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Social SEO:
Wie soziale Netzwerke und SEO zusammenpassen

Profitiert eine Website in den organischen Suchergebnissen von sozialen Netzwerken? Welche Schnittstellen haben Social Media Marketing und SEO? Von Markus Hövener.

Social Media Marketing und SEO werden immer noch als relativ getrennte Maßnahmen gesehen. Das ist zum Teil nicht gerechtfertigt, denn Social Media kann sehr positive Effekte auf die Suchmaschinen-Optimierung einer Website haben. Dieser Artikel liefert einen Überblick über diese Effekte und zeigt auf, wann und wie die organischen Ergebnisse vom Social Media Marketing profitieren können.

Discovery

Der einfachste Effekt von sozialen Signalen liegt darin, dass Suchmaschinen diese nutzen, um den eigenen Index zu füllen. Wer also eine URL twittert, kann relativ schnell dafür sorgen, dass diese auch in kurzer Zeit von Google erfasst und indexiert wird (neudeutsch: Discovery).

Wer also z. B. einen neuen Beitrag geschrieben hat, kann durch das Twittern dieser URL dazu beitragen, dass die entsprechende Seite schneller in den Google-Index gelangt. Einen positiven Effekt auf das Ranking dieser Seite muss das nicht haben - aber zumindest ist die Seite schneller für andere Nutzer auffindbar.

Linkaufbau, direkter Traffic

Soziale Netzwerke behindern den Linkaufbau und fördern ihn doch zugleich. Zunächst darf nicht vergessen werden, dass insbesondere Twitter dazu geführt hat, dass man bei einer neu entdeckten URL nicht einen Blog-Beitrag schreibt oder ihn in die eigene Linkliste aufnimmt. Stattdessen wird die neue URL getwittert, was dazu führt, dass eben auf direktem Wege weniger für Suchmaschinen erkennbare Links entstehen.

Die Verbreitung über soziale Netzwerke kann aber auch zu Links führen, wenn verbundene Multiplikatoren die gestreuten Inhalte auf einer Website erwähnen und verlinken. So entstehen Links aus thematisch relevanten Umfeldern, die sehr organisch aussehen - weil sie eben auch organisch sind (siehe hierzu auch Kasten "Eine kleine Fallstudie: suchradar 30"). Um die Wahrscheinlichkeit dafür zu erhöhen, sind allerdings ein großes Netzwerk und vor allem attraktive Inhalte nötig. Der Lohn für diese Mühen sind Links, die in Bezug auf Linkaufbau und direkten Traffic gleichermaßen relevant sind.

Bessere Rankings in der personalisierten Suche
Abbildung 1: Darstellung personalisierter Ergebnisse

Google (und auch Bing) greifen auf das soziale Netzwerk eines Suchenden zu, wenn dieser entsprechend in seinem Google-Profil eingeloggt und dort vernetzt ist. Dann kann es zu mitunter dramatischen Ranking-Veränderungen kommen. Websites, die von Freunden in sozialen Netzwerken (ganz gleich, ob das Twitter-, Facebook-, Google+- oder Google-Mail-Bekannte sind) favorisiert wurden, erscheinen in den eigenen Suchergebnissen deutlich weiter vorne. Google ergänzt ein Suchergebnis dann jeweils um eine Information, aus welcher Quelle diese Empfehlung kommt (siehe Abbildung 1).

Diese Veränderungen gelten aber zunächst nur für die personalisierte Suche. Wer also möglichst viele Suchergebnisse positiv beeinflussen möchte, sollte eben in vielen sozialen Kreisen vertreten sein. Das kann man erreichen, in dem man sein eigenes Netzwerk entsprechend groß aufbaut. Daher hilft es natürlich, das Teilen von Inhalten der eigenen Website möglichst einfach zu machen, indem man Facebook-, Twitter- und ähnliche Buttons in die eigene Site einbaut.

Hier darf aber nicht vergessen werden, dass es derzeit keine gesicherten Daten darüber gibt, wie oft Suchergebnisse eigentlich aufgrund sozialer Signale geändert werden - und ob diese Personalisierung dann auch sinnvoll ist. Wer nach "restaurant" sucht, hat natürlich eine recht hohe Chance, dass einer seiner sozialen Kontakte auch schon mal eine Restaurant favorisiert hat. Das muss aber gar nicht von Vorteil sein, wenn diese sich in einer anderen Stadt befinden. Personalisierung auf Grund sozialer Daten funktioniert also vor allem dann, wenn es eine hohe lokale und thematische Überschneidung mit den eigenen Freunden gibt. Wer aber z. B. Facebook nur für seine privaten Bekanntschaften nutzt, wird in seinen beruflichen Recherchen davon nicht profitieren können.

Bessere Rankings in der unpersonalisierten Suche

Viele Versuche in letzter Zeit (vor allem durch SEOmoz) haben gezeigt, dass Erwähnungen in sozialen Netzwerken auch positive Auswirkungen auf die Rankings einer Website haben können, ohne dass man als Suchender hierzu eingeloggt oder sozial vernetzt sein muss. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass hierbei aber deutlich mehr soziale Erwähnungen nötig sind als bei der personalisierten Suche, bei der eine einzelne Erwähnung schon deutlichen Einfluss auf die Suchergebnisse haben kann. Auch kann es sein, dass die Effekte nur temporär sind (z. B. bei kurzfristiger massiver Erwähnung einer Website auf Twitter).

Insgesamt ist wichtig, dass soziale Signale nur einen recht kleinen Teil der Signale ausmachen, die von Suchmaschinen ausgewertet werden, um die Platzierungen zu definieren. Wenn also ein Unternehmen über keine Tweet-Erwähnungen oder Facebook-Likes verfügt, muss das nicht heißen, dass das Unternehmen nicht trotzdem weit vorne in den Suchergebnissen gefunden werden kann. Für Website-Betreiber gilt dennoch die Empfehlung, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit möglichst viele andere Nutzer die bereitgestellten Inhalte auf einfachem Wege favorisieren können und so positiven Einfluss ausüben können.

Rankings durch Inhalte auf sozialen Netzwerken

Nicht vergessen darf man auch, dass durch die Verbreitung in sozialen Netzwerken auch Rankings durch deren Websites entstehen können. Da ein großer Teil der sozialen Interaktionen und Diskussionen in suchmaschinenlesbaren Seiten abgebildet wird, kann es passieren, dass soziale Inhalte auch bei Google & Co. erscheinen und so für Traffic sorgen.

Laut SISTRIX verfügt z. B. Facebook.com über Rankings für mehr als 400.000 Suchbegriffe. Sicherlich befinden sich unter diesen Rankings viele für Suchbegriffe, die oft auf Personen beruhen und damit eher irrelevant sind. Aber dennoch entstehen hier viele Potenziale für Unternehmen, um auf Social-Media-Plattformen gefunden zu werden.

Einschätzung

Eine Website kann durch Social-Media-Maßnahmen auch in den Suchergebnissen direkt profitieren. Dabei darf natürlich nicht vergessen werden, dass das kein Selbstläufer ist. Es reicht also nicht einfach nur, einen Facebook- und Twitter-Button in die eigene Website einzubauen.

So wie schon bei SEO das Mantra "Content is King" galt (und gilt), ist das bei Social Media noch viel wichtiger. Nur wenn es wirklich attraktive, authentische Inhalte gibt, die von einer relevanten Zielgruppe wahrgenommen und dann verbreitet werden, kann Social SEO auch wirklich gut funktionieren.

All das ist also weniger eine Frage der Plattform (Facebook, Twitter, Google+, ...) als vielmehr eine Frage der Inhalte, die sich Unternehmen direkt stellen müssen: Wie offen können wir kommunizieren? Welche Inhalte und Aktionen passen zu unserem Unternehmen? Und was möchten wir dafür ausgeben?

Fazit

Social SEO, also die Verbindung von Social Media und SEO, ist ein interessantes Feld, weil Unternehmen hier viele Fliegen mit einer Klappe schlagen können: Direkter, qualifizierter Traffic, organischer Linkaufbau und bessere Rankings. All das kann funktionieren, weil Suchmaschinen soziale Signale in die Suchergebnisse einbeziehen und weil zeitgleich das Teilen von Inhalten zu einer normalen Tätigkeit im Netz geworden ist.

 

Eine kleine Fallstudie: suchradar 30

Das suchradar ist natürlich ein schönes Beispiel für relevante Inhalte. Über das Magazin werden kostenlos Inhalte angeboten, die für eine Vielzahl von Lesergruppen interessant sind.

Im Juli 2011 entstanden durch das suchradar 30 u. a. die folgenden Links durch Beiträge auf den jeweiligen Sites (in Klammern jeweils der prozentuale Anteil an Besuchern, die über die jeweilige Website kamen):

  • www.shopbetreiber-blog.de (12,64%)
  • www.selbstaendig-im-netz.de (4,87%)
  • www.shopanbieter.de (1,20%)
  • seo.at (0,96%)
  • www.selbststaendig-machen.net (0,32%)

Hier sind also Links entstanden, die nicht nur für den Linkaufbau positiv sind (weil thematisch passend), sondern die auch relevanten Traffic auf die Website www.suchradar.de lenken.

 

Porträt Jan Büchter
Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic) bei Twitter: Follow bloonatic on Twitter

 

 

 

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