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Mobile Websites:
Wer macht’s am besten?

Gibt es Websites, die bei Mobile SEO/SEM zeigen, wie es funktionieren sollte? Wer empfängt seine mobilen Besucher mit dem roten Teppich? Eine kurze Umfrage von Markus Hövener.

Timm Becker, Online-Marketing-Manager (Nionex GmbH)
Abbildung 1: Der mobile Shop von Görtz

Schauen wir uns das Beispiel "Schuhe“ an. Ein Produkt, welches sich im Internet sehr gut verkauft und auch für M-Commerce interessant ist. Der Online-Händler Zalando schaltet beispielsweise mobile AdWords für Smartphones. Sehr fortschrittlich, jedoch wird der Kunde nach dem Klick nicht auf eine Mobile-Site, sondern auf die reguläre Zalando-Webseite weitergeleitet. Zalando verliert so mit großer Wahrscheinlichkeit den Kunden, denn mit einem Smartphone über eine normale Webseite einzukaufen, ist höchst unkomfortabel. Besser macht es das Unternehmen Görtz mit seinem Online-Shop, das ebenfalls für sein Schuhsortiment mobile AdWords schaltet.

Die gute Umsetzung beginnt schon bei der Gestaltung der Anzeige:

Schuhversand + O€ Versand
Schuhe im Görtz Mobile-Shop. Kostenloser
Versand & Rückversand!

www.goertz.de/Portofrei

Kurz und knackig erhält der User alle wichtigen Informationen, welche somit zum Klicken einladen. Eine automatische Weiche leitet den Kunden auf die eigens dafür konzipierte Website http://m.goertz.de. Eine gut umgesetzte Mobile-Site, die einfach zu bedienen und funktional ist. Über eine Filterfunktion kann der Kunde sich nun das gewünschte Produkt auswählen. Die Produkte von Görtz lassen sich ebenfalls in der mobilen (organischen) Google-Suche weit vorne finden. Görtz schafft es, obwohl die URL in der Suche der normalen Website entspricht, die Weiche richtig zu setzen und den User auf die mobile Produktseite zu leiten. Nur so kann Suchmaschinenmarketing und Suchmaschinenoptimierung für das mobile Internet funktionieren. Denn was nutzen gute Suchergebnisse, wenn der User auf die falsche Seite geleitet wird?

Bernd Stieber, Vorstand der Zieltraffic AG
Abbildung 2: Die mobile Seite von sbroker

Mobile wird vielfach als "der“ neue Absatz-Kanal dargestellt. Speziell Anbieter stark erklärungsbedürftiger Produkte mit aufwendigen Antrags-Strecken können über Mobile Devices derzeit jedoch noch keinen unmittelbar messbaren Absatz generieren. User-Journeys brechen in den Tracking-Systemen immer dann ab, wenn Endgeräte gewechselt werden – der Cookie liegt auf dem Handy, die Conversion findet über den Desktop-PC statt, weil hier komfortabel die Antragsstrecke ausgefüllt werden kann.

Über klassische Klickpfad-Analysen werden hier werden leicht die falschen Schlüsse gezogen. Isoliert betrachtet performen Mobile-Kampagnen vielfach nicht. Dennoch braucht auch eine Mobile Marketing-Kampagne nicht in die Zeiten Henry Fords ("Ich weiß, die Hälfte meiner Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte.“) zurückfallen.

Erfolgskritisch sind spezielle, auf die Erfordernisse der jeweiligen Endgeräte abgestimmte Landing Pages und Abschlussprozesse. Ein Smartphone-Benutzer wird, während er auf seinen Kaffee wartet, kein mehrseitiges Formular ausfüllen wollen. Dennoch bildet er seine Präferenz für eine Marke und registriert sich vielleicht für einen Newsletter, lädt sich bereits die passende App herunter oder nutzt die Click-to-Call-Funktion der AdWords-Anzeige oder Callback-Möglichkeiten auf der Website.

Es gibt mittlerweile zahlreiche Methoden, den Medienbruch zwischen Endgeräten zu überwinden und Mobile Marketing auch für komplexere Produkte messbar zu machen. sbroker, der Online-Broker der Sparkassen geht hier mit gutem Beispiel voran und bietet Interessenten auf Mobile Devices zunächst eine schlanke Landing Page, die aufs Wesentliche reduziert ist und deren messbarer Call to Action aus einer Depotanfrage-Möglichkeit über eine kostenfreie Hotline besteht. Die Herausforderung ist, die jeweils zum Produkt und zum Endgerät passenden Instrumente zu finden, um so Mobile Marketing effizient im Gesamtmarketingmix zu integrieren.

Mirko Teichert, Account Director, Blue Summit Media
Abbildung 3: Serviceorientierte Gestaltung bei der mobilen Seite der Lufthansa

Mobile Search ist momentan noch schwierig ins Performance Marketing einzugliedern, weil die Performance im europäischen Raum noch deutlich der Desktop Performance hinterherhinkt. Dennoch spielt das mobile Internet für einige wenige Brands, vor allem im Retail & Travel Bereich, eine immer größere Rolle für Anbieter, die ihre Waren und Dienstleistungen online anbieten.

Schon heute gibt es mehr als drei Mal so viele Mobiltelefone wie Computer – Tendenz steigend. Lufthansa hat mit der Entwicklung ihrer Website einen wichtigen Schritt vor allem unter dem Gesichtspunkt Service gemacht. Dafür steht der komplette mobile Auftritt der Lufthansa.

Von Mobile Search angefangen, über das mobile Portal bis hin zu den Apps für alle gängigen Smartphones und Tablets. Somit kann der Kunde von unterwegs aus schnell den Flugstatus überprüfen, einchecken oder noch schnell einen Flug buchen.

Noch ein Praxis-Tipp: In der Regel fallen auch die Suchanfragen durch die kleineren Tastaturen kürzer und prägnanter aus. Dies muss auch bei der Suchmaschinenstrategie vor allem auch bei der Erstellung der Mobile Ads berücksichtigt werden.

Marko Tolle, Director Marketing, QUISMA GmbH
Abbildung 4: Otto für mobile Besucher

Es ist schwer eine mobile Website herauszustellen, die besonders gut aufgestellt ist. Denn was "besonders gut“ heißt, hängt von vielen Faktoren ab – und nicht zuletzt von der individuellen Zielgruppe der Seite.

Otto (http://m.otto.de) hat sich hier beispielsweise einige Gedanken gemacht und eine einfach zu bedienende mobile Webseite entwickelt. Die gängigsten Funktionen sind dort schnell erreichbar.

Doch wenn ein Besucher über die Google-Suche kommt, kann er enttäuscht sein. Er wird nicht automatisch auf die mobile Webseite weitergeleitet, obwohl dort eigentlich auch alle Inhalte erreichbar sind. Hier arbeiten SEO und die Website gegeneinander: Er findet zwar ein Suchergebnis, die Website lässt sich dann aber mobil nicht gut bedienen.

Die SEA-Landing-Pages hingegen sehen schon sehr gut aus. Besonders schön ist die Merkfunktion integriert. Was genau der Besucher aber auf der Seite erwartet, sollte getestet werden: A/B und multivariate Tests sind auch auf dem Handy kein Problem.

 

 

Porträt Jan Büchter
Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic) bei Twitter: Follow bloonatic on Twitter

 

 

 

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