzung überdacht oder aber das Budget in andere Bereiche gelenkt werden.

Egal ob reguläres SEO oder Anzeigenschaltung – in jedem Fall muss die Konkurrenz beachtet werden. Wer diesen Schritt aus den Augen verliert, läuft Gefahr, hohe Ressourcen zu verbrennen, ohne nennenswerten Nutzen zu erzielen.

6. Wie bekannt ist die Firma/das Produkt bereits?

Selbst in Fällen großer Konkurrenz kann es durchaus sinnvoll sein, mit der Suchmaschinenoptimierung zu beginnen. Ist die Firma oder das Produkt bereits in aller Munde und beispielsweise nur über Reseller oder noch gar nicht im Internet präsentiert, so kann der bestehende Vertrauensbonus einen deutlichen Vorteil geben. Auch alt eingesessene Konkurrenz kann mit ausreichend hoher Popularität verdrängt werden.

Der Effekt funktioniert aber auch in die andere Richtung. Ein völlig neues Konzept während der Pionierphase auf den Markt zu bringen, hat bestimmt Vorteile; allerdings ist es durchaus möglich, dass kein Bedarf am Markt besteht. In diesem Stadium mit SEO zu beginnen, erzielt vielleicht gute Rankings, allerdings hilft das nicht viel, wenn niemand danach sucht. Vielleicht ist das Angebot die perfekte Nische, auf die Branche wartet. Aber die Nutzer müssen zuerst darauf aufmerksam gemacht werden. Dies geschieht nicht über Suchmaschinenoptimierung, sondern wird über andere Kanäle bewerkstelligt. Social Media und Affiliate Marketing seien hier als Beispiele in den Ring geworfen.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 63 von Dezember 2016 mit dem Titelthema „Google Search Console: Der wichtigste Werkzeugkasten für Webseiten“.

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