|
- Werbung -
suchradar.de >
Magazin
> Archiv >
Ausgabe 32 > Mobile Werbung:
AdMob
Mobile Werbung: AdMob
Neben AdWords bietet der Google-Konzern eine weitere Möglichkeit, mobile Werbung zu buchen: AdMob. Wie funktioniert das Netzwerk und für wen lohnt es sich? Hierzu sprachen wir u. a. auch mit Stefan Hentschel, dem Head of Mobile Advertising DACH von Google Germany.Von Markus Hövener
Wer mobile Werbungen schalten möchte, kann dafür natürlich Google AdWords nutzen. Google hat aber auch vor einigen Jahren ein Werbenetzwerk gekauft, das vielen Unternehmen unbekannt ist: AdMob. Dort lässt sich ebenfalls Werbung buchen, aber nicht auf Basis von Suchbegriffen. AdMob funktioniert etwas anders und bietet Unternehmen, die z. B. viel Reichweite für ihre mobilen Angebote einkaufen möchten, ein interessantes Modell.
Der Prozess
Abbildung 1: Art der Werbung auswählen
Zunächst muss man die Website http://de.admob.com/ besuchen und sich mit einem Google-Konto anmelden bzw. registrieren. Die Web-Oberfläche, die erscheint, ist unkompliziert und nahezu selbsterklärend.
Auch bei AdMob werden Werbungen in Kampagnen organisiert. Das Anlegen einer solchen erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst müssen für die Kampagne ein interner Name, ein Start- und Enddatum sowie ein Tagesbudget (mind. 10 USD/Tag) gesetzt werden. Danach muss man sich für die Art der Werbung entscheiden (siehe Abbildung 1). Die Wahl besteht zwischen:
- Verlinkung auf eine mobile Website
- Verlinkung auf eine App (iPhone, iPad, Android, Windows Phone 7 stehen zur Auswahl)
- Medien (iTunes Store, Video, Bücher via iTunes oder Kindle)
- Werbung für ein lokales Unternehmen (Click-to-Call oder Click-to-Map)
Wer sich nun für die Art der Werbung entschieden hat, muss weitere Kriterien für die Einblendung der Werbung eingeben. Das können sein:
- Betriebssysteme, Hersteller von Endgeräten, Marken von Endgeräten bis hin zu konkreten Endgeräten
- Geographische Einschränkung (in Deutschland auf Ebene der Bundesländer möglich)
- Demographisch (männlich/weiblich, Altersgruppen)
- Themengebiete („Downloads“, „Communities“, „Unterhaltung“, „Sport", "Nachrichten", "Informationen“ und "Portale“)
Zudem können unterschiedliche Optionen gewählt werden, um Nutzer noch weiter einzugrenzen:
- Besucher kommt über WLAN und/oder mobiles Netz
- Proxy-Zugriffe können ausgeschlossen werden
Nach Auswahl dieser Parameter, die sich fast beliebig kombinieren lassen, legt AdMob das Mindestgebot fest. Diese darf durch das Standardgebot, das ebenfalls festgelegt wird, natürlich nicht unterschritten werden.
Abbildung 2: Erstellen einer Click-to-Call-Werbung
Danach muss die Werbung gestaltet werden, was je nach Art unterschiedlich funktioniert. In Abbildung 2 ist die Erstellung einer mobilen Click-to-Call-Werbung zu sehen, bei der nach dem Klick eine Verbindung mit einer zu definierenden Rufnummer hergestellt wird. Anstatt der von AdMob erstellten können hier aber auch eigene grafisch gestaltete Werbungen hochgeladen werden.
Analog vielen anderen Werbenetzwerken wird auch bei AdMob klickbasiert abgerechnet. In vielen Fällen sind diese Klicks günstig zu bekommen. Ob die niedrigen Kosten aber zu relevanten Konversions-Kosten führen, muss natürlich jeder Werbetreibende für sich feststellen.
Anwendungen
AdMob verfolgt einen anderen Ansatz als AdWords, vor allem, weil keine Suchbegriffe eingebucht werden können. Das Werbenetzwerk empfiehlt sich daher z. B. für die folgenden Anwendungen:
- Werbung für eigene Apps, die hinsichtlich demographischer Faktoren gut eingegrenzt werden können
- Werbung für lokale Angebote, die eine breite Masse an Nutzern ansprechen (z. B. Film-Festivals, Stadtfeste); da man aber nur auf Bundesländer lokal ausrichten kann, bietet sich das vor allem für die deutschen Stadtstaaten an
- Werbung für Videos (z. B. Trailer von Filmen)
- Werbung für mobile Websites, die für viele Nutzer interessant sind (z. B. eine mobile Fußball-Site)
Interview
Stefan Hentschel, Head of Mobile Advertising DACH/Google Germany
Wir haben zu AdMob auch ein Gespräch mit Stefan Hentschel, dem Head of Mobile Advertising DACH von Google Germany GmbH geführt.
In AdMob kann man keine Suchbegriffe einbuchen, sondern muss Besucher über Kriterien wie Geographie, Demographie, Gerät oder Betriebssystem auswählen. Wäre es nicht sinnvoll, auch Themengebiete auswählen zu können analog dem Display-Netzwerk?
Genau das kann AdMob heute schon: Über die Plattform können auch Themengebiete, so genannte Bundles, gebucht werden – wie zum Beispiel Sport, Nachrichten, Portale oder Unterhaltung. Eine Einbuchung von Suchbegriffen hingegen macht nur Sinn, wenn es auch um Suchmaschinenmarketing geht, wenn also wirklich jemand sucht.
Mit AdMob können unterschiedliche Anzeigen geschaltet werden, etwa für Apps, Websites und lokale Angebote. Können Sie sagen, welche die beliebtesten Anzeigeformate und die wichtigsten Nutzungen sind?
Beliebteste Anzeigenformate sind Click-to-Download und „einfache“ Image-Anzeigen, die auf eine mobile Seite verlinken. Aber auch Rich-Media-Formate wie Video- und HTML5-Anzeigen auf Smartphones und Tablets werden immer beliebter.
Derzeit ist AdMob noch ein von AdWords getrenntes System. Wird es auf absehbare Zeit in AdWords integriert werden?
Unser Ziel ist es, Werbeeinbuchungen für Kunden so einfach wie möglich zu machen. Dazu gehört es natürlich auch, möglichst viel über eine einzige Plattform abzuwickeln – derzeit haben wir aber noch nichts Konkretes anzukündigen.
Wie viele Anzeigen werden denn in Deutschland pro Monat ausgeliefert?
AdMob gehört zu den reichweitenstärksten Networks. In Deutschland werden über 1,2 Milliarden Anzeigen pro Monat ausgeliefert.
In den Fallstudien auf Ihrer Website finden sich eher große Markenanbieter. Ist AdMob denn auch für kleinere Werbetreibende interessant? Für welche zum Beispiel?
AdMob ist für jeden Kunden interessant, der eine App oder eine mobile Seite bewerben möchte – das ist ganz unabhängig von der Unternehmensgröße. Die günstigen CPCs sind gerade für kleinere Kunden mit geringem Budget sehr attraktiv. Und da das Targeting bei AdMob sehr gut ist, kann der Kunde ohne große Streuverluste seine Kampagne optimal ausliefern.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Hentschel.
Fazit
AdMob ist eine interessante Alternative, um mobil viel Reichweite zu generieren. Allerdings muss beachtet werden, dass sich das Werbenetzwerk eher für Angebote eignet, die für eine breite Masse der mobilen Nutzer interessant sind.
 |
Über den Autor
Markus
Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic)
bei Twitter: 
|
|