Ich glaube, dass ...
... Web-Analyse nicht für die Katz‘ ist

Von Eike Pierstorff

KMUs geben das Thema Web Analytics oft zu früh auf. Aber handlungsfähige Auswertungen benötigen längere Zeiträume. Wer durchhält, profitiert am Ende.

Wir reden sicher nicht von den großen Unternehmen mit ihren Spezialisten für Alles und jeden Bereich – aber viele kleine und mittlere Unternehmen sitzen noch immer vor ihren Websites und Online-Shops wie ein Katzenliebhaber, der einen Hund zu Weihnachten bekommen hat und sich nun fragt, was er tun muss, damit die ungewohnte Kreatur hinten wedelt, statt vorne zu beißen. Wenn sich der Erfolg im Netz nicht schnell genug einstellt, wird gern an vermeintlich unproduktiven Dingen gespart – auch bei den Ausgaben für Web-Analyse.

Dabei ist der Webanalyst das Pendant zum Hundeprofi und kann mit geschultem Blick ermitteln, warum ein Webshop es nicht ernst meint, sondern nur spielen will. Bei allen Gemeinsamkeiten zwischen Katze und Hund, Online- und Offline-Business gibt es Unterschiede, die nicht immer offensichtlich sind, und von den Inhabern Änderungen ihrer bewährten Strategien erfordern („Aber ich habe doch ein Wollknäuel … Wie, nach draußen? Täglich?? Mehrmals???“).

Auch abseits aller vierbeiniger Analogien ist es eine spannende Zeit, um Web Analytics zu betreiben. Über Standards wie Kampagnenkontrolle und die Suche nach „Bottlenecks“ in der Webpräsenz hinaus ergeben sich neue Möglichkeiten, wenn Ereignisse aus der hart verdrahteten Welt sich in einem Tool dem Treiben im Netz gegenüberstellen lassen. Und wo Multiscreen-Adepten den vernetzten Fernseher auf ihren Smartphone-Bildschirm verlängern, kann nur ein Geräte-übergreifendes Tracking zusammenhängende Interaktionen vollständig erfassen. In beiden Disziplinen legt Google mit Universal Analytics und dem Measurement Protocol mächtig vor – und das zum Nulltarif. Kostenpflichtige Anbieter müssen schon besondere Argumente auffahren, um konkurrenzfähig zu bleiben – für deutsche Firmen bietet sich dabei das Königsthema Datenschutz an.

Man muss den Profis nicht alles glauben – auch Martin Rütter wurde schon gebissen. Aber wer sich auf das Thema einlässt und durch die Schule der Webanalyse geht, für den wird das Onlinebusiness gewiss zu einem treuen Begleiter, an dem er noch viele Jahre Freude haben wird.

Über den Autor

Eike Pierstorff

Eike Pierstorff

Eike Pierstorff hat über zehn Jahre Erfahrung als Web Developer für deutsche und internationale Klienten. Seit 2011 ist er bei spacedealer, seit 2012 dort verantwortlich für die Bereiche Analytics und Tag Management.


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