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Ausgabe 33 > SEO-Tools: Ein Blick auf die Searchmetrics Essentials
SEO-Tools: Ein Blick auf die Searchmetrics Essentials
Searchmetrics hat mit den Essentials den kleinen Bruder der Searchmetrics Suite vorgestellt. Ein SEO-/SEM-Tool zu vertretbaren Kosten - das klingt gut. Von Markus Hövener.
Seit einigen Monaten gibt es das Tool Searchmetrics Essentials (http://www.searchmetrics.com/de/seo-software/), das Unternehmen helfen soll, die SEO-, SEM- und Social-Entwicklungen von Websites – ganz gleich ob eigene oder fremde – zu beobachten. In diesem Markt tummeln sich bereits andere Tools wie SISTRIX Toolbox, Xovi, Seolytics oder auch SEMRush mit zum Teil anderen Spezialisierungen und auch Kostenstrukturen. Searchmetrics hat hier allerdings einen guten Ruf, da es sich bereits mit der Searchmetrics Suite etabliert hat. Die Suite ist gewissermaßen der große (und auch teurere) Bruder der Searchmetrics Essentials und verfügt über einen größeren Funktionsumfang. Die Essentials sind eher im unteren Preissegment positioniert und greifen damit klar die oben genannten Tools an.
Tool-Gemeinsamkeiten
Zunächst haben alle Tools eine Gemeinsamkeit: Sie beobachten viele Suchbegriffe und schneiden für diese die Rankings und auch die AdWords-Werbungen mit. Im Fall von Searchmetrics werden für Deutschland, Großbritannien und die USA dabei wöchentlich ca. 1 Millionen Suchbegriffe und monatlich ca. 10 Millionen Long-Tail-Suchbegriffe analysiert. Abgedeckt werden derzeit 15 Länder, darunter vor allem Deutschland, Österreich und die Schweiz, aber auch Länder wie die Türkei oder Japan – eine Abdeckung, die so derzeit kein anderes Tool hat. Die Nutzung all dieser Länder ist im Preis (siehe unten) inbegriffen.
Laut Searchmetrics wird die Keyword-Basis monatlich aktualisiert, um neue Suchbegriffe aufzunehmen. Hierzu werden unterschiedliche Quellen befragt (z. B. Googles Suchvorschläge, Google Trends, Alexa), um so neue Begriffe wie „ipad 3“ oder „iphone 5“ in die Datenbank aufzunehmen. Aber auch bei Searchmetrics (wie bei den anderen Konkurrenten) ist es leider so, dass eigene Suchbegriffe nicht in die Datenbank eingespielt werden können. Entweder befinden sich diese bereits in der Datenbank und werden dann auch beobachtet – oder eben nicht.
Aus den einzelnen Rankings (sowohl organische als auch bezahlte), deren Suchvolumina und weiteren Faktoren werden schließlich Sichtbarkeitswerte berechnet. Auf Basis dieser Komponenten wird abgeschätzt, wie viele Besucher möglich sind. Interessant ist dabei der Ansatz, dass Suchbegriffe in unterschiedliche Klassen einsortiert werden („Navigational“, „Informational“ und „Transactional“), um so möglichst realitätsnahe Schätzungen zu erhalten. Die grundsätzlichen Grenzen solcher Ansätze haben wir bereits im suchradar 30 („SEO-Tools unter der Lupe: Alles korrekt?“) erklärt.
Die Essentials
Wer diese Grundsatzfragen hinter sich lassen möchte, kann sich in das System einloggen und erhält eine ansprechende und recht performante Oberfläche.
Die Top-Navigation bietet zunächst drei Bereiche an:
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Abbildung 1: Domains-Sektion der Essentials
Domains (siehe Abbildung 1):
Hier können nach Eingabe einer Domain Daten abgerufen werden. Essentials unterscheidet dabei zwischen Organic (organische Rankings), Paid (AdWords) und Universal (Einblendung von News, Bildenr, Videos, Maps, Shopping). Der Domains-Bereich wird im Folgenden näher vorgestellt.
- Keywords:
Hinter diesem Oberpunkt verstecken sich eine Datenbank zur Keyword-Recherche und eine Funktion, um die Rankings für einzelne Suchbegriffe historisch einsehen zu können. Beides ist zwar grundsätzlich interessant, wird aber in diesem Artikel nicht weiter besprochen.
- Social:
In der Social-Sektion können Daten über die sozialen Signale einer Website (Twitter, Facebook etc.) eingesehen werden. Diese Sektion wird im späteren Verlauf dieses Artikels näher erörtert.
Domains
Die Domains-Sektion liefert wie gesagt relevante Daten zur organischen und bezahlten Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Interessant ist auf jeden Fall, dass man in den Suchschlitz nicht einfach nur eine Domain (z. B. www.welt.de oder ebay.de), sondern auch ein Verzeichnis (z. B. www.welt.de/debatte/) oder eine Subdomain (z. B. kleinanzeigen.ebay.de) oder eine Kombination aus Subdomain und Verzeichnis eingeben kann.
Wer diese durchaus praktische Option nutzen möchte, muss allerdings auch ein zusätzliches monatliches Entgelt (derzeit 250 €/Monat) entrichten. Für viele SEOs ist das sicherlich sinnvoll, da sich mit ihr z. B. schnell und effizient Sichtbarkeitsverläufe oder auch Konkurrenzauswertungen für Subdomains erhalten lassen. Wo sinnvoll, können die Daten auch mit anderen Domains (oder auch Subdomains oder Unterordnern) verglichen werden.
Positiv ist, dass man den Zeitraum der in den einzelnen Charts angezeigten Daten frei anpassen kann. So ist es möglich, entweder ein konkretes Start- und Enddatum einzugeben oder auf typische Zeiträume wie „ein Monat“ oder „ein Jahr“ zu klicken.
Die Besprechung aller „Domain“-Funktionen der Essentials würde sicherlich den Rahmen dieses Artikels deutlich sprengen. Daher werden im Folgenden nur einige der wichtigen Funktionen genannt:
- Organisch > SERP-Verteilung:
Die Verteilung der Fundstellen auf Suchergebnisseiten (1-10) kann abgerufen werden, um z. B. Abstrafungen besser erkennen zu können.
- Organisch > Wettbewerber:
Die Wettbewerber werden auf Basis der Suchbegriffe der geprüften Websites in Echtzeit berechnet. Einzelne Wettbewerber (z. B. Wikipedia oder Preisvergleiche als nicht „echte“ Wettbewerber eines Online-Shops) können jederzeit ausgeblendet werden.
- Organisch > Subdomains:
Falls existent, werden die einzelnen Subdomains einer Website und deren jeweilige Sichtbarkeit aufgeführt.
- Organisch > Verzeichnisse:
Hier werden die einzelnen Verzeichnisse – sortiert nach deren Sichtbarkeit – aufgeführt, um so z. B. besonders wichtige Sektionen eines Konkurrenten zu analysieren.
- Organisch > Branchen/Themen:
Alle Suchbegriffe aus der Datenbank sind in Themen wie „Gesundheit“ oder „Haus & Garten“ einsortiert. So lässt sich bei multithematischen Websites schnell erkennen, für welche Themen diese eine besonders hohe Sichtbarkeit haben.
- Organisch > Gewinner & Verlierer:
In dieser Sektion erkennt man auf einen Blick, welche Suchbegriffe Rankings – und damit auch Traffic – verloren oder gewonnen haben.
- Organisch > World SEO Visibility:
Für Websites, die in vielen Ländern aktiv sind, ist die Option interessant, da man dort auf einen Blick die Sichtbarkeitswerte für alle derzeit von Searchmetrics überwachten Länder sehen kann.
- Paid > Anzeigen:
Hier werden alle Anzeigen aufgeführt, die ein Unternehmen eingebucht hat. Leider erkennt man an dieser Stelle, dass SEM nicht die primäre Ausrichtung der Searchmetrics Essentials ist, weil die Anzeigen einfach nur nebeneinander ausgegeben werden. Es ist z. B. nicht möglich, nach bestimmten Suchbegriffen zu sortieren oder zu erfahren, für welche Suchbegriffe eine bestimmte Anzeige erscheint.
- Paid > Wettbewerber:
Die Wettbewerbsübersicht zeigt zunächst alle Unternehmen, die hinsichtlich der Suchbegriffe konkurrieren. Wer sich dann für einen konkreten Wettbewerber interessiert, erhält in einer Übersicht die Suchbegriffe, für die beide gleichzeitig werben. Auch diesbezüglich ist die Praxistauglichkeit sehr gering, weil z. B. nicht die Suchbegriffe abgerufen werden können, auf die nur der Konkurrent bietet.
- Paid > Branchen & Themen:
Diese Übersicht erfolgt analog der Übersicht bei den organischen Suchbegriffen, d. h. es werden die Anteile der Themen angezeigt, die den Suchbegriffen zugeordnet werden.
Social
Abbildung 2: Analyse eines einzelnen Artikels
Die Social-Sektion ist für alle SEOs interessant, die sich auch um das Thema Social Media kümmern. Hier kann nach Eingabe einer Domain (leider nicht auf Verzeichnisebene) geprüft werden, welche Inhalte dieser Domain in den sozialen Netzwerken Facebook (untergliedert in Shares, Comments und Likes), Twitter, Delicious, Google+, LinkedIn und StumbleUpon genannt wurden. Es kann auch eine einzelne URL eingegeben werden, um zu dieser einzelnen Seite die Informationen abzurufen.
Die Ausrichtung der sozialen Netzwerke zeigt schon, dass die Searchmetrics Essentials eher einen internationalen Hintergrund haben. So spielt LinkedIn in Bezug auf Social Media hierzulande eher eine kleine Rolle und für die meisten Unternehmen wird auch bei StumbleUpon eine konstante Null angezeigt werden.
Die Social-Daten sind vor allem für Unternehmen interessant, die aus den Erfolgen ihrer Konkurrenten lernen möchten. Die Essentials bieten hierzu zunächst zwei Sichtweisen an: Total Impact (Daten über den gesamten Zeitraum) und Weekly Impact (Daten für die vergangene Woche). So kann man schnell erfahren, welche Seiten entweder in der Vergangenheit oder in den letzten Tagen besonders gut in sozialen Netzwerken ankamen. Jede Seite erhält von Searchmetrics einen Wert namens „Social Visibility“, der neben der Anzahl der sozialen Signale auch noch die Reichweite und die Effektivität der unterschiedlichen sozialen Netzwerke berücksichtigt. So werden laut Searchmetrics, die hierzu Daten von Comscore und Nielsen nutzen, Links auf Twitter seltener geklickt als Links in Facebook oder LinkedIn.
Die Daten zur sozialen Sichtbarkeit sind leider rein quantitativ zu sehen, d. h. dass ein hochgradig vernetzter Twitter-Nutzer genau so bewertet wird wie ein schlecht vernetzter Nutzer. Im Endeffekt ist das aber gar nicht relevant, weil ein vernetzter Nutzer sozialer Netzwerke ja auch durch die Verbreitung wieder dazu führt, dass weitere soziale Signale anderer Nutzer entstehen – und diese werden dann natürlich auch gezählt.
Das Social-Modul von Searchmetrics ist in seiner Funktion nahezu einzigartig, weil es sehr schnell und übersichtlich Einblicke in die erfolgreichen Elemente aller Unternehmen ermöglicht. Lediglich SISTRIX bietet seit wenigen Tagen eine ähnliche Funktionalität. Man darf das Modul aber nicht mit einem Social-Media-Monitoring-Tool vergleichen, weil dort ganz andere Daten geliefert werden (z. B. Sentiments oder Mentions).
Exports und Reports
Alle Daten können grundsätzlich auch exportiert werden. Dafür gibt es ein Credit-System, bei dem man monatlich eine gewisse Anzahl an Credits bekommt und diese dann nutzen kann. Wie viele Credits ein Nutzer pro Monat hat, hängt vom jeweiligen Account ab. Wer mehr Credits benötigt als in seinem Account eigentlich vorgesehen, kann diese allerdings auch nachträglich hinzukaufen.
Unterschiedliche Daten verbrauchen unterschiedlich viele Credits. Wer sich z. B. Daten aus dem Social-Bereich exportieren möchte, muss hierzu 50 Credits pro Datensatz opfern, während Ranking-Daten nur mit 10 Credits und Links nur mit einem Credit berechnet werden. Die Essentials klären vor jedem Export aber darüber auf, wie viele Credits benötigt werden. Auch kann man einschränken, wie viele Credits man verbrauchen möchte – erhält dann aber auch nur einen Teil der Daten.Nach dem Export, der in einigen Fällen ein wenig Zeit brauchen kann, stehen die Dateien in der Exportübersicht zur Verfügung und können dort noch einen Monat lang – ohne weitere Kosten zu verursachen – abgerufen werden.
Abbildung 3: Individueller Report
Beeindruckend ist auch das Reporting-System (siehe Abbildung 3). Jede Tabelle und jedes Chart, welche man sich in Searchmetrics Essentials anschaut, verfügt über einen Link, mit dem diese Daten auch in einen Report übernommen werden können kann. In einem Raster kann man dann diese einzelnen Daten im Report positionieren und sie schließlich als PDF exportieren oder als E-Mail verschicken.
Für Agenturen gibt es noch die Möglichkeit, Bilder (z. B. Logo der eigenen Agentur) oder auch Text in die Reports einzufügen. Die Verwendung von Texten und Bildern kostet allerdings leider auch einen Aufpreis von derzeit 50 €/Monat.
Die Funktion, diese Reports automatisch zu bestimmten Zeitpunkten zu erstellen, beherrscht Essentials aber aus gutem Grund nicht. Denn wer solche Funktionalität haben möchte, muss dann schon die teurere Searchmetrics Suite erwerben. Aber immerhin werden die Reports gespeichert, so dass sie manuell zu jeder Zeit neu exportiert werden können. Im Basispreis inbegriffen sind aber nur zwei speicherbare Reports; weitere können hinzugekauft werden (derzeit: 25 Reports für 35 €/Monat).
Preis
Der Preis hängt maßgeblich davon ab, welche Module („SEO + SEM“ und „Social“) benötigt werden. Aber auch dann gibt es noch weitere Preisstufen (wie auch schon oben erwähnt) für unterschiedliche Features.
Interessierte Unternehmen seien auf die Preisinformationen auf der Seite http://shop.searchmetrics.com/de/ verwiesen. Grundsätzlich kann man das Modul „SEO + SEM“ für 89 € pro Monat und das Modul „Social“ für 189 € pro Monat erwerben. Positiv zu nennen ist die Möglichkeit, monatlich zu kündigen und auch die Zusammenstellung der Pakete zu ändern. Wer direkt für ein Jahr im Voraus bezahlen möchte, erhält übrigens einen Rabatt.
Übrigens: Es gibt die Essentials auch in einer kostenlosen, zeitlich unbegrenzten Version, in der recht viele Daten abgerufen werden können. Diese reichen zumindest, um sich einen groben Überblick über die Lage verschaffen zu können.
Eindruck
Das System macht einen durchaus positiven und ausgereiften Eindruck. Die Analyse der wichtigsten Funktionen eines SEO-Tools geht schnell von der Hand und wird jeweils auch optisch gut dargestellt.
Insgesamt gewinnt man aber schnell den Eindruck, dass dem organischen Bereich wesentlich mehr Aufmerksamkeit zugeflossen ist als der SEM-Sektion – ein Eindruck, den man übrigens auch bei vielen direkten Wettbewerben bekommen kann. Wer also tiefer gehende SEM-Analysen benötigt, sollte eher zu spezialisierten SEM-Tools greifen.
Beeindruckend und hinsichtlich der Funktionalität sinnvoll ist in jedem Fall der Social-Bereich. Das Erkennen von sozial relevanten Themen bei Konkurrenten ist eine extrem wichtige Funktion, um Impulse für Social-Media-Aktivitäten zu erhalten. Sicherlich kann man mit dem Tool auch grundsätzlich Monitoring der eigenen Maßnahmen betreiben, aber dafür eignen sich spezialisierte Tools sicherlich besser, vor allem, wenn man tiefer in das soziale Verhalten der Nutzer schauen möchte.
Der günstige Einstiegspreis spricht für die Essentials – wenn man mit dem Funktionsumfang auskommt. Denn die interessanten Zusatzfeatures (Analyse von Ordnern, mehr speicherbare Reports, individualisierbare Reports, mehr Credits für den Export) verteuern das Produkt leider recht schnell. Es muss also jeder selber prüfen, welcher Umfang benötigt wird und zu welchen Kosten das führt. Positiv zu nennen ist aber, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt, den Produktumfang an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Bei den meisten Konkurrenten ist das nicht möglich.
Ausblick
Zum Zeitpunkt, zu dem dieser Artikel erscheint, wird es wahrscheinlich schon einen Zugriff auf die Link-Datenbank (externe und interne Verlinkungen) und auch auf eine API geben. Diese Features waren aber Ende November noch im geschlossenen Test, so dass sie nicht für diesen Artikel berücksichtigt werden konnten.
Fazit
Wer sich für ein SEO-/SEM-Tool interessiert oder in die Social-Media-Maßnahmen seiner Konkurrenten blicken möchte, sollte neben den bekannten Wettbewerbern definitiv einen Blick auf die Searchmetrics Essentials werfen. Sie bieten viele gute Funktionen, um die eigene Website oder Konkurrenten zu analysieren – wenn auch eher mit Fokus auf SEO und Social als in Bezug auf SEM
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Über den Autor
Markus
Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic)
bei Twitter: 
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