Lokaler Linkaufbau: Sieben Linkbuilding-Tipps für lokale Unternehmen

Beitrag aus Ausgabe 61 / August 2016
SEO
Evgeni Sereda

arbeitet als Online-Marketing-Experte bei SEMrush.

Gerade für lokale Unternehmen bieten sich besondere Strategien für den Linkaufbau an. Dieser Artikel gibt sieben Tipps, um im lokalen Umfeld Links zu generieren.

Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist es nur logisch, dass Backlinks im „traditionellen“ und lokalen SEO eigentlich das Gleiche sind. Einen kleinen Unterschied gibt es dennoch.

In einem klassischen globalen SEO sind die Backlink-Qualität und die Autorität der Linkquelle die wichtigsten Faktoren. Mit anderen Worten: Je mehr Autorität die Linkquelle besitzt, umso besser ist der Link selbst. Bei lokalem SEO dagegen spielt die Relevanz, bezogen auf den Standort und das Geschäftsfeld, eine große Rolle.

Auch Links von Seiten mit einer niedrigen Autorität, aber mit einem guten Bezug zum Geschäftsfeld oder dem Standort können gute Linkquellen sein.

Auf was sollte man bei Linkquellen achten?

Linkquellen mit einer niedrigen Autorität, aber einem geschäftsfeldnahen oder lokalen Bezug sollte man nicht von vornherein ignorieren. Das heißt natürlich nicht, dass man sich allein auf die Relevanz konzentrieren sollte.

Es gibt genügend Seiten, die Relevanz nur vortäuschen oder als Linkquelle wertlos sind, da sie z. B. von Google längst abgestraft/abgewertet worden sind. Um dies herauszufinden, gibt es zahlreiche Online-Tools, die Linkprofile anzeigen (siehe Abbildung 1) und analysieren können.

Tipp 1: Citations – Lokale Branchenverzeichnisse

Citations sind Firmeneinträge im Web. Sie werden von Google gecrawlt und fließen in die Berechnung der „lokalen Prominenz“ eines Unternehmens ein.

Der einfachste Weg, um die lokalen Branchenverzeichnisse zu beschreiben, ist es, diese als Online-Version der klassischen Telefonbücher oder Gelben Seiten zu bezeichnen. Die meisten von ihnen arbeiten nach demselben Prinzip wie ihre Offline-Version.

Andere, wie beispielsweise YELP (sehr bekannt in Nordamerika), haben loyale und engagierte Nutzergruppen aufgebaut – Nutzer, die die Unternehmen bewerten und ihre Erfahrungen mit diesen austauschen.

Trotz aller Unterschiede haben alle Branchenverzeichnisse eines gemeinsam: Sie erlauben es, alle kritischen Informationen wie den Namen, die Adresse und die Telefonnummer anzugeben und sogar einen Backlink zur Website zu platzieren.

Wichtig: Man sollte Branchenbücher nicht mit Web-Katalogen verwechseln. Letztere sind für den Linkaufbau wertlos, da sie oft nichts anderes als Linkfarmen sind. Die meisten wurden bereits von Google aus der Suche verbannt. Web-Kataloge sind in erster Linie daran zu erkennen, dass sie meist sehr viele ausgehende Links zu allen möglichen Seiten, ein überholtes Design und ein sehr schlechtes Linkprofil haben. Meist bezeichnen sie sich selbst als „Web-Katalog“, und zwar direkt auf der Startseite.

Um Branchenverzeichnisse zu finden, kann man Folgendes tun:

1. Listen von Branchenverzeichnissen nutzen (z. B. http://www.bizkanal.de/blog/liste-branchenbuecher-branchenverzeichnisse.html oder http://www.citation-tipps.another-vision.de/) oder bei Google „Online Branchenverzeichnisse Liste“ eingeben.

2. Nach standortrelevanten Branchenverzeichnissen suchen, z. B. über Suchanfragen wie „Berlin Branchenverzeichnisse“ oder „Berlin Branchenbücher“.

3. Nach Branchenverzeichnissen mit Bezug auf das Geschäftsfeld und/oder den Standort suchen, also z. B. „Klempner Branchenverzeichnisse“ oder „Klempner Branchenverzeichnisse Berlin“.

4. Es kann auch sinnvoll sein, Suchoperatoren zu verwenden. Man stellt die Suchanfrage in Anführungszeichen, z. B. „Berlin Seite eintragen –Webkatalog“. In den Suchergebnissen muss die Kombination „Seite eintragen“ vorkommen, wobei der Begriff „Webkatalog“ ausgeschlossen wird.

5. Alternativ kann man auch die Suchoperatoren „intitle“ und „inurl“ benutzen. Man sucht so nach Websites, die den Stadtnamen in der URL und im Titel den Begriff „Links“ enthalten.

Es gibt auch einige Online-Services und spezialisierte Software auf dem Markt, die bei der Suche nach Linkmöglichkeiten helfen können. Mit dem Online-Tool von Whitespark (https://whitespark.ca) kann man mögliche Quellen schnell ausfindig machen.

Man kann dort das Land, die Stadt (sogar das Stadtgebiet) und das Keyword eingeben (siehe Abbildung 2).

Danach erhält man die folgende Übersicht mit den möglichen Linkquellen (siehe Abbildung 3).

Das Beste an dieser Lösung ist, dass einige einfache Metriken wie die von Moz bereits integriert sind. Dies kann einen ersten Hinweis auf die Autorität der Websites geben.

Suchmaschinen verwenden diese Einträge oft zur Überprüfung und Legitimation von Unternehmen. Es ist somit besonders wichtig, dass alle Kontaktdaten, insbesondere der Firmenname, die Adresse und die Telefonnummer, absolut konsistent verwendet werden. Dies wirkt sich direkt auf die Autorität des Unternehmens in der Suchmaschine aus.

Man sollte die Branchenbücher nicht ausschließlich als Linkquellen ansehen. Einige von ihnen haben gute Rankings für lokale und relevante Keywords. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Besucher das Unternehmen zuerst in diesen Branchenbüchern sieht, ist hoch. Man sollte sein Firmenprofil so gestalten, dass es möglichst vollständig ist, eine gute Beschreibung bietet und dabei alle Produkte und Dienstleistungen erwähnt, die das Unternehmen anbietet. Aussagekräftige, schöne Bilder sind ebenfalls eine gute Idee.

Tipp 2: Lokale Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Magazine)

Heutzutage sind die meisten lokalen Medien auch als Online-Version verfügbar. Sie haben einen sehr starken regionalen Bezug mit einer nicht zu unterschätzenden Werbewirkung. Nur: Es ist nicht leicht, hier einen Link zu ergattern.

Es gibt mehrere Strategien, die nicht nur bei lokalen Medien Erfolg haben können, darunter:

  • Viele Zeitungen bieten mittlerweile Seiten mit lokalen Deals an. Von Gutscheinen bis hin zu speziellen Vergünstigungen nur für Leser und Abonnenten der jeweiligen Zeitung kann hier Verschiedenes angeboten werden. Über den Link kann man verhandeln.
  • Lokaler Content ist eine tolle Möglichkeit, um an kostenlose Links zu kommen. Man kann ein Wohlfahrtsfrühstück in einem örtlichen Altersheim veranstalten oder auch einen tollen Artikel über die Stadt verfassen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Tipp 3: Lokale Wirtschaftsverbände

Die Vorteile, einem lokalen Verband beizutreten, sind zahlreich. Bezogen auf das Ziel, Links aus relevanten und guten Quellen zu bekommen, hat man hier eine gute Linkquelle gefunden.

Die Autorität solcher Verbände wirkt sich im Allgemeinen sehr positiv auf Websites aus, denn es gibt klare Einschränkungen bei der Aufnahme von Links, und die Linkquelle selbst besitzt meist viel Autorität.

Tipp 4: Lokale Blogs und Seiten

Mittlerweile haben sogar kleine Dörfer eine eigene Internetpräsenz. In Großstädten gibt es oft Blogger, die sich mit der Stadt und dem Stadtleben auseinandersetzen. Man kann hier eine ähnliche Strategie verfolgen, wie sie bei den lokalen Zeitungen bereits beschrieben wurde.

Außerdem könnte man Blogger als Tester für die Dienstleistungen und die Produkte eines Unternehmens engagieren. Man muss also etwas bieten, um Links zu generieren.

Diese Linkquellen sind relativ leicht zu finden. Betreibt man zum Beispiel ein Hotel in München, so kann man bei Google „Blog Hotel München“ (siehe Abbildung 4) eingeben und erhält sogleich einige interessante Linkkandidaten.

Man sollte den jeweiligen Blogger davon überzeugen, über das Unternehmen oder das Produkt zu berichten. Wie man dies bewerkstelligt, bleibt der eigenen Kreativität überlassen.

Tipp 5: Erfahrungsberichte von Kunden, Lieferanten und Partnern

Jedes Unternehmen unterhält Geschäftsbeziehungen zu Partnern und/oder Lieferanten. Oft gibt es auf der Unternehmenswebsite einzelnen Seiten, auf denen die Partner mit Partnerlinks aufgelistet werden. Hier könnte man nach einer Platzierung fragen.

Erfahrungsberichte von Kunden sind eine weitere gute Möglichkeit, hochwertige Links zu erhalten. Wenngleich nicht jeder Kunde ein Unternehmen ist, eine eigene Website besitzt oder aus der Gegend kommt, sind diese Links immer eine gute Empfehlung für das eigene Unternehmen und für die gesamte Website bei Google.

Man kann mit eigenen Geschäftspartnern und Kunden Links „tauschen“. Zwar heißt es, dass reziproke Links schlecht sind, doch ist dies nur die halbe Wahrheit. Es kommt viel mehr auf die Tauschpartner selbst an. Man könnte beispielsweise einem Kunden anbieten, einen Testbericht über dessen Dienstleistungen zu schreiben, und als Gegenleistung um einen Link von dessen Site mit den Kundenmeinungen oder Partnern bitten.

Tipp 6: Event-Links, Spendenlinks und andere

Eine weitere tolle Möglichkeit für das Linkbuilding sind regionale Events. Dort kann man als Sponsor auftreten, sich mehr lokale Bekanntheit verschaffen und dazu noch Links vom Veranstalter oder sogar aus den Medien erhalten. Spendenlinks bekommt man oft bei der jeweiligen Organisation oder dem Verband, sobald man etwas gespendet hat (siehe Abbildung 5).

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 61 von August 2016 mit dem Titelthema „Nachhaltig starke Verlinkungen aufbauen“.

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