Ich glaube, dass ...
... Linkaufbau nicht mehr im SEO-Fokus liegen sollte und die Bezeichnung Online-Reputations-Optimierung zeitgemäßer ist

Von Olaf Kopp

Die fetten Jahre der Linkaufbau-Agenturen neigen sich dem Ende zu, da Linkaufbau oder besser Offpage-Optimierung immer mehr Kommunikationskompetenz verlangt. Die bisher im Linkaufbau gern genutzten Automatismen und Standardisierungen funktionieren kaum noch. Kommunikative Kompetenz ist gefragt!

Wenn man von Offpage-Optimierung im SEO-Kontext spricht, ging es in der Vergangenheit immer darum, möglichst viele Links von möglichst starken unterschiedlichen Domains zu bekommen (Stichwort: Link- und Domainpopularität). Diese Links wurden/werden dann fast immer gekauft, gemietet oder selbst gesetzt. Dabei war es für einen Linkbuilder unerheblich, ob über die Links Traffic generiert wurde oder ob die Verlinkung für Leser sinnvoll war. Hauptsache, der Page Rank und/oder die Domainpopularität der Linkquelle ist ausreichend. Im besten Fall sollte das Linkumfeld noch thematisch einigermaßen passend sein. Im Endeffekt ging es aus SEO-Sicht aber immer nur um den Link an sich und das Keyword im Ankertext.

Auf Wiedersehen Linkaufbau! Hallo Online-Reputations-Optimierung!

Nach meiner Meinung neigt sich die Ära Linkaufbau dem Ende zu. Warum? Ich bin der Meinung, dass das Thema Linkaufbau oder besser Online-Reputations-Optimierung eine Kernkompetenz von PR und Unternehmenskommunikation, weniger von SEO ist. Das Ziel von PR und Unternehmenskommunikation ist der Aufbau einer Marke, Marktpositionierung und Reputationsaufbau. Dadurch entstehende Backlinks sind ein netter Nebeneffekt, der aber nie im Fokus liegt.

In Zeiten in denen Co-Occurence, Co-Citation immer relevanter werden, Google die Nennung von Marken registrieren kann und sogar Domains sowie URLs erkennt und zum Crawling neuer Inhalte nutzt, obwohl sie nicht direkt verlinkt sind, ist der Link an sich nicht mehr das Must Have.

Suchmaschinen reagieren heutzutage nicht mehr nur noch auf vorhandene Backlinks, um eine Relevanz zu einem bestimmten Thema zu erkennen, sondern auf eine Vielzahl von Offpage-Signalen. Auch die Brand-Stärke an sich, die z. B. über die Besucherzahlen über Direktzugriffe oder Anzahl an Zugriffen über markenbezogene Suchanfragen ermittelt werden kann, spielt eine Rolle. Und das kann mit Branding, Marketing, PR bzw. Unternehmenskommunikation erreicht werden.

Damit möchte ich nicht behaupten, dass Backlinks zukünftig unwichtig sind, aber das Herangehen, wie man Links bekommen kann, muss sich ändern. Wenn man Unternehmenskommunikation über gute Inhalte und Kooperationen betreibt, führt es zu Branding, Reputations-Optimierung inkl. Backlinks, die auch wirklich potentielle Kunden auf meine Website führen. Von den Effekten auf die Abschlussrate ganz zu schweigen. Man sieht: Das Ganze ist ein viel ganzheitlicherer Ansatz, weit über den SEO-Tellerrand hinaus.

Natürlich müssen sich PR- und Kommunikations-Verantwortliche grundlegend mit SEO-Themen beschäftigen, aber viel wichtiger wäre es, wenn SEOs sich detailliert mit PR und Kommunikation auseinandersetzen anstatt weiter plump dem bisherigen Link-Mantra zu folgen.

Über den Autor

Olaf Kopp

Olaf Kopp

Olaf Kopp ist geschäftsführender Gesellschafter der Aufgesang Inbound Online Marketing GbR, Head of Online-Marketing der Aufgesang Agenturgruppe, Autor, Blogger, Seminarleiter für Suchmaschinen- und Content-Marketing Themen. Aufgesang bietet datenbasiertes Suchmaschinenmarketing (SEO und SEA) und Inbound-Marketing mit Content-Marketing-Elementen an.


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