SEO-Themenradar: Wie wichtig ist „Mobile“?

Beitrag aus Ausgabe 58 / Februar 2016
SEO
Markus Hövener

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEA-Agentur Bloofusion Germany.

In den aktuellen Trend-Analysen ist man sich einig, dass „Mobile“ auch im Jahr 2016 ein wichtiges Thema bleibt und vielleicht sogar noch wichtiger werden wird. Was bedeutet das aber konkret für Unternehmen? Womit tun sich Unternehmen in Bezug auf „Mobile“ typischerweise schwer?

Michael Schöttler

Geschäftsführer, imwebsein GmbH

Durch die Zunahme mobiler Abfragen müssen sich Website-Betreiber auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Schon bei der Erstellung einer Website steht oft das Mobile-Design an erster Stelle, und danach folgt erst die Desktop-Version. Nicht nur Google setzt auf mobil, auch in anderen Bereichen ist es immer wichtiger, die eigene Website für den mobilen Gebrauch zu optimieren. Hier folgt Google einem Trend, der immer weiter Richtung „Mobile“ und Apps geht. „Mobile“ ist also ein Thema, mit dem sich Website-Betreiber in allen Bereichen unbedingt auseinandersetzen sollten.

Markus Koczy

Geschäftsführer, PerformicsAKM3

Mittlerweile werden mehr Suchanfragen auf mobilen Endgeräten durchgeführt als auf dem Desktop. Unternehmen müssen sich auf dieses Nutzerverhalten einstellen und in der Customer Journey die Desktop-Version, die mobile Version sowie die App in Einklang bringen und verstehen, in welcher Phase des Kaufprozesses der Kunde welches Endgerät nutzt. Dabei tun sich Unternehmen besonders schwer, wenn es um die Implementierung der mobilen Version geht, wenn also technische Anforderungen definiert werden.

Außerdem stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, zu verstehen, dass Inhalte auf einer Desktop-Version und auf einer mobilen Version möglichst dem jeweiligen Endgerät angepasst ausgespielt werden sollten. Während auf dem Desktop ausführliche Inhalte mit viel Tiefe den Besucher binden, soll die mobile Version häufig den Suchenden in gebotener Kürze informieren.

Frank Hohenleitner

Gesellschafter, Catbird Seat GmbH

Eine Herausforderung wird nach wie vor die technisch saubere Bereitstellung sein. Responsive Design ist zwar eine Chance – wenn man jedoch externe Ressourcen oder Elemente lädt, die nicht responsive sind, „zerschießt“ es die Seite. Inhalte sollten ebenfalls „responsive“ sein und je nach Gerät und Bildschirmgröße reduziert oder erweitert werden. Gibt es für ein Gerät nur eine beschränkte Zahl an Nutzungskontexten, fällt dies leichter. Unternehmen sollten sich aus diesem Grund mit dieser Frage befassen.

Hanns Kronenberg

Head of Product Management, SISTRIX

Mobile SEO ist immer noch das ungeliebte Stiefkind der SEOs. Zum Teil mag das an einer gewissen Trägheit liegen. Ein weiterer wichtiger Grund ist jedoch sicherlich auch die schwierige Monetarisierung des Traffics. Hinzu kommt noch die lästige Aufgabe, den Content auf allen Bildschirmen gut darzustellen. Mit Fließtext ist das noch recht einfach, spätestens bei Tabellen jedoch sehr aufwändig.

Diese Arbeit ist jedoch unverzichtbar. Der Anteil mobiler Suchanfragen ist groß geworden, und eine offene Flanke schadet der Marke. Die Nutzer erwarten ein gutes mobiles Angebot. Um die Arbeit zu erleichtern, haben wir als einziges Tool für alle unterstützten Länder einen Smartphone-Sichtbarkeitsindex ausgerollt. Damit kann man durch einen Vergleich mit dem normalen Sichtbarkeitsindex auf einen Blick erkennen, ob eine Website im mobilen Bereich bei Google Schwächen hat. Und die meisten Schwächen lassen sich sehr leicht beheben. Google bietet dazu hervorragende Tutorials an. Jetzt ist die Zeit!

Thomas Waniek

Head of Performance Marketing, rankingCHECK GmbH

Eine große Herausforderung ist die korrekte Abbildung des mobilen Traffics in der Customer Journey. Die derzeitigen Möglichkeiten sind entweder unzureichend oder zu kompliziert. Ich wäre aber sehr überrascht, wenn wir in 2016 keine innovativen Ansätze hierzu sehen würden. Ob von den großen Playern oder von Drittanbietern – das bleibt abzuwarten.

Aike Schultheis

Head of SEO, ad agents GmbH

Insbesondere in B2B-Unternehmen ist „Mobile“ noch nicht auf dem Radar der Marketingentscheider – ein Fehler! Das Kaufverhalten von B2B und B2C nähert sich immer weiter aneinander an, und Kunden informieren sich ausgiebig über Smartphone und Tablet, bevor sie auf Unternehmen zugehen. Ich sehe die Notwendigkeit, die „Mobile First“-Strategie gerade auch bei Relaunch-Projekten im B2B-Bereich im Vorfeld zu berücksichtigen und hierbei die Möglichkeiten für webbasierte Apps, insbesondere Responsive Design, zu berücksichtigen.

Benjamin Birkner

Head of Business Development, DIEONLINEFABRIK Agentur für Onlinemarketing GmbH

Die Relevanz von „Mobile“ steigt und konfrontiert Unternehmen mit den verschiedensten Herausforderungen. So müssen sie „Mobile“ künftig als einen eigenständigen Bereich verstehen, der eigene Anforderungen und Denkweisen verlangt. Zu oft erfährt das Thema keine Akzeptanz als eigenständige Disziplin, sondern wird als ein Teilbereich verstanden. Es ist jedoch beispielsweise bei der Kampagnenplanung wenig sinnvoll, für Desktop und Mobile auf ein und dieselbe Strategie zu setzen. Schließlich variiert das Nutzungsverhalten der Zielgruppen auf den unterschiedlichen Geräten, und so müssen auch die Kommunikationsmaßnahmen entsprechend ausgesteuert werden.

Denn auch hier müssen weitere Hürden überwunden werden: Tracking und Auswertung im Mobile-Bereich sind komplex und von besonderen Spezifika sowie Grenzen geprägt. Eine zusätzliche Herausforderung besteht in der Berücksichtigung ausreichender technischer Ressourcen bei der Kampagnenplanung. Landingpages und Werbemittel müssen beispielsweise die Anforderungen einer Vielzahl unterschiedlicher Endgeräte und Browser erfüllen. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen sich im Mobile-Bereich stärker aufstellen und sich entsprechendes Fachwissen aneignen müssen –durch interne oder externe Lösungen.

Maximilian Modl

CMO, Newsletter2Go

Das Thema „Mobile“ ist für den Bereich E-Mail-Marketing definitiv von großer Relevanz. Derzeit werden schon über 50 % aller E-Mails auf mobilen Endgeräten geöffnet, Tendenz steigend. Die mobile Infrastruktur wird stark ausgebaut, wodurch sich auch die mobile Internetnutzung weiter erhöht. Darauf müssen die Absender vorbereitet sein: Responsive Design ist das Mindeste und nicht nur „nice to have“. Diese Notwendigkeit wird von vielen Unternehmen noch immer nicht erkannt. Außerdem sollte bei der Erstellung von E-Mails grundsätzlich Wert auf die mobile Lesbarkeit gelegt werden. Auf kleinen Smartphone-Bildschirmen führen Darstellungsprobleme und technische Hürden noch schneller zum Absprung als in der Desktop-Ansicht. Designtechnisch sollte auf eine angemessene Schriftgröße, reichlich Whitespace und ausreichend große, leicht klickbare Call-to-Actions geachtet werden. Aufgrund der geringeren Bildschirmgröße sollte der Newsletter-Betreff knapp gestaltet sein, denn viele mobile Endgeräte schneiden den Betreff nach wenigen Zeichen ab (z. B. Apple Watch nach nur 16 Zeichen).

Martin Witte

CEO, SEO-Profession.de

Viele Unternehmen betrachten die mobile Internetseite lediglich als „Abklatsch“ des klassischen Internetauftritts und setzen diese dementsprechend meist als 1:1-Kopie um. Dass mobile Seiten aber sowohl inhaltlich als auch optisch komplett losgelöst von der bestehenden Desktop-Variante erstellt werden können, ist den Unternehmen meist gar nicht bewusst und wird von Agenturen häufig auch nicht erklärt.

Dabei gilt häufig: Was am Desktop funktioniert, kann mobil durchaus floppen! Daher sind Anpassungen an mobilen Internetseiten meist sinnvoll und notwendig. Besonders für den mobilen Content gilt: Weniger ist oft mehr! Smartphone-Nutzer möchten keine langweiligen und langen SEO-Texte lesen (noch weniger als Desktop-User), sondern knappe, hilfreiche und zielführende Informationen passend zur Intention erhalten. Daher sollten sich Unternehmen 2016 dem Thema „spezieller Content für die mobile Internetseite“ widmen.

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Lesen Sie den Artikel weiter in unserer suchradar Ausgabe 58 von Februar 2016 mit dem Titelthema „Crawling und Indexierung: Der beste Weg in den Google-Index“.

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