Authorship-Markup: Outing für Autoren

Das Authorship-Markup wurde vor einiger Zeit von Google eingeführt. Doch wie kann man es nutzen? Und wer hat etwas davon? Von Maik Bruns.


Abbildung 1: Bei bestimmten Suchanfragen blendet google.com Autoreninformationen zusätzlich ein.

Wer im Netz viel schreibt, hat ggf. auch Interesse daran, als Autor wahrgenommen zu werden. Hierfür wurde von Google vor einiger Zeit das sogenannte Authorship-Markup freigegeben. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um einen Code-Schnipsel innerhalb einer HTML-Seite, der für die Suchmaschine die Verknüpfung zwischen Autor – genauer: seiner Google+-Seite – und Werk herstellen soll.

Die Idee dahinter ist recht simpel: Wenn ein Autor eine gewisse Bekanntheit, Popularität oder Relevanz aufweisen kann, ist es Google möglich, ihn in Suchergebnissen als Schreibenden aufzuführen. Dabei wird unter anderem ein Bild eingeblendet und das Suchergebnis mit einem Link zu seiner Google+-Seite angereichert.

Außerdem gibt es eine weitere Verlinkung zu einer Suche, die andere Werke des Autors als Ergebnis hat (s. Abbildung 1). Beim Überfahren des Autorennamens mit der Maus wird sogar – sofern man mit seinem Google-Konto eingeloggt ist – angezeigt, inwiefern er zu den eigenen Google+-Kreisen gehört (s. Abbildung 2). Man kann ihn gleichwohl an dieser Stelle direkt zu einem oder mehreren Kreisen hinzufügen, ohne sein eigenes Google+-Profil „zu betreten“.

Theoretisch ist es sogar möglich (Google hat es sozusagen durch die Blume gesagt: siehe http://youtu.be/FgFb6Y-UJUI), dass die Verknüpfung eines Artikels mit einem Autor durchaus Rankingvorteile für den Artikel bewirken kann –auch wenn der Artikel auf einem eher schwachen Portal zu finden ist.

Abbildung 2: In der Anzeige des Ergebnisses wird direkt gezeigt, ob der Autor Mitglied in einem der eigenen Google+-Kreise ist.

Allerdings muss erwähnt werden, dass die Anzeige von Autoren bislang nur für Google.com und dort im Wesentlichen auch nur für bekannte (= themenrelevante und gut vernetzte) Autoren funktioniert. Ganz offensichtlich arbeiten die Suchmaschinenbetreiber aktuell noch nicht mit einer vollautomatisierten Lösung, sodass man sich in Deutschland noch länger gedulden muss, bevor entsprechende Suchergebnisse mit Autoreneinblendung zu sehen sind.

Einbauen ja. Aber wie?

Für diejenigen, die das Markup nutzen wollen, gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten:

    • Abbildung 3: In der Anzeige des Ergebnisses wird direkt gezeigt, ob der Autor Mitglied in einem der eigenen Google+-Kreise ist.
      Möglichkeit 1 (gilt im Wesentlichen für Internetseiten mit mehr als einem Autor): In den Content sollten sowohl der Name als auch die verifizierte E-Mail-Adresse des Autors eingebunden werden.
    • Möglichkeit 2 gilt für beliebige Websites: Aus einem verfassten Artikel muss ein Link zum Google+-Profil des Autors oder einer Autorenseite auf der Domain gesetzt werden. Dieser wird inkl. des Parameters rel=“author“ eingebaut, also etwa <a href="https://plus.google.com/12345678912345678912?rel=author">Mein Profil bei Google+</a>. Alternativ lässt sich ein Google+-Symbol nutzen (erhältlich unter http://www.google.com/webmasters/profilebutton/)

      Im Anschluss wird umgekehrt vom Google+-Profil zum Artikel, einer Autorenseite auf der Domain oder der Domain selbst ein Link gesetzt (im Bereich „Macht mit bei“ in der rechten Spalte des eigenen Profils). Google prüft dann, ob eine Verbindung zwischen dem geschriebenen Text, der Domain und der Google+-Seite besteht.

      Bitte beachten: Es macht durchaus einen Unterschied, ob der Link auf die Website mit dem Artikel mit oder ohne Sbdomain – also www. oder andere – gesetzt wird.

Für beide Möglichkeiten muss zwingend ein Google+-Profil vorhanden sein. Für Möglichkeit 1 ist ferner nötig, dass auch die genannte E-Mail-Adresse als verifizierte Adresse im Google+-Profil hinterlegt ist. Das funktioniert allerdings unkompliziert und reibungslos: Es muss einfach die entsprechende E-Mail-Adresse im Profil neu angelegt und als „öffentlich sichtbar“ deklariert werden. Daraufhin ist nur noch die Bestätigungsmail von Google zu akzeptieren.

Abbildung 4: Die Autorenschaft muss man bei Google zusätzlich noch "beantragen".

Im Anschluss muss noch ein Formular (siehe https://spreadsheets.google.com/a/google.com/spreadsheet/viewform ?formkey=dHdCLVRwcTlvOWFKQXhNbEgtbE10QVE6MQ&ndplr=1) ausgefüllt werden, mit dem man um den Autorenstatus bittet (siehe Abbildung 4).

Ob Google das Autoren-Markup erkennen kann, lässt sich unmittelbar nach dem Einbau mit dem Rich Snippets Testing Tool überprüfen (http://www.google.de/webmasters/tools/richsnippets). Wenn Informationen über den Autoren verfügbar sind, werden sie auch angezeigt (s. Abbildung 5). Man muss aber sagen, dass Möglichkeit 1 in der Praxis (noch) nicht immer gut funktioniert. 

Abbildung 5: Im Rich Snippets Testing Tool prüfen, ob die Einbettung funktioniert. Hier hat’s geklappt.

Wer mehr zur Verlinkung von Google+- und Content-Seite erfahren möchte, sollte sich die detaillierte Anleitung von Google durchlesen unter http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py? hl=en&answer=1408986 und http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py? hl=en&answer=1229920.

 

Weiterer Anwendungsfall – die versteckte Suchfunktion

Vor kurzem beschrieb John Doherty unter http://www.johnfdoherty.com/googles-hidden-author-search-bookmarklet/, wie eine thematische Suche für einen bestimmten Autor mithilfe einer speziellen URL mit Parametern aussehen kann. Es ist davon auszugehen, dass Google auf Dauer eine solche Funktionalität in die Web-Suche implementiert, denn Sie bietet Potenzial. Letztlich dient auch das höchstwahrscheinlich dazu, dem Suchenden eine thematische Relevanz von Google+ zu suggerieren.

 

Für wen ist das interessant?

In erster Linie ist die Auszeichnung als Autor natürlich für ebenjene gedacht und dementsprechend interessant. Ganz gleich, ob Blogger, Journalist, Gastautoren oder andere, sie können von dem Einbau dieser Verknüpfung zwischen Google+-Seite und dem Content in den Suchergebnissen profitieren. Die Suchergebnisse werden deutlich angereichert und animieren zum Klick.

Aber auch Shopbetreiber können davon profitieren, sofern sie bereit sind, in der Öffentlichkeit zu sprechen – sei es auf der eigenen Shopseite innerhalb eines Blogs oder auch als Gastautor für ein Magazin oder ähnliches.

 

Aktuelle Verbreitung

Derzeit ist von der Einbindung der Authorship-Markups hierzulande noch nicht viel zu sehen. Das liegt zum einen daran, dass die Funktionalität für eine solche Suche in Google in Deutschland noch nicht implementiert ist. Ein anderer Grund ist natürlich das derzeit vielleicht noch fehlende technische Verständnis auf Seiten der Autoren. Doch sobald eine Autorensuche möglich ist und auch einige Zeitungsverlage als Multiplikatoren auf den Zug aufspringen, dürfte sich die Verbreitung langfristig verbessern.

 

Fazit

Hierzulande ist die Einbindung des Authorship-Markups noch nicht weit fortgeschritten, trotz der – technisch gesehen – recht einfachen Einbindung. Dennoch könnte es auf Dauer für die schreibende Zunft oder für Experten auf einem Fachgebiet interessant sein, das Markup einzusetzen, denn die Suchergebnisse zu Artikeln mit Authorship-Auszeichnung werden mit Bild und Zusatzinformationen angereichert.

 

Porträt Maik Bruns
Über den Autor

Maik Bruns arbeitet als Berater bei der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion.

E-Mail: maik.bruns@suchradar.de

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