SEO-Themenradar: Welche Features sollte Google liefern?

Beitrag aus Ausgabe 59 / April 2016
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Wir haben Online-Marketer gefragt: Was fehlt in der Google Search Console? Und was in Google Analytics? Welche Features wären wirklich wichtig für die tägliche SEO-Arbeit?

Martin Witte

CEO, SEO-Profession.de

Ein sinnvolles Feature für die tägliche Arbeit in der Search Console wäre die Vergabe von „Default“-Einstellungen in der Suchanalyse. So macht die Standardeinstellung „Klicks“ ohne die zugehörigen Impressionen, Klickrate und Position wenig Sinn. Diese müssen aber immer wieder manuell hinzugefügt werden.

Beim Indexierungsstatus würde ich mir nicht nur die Anzahl der indexierten Seiten wünschen, sondern auch eine Download-Möglichkeit der indexierten Seiten. So könnte man im Abgleich z. B. mit der Sitemap schnell sehen, welche Seiten noch nicht indexiert sind.

Ich verstehe nicht, dass das Disavow Tool bis heute kein Menüpunkt der Search Console ist. Dass man den Link https://www.google.com/webmasters/tools/disavow-links-main separat eingeben muss, ist wirklich ein echter „Usability Fail“ – gerade wo Google das Disavow Tool auch optisch eindeutig der Search Console zuordnet.

Daniel Reif

Senior SEO-Consultant, ad agents GmbH

Ein Ärgernis ist die Begrenzung auf 90 Tage, da ein Vergleich zur Vorperiode so nicht möglich ist. Wünschenswert in der Google Search Console wäre außerdem eine objektive Übersicht der Ranking-Daten. In die momentan von Google bereitgestellten und unter „Suchanalyse“ angezeigten Ergebnisse fließen die Impressions und Klicks personalisierter Suchergebnisse mit ein, was die Daten leider verfälscht. Wie Google im Februar im Rahmen eines Webmaster Hangouts verlautbaren ließ, werden in der Search Console auch nur die höchstplatzierten Suchergebnisse angezeigt.

Wenn es sich bei dem höchstplatzierten Ergebnis um eine Universal-Search-Einblendung wie Videos oder News handelt, wird dieses Ergebnis anstelle des organischen Suchergebnisses herangezogen.

Bei Google Analytics sehe ich aktuell nur Verbesserungspotenzial bei der Datenhoheit der erfassten Tracking-Daten. Die Verzahnung von Analytics mit der Search Console und dem Tag Manager bietet wenig Anlass für Beschwerden.

Katerin Zinke

Unternehmenskommunikation, SEO-Küche Internet Marketing GmbH & Co. KG

Mit den letzten Updates wurden die Einstellungsmöglichkeiten für den internationalen Sektor ziemlich eingeschränkt. Nach z. B. englischsprachigen Seiten oder auch anderen Ländern zu suchen ist nicht mehr möglich. Für „erfahrene“ Anwender sollte ein Menüpunkt „Andere Sprache“ verfügbar bleiben.

Des Weiteren sollte das 90-Tage-Limit in der Search Console auf mindestens zwei Jahre erweitert werden, da nur eine kontinuierliche Sammlung und Einsicht von Daten bessere Erkenntnisse bringen kann. Beispielsweise wäre die möglichst lückenlose und weit zurückreichende Rückverfolgung der Indexierungsdaten sowie Daten der Sitemap und Backlinks eine einfache Entscheidungshilfe hinsichtlich Suchtrends, Userverhalten und saisonalen Trends. Zudem wäre eine visuelle Aufbereitung äußerst hilfreich. Schlussendlich ist Google darauf angewiesen, dass wir unsere Webseiten auf das Bedürfnis der Suchenden maßschneidern, und sollte uns in diesem Streben nicht zusätzlich einschränken.

Sebastian Erlhofer

Geschäftsführer, mindshape GmbH

Mein ultimativer Wunsch an die GSC wäre, dass aktive Abstrafungen und Filter offen kommuniziert würden. Die Erkennung ist nach Integration von Panda (und Penguin) immer schwerer, gerade bei neuen Websites.

Die 90-Tage-Grenze bei den Search-Daten kann man ja mit diversen Tools umgehen. Viel hilfreicher wäre eine genauere Spezifizierung der Suchdaten. So werden zum Beispiel Sitelinks nicht gesondert ausgezeichnet. Das führt dazu, dass man vor allem für Brand- und Produktanfragen immer mehrere Treffer auf Position 1 hat und die Daten verwässert werden.

Insgesamt würde ich mir auch eine aktuellere Datenlage wünschen. Nicht nur bei den Search-Daten, die schwanken üblicherweise zwischen 3 und 7 Tagen in der Vergangenheit. Aber die Ansichten zu Fehlerseiten sind beispielsweise auch sehr „historisch“. Wenn dann noch Thin Content und Duplicate Content expliziter ausgewiesen würde, hätte man als SEO noch bessere Möglichkeiten, die Qualität von Websites im Sinne von Google zu steigern.

Herbert Sulzer

Senior SEM-Manager, Aufgesang Inbound Marketing GmbH

Die Google Search Console sollte bei der Anmeldung einer Property – mindestens als Option – die gleichzeitige Einrichtung aller vier von Google selbst als für eine Website zu registrierend empfohlenen URL-Varianten der Site (www, non-www, https-www und https-non-www) anbieten. Darüber hinaus könnte das Paket der Varianten in einer übergreifenden Darstellung in der Search Console zusammengefasst werden. Eine solche Konfiguration wäre vor allem bei Umzügen auf HTTPS oder Umstellung der sogenannten bevorzugten Domain nützlich. Häufige Fehler, wie fehlende Redirects oder unzureichende Listen von Weiterleitungen, könnten so weniger leicht übersehen werden.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 59 von April 2016 mit dem Titelthema „SEO-Analysen selber durchführen“.

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