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Google Panda: Das Update kommt nach Deutschland

Panda spukt bereits seit einigen Monaten als Schreckgespenst durch die SEO-Szene. Welche Effekte hatte die Einführung in Deutschland vor einigen Tagen? Von Markus Hövener.

Seit dem 24. Februar 2011 gibt es in den USA das Panda-Update (siehe auch suchradar 29). Mit deutlicher Verzögerung wurden die Änderungen am Google-Algorithmus dann am 12. August auch in Deutschland umgesetzt.

Wie schon zuvor in den USA haben die SEO-Tool-Anbieter SISTRIX und Searchmetrics sehr schnell darauf reagiert und Listen mit Websites zusammengestellt, die hinsichtlich ihrer Suchmaschinen-Sichtbarkeit von dem Update besonders betroffen waren (siehe Kasten).

Grundsätzlich sind diese Messungen mit Vorsicht zu genießen, weil es nicht unbedingt einen direkten Zusammenhang zwischen den Sichtbarkeitsindizes und dem realen Traffic gibt. Das liegt z. B. daran, dass in die Sichtbarkeitswerte auch Rankings weit jenseits der ersten Suchergebnisseite einfließen. Websites, die aber besonders derartige Rankings einbüßen, verlieren nicht in gleichem Maße Traffic, wie es der Sichtbarkeitsindex erwarten lassen würde.

Unter den Verlierern finden sich erneut die Arten von Websites, die bereits vom ersten Panda-Update in den USA betroffen waren: Preisvergleiche, Frageportale, Presseportale, Artikelverzeichnisse und ähnliche Websites.

Nach wie vor ist unklar, wie genau Google diese Websites selektiert. Bereits am 17. Mai erschien in einem Google-Blog (http://googlewebmastercentral-de.blogspot.com/2011/05/weitere-tipps-zur-erstellung-qualitativ.html) eine Liste mit Fragen, die ein wenig Licht auf die Aspekte werfen, die hinter dem Panda-Update stehen. Darin geht es primär um Fragen der Textqualität (redundante Informationen, Tippfehler, stilistische Fehler, oberflächliche Informationen), aber auch um Vertrauen ("Würdet ihr dieser Website eure Kreditkarteninformationen anvertrauen?") und Kompetenz.

Viele SEOs gehen davon aus, dass die durch Google bewerteten Aspekte darüber hinausgehen. So könnte Google auch die Bounce-Rate einer Website bewerten. Also: Wie viele Nutzer klicken auf ein Suchergebnis, kehren sofort zu Google zurück und klicken auf das nächste Suchergebnis? Auch die Frage, ob eine Website eine hohe Anzahl Werbeflächen und ähnliche Elemente enthält, scheint für viele relevant zu sein.

Leider gibt es derzeit keine Möglichkeit, von Google (z. B. über die Webmaster Tools) zu erfahren, warum eine bestimmte Website abgewertet wurde. So greifen einige Website-Betreiber zu Maßnahmen wie der gezielten Sperrung von schwächeren Inhalten oder dem Auslagern von minderwertigen Inhalten auf Subdomains - ohne Belege dafür, dass es der Website weiterhilft.

Grundsätzlich empfiehlt es sich natürlich, Websites und deren Inhalte auf den Prüfstand zu stellen und abzuwägen, wie unique und herausragend die eigenen Inhalte sind. Man sollte alle Seiten einer Website nebeneinander legen und jeweils prüfen, ob darunter auch minderwertige Seiten zu finden sind oder ob es hohe Überschneidungen zwischen verschiedenen Seiten gibt. Aber: Es gibt derzeit keine ausreichende Faktenlage, um auf Basis dieser Untersuchungen und der daraus folgenden Sperrung der Inhalte für Suchmaschinen die Hoffnung zu hegen, dem Panda-Update zu entkommen. Selbst wenn man eine Änderung umsetzen würde, die sich positiv in Bezug auf Panda auswirken könnte, ist nicht bekannt, wie oft Google seine Bewertungen anpasst.

 

Fazit

Bei Panda wird nach wie vor viel gerätselt. Die Faktenlage ist extrem dünn und Google scheint nicht besonders daran interessiert zu sein, betroffenen Unternehmen mit weiteren Einsichten zu helfen. Aller Voraussicht nach wird sich das aber auch nicht ändern, weil für das Panda-Update wohl auf eine Vielzahl an Aspekten geschaut wird und es wohl extrem schwierig sein wird, hier einzelne Faktoren zu isolieren und so eine gezielte Diagnostik zu betreiben.

 

Messungen

Laut SISTRIX haben die folgenden Websites die höchsten prozentualen Veränderungen in der Reichweite erfahren (in Klammern die Veränderung in Prozent):

  1. kelkoo.de (-86%)
  2. alatest.de (-70%)
  3. wikio.de (-65%)
  4. online-artikel.de (-63%)
  5. webnews.de (-62%)
  6. suite101.de (-59%)
  7. helpster.de (-59%)
  8. dasverzeichnis.info (-59%)
  9. openpr.de (-59%)
  10. yopi.de (-56%)

Die vollständige Liste gibt es unter http://www.sistrix.de/news/996-google-panda-erreicht-deutschland.html.

 

Bei Searchmetrics wurden zum Teil andere Verlierer ausgemacht (in Klammern die absolute Änderung der Sichtbarkeit):

  1. ciao.de (-525,921)
  2. gutefrage.net (-511,003)
  3. dooyoo.de (-434,261)
  4. ladenzeile.de (-185,083)
  5. wer-weiss-was.de (-157,612)
  6. helpster.de (-122,461)
  7. wikio.de (-98,667)
  8. yopi.de (-98,601)
  9. cosmiq.de (-87,472)
  10. suite101.de (-80,307)

Die vollständige Liste ist unter http://blog.searchmetrics.com/de/2011/08/13/google-panda-update-in-deutschland-gewinner-und-verlierer/ zu erreichen

 

Weitere Gedanken

Mehr Gedanken und Analysen zum Panda-Update in Deutschland finden sich u. a. im Blog Internetkapitaene.de:
http://www.internetkapitaene.de/?s=panda

 

Porträt Jan Büchter
Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic) bei Twitter: Follow bloonatic on Twitter

 

 

 

 

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