Linkaufbau: Googles Richtlinien zu Links

Beitrag aus Ausgabe 61 / August 2016
SEO
Andreas Schülke

ist Head of Content-Marketing bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Beim Stichwort „Linkaufbau“ empfinden viele Laien große Unsicherheit. Selbst professionelle Dienstleister arbeiten teilweise mit gefährlichem Halbwissen. Im Interesse eines langfristigen Online-Erfolgs sollte man den Spielregeln von Suchmaschinen wie Google allerdings Beachtung schenken. Eine Zusammenfassung.

Es hat zwar nicht immer den Anschein, aber tatsächlich liebt Google Links. Erst durch die Verweise von einer Website auf eine weitere empfehlenswerte Informationsquelle wurde der damals revolutionäre Algorithmus auf der Basis von PageRank so mächtig. PageRank zog nämlich erstmals die Anzahl der Links, über die eine Seite im Web zitiert wird, als Kriterium für das Suchmaschinen-Ranking heran.

Leider dauerte es natürlich nicht lange, bis die SEOs der alten Schule diesen Zusammenhang verstanden hatten. Logischerweise wurde mit Blick auf diesen Rankingfaktor daraufhin bewusst optimiert – und eben auch manipuliert. Tricks, um schnell viele Links aufzubauen, gibt es viele, von Linktausch, Blognetzwerken über Foren- und Kommentarspam. Eines haben die meisten Taktiken, die zu rasanten Effekten führen sollen, gemeinsam: sie verstoßen gegen die Google-Richtlinien für Webmaster.

Die Spielregeln von Google

Google sagt klar: „Linktausch und Linkkauf sind verboten!“ Dazu gehört konkret:

  • Kauf oder Verkauf von Links (auch Anzeigen, Banner, Native Advertising, Sponsored Posts, Advertorials usw.)
  • exzessiver Linktausch
  • Artikel-Marketing im großen Stil (Gastartikel mit Keyword-Links)
  • automatisierte Programme und Dienste, die Links zu einer Website erstellen
  • Pressemitteilungen mit Links, die Suchbegriffe im Ankertext enthalten
  • Links von Verzeichnissen oder Lesezeichen-Websites geringer Qualität
  • Links aus Widgets, die auf anderen Websites verteilt sind
  • Links aus den Fußzeilen verschiedener Websites
  • Kommentare in Foren oder unter Blogbeiträgen mit Links im Post oder der Signatur
  • versteckte Links

Mehr Details liefert Google selbst unter https://support.google.com/webmasters/answer/66356?hl=de.

Was passiert bei einem Verstoß gegen die Richtlinien?

An vielen Formulierungen von Google selbst ist schon gut zu erkennen, dass es bei der Bewertung von Backlinks immer um die Verhältnismäßigkeit geht. Erhält eine bekannte Website, die bereits hundertfach von verschiedenen Domains aus verlinkt ist, zehn Links, die gegen die Google-Richtlinien verstoßen, macht das wenig aus. Anders verhält es sich hingegen, wenn eine Website bisher nur fünf externe Links besitzt und plötzlich zehn hinzukommen, die gegen diese Richtlinien verstoßen.

Algorithmische Abwertung

Wird ein kritischer Anteil von nicht-Google-konformen Links erreicht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die verlinkte Seite algorithmisch abgewertet wird (Stichwort: „Penguin Update“). Ob eine Domain unter solch einer algorithmischen Abwertung leidet, lässt sich leider nicht zweifelsfrei feststellen. Ein plötzlicher starker Rückgang der Besucher, die über die organische Suche auf die Seite kommen, kann ein Indiz sein. Viele Algorithmus-Updates werden in Zukunft allerdings laufend ausgerollt. Das bedeutet, dass es kein festes Datum gibt, an dem viele Webmaster Ranking-Änderungen feststellen und so ein Google-Update erkennen könnten. Entsprechend kann auch ein gradueller negativer Verlauf der Sichtbarkeit in der organischen Suche auf eine algorithmische Abwertung hindeuten. Die beste Möglichkeit, das Risiko einzuschätzen, bietet immer noch der Blick auf das Linkprofil durch einen Experten.

Linkabbau und Disavow-Tool

Negative Links, gelegentlich auch als „toxisch“ bezeichnet, können nach der Identifikation abgebaut werden, indem Verzeichniseinträge und Links aus Blognetzwerken gelöscht werden und Website-Betreiber mit der Bitte kontaktiert werden, die Links zu entfernen. Das funktioniert in der Regel nicht für alle Links, die man entfernen möchte. Daher bietet Google als weitere Möglichkeit ein Tool an, mit dem Backlinks für ungültig erklärt werden können (Disavow-Tool: https://support.google.com/webmasters/answer/2648487?hl=de). Sowohl beim Linkabbau als auch bei der Nutzung des Disavow-Tools ist in diesem Fall Vorsicht geboten, da sich nie mit Sicherheit feststellen lässt, welcher Link nun schadet und welchen Link Google vielleicht doch als positives Signal betrachtet. Im schlimmsten Fall verliert die Domain in der Folge des Linkabbaus oder der Entwertung via Disavow-Tool also massiv Positionen in Suchergebnissen. Darum ist bei diesen Maßnahmen Vorsicht geboten, und sie sollten auf keinen Fall leichtfertig und unreflektiert eingesetzt werden.

Manuelle Maßnahme durch Google

Die manuelle Prüfung durch menschliche Quality-Rater aus dem Web-Spam-Team ist eine andere, vom Algorithmus völlig unabhängige Kontrollmöglichkeit von Google. Werden von diesen Personen Links entdeckt, die offensichtlich gegen die Richtlinien verstoßen, kann eine manuelle Abstrafung (Penalty) erfolgen. Das bedeutet meist, dass die bestrafte Domain die Rankings für bestimmte Suchanfragen komplett einbüßt. Über die Google Search Console (ehemals Google Webmaster Tools) wird der Inhaber der Website durch eine entsprechende Nachricht informiert, die im Betreff den Text „Benachrichtigung über unnatürliche Links“ enthält. In diesem Fall ist also kristallklar, was passiert ist. Gegenmaßnahmen wie Linkabbau oder die Nutzung des Disavow-Tools sollten ergriffen und dokumentiert werden. Im Anschluss daran kann ein Antrag auf erneute Prüfung der Website (Reconsideration Request) gestellt werden. Verläuft die erneute Prüfung positiv, pendeln sich die Positionen in den Suchergebnissen innerhalb von Wochen oder Monaten wieder auf das alte Niveau ein.

NoFollow-Links

Bei den Link-Richtlinien für Webmaster von Google geht es immer explizit um Links, die PageRank weitergeben. Viele Formen von Links sollen das gar nicht (z. B. Werbebanner, Affiliate-Links, Links aus Kommentaren von Usern, Links aus unmoderierten Foren usw.). Für all diese Links, die ganz bewusst keinen Einfluss auf Rankings in Suchmaschinen nehmen sollen, gibt es das NoFollow-Attribut. Bei einem NoFollow-Link wird das <a>-Tag im HTML-Code um die Wendung rel="nofollow" erweitert.

Link:                                    <a href="/%3Ca%20href%3D"http://www.beispiel.de/">http://www.beispiel.de">Ankertext</a>

NoFollow-Link:                 <a href="/%3Ca%20href%3D"http://www.beispiel.de/">http://www.beispiel.de" rel="nofollow">Ankertext</a>

Crawler von Suchmaschinen erkennen dies und ignorieren den Link als Qualitätssignal für die Ziel-Website.

Alternativ wird die Weitergabe von PageRank auch verhindert, wenn der Link auf eine URL verweist, die für Suchmaschinen gesperrt ist (z. B. per robots.txt), und diese dann auf die eigentliche Zielseite weiterleitet.

Fazit

Beim Linkaufbau gibt es eine Menge Regeln, die Website-Betreiber und Online-Marketer kennen sollten, damit Maßnahmen des Linkbuilding nicht nach hinten losgehen. Für gekaufte, getauschte, automatisch oder nutzergenerierte Links sowie Anzeigen gibt es das NoFollow-Attribut, das in diesen Fällen auch verwendet werden sollte.

Spannend? Dieser Artikel ist im suchradar #61 erschienen

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