SEA für Einsteiger – Teil 4: Anzeigentexte in AdWords

Beitrag aus Ausgabe 59 / April 2016
SEA
Cora Rothenbächer

war bis 2018 Senior Online-Marketing Managerin (SEA) bei der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

Anzeigentexte spielen in AdWords eine entscheidende Rolle. Sie sollten positiv hervorstechen und den Nutzer dazu bringen, sich mit der Werbebotschaft auseinanderzusetzen. Um diesen gezielt auf die Webseite zu leiten, gibt es eine Menge zu beachten – von der Zeichensetzung bis hin zu nicht erlaubten Ausdrucksweisen.

Zunächst ist es wichtig, die grundlegenden Bestandteile eines Anzeigentextes in AdWords zu kennen. Diese bestehen aus einer Überschrift, einer angezeigten URL sowie zwei Textzeilen. Die Zeichenanzahl ist dabei stets auf eine maximal festgelegte Länge begrenzt, wobei Sonder- und Leerzeichen bereits miteinfließen. Um die Aufmerksamkeit auf die Anzeige zu lenken, empfiehlt es sich die Zeichenbegrenzung so gut wie möglich auszunutzen. Dadurch wird die Anzeige größer und auffälliger.

Überschrift

Die Überschrift stellt den Titel einer AdWords-Anzeige dar. Sie wird vom Suchenden in der Regel zuerst wahrgenommen und darf maximal 25 Zeichen umfassen. Um den Nutzer bereits in der Überschrift den relevanten Zusammenhang zwischen der Anzeige und seiner Suchanfrage zu verdeutlichen, empfiehlt es sich, das Keyword aufzunehmen. So zieht die Anzeige mehr Aufmerksamkeit auf sich. Schließlich wird die in Blau angezeigte Überschrift meist zuerst wahrgenommen.

Angezeigte URL

Maximal 35 Zeichen darf die in Grün dargestellte angezeigte URL umfassen. Dabei muss in jedem Fall die tatsächliche Ziel-URL enthalten sein. Leicht abweichen darf sie davon allerdings – bloß die Domain und die Länderkennung müssen identisch sein. So kann beispielsweise nach dem Schrägstrich hinter der Länderkennung das Keyword aufgegriffen werden, um erneut den Bezug zur Suchanfrage herzustellen.

In den Top-Anzeigenpositionen (Plätze 1–4) kann es zudem dazu kommen, dass die angezeigte URL mit einem Bindestrich getrennt an die Überschrift angehangen wird. Dadurch wirkt diese nicht nur größer, auch die URL ist präsenter und fällt dem Nutzer schneller ins Auge. Aus dem Grund lohnt es sich, bei der Eingabe der angezeigten URL eine leserliche Schreibweise zu befolgen. So könnte die fiktive URL „markenbohrmaschinenonlineshop.de“ beispielsweise in der Schreibweise „MarkenBohrmaschinenOnlineShop.de“ hinterlegt werden.

Nicht zu verwechseln ist die angezeigte URL hingegen mit der finalen URL. Während es sich bei der angezeigten URL lediglich um die für den Nutzer ersichtliche URL handelt, bezeichnet die finale URL die Adresse der Webseite, auf die ein Nutzer nach dem Anzeigenklick gelangt. Diese sollte auf die Suchanfrage abgestimmt sein und nicht bloß auf die Startseite führen.

Textzeilen

Die beiden Textzeilen bilden den Kern einer AdWords-Anzeige. Sie dürfen jeweils maximal 35 Zeichen beinhalten. Auch hierbei bietet es sich an, das Keyword zu integrieren. Allerdings sollte man verhindern, dass die Anzeigentexte dadurch künstlich wirken.

Besonders sollte man bei den Textzeilen auf die Zeichensetzung achten und mindestens die erste Zeile mit einem Punkt, Ausrufe- oder Fragezeichen beenden. Denn in den Top-Anzeigenpositionen kann es zu einem Zeilenumbruch kommen, der dafür sorgt, dass die erste Textzeile mit einem Bindestrich getrennt an die Überschrift gehangen wird. Das Satzzeichen wird in der Ansicht dann ausgeblendet. Doch ist auch dabei Vorsicht geboten, da nur eine der beiden Textzeilen mit einem Ausrufezeichen beendet werden darf. Andernfalls wird die Anzeige von Google abgelehnt und muss überarbeitet werden.

Auf den Nutzer eingehen

Auf die Suchanfrage des Nutzers in Anzeigentexten einzugehen lohnt sich nicht bloß, weil diese in der Suchansicht bei Google fett hervorgehoben wird. Vielmehr erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit hoher Klick- und Conversionzahlen. So kann der Nutzer zum Beispiel mit einer direkten Anrede oder Frage angesprochen werden. In jedem Fall empfiehlt es sich, ihn mit einer Handlungsaufforderung in einem entsprechenden Text zu adressieren und Aussagen so präzise wie möglich zu formulieren.

Gleichzeitig sollte man seine Anzeige von der Konkurrenz abheben. Alleinstellungsmerkmale, wie eine kostenfreie Lieferung, gratis Expressversand oder Ähnliches, eignen sich sehr gut dazu. Auch durch die Nennung von Ziffern kann eine Anzeige bereits hervorstechen. So wird ein Nutzer eher auf den Anzeigentext „Jetzt schon ab 10 €!“ aufmerksam als auf „Jetzt schon ab zehn Euro!“.

Techniken und Strategien, um auf die Suchanfrage des Nutzers passgenau einzugehen, gibt es viele – von rationalen und emotionalen Texten, die auf Zahlen und Fakten beziehungsweise eine Stimulierung des Nutzers abzielen, bis hin zu leicht provokativen Texten, um Aufmerksamkeit zu erregen. Letzten Endes sollte die Formulierung zur Zielgruppe und dem beworbenen Themenbereich passen. In einer Anzeige für eine Luxus-Uhr sollte zum Beispiel nicht in Jugendsprache geworben oder der Nutzer geduzt werden.

Nicht erlaubte Ausdrucksweisen

Google behält sich vor, Anzeigen, die nicht dem redaktionellen Standard entsprechen, abzulehnen. Betroffen sind davon beispielsweise angezeigte URLs, die nicht der Domain der finalen URL entsprechen. Lautet die angezeigte URL beispielsweise „MarkenBohrmaschinenOnlineShop.de“, die Domain der finalen URL allerdings „markenborhmaschinen.com“, wird die Anzeige abgelehnt. Auch Superlative, wie in „Der beste Online-Baumarkt“ sind verboten, sofern, sie nicht von Drittparteien auf der Webseite bestätigt werden.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 59 von April 2016 mit dem Titelthema „SEO-Analysen selber durchführen“.

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