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Ausgabe 32 > Link-Datenbanken im Vergleich:
SEOmoz, Majestic SEO, OpenLinkGraph
Link-Datenbanken im Vergleich:
SEOmoz, Majestic SEO und OpenLinkGraph
Auf der Suche nach externen Links kann man auf Link-Datenbanken zurückgreifen. Wie gut sind die Daten, die diese Dienste liefern? Gibt es Unterschiede zwischen den Datenbanken? Von Markus Hövener.
Die Überprüfung von externen Verlinkungen ist ein wichtiger Baustein beim Linkaufbau. So kann man durch eine Analyse der eigenen Verlinkungen den Fortschritt beim Linkaufbau bewerten. Oder von Konkurrenten lernen und deren externe Links "nachbauen".
Die eigenen Verlinkungen könnte man ja noch über die Google Webmaster Tools abfragen, aber um externe Verlinkungen anderer Websites zu erhalten, muss man schon auf eine Link-Datenbank zurückgreifen, von denen es einige gibt. Dieser Test soll zeigen, wie umfangreich die Datenbanken sind und wie sich die Daten voneinander unterscheiden.
Für den Test wurden primär die drei folgenden Link-Datenbanken benutzt:
- SEOmoz
Der von SEOmoz erstellte Link-Index kann zunächst kostenlos über den Dienst www.opensiteexplorer.org abgefragt werden. Wer allerdings alle Links und alle möglichen Informationen abrufen möchte, muss über einen kostenpflichtigen Zugang verfügen (SEOmoz Pro, siehe http://www.seomoz.org/plans). Auf die Datenbank kann auch über eine API zugegriffen werden.
- Majestic SEO
Auf der Website www.majesticseo.com können kostenlos Basisinformationen über die Verlinkung einer Website abgerufen werden. Wer allerdings mehr Informationen benötigt, muss über einen kostenpflichtigen Zugang verfügen (siehe https://www.majesticseo.com/plans-pricing).
- OpenLinkGraph
Die neue Datenbank von SISTRIX ist erst seit einigen Tagen der Beta-Version entwachsen (beta.openlinkgraph.net). Weitere Informationen zur kommerziellen Nutzung und auch zur Verfügbarkeit einer API sind noch nicht offiziell (siehe auch Interview mit Johannes Beus in diesem suchradar).
Neben diesen drei Datenbanken wurden auch noch die beiden Suchmaschinen Google und Blekko befragt, die ebenfalls Informationen über Verlinkungen von Websites liefern. Diese laufen natürlich "außer Konkurrenz", weil sie deutlich weniger Daten als die "großen" Link-Datenbanken anbieten.
Vor allem muss gesagt werden, dass Google intern über deutlich mehr Daten verfügt, als sie über eine Suche wie "link:www.domain.de" abgefragt werden können. Wer auf diese internen Daten zugreifen will, kann die Google Webmaster Tools nutzen, die diese Daten aber nur für eigene Websites liefern. Es wurden für diesen Test aber nur Google-Daten benutzt, die auch öffentlich ohne Validierung zugänglich sind.
Für den Test wurden insgesamt fünf .de-Domains aus unterschiedlichen Themengebieten genutzt (www.suchradar.de, ein Online-Shop, ein Verband, ein bekanntes Hotel, ein Pharma-Unternehmen). Der Test wurde absichtlich mit .de-Domains geführt, da vor allem der SEOmoz-Datenbank nachgesagt wird, dass diese außerhalb der USA eine recht geringe Abdeckung hat.
Es ist also zu beachten, dass das Ergebnis durchaus anders aussehen könnte, wenn man andere Domains - vor allem aus anderen Ländern - abfragt. Der Test sollte aber vor allem zeigen, inwieweit die Datenbanken gute Resultate für durchschnittliche deutsche Websites liefern.
Schritt 1: Die Überprüfung
Zunächst wurden bei den fünf Diensten die Verlinkungen der fünf Test-Domains abgefragt. Die dabei gewonnenen Linkdaten wurden danach auf Richtigkeit überprüft, also: Existiert auf den genannten Seiten wirklich ein Link auf unsere Test-Domains? Dabei wurde übrigens nicht überprüft, ob es sich um Dofollow- oder Nofollow-Links handelt.
Wie man in Tabelle 1 sehen kann, sind hier unterschiedlich viele Ergebnisse aussortiert worden. Das liegt zum einen natürlich an der Natur des Webs: Seiten werden entfernt oder verschoben, Links auf Seiten werden entfernt oder geändert. Ein hoher Verlust kann also ein Indiz dafür sein, dass der Index nicht allzu oft aktualisiert wird.
Es kann aber auch konzeptbedingte Gründe haben. Majestic SEO speichert in seinem Index viele historische Link-Daten ab, also Links, die in der Vergangenheit gefunden wurden. Wer hier also den so genannten Historic Index abfragt, wird zwangsweise deutlich höhere Werte erhalten; alternativ kann allerdings auch der „Fresh Index“ befragt werden, um dann nur noch aktuelle Daten zu erhalten.
In jedem Fall zeigt sich, dass man den Link-Daten nicht per se vertrauen sollte, sondern die Links auch noch überprüfen muss. Sonst erhält man schnell Daten, die so nicht mehr der Realität entsprechen.
|
Von wie vielen unterschiedlichen Websites wurden Links gefunden (summiert über die fünf Test-Domains)? |
|
Dienst |
Vor der Überprüfung |
Nach der Überprüfung |
Verlust in Prozent |
SEOmoz |
1169 |
1046 |
10,52% |
Majestic SEO |
3165 |
932 |
70,55% |
OpenLinkGraph |
1519 |
1365 |
10,14% |
Google |
120 |
103 |
14,17% |
Blekko |
60 |
37 |
38,33% |
| Tabelle 1: Überprüfung der Link-Daten |
Schritt 2: Der Vergleich
In Tabelle 1 ist deutlich zu erkennen, dass die drei Link-Datenbanken einen klaren Vorsprung in Bezug auf die Anzahl der Ergebnisse haben. Grundsätzlich liefern also SEOmoz, Majestic SEO und OpenLinkGraph deutlich mehr Daten als Google und Blekko.
Aber wie hoch ist die Überschneidung bei den Ergebnissen? Liefern z. B. SEOmoz und Majestic SEO übereinstimmende Ergebnisse? Oder muss man wirklich beide Link-Datenbanken abfragen, weil es keine hohe Überschneidung gibt, so dass man erst durch die Kombination der Ergebnisse ein komplettes Bild erhält?
Um diese Frage zu beantworten, wurden die URLs, auf denen nach Überprüfung ein Link zu finden war, jeweils pro Domain zusammengeführt. Dann wurde ermittelt, welcher Anteil am Gesamtergebnis von der jeweiligen Linkdatenbank gefunden wurden. Ebenso wurde berechnet, wie viele Ergebnisse ausschließlich von dieser Datenbank aufgeführt wurden.
Dienst |
Prozentualer Anteil dieses Dienstes an den Gesamtergebnissen |
Prozentualer Anteil der Ergebnisse, die ausschließlich durch diese Quelle gefunden wurden |
SEOmoz |
43,26% |
16,75% |
Majestic SEO |
38,54% |
19,35% |
OpenLinkGraph |
56,45% |
29,94% |
Google |
4,26% |
0,37% |
Blekko |
1,53% |
0,17% |
| Tabelle 2: Auswertung der Ergebnisse |
In Tabelle 2 ist vor allem zu sehen, dass keine der Link-Datenbanken ein vollständiges Abbild der Verlinkungen liefert. Die beste Abdeckung mit etwas mehr als der Hälfte der insgesamt ermittelten Verlinkungen liefert OpenLinkGraph. Auch zeigt sich, dass jeder der Dienste auch URLs kennt, die keiner der anderen als Ergebnisse geliefert hat.
Welche Datenbank ist die beste?
Daraus folgt, dass die Ergebnisse einer Datenbank - welche auch immer befragt wird - nicht ausreichen, um eine vollständige Liste aller Verlinkungen zu erhalten. Anhand der Abdeckungen in Tabelle 2 könnte man sich vielleicht - vor allem in Anbetracht der Kosten der einzelnen Datenbanken - für die Datenbank mit der höchsten Trefferquote entscheiden. Aber auch dann würde man evtl. wichtige Verlinkungen übersehen.
Welcher Dienst der beste ist, hängt auch vom eigenen Nutzungsverhalten ab. SEOmoz und Majestic SEO verfügen beide über eine sehr performante, gut dokumentierte und vielfältig konfigurierbare API; bei OpenLinkGraph fehlt diese derzeit noch. Für Agenturen, die sehr viele Reports erstellen, eignen sich derzeit diese beiden Dienste sehr gut.
Abbildung 1: Der Clique Hunter von Majestic SEO
Die drei Link-Datenbanken SEOmoz, Majestic SEO und OpenLinkGraph verfügen aber auch über unterschiedliche Tools, die man auf der Website nutzen kann. So bietet Majestic SEO den Clique Hunter (siehe Abbildung 1), der Websites liefert, die auf mehrere der abgefragten Domains verlinken. So kann man relativ einfach weitere Websites innerhalb einer Thematik finden.
Das Tool OpenLinkGraph hingegen bietet sehr umfangreiche Filtermöglichkeiten. Beispielsweise lassen sich alle Links anzeigen, bei denen der Linktext "mehr" lautet. Auf diesem Weg lässt sich für die entsprechenden Websites prüfen, ob hier für einen besseren Linktext gesorgt werden kann, der auch Suchbegriffe aufgreift.
Quantität vs. Qualität
Bei der Durchsicht der Linkdaten fällt schnell auf, dass nicht unbedingt die Link-Datenbank die Beste ist, die die meisten Resultate liefert. Es gibt sehr viele minderwertige, in der Regel automatisiert erstellte Websites, die auf nahezu jede andere Website verlinken. Eine Site wie www.websitewiki.de ist da fast noch als positives Beispiel zu nennen (verlinkt auf mehr als eine Millionen Websites).
Hier bietet allerdings keine Link-Datenbank derzeit eine Möglichkeit, derlei Websites zu filtern, obwohl es den Tools natürlich möglich sein sollte, solche Websites zu identifizieren und herauszunehmen (zumindest optional). Denn auch Suchmaschinen werden einen Link von einer Website wie www.websitewiki.de anders bewerten als einen Link von einer Website, die thematisch homogen ist und nur selten auf anderen Websites verlinkt.
Grundsätzlich hätte man für diesen Test also auch noch bewerten müssen, wie viele der gelieferten Ergebnisse eine hohe Qualität haben. Das ist allerdings algorithmisch von außen sehr schwer zu lösen. Wie erwähnt, hier sind eher die Tool-Hersteller in der Pflicht.
Fazit
Der Test zeigt sehr gut, dass keine Link-Datenbank eine vollständige Abdeckung der externen Verlinkungen bietet. Wer also Linkdaten auswerten will, muss sich für eine Kombination von Datenbanken entscheiden - oder er muss eben bewusst damit leben, nur einen Teil der Möglichkeiten zu sehen.
In suchradar 33 geht Markus Hövener in diesem Zusammenhang auch noch auf die Daten aus den Google Webmastertools ein.
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Über den Autor
Markus
Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic)
bei Twitter: 
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