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Shop Corner:
Kurzlebige Produkte für Suchmaschinen optimieren

Was interessiert mich ein Produkt von gestern? In Online-Shops werden alte Produkte gelöscht, neue hinzugefügt. Aber wie können Shop-Betreiber diesen Wandel für Suchmaschinen optimal gestalten? Von Markus Hövener.

Es ist ganz normal, dass ein Online-Shop nicht statisch ist. Neue Produkte werden eingefügt, ältere Produkte werden entfernt. Das passiert besonders oft in der Modebranche (z. B. durch die Trennung in Winter- und Sommermode), in der nichts unspannender ist als die Mode der letzten Saison.

Aber auch z. B. im Weinhandel gibt es Wechsel bei den Produkten: Dort wird häufig ein bestimmter Jahrgang ein Jahr lang verkauft ("XYZ 2008"). Im nächsten Jahr wird dann der folgende Jahrgang verkauft ("XYZ 2009"). Wer dann alljährlich eine neue Produktseite anlegt und das Produkt aus dem Vorjahr aus dem Shop nimmt, hat in Bezug auf Suchmaschinen klare Nachteile.

Probleme

Wenn ein Produkt aus dem Shop genommen wird, meldet die entsprechende URL in der Regel einen 404-Fehler. Da Google über seinen Crawler Googlebot die indexierten Seiten regelmäßig überprüft, wird die Suchmaschine feststellen, dass eine bestimmte Seite nicht mehr existiert und diese, mit einer Verzögerung von zum Teil mehreren Wochen, aus dem Index entfernen. Parallel wird der Crawler die neue Produktseite finden und in den Index aufnehmen.

Das Problem besteht nun darin, dass eine Seite mit der Zeit "Trust" gewinnt. Eine Suchmaschine braucht Zeit, um wichtige Faktoren einer Seite zu berechnen. Wie beim Beispiel mit dem Wein "reift" eine Seite also mit der Zeit.

Auch kann es natürlich sein, dass externe Websites auf eine Produktseite verlinken und deren Ranking Schub geben. Wenn die Produktseite aber nicht mehr existiert, zeigt der Link ins Leere. Und der positive Effekt der externen Verlinkung kann dann der neuen Produktseite nicht ohne weiteres zugerechnet werden.

Lösungsansätze

Am besten wäre es also, wenn Produktseiten immer unter der ursprünglichen URL verfügbar blieben und sich das Produktportfolio gar nicht ändern würde. Da das unrealistisch ist, müssen andere Lösungsansätze gefunden werden. Hier gibt es recht unterschiedliche Strategien:

Konstante Produkt-URLs

Auch wenn ein Produkt sich ändert ("Wein XYZ 2008" wird entfernt und durch "Wein XYZ 2009" ersetzt), kann dessen URL konstant bleiben („…/wein-xyz.html“). Das funktioniert primär bei Produkten, die regelmäßig neu aufgelegt werden, z. B. Computerspiele, die im Jahresrhythmus aktualisiert werden.

Wenn die älteren Versionen eines Produkts zusätzlich verkauft werden sollen, können diese ebenfalls im Shop-System angelegt werden. Die aktuelle Version des Produkts ist aber unter einer konstanten URL verfügbar.

Umleiten

Besucher von nicht mehr existenten Produktseiten können per 301-Umleitung weitergeleitet werden - entweder auf das Nachfolgeprodukt oder auf die jeweilige Rubrik. Falls es externe Verlinkungen auf die alte Produktseite gab, werden diese auf diesem Weg dem neuen Produkt oder der Rubrik zugewiesen.

Die 301-Umleitung hat den Vorteil, dass sie auch den "Trust" der alten Seite auf eine neue Seite weiterleiten. Nachteilig daran ist der oftmals hohe administrative Aufwand. Wenn man die Umleitungen händisch eintragen muss - z. B. in die .htaccess-Datei bei Apache-Web-Servern - und das zudem bei hunderten Produkten, ist das in jedem Fall umständlich und auch fehlerträchtig. Im Vorteil ist dann derjenige, dessen Shop-System derlei Umleitungen direkt erlaubt.

Rubrikenelemente

Ein Umweg besteht darin, für wichtige Produkte Kategorien einzurichten. Wenn also ein bestimmter Wein "XYZ" besonders wichtig ist, kann man dafür auch eine Kategorie "XYZ" einrichten. In dieser befinden sich dann die entsprechenden Produkte, z. B. "XYZ 2008" und "XYZ 2009". Wer nun zusätzlich dafür sorgt, dass nicht mehr existente Produktseiten per 301-Weiterleitung auf die Kategorieseite umgeleitet werden, stärkt durch eventuell bestehende Links auf die alten Produktseiten dann langfristig die Kategorie.

Auch diese Maßnahme ist natürlich mit Aufwand verbunden. Ob dieser gerechtfertigt ist, lässt sich nicht pauschalieren. Beim Handel mit jährlich neu aufgelegten Produkten wäre diese Strategie sehr sinnvoll; in der Modebranche, in der es oftmals je nach Mode sehr unterschiedliche Produkte gibt, würde ein solches Vorgehen aber nicht sinnvoll sein.

 

Fazit

Wer in seinem Online-Shop Produkte entfernt und neue Produkte wieder einfügt, kann mit unterschiedlichen Strategien dafür sorgen, dass die Rankings darunter nicht leiden. Suchmaschinen benötigen ansonsten viel Zeit, um neuen Seiten gute Rankings zuzusprechen. Mit Maßnahmen wie 301-Umleitungen oder der Schaffung konstanter URLs kann man hier allerdings sehr gut nachhelfen.

 

Porträt Jan Büchter
Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic) bei Twitter: Follow bloonatic on Twitter

 

 

 

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