Google Search Console: Die zehn häufigsten Benachrichtigungen – und wie man reagieren muss

Beitrag aus Ausgabe 63 / Dezember 2016
SEO
Herbert Buchhorn

ist Geschäftsführer von Clicks Online Business (Büros in Berlin, Dresden, Köln und München) und Experte für Suchmaschinenoptimierung (SEO). Seit 2007 ist seine Online-Marketing-Agentur erfolgreich für Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen in ganz Deutschland und international tätig.

In der Google Search Console werden Seitenbetreiber direkt über aktuelle Änderungen und mögliche Fehler auf ihrer Website benachrichtigt. Doch nicht jede Nachricht verlangt nach einer Reaktion.

Mit der Search Console (ehemals: Webmaster Tools) gibt Google Website-Betreibern das nötige Rüstzeug an die Hand, um ihre Seite suchmaschinenfreundlich zu gestalten. Über verschiedene, kostenfreie Analyse- und Servicetools haben Betreiber die Möglichkeit zu erfassen, wie präsent ihre Seiten in der Google-Suche sind, mit welchen Keywords sie ranken und ob sie technisch einwandfrei performen. So lässt sich schnell erkennen, wo Optimierungsbedarf besteht.

Über die Search Console werden Site-Betreiber sogar benachrichtigt, wenn Google Verbesserungspotenzial oder technische Fehler für die gesamte Seite oder einzelne URLs sieht. Die wichtigsten Benachrichtigungen werden im Folgenden vorgestellt.

1. Zunahme von „404“-Seiten

Mit dieser Meldung lässt Google Seitenbetreiber wissen, dass die Anzahl der URLs zugenommen hat, die den Fehler 404 („nicht gefunden“) zurückgeben. Das ist jedoch kein Grund zur Beunruhigung. Wie John Mueller, Webmaster Trend Analyst bei Google, in einem seiner letzten Webmaster Hangouts (09.09.2016, 19:30) bestätigte, gibt es keinen Grund 404-Fehler zu „verstecken“. Sie haben keinen Einfluss auf das Ranking anderer Seiten.

Es gibt also keinen Grund zur Sorge, wenn diese URLs tatsächlich nicht vorhanden sind. Handlungsbedarf besteht jedoch, wenn URLs einen 404-Fehler zurückgeben, die eigentlich Content enthalten sollten, die Backlinks erhalten haben oder noch intern verlinkt sind. In der Search Console werden die ersten 1.000 Fehler unter dem Reiter „Crawling-Fehler“ nach ihrer Priorität aufgelistet (siehe Abbildung 1), beginnend mit der Zahl 1.

Weit vorne werden dort 404-Fehler gelistet, wenn die URL beispielsweise noch in der Sitemap aufgeführt ist oder eine interne Verlinkung dorthin verweist. Sie können in der Google Search Console als korrigiert markiert werden. Der Fehler wird dann in der Google Search Console nicht mehr angezeigt. Da Google die Seiten in bestimmten Abständen crawlt, können bereits als korrigiert markierte Fehlerseiten jedoch wieder als gleicher Fehler (404 Fehler) in der Search Console erscheinen.

2. SSL-/TLS-Zertifikat enthält nicht den Domainnamen

Seiten, die das Sicherheitsprotokoll SSL/TLS nutzen, haben einen leichten Rankingvorteil bei Google – jedoch nur wenn es richtig eingebunden ist. Das ist nicht der Fall, wenn zum Beispiel im verwendeten Zertifikat nicht der Domainname enthalten ist. Hier besteht das Problem darin, dass die Seiten sonst von einigen Browsern als unsicher eingestuft werden. Dann erhalten Nutzer eine Sicherheitswarnung vor dem Betreten der Seite oder der Zugriff wird gänzlich verweigert. Webseitenbetreiber sollten daher schnell reagieren und das Zertifikat aktualisieren und korrekt einbinden.

3. Fehlerhafte hreflang-Tags

Mithilfe der Attribute rel=“alternate“ hreflang=“x“ kann Google Nutzern die URL für die korrekte Sprache und Region bereitstellen. Die Search Console erkennt die hreflang-Attribute und benachrichtigt die Seitenbetreiber über Fehler bei der Implementierung. Denn sind sie falsch eingebunden, werden sie von Google einfach ignoriert.

Meist fehlt der Rücklink auf die per hreflang verlinkte Webseite. Denn damit Google eine korrekte Verbindung herstellen kann, reicht es nicht von der deutschen auf die englische Webseite zu verweisen. Die Verlinkung muss auch von der englischen auf die deutsche Seite zurückführen. Im Abschnitt „Internationale Ausrichtung“ in der Search Console können Webmaster genauer einsehen, wo es Probleme mit dem hreflang-Attribut gibt (siehe Abbildung 2).

4. Falsch strukturierte Daten

Mit Sternewertungen, Autoren- oder Produktbildern in der Google-Suche auffallen – das funktioniert über erweiterte Suchergebnisse, den sogenannten Rich-Snippets. Um darin zu erscheinen, müssen Seitenbetreiber ihrer Website ein zusätzliches HTML-Markup hinzufügen, das recht einfach über schema.org zu implementieren ist. Dennoch kann es vorkommen, dass Fehler bei der Auszeichnung gemacht werden, so dass diese Meldung ausgegeben wird.

Ob das Markup korrekt eingebunden wurde, lässt sich über das Google Test Tool für strukturierte Daten (https://search.google.com/structured-data/testing-tool) überprüfen. Gibt es ein technisches Problem, dann verstößt der Inhalt des Markups gegen die Google Richtlinien. Beinhaltet der Markup-Text verborgenen, irrelevanten, irreführenden oder sogar manipulativen Content, kann es vorkommen, dass ein menschlicher Prüfer – auch Quality Rater genannt -  eine „manuelle Maßnahme“ verhängt. In diesem Fall sollten die Auszeichnungen den Richtlinien gemäß korrigiert und anschließend ein Antrag auf erneute Überprüfung eingereicht werden.

5. Meldungen über unnatürliche Links

Im Reiter „Manuelle Maßnahmen“ (siehe Abbildung 3) erhalten Seitenbetreiber Meldungen, wenn die Website oder einzelne URLs nicht den Qualitätsrichtlinien für Webmaster entsprechen (https://support.google.com/webmasters/answer/35769#quality_guidelines) und sie von einem menschlichen Prüfer abgestraft wurden.

Besonders gefürchtet sind dabei Meldungen über unnatürliche, eingehende oder ausgehende Links. Denn diese zu bereinigen erfordert Geduld und Engagement seitens des Webmasters. Erst wenn diese Arbeit getan ist, lohnt es sich einen Reconsideration Request zu stellen.

Unnatürliche Links zu Ihrer Website:
Vermutet Google, dass die Links auf der Seite auf unnatürliche Weise (z.B. durch Linktauschprogramme) entstanden sind, wird sie manuell abgestraft. Davon betroffene Seitenbetreiber sollten sich zunächst einen Überblick über ihr Linkprofil verschaffen. Dabei helfen Tools wie „Link DTOX“ von den linkresearchtools.com, die anzeigen, welche Backlinks ein hohes Risiko aufweisen, schädlich zu sein.

Sind die fraglichen Links identifiziert, ist es nötig die Webmaster der verweisenden Seiten anzuschreiben und sie zu bitten die Links zu entfernen oder mit dem Attribut „nofollow“ zu versehen. Wenn das nicht möglich ist, kann ein Link über das sogenannte Disavow-Tool entwertet werden.

Unnatürliche Links zu Ihrer Website – Auswirkungen auf die Links:
Die Meldung über unnatürliche Links mit dem Zusatz „Auswirkung auf die Links“ klingt zunächst schlimmer als die vorher genannte. Das ist sie aber gar nicht. Die Seite wird nicht abgestraft, sondern die betreffenden Links einfach nicht gewertet. Sie sind somit wertlos, haben jedoch weder einen positiven noch einen negativen Einfluss auf das Ranking. Dennoch sollten im besten Fall die entsprechenden Links entfernt oder entwertet werden.

Unnatürliche Links von Ihrer Website:
Gehen die unnatürlichen Links von der eigenen Website aus, dann ist die Lösung recht simpel. Entweder der Seitenbetreiber entfernt sie komplett oder versieht sie mit dem Attribut „nofollow“.

6. Inhalte von geringer Qualität mit geringem oder gar keinem Mehrwert

Manuelle Maßnahmen ergreift Google auch bei Inhalten mit geringer Qualität oder wenig Mehrwert. Dabei handelt es sich oft um Seiten, die wenig bis gar keinen selbst verfassten Inhalt besitzen, wie z.B.:

  • Seiten mit automatisch generiertem Inhalt
  • Affiliate- oder Partnerseiten ohne Mehrwert
  • Seiten mit Inhalten von anderen Quellen
  • Brückenseiten

In einem solchen Fall empfiehlt Google die Seiten dahingehend zu überprüfen und gegebenenfalls auch Freunde oder Bekannte zu bitten, die Website aufzusuchen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Erst wenn die Seiten überarbeitet sind und für den Nutzer einen erkennbaren Mehrwert bieten, hat ein Antrag auf erneute Überprüfung Aussicht auf Erfolg.

7. Verborgener Text bzw. überflüssige Keywords

Die Zeiten als Keyword-Stuffing zu besseren Google-Rankings führte, sind schon lange vorbei. Heutzutage führt ein solches Vorgehen nur zu einer manuellen Abstrafung. Wer also eine Meldung über „verborgenen Text bzw. überflüssige Keywords“ in der Search Console erhält, sollte schnell reagieren.

Zunächst einmal gilt es verborgene Texte ausfindig zu machen. Dabei hilft das Tool „Abruf wie durch Google“ (siehe Abbildung 4). Es zeigt Inhalte, die zwar nicht für den menschlichen Nutzer, aber für den Google-Crawler sichtbar sind. Text, der beispielsweise die gleiche Farbe wie der Seitenhintergrund hat oder mithilfe von CSS-Formaten verborgen wird, sollte gelöscht werden.

Auch unnatürlich häufige Wortwiederholungen im Text, aber auch im Alt- oder Title-Tag werden als Keyword-Stuffing angesehen. Erst wenn diese Häufungen vollständig entfernt worden sind, lohnt es sich das Formular für den Antrag auf erneute Überprüfung auszufüllen.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 63 von Dezember 2016 mit dem Titelthema „Google Search Console: Der wichtigste Werkzeugkasten für Webseiten“.

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