Data Highlighter und Markup Helper:
Zwei Google Tools für mehr strukturierte Daten

Google mag strukturierte Daten und macht es nun einfacher, bestimmte Informationen zu markieren und an Google zu übermitteln. Ein Blick auf den Data Highlighter und den Markup Helper von Markus Hövener.

 

Google motiviert schon seit einiger Zeit Website-Betreiber dazu, Informationen im HTML-Code strukturiert abzulegen. Wenn in einer Website Informationen - z. B. zu aktuellen Veranstaltungen - stehen, kann eine Suchmaschine diese meist nur als Volltext, aber nicht strukturiert erfassen. Dass eine Veranstaltung also am 31. Mai 2013 stattfindet, "weiß" Google meist nicht, auch wenn das natürlich im Text steht und für einen Menschen verständlich ist.

Damit Google solche Informationen erkennen kann, lassen sich Markierungen in den HTML-Code einbauen. In den Suchergebnissen kann das entsprechend honoriert werden, z. B. über ein so genanntes Rich Snippet, bei dem solche Informationen direkt im Suchergebnis erscheinen. Dafür gibt es bestimmte Standards (z. B. "Event" für eine Veranstaltung oder "Product" für Produktinformationen), die auf http://www.schema.org/ dokumentiert sind. Dort erfährt man auch, welche Attribute ein Standard hat, also z. B. Start-Datum beim Standard "Event".

Diese Markierungen werden dann so in den Quellcode eingebaut, dass diese im Browser nicht angezeigt, wohl aber von Suchmaschinen verstanden werden. Bei einer Veranstaltung sähe das dann z. B. so aus:

<div itemscope itemtype="http://schema.org/Event">

<span itemprop="name">Meine Geburtstagparty am 25. Juli</span>
<meta itemprop="startDate" content="2013-07-25T20:00">25. Juli um 20 Uhr
...

</div>

Grundsätzlich kann man wie erwähnt von der Markierung strukturierter Daten in Bezug auf Traffic profitieren. Dennoch werden diese Standards noch nicht von allen Website-Betreibern genutzt - auch, weil es nicht unbedingt einfach ist, sich alle Attribute zusammenzusuchen und diese im Quellcode korrekt einzubauen. Google hat das offensichtlich erkannt und bietet nunmehr zwei Tools an, die es leichter machen sollen, strukturierte Daten an Google zu übermitteln.

 


Abbildung 1: Der Google Data Highlighter

Der Data Highlighter

Das erste Tool, den Data Highlighter, findet sich in den Google Webmaster Tools (http://www.google.com/webmasters/tools/) unter "Optimierung > Data Highlighter". Dieses erlaubt es, bestimmte Standards zu nutzen, ohne diese explizit in den Quellcode einzubauen.

Damit das gelingt, kann man mit dem Data Highlighter bestimmte Stellen auf der Website auswählen (in Abbildung 1 ist das der Name einer Veranstaltung) und Attributen zuweisen. Alle erforderlichen Attribute sind in der rechten Spalte als solche markiert, so dass man auch genau weiß, welche Informationen markiert werden müssen. Wie gesagt: Im Quellcode muss nichts geändert werden. Google lernt hier anhand der Struktur des HTML-Codes, wie die strukturierten Daten zu erkennen sind. Man gibt also ein Beispiel vor und Google stülpt dieses Wissen über alle anderen Daten, die identisch strukturiert sind. Wenn also auf der Beispielseite noch weitere Veranstaltungen zu finden sind, erkennt Google diese automatisch.

Oftmals funktioniert das sehr gut, aber natürlich sind dieser Methode auch Grenzen gesetzt. So erkennt die Suchmaschine z. B. noch nicht alle Zeitformate selbstständig, so dass doch wieder auf die Markierung der Daten im Quellcode zurückgegriffen werden muss. Google unterstützt derzeit auch noch nicht alle verfügbaren Markups, sondern nur die, die besonders relevant zu sein scheinen. Eine aktuelle Übersicht nebst allen Attributen findet sich bei den Internetkapitänen (http://www.internetkapitaene.de/2013/05/22/viele-viele-bunte-stukturierte-daten-in-den-google-webmaster-tools-taggen/).

 


Abbildung 2: Der Markup Helper

Markup Helper

Aber auch für das Optimieren des HTML-Codes hat Google ein neues Tool vorgestellt: den Markup Helper (https://www.google.com/webmasters/ markup-helper/). Dieser sieht dem Data Highlighter sehr ähnlich. Auch hier wird zunächst ein Standard ausgewählt und die entsprechenden Attribute markiert. In der rechten Spalte (siehe Abbildung 2) generiert Google dann aber den passenden HTML-Code und markiert auch die hinzugefügten Elemente. So lässt sich das als Vorgabe an die Entwickler schicken - oder bei einfachen Website-Strukturen die Seite direkt hochladen.

Auch dieses Tool hat noch seine kleinen Macken. Die Attribute werden in der Regel vollkommen richtig zugeordnet, aber meist erkennt das Markup nicht richtig, welches Tag das gesamte Objekt umgibt (also in diesem Fall das öffnende <div itemscope itemtype="http://schema.org/Event"> und das schließende </div>). Das kann man Google nicht wirklich vorwerfen, da das algorithmisch nicht unbedingt einfach ist, aber zumindest könnte Google hier Optionen anbieten. Aber auch mit der derzeitigen Lösung kann man arbeiten, indem das umschließende Tag einfach nochmal angepasst wird. Das Tool eignet sich damit aber nur bedingt für Website-Betreiber, die von HTML keine oder nur geringe Ahnung haben.

Auch hat das Tool, ebenso wie der Data Highlighter, ein kleines Manko: Viele der Standards - siehe http://www.schema.org/docs/full.html - werden von beiden Tools derzeit noch nicht unterstützt. Auf einige der Standards kann die breite Masse sicherlich verzichten, aber die Auswahl erscheint doch manchmal etwas seltsam. So wird "LocalBusiness" und "Restaurant" unterstützt, aber "Place" fehlt. Man kann daraus evtl. Rückschlüsse auf das ziehen, was Google primär wichtig zu sein scheint.

Fazit

Google hat mit den beiden Tools sehr gute Hilfen für die Markierung von strukturierten Daten vorgestellt: Den Data Highlighter für Website-Betreiber, die ihren HTML-Code nicht ändern können oder wollen, und den Markup Helper für die, die etwas Unterstützung bei der Optimierung des Codes benötigen - natürlich immer vorausgesetzt, dass der Standard, für den die Daten markiert werden sollen, von den beiden unterstützt wird.



Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic) bei Twitter: Follow bloonatic on Twitter