Google Analytics Setup: Best-Practice-Tipps für ein sinnvolles Account-, Property- und View-Managemen

Beitrag aus Ausgabe 61 / August 2016
Analytics
Michael Generotzky

ist Head of Digital Analytics bei der Trakken Web Services GmbH. Er leitet das Team der digitalen Analyse, welches Kunden aus sämtlichen Branchen beim Auf- und Ausbau einer Data-driven Unternehmenskultur unterstützt.

Google Analytics arbeitet mit einer hierarchisch aufgebauten, dreigliedrigen Struktur zur Administration seiner Konten. Im nachfolgenden Artikel sollen die Unterschiede dieser drei Ebenen näher vorgestellt und Best-Practice-Ansätze zur Konfiguration aufgezeigt werden.

Account, Property und View

Die höchste Kontoverwaltungsebene in Google Analytics stellt der „Account“ dar. Ein Account kann hierbei mehrere „Properties“ beinhalten. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um die Herberge der Daten, also das eigentliche Datensilo, auf dessen Basis die Berichte auch später kalkuliert werden. Im Gegensatz zu vielen anderen gängigen Web-Analyse-Tools am Markt verfügt Google Analytics über eine weitere, der Property-Ebene untergeordnete Hierarchiestufe – die „View“. Views bieten die Möglichkeit, die Daten aus einer zugehörigen Property zu filtern sowie individuelle Einstellungen im Interface vorzunehmen, um somit eine den Nutzerbedürfnissen angepasste Datenansicht bereitstellen zu können.

Auf welcher Ebene richtet man aber nun was am besten ein? Als Faustregel empfiehlt es sich, pro Website oder App eine eigene Property zu erstellen. Dies bietet den Vorteil, dass man auf alle Daten von einem zentralen Datensilo aus zugreifen und alle zugehörigen Seitenbereiche zusammenhängend auswerten kann. Problematisch wäre es, wenn auf der Property-Ebene noch granularer unterteilt werden würde, also beispielsweise pro Subdomain eine eigene Property. Da daraufhin jede Subdomain völlig autark bewertet würde, ließen sich auch keine Zusammenhänge zur Hauptdomain und den übrigen Subdomains herstellen. Aus diesem Grund bietet sich besser das Erstellen einer eigenen View je Subdomain an. Dies kann sehr einfach über einen entsprechenden Filter in den Interface-Einstellungen vorgenommen werden:

Im Gegenzug sollten im Normalfall allerdings auch nicht mehrere Websites innerhalb einer Property zusammengefasst werden, da dies unter Umständen zu einem sehr großen Datenvolumen führen kann. Ein daraus resultierender Effekt könnte Sampling innerhalb der Berichte sein, also das Hochrechnen von Daten auf Basis einer Stichprobe. Das aktuelle Limit in der kostenfreien Version liegt bei 500 000 Sitzungen. Dieses Limit greift allerdings nur bei der Anforderung von individuellen Reports (zum Beispiel benutzerdefinierte Reports, Einsatz von Segmenten und Filtern etc.), die auf mehr als einer halben Million Besuchen basieren.

Eine zusätzliche Unterscheidung innerhalb der Kontostruktur nimmt Google Analytics hinsichtlich Websites und Mobile Apps vor. Für beide Umgebungen werden jeweils eigene Properties und Views angeboten, die sich teilweise hinsichtlich der Berichte und zugehörigen Messgrößen unterscheiden. So können innerhalb einer App View beispielsweise auch Inhalte wie App-Fehler, App-Geschwindigkeit und Marktplatz-Nutzung näher analysiert werden.

Nutzerverwaltung

Auf allen drei Ebenen bietet Google Analytics eine eigene Nutzerverwaltung an. Zugriffsrechte können sowohl auf Account-, Property- und View-Ebene vergeben werden. Dies ermöglicht eine sehr bedarfsgerechte Rechtevergabe, sodass zum Beispiel eine SEA-Agentur – mithilfe einer entsprechend gefilterten View – auch nur Zugriff auf die über den SEA-Kanal initiierten Sessions erhalten kann.

Die Zugriffsberechtigungen sind hierbei analog der Kontenstruktur hierarchisch aufgebaut. Ein Nutzer der höchsten Ebene, des Accounts, erhält somit automatisch Zugriff auf alle zugehörigen Properties und Views dieses Accounts. Dieses Prinzip gilt auch eine Ebene tiefer: Ein Nutzer mit Zugriff auf eine bestimmte Property erhält Zugriff auf alle untergeordneten Views, umgekehrt besteht allerdings kein Zugriff auf den übergeordneten Account.

Komplexe und internationale Setups

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Konzeption der Kontenstruktur im Falle von sehr großen Setups gewidmet werden, zum Beispiel im Rahmen von internationalen Webauftritten, die auf mehreren Top-Level-Domains laufen.

Nehmen wir beispielsweise einen internationalen Konzern, der in seinem Portfolio mehrere Brands hat, und jedes dieser Brands besitzt eine eigene Website in fünfzig unterschiedlichen Märkten und Ländern.

Eine Möglichkeit wäre es, auf Account-Ebene Brands zu erstellen und jede Länderwebsite als eigene Property darunter zu hängen. Alternativ könnte es aber auch andersherum eingerichtet werden – auf Account-Ebene würden die jeweiligen Länder und auf Property-Ebene die zugehörigen Brands angelegt.

Gleich vorab – es gibt hier keine richtige oder falsche Lösung. Die optimale Umsetzung hängt hierbei von den Rahmenbedingungen ab: Bei der Entscheidung in unserem Beispiel sollte zum einen berücksichtigt werden, wie die Nutzerstruktur innerhalb des Unternehmens aussieht. Gibt es also beispielsweise einen globalen Brand-Manager, der seine Marke für alle Länder verantwortet, oder werden aus den einzelnen Ländern heraus alle Marken betreut, sodass im Rahmen des User-Managements eine möglichst effiziente Zugangsverteilung umgesetzt werden kann?

Zum anderen ist es bei einem solch umfangreichen Setup und bei der Planung der Kontenstruktur ebenfalls unablässig, die administrativen Begrenzungen von Google Analytics zu beachten. In der kostenfreien Version gelten folgende Limits bezogen auf das Kontenmanagement:

  • 100 Account je Login/E-Mail
  • 50 Properties je Account
  • 25 Views je Property

In der Enterprise-Version „Google Analytics 360“ – der kostenpflichtigen Premium-Version – sind für alle drei Ebenen auch zusätzliche Erhöhungen möglich.

Must-have Views – Welche Datenansichten jeder Google-Analytics-Nutzer unbedingt haben sollte

Bisher wurde nur näher auf Vorschläge zur Umsetzung der Account- und Property-Struktur eingegangen. Aber welche Views sollte jede Google Analytics Property eigentlich besitzen? Sind überhaupt mehrere Datenansichten notwendig?

Es gibt drei Datenansichten, die jeder Google-Analytics-Nutzer unbedingt angelegt haben sollte:

  1. Work View
  2. Test View
  3. BackUp View

Die Work View sollte das Arbeitsprofil mit den finalen Daten, Namenskonventionen und Einstellungen darstellen. In dieser Datenansicht sollten alle benötigten Filter, Ziele, Content- und Channel-Gruppierungen, Bot-Filter etc. eingerichtet sein, um ein perfekt aufgesetztes Datenprofil für die tägliche Arbeit zu haben.

Spannend? Jetzt Artikel zu Ende lesen!

Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 61 von August 2016 mit dem Titelthema „Nachhaltig starke Verlinkungen aufbauen“.

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